Hallo zusammen, ich schreibe Euch, weil ich ein Problem bezüglich meiner kommunikationsfähigkeit habe. Laut meinen Chefs habe ich nicht nur Sprachbedingte Probleme bei der Kommunikation (wegen meiner ausländischen Herkunft) sondern auch Mangel an Techniken der Kommunikation. Daher möchte ich Euch bitten, mir gute Tipps und möglicherweise gute Bücher zu empfehlen, damit ich mich verbessern kann. Soll ich an Kommunikationsseminaren teilnehmen oder nicht? (ich habe Seminare im Internet für 450 € gefunden) Bücher und Literatur, die ich unbedingt lesen soll?? Ich hatte schon mit der gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg angefangen, dennoch finden ich sie nicht ganz richtig für die Arbeitswelt. Mein Budget ist zwar restriktiv aber auf ein gutes Seminar oder Trainings würd eich gerne investieren. Ich würde mich auf eure Hilfe sehr freuen. Danke Gruß
Wenn deine Chefs diese Meinung haben, dann sollen sie dir mal ein Seminar spendieren. Privat würde ich da gar nichts investieren. Denk nicht auch noch dauernd dran, sondern mach dich locker. Ich glaube nicht, dass Kurse und Bücher was bringen. Je mehr du versuchst mit dem Kopf da dran zu gehen, umso schlimmer wird es.
Na, worin liegen denn deine Probleme? Gibt doch eine ganze Menge unterschiedlicher Kommunikationsprobleme, die man auch unterschiedlich behandeln muss. Der eine ist zu schüchtern, der andere zu frech, der dritte kann nicht strukturiert Argumente vortragen, der vierte fühlt sich ständig persönlich angegriffen, der fünfte hat einen schlechten Umgangston, usw.
Danke an beiden: @Claus: du hast wohl Recht, wenn du sagst, dass ich am besten locker bleiben soll. Dennoch möchte ich mich tatsächlich verbessern. Um der Frage von P.M. zu beantworten: es geht eher darum, dass ich weniger Sprachfehler, weniger Latenzzeit (zum Überlegen) und eine bessere Haltung und Körpersprache bei einer Besprechung haben soll. Bin weder schüchtern noch frech, einfach bin "zu emotional" (laut meinem Chef) beim sprechen kann nicht der Zuhörer zu einem aktiven Zuhören führen. Ich habe halt keine Ahnung, womit ich anfangen soll. Danke auf jeden Fall für Eure Antoworten!
Ich sehe Kommunikation als Standardproblem zwischen Techie und normalen Menschen ;) Bei einem früheren Arbeitgeber wurde der halbe Laden in ein Seminar gesteckt, danach lief's besser. Onlineseminare und Bücher helfen da nur begrenzt, weil unmittelbare Rückmeldung notwendig ist.
Claus M. schrieb: > Wenn deine Chefs diese Meinung haben, dann sollen sie dir mal ein > Seminar spendieren. Dieser und der restlichen Meinung von Claus schliesse ich mich voll an. Dennoch können reale Coaching-Kurse helfen. Mal nachfragen bei den Stellen, die derartiges bei Dir vorort anbieten. Beraten lassen und informieren.
Also wenn ich in Deinem Text die Grammatik und Rechtscheibung sehe,dann sehe ich keine Probleme. Das ist doch OK. Bei uns in der Firma gibt es Kollegen ( deutscher Herkunft ), die sind nichtmal in der Lage guten Morgen zu sagen.
Ich würde das Buch lesen How to Win Friends and Influence People von Dale Carnegie Ein klassiker aus dem Jahre 1936, der noch voll aktuell ist.
Dave Anadyr schrieb: > Bücher und Literatur, die ich unbedingt lesen soll?? Hier ein bisschen Literatur zum Thema Social Engineering, vielleicht bringt's dir etwas: https://mega.co.nz/#F!XFsTjL6J!SaHRbx2YeUJkbF01VwLLfw
> nichtmal in der Lage guten Morgen zu sagen.
Das mache ich auch nicht.
Wenn ich sehe, dass einer beschäftigt ist, dann denke ich nicht, dass
ich sooo wichtig bin, um ihn von meiner Anwesenheit zu benachrichtigen.
Grüßen heisst auch, jemanden zu unterbrechen.
Die Menschen ggü, oder wenn mich jemand schon sieht/herschaut, das ist
was anderes.
J. Wa. schrieb: > How to Win Friends and Influence People > von > Dale Carnegie Wunderbar zu lesen, wenn man Verkäufer werden und lernen will, wie man Menschen manipuliert. Als kurz nach der Wende jeder zweite Ossi von irgendwelchen Strukturvertrieben rekrutiert wurde, gehörten Carnegie, Bettger et al. quasi zur Pflichtlektüre. Die Tips zur suggestiven Manipulation funktionieren tatsächlich und steigerten die Umsätze. Daß sie sich nur sehr eingeschränkt eignen, um echte Freunde zu finden und daß wahrer "Erfolg" nichts mit Verkaufszahlen zu tun hat, diese Erkenntnis reifte leider sehr langsam...
> um echte Freunde zu finden
richtig, dafür ist das Buch nicht gedacht. Der 1. Teil des Titels ist
sehr schlecht gewählt. Ich vermute, die Amerikaner verstehen unter
"friends" etwas anderes.
"manipulate" trifft den Inhalt des Buches schon eher.
Aber wer will auf der Arbeit echte Freunde finden. Hier geht es um
Ellenbogen und Selbstvermarktung. Sich selbst verkaufen.
Weg da, schnell weg! Wenn man Dich nicht so akzeptiert, wie Du bist, weg dort. Wer Schauspieler zu Kollegen haben will, der kann auch beim Theater anfangen. Ich staune immer, wie die Leute früher ohne so ein Brimborium zusammenarbeiten konnten und wie viele Arbeitskollegen auch privat Freunde waren. MfG Paul
>Ich staune immer, wie die Leute früher ohne so ein Brimborium >zusammenarbeiten konnten Naja. Früher und heute ist in vielen Sparten nicht mehr das gleiche. Du verkaufst heut keine fest verdrahteten Bauteile mehr, sondern vielleicht ein hochkomplexes Produkt zusammen mit einer Service-Dienstleistung. Da will der Kunde einen kompetenten Ansprechpartner der nicht wie ein, ich sag mal, kleiner Naivling daherkommt. Wir hatten mal so einen Fall, der Typ war total nett und fachlich auch nicht schlecht - aber der war so was von introvertiert, daß es keinen Sinn machte ihn ein Team leiten zu lassen. Schwer zu sagen ob dem Threadstarter bei der Angabe zu "weniger Sprachfehler, weniger Latenzzeit (zum Überlegen)" wirklich mit einem Seminar geholfen ist. Ich glaubs's nicht. Pausen zwischen Wörtern kann man nicht wegseminarisieren, das ist vermutlich eher ein kognitives Problem in der Sprachsteuerung.
Zuerst vielen Dank für Eure Antworten. Also ich denke es sei ein Missverständnis entstanden. Es geht nicht darum, Freundschaften aufzubauen oder einen Freundeskreis auf der Arbeit zu gründen. Laut meinem Chef habe ich dafür zu viel hervorragende Eigenschaften!!! Das Hauptproblem bei mir besteht darin, dass ich: - nicht Deutsch als Muttersprache spreche und daher gerät der Lesefluss beim Screiben ins Stocken (Emails); - die Anforderungen bei der Arbeit nicht ausrreichend erfülle: deutlich, klar und gut bei einem Meeting sprechen. Nicht zu viel Emotionalität und Impulsivität den Zuschauern vermitteln und so weiter; Dank meines Charakters, aufgeschlossen und emotional, habe ich bereits einen guten Freundeskreis aus der Arbeit geschafft. Zudem möchte ich gerne kein englisches Buch lesen, das sonst noch mehr Schwierigkeiten habe, wenn ich Deutsch sprechen soll. Micha hat einen interessanten Link gepostet, dennoch kann ich dessen Inhalt nicht herunterladen. Wisst ihr ob ich ein Account bei Mega eröffnen soll? Die Titel sehen sehr vielversprechend aus. Danke an den beiden, die mir empfholen haben, ein von der Firma bezahlte Seminar zu besuchen. In 2 Monaten werde ich es mit meinem Chef besprechen, und ihn fragen, ob meine Firma mich zu einem solchen Seminar schicken würde oder nicht. Ich denke auch, dass ein Smeinar die sinnvollste Lösung wäre.
@Dave Anadyr (wilhem) >- nicht Deutsch als Muttersprache spreche und daher gerät der Lesefluss >beim Screiben ins Stocken (Emails); Schwer vorstllbar, deine Postings sind doch ganz normal. >- die Anforderungen bei der Arbeit nicht ausrreichend erfülle: deutlich, >klar und gut bei einem Meeting sprechen. Nicht zu viel Emotionalität und >Impulsivität den Zuschauern vermitteln und so weiter; Tja, wir sind hier halt im (emotional kalten) Deutschland, nicht auf dem mittelöstlichen Basar ;-)
Hier ist ein gutes Beispiel für einen emotionalen Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=47Sm71cG8eI Wenn Du nicht annähernd so gestenreich diskutierst, besteht über- haupt kein Grund zur Veranlassung.... ;-) MfG Paul
Hi Dave, du schreibst sehr gut deutsch, und fällst damit eher angenehm auf. Nach dem was du schreibst habe ich eine ganz andere Vermutung als deine Chefs. Kann es sein, dass du ständig im Kopf zwischen Deutsch und deiner Muttersprache "übersetzt"? Dave Anadyr schrieb: > Das Hauptproblem bei mir besteht darin, dass ich: > - nicht Deutsch als Muttersprache spreche und daher gerät der Lesefluss > beim Screiben ins Stocken (Emails); Nach Jahren erfolgloser Mühen mit Englisch hatte ich eine Lehrerin, die zu uns sagte wir sollen "englisch denken". Das hört sich vielleicht ert mal komisch an, ist aber treffend. Denn die Pausen entstehen, weil wir die fremde Sprache in unsere Muttersprache zu übersetzen. > - die Anforderungen bei der Arbeit nicht ausrreichend erfülle: deutlich, > klar und gut bei einem Meeting sprechen. Nicht zu viel Emotionalität und > Impulsivität den Zuschauern vermitteln und so weiter; Das lässt sich schwer beurteilen, könnte aber mit dem Übersetzen zusammenhängen. Hast du die Möglichkeit, mal was in deiner Muttersprache vorzutragen, und beurteilen zu lassen? Es könnte sein, dass du deswegen unsicher bist und nicht klar und deutlich sprichst, oder die Emotionen einfach nicht mit dem Redefluß harmonieren und deshalb ein falsches Bild vermitteln. Grüße. Michael Edit: Zu zeitig abgedrückt.
Ok, hier die Frage : Wie lange hast Du so im Durchschnitt für ein Posting gebraucht? - Unter 2 min : Es sollte mit Deinen Emails kein Problem sein, alles Super! Genauer: Fantastisch! - Über 30 min : Ja, Du hast ein heftiges Problem Alles dazwischen : linear interpolieren.
dumdi dum schrieb: > Ok, hier die Frage : Wie lange hast Du so im Durchschnitt für ein > Posting gebraucht? > > - Unter 2 min : Es sollte mit Deinen Emails kein Problem sein, alles > Super! Genauer: Fantastisch! > - Über 30 min : Ja, Du hast ein heftiges Problem > > Alles dazwischen : linear interpolieren. Ahahah Nein, :) ich habe durchschnittlich 5 Minuten gebraucht, um die zu schreiben. Ich lese dennoch meine Sätze mehr als einmal und trotz meiner Bemühungen fällt mir sofort auf, dass irgendwo eine "n" oder eine "e" fehlt. Jedenfalls ich denke Michael hat vollkommen Recht. Ich denke immer noch zu oft in meiner Muttersprache. Wenn ich mich zB an alltagsituationen erinnere, dann fallen mir am meisten Situationen ein, in denen ich Gespräche mit meiner Muttersprache führe. Obwohl ich in Deu bleiben will, fällt mir noch schwer, mich mit dem Kopf von den Leuten aus meinem Heimatland abzutrennen. Also, bzg. des Seminars. Ich habe gestern das Buch "Kommunikationstraining" von Vera Birkenbihl gekauft gekauft. Ich erwarte doch kein Wunder. Das Lesen von kommunikationsbezogener Literatur sollte mich (hoffentlich) einige Idee zur Verbesserung einbringen. Danke Euch für Eure Vorschläge und Bewertung meiner Emails!!! Gruß
Dave Anadyr schrieb: > Ich denke immer noch > zu oft in meiner Muttersprache. Ich habe nach der Lektüre einige englischer Belletristik* (Dead Poets Society, Animal Farm) sowie dem Schreiben englischer Briefe festgestellt, dass ich angefangen habe, "englisch zu denken". Leider verliert sich das wieder, wenn man nicht dran bleibt. *) Ich glaube, mit Belletristik geht das besser als mit Sachbüchern, weil man da viel mehr aus dem Zusammenhang erschließt und das Gehirn mit der Geschichte was anfangen kann.
Dave Anadyr schrieb: > Sprachbedingte Probleme bei der Kommunikation (wegen meiner > ausländischen Herkunft) Hier mal eine Übersetzungsliste Englisch <-> Englisch :-P http://www.telegraph.co.uk/news/newstopics/howaboutthat/10280244/Translation-table-explaining-the-truth-behind-British-politeness-becomes-internet-hit.html Vielleicht gibt's sowas ja auch in Deutsch <-> Deutsch?
Dave Anadyr schrieb: > Also, bzg. des Seminars. Ich habe gestern das Buch > "Kommunikationstraining" von Vera Birkenbihl gekauft gekauft. Erstens habe ich ganz schlechte Erfahrungen mit der Literatur der Vera F. Birkenbihl. > Ich > erwarte doch kein Wunder. Das Lesen von kommunikationsbezogener > Literatur sollte mich (hoffentlich) einige Idee zur Verbesserung > einbringen. Zweitens lernt man Kommunikation durch lesen, sondern durch tun. Bücher sind ein netter Einstieg, aber nur Geizkragen denken, dass sie damit ihr Problem lösen.
Dave Anadyr schrieb: > Ich hatte schon mit der gewaltfreien Kommunikation von Marshall > Rosenberg angefangen Ach, diese Psycho-Machwerke von den Amis, die mit Allgemeinfloskeln alle Probleme lösen können wollen. Dave Anadyr schrieb: > Ich habe gestern das Buch "Kommunikationstraining" von Vera Birkenbihl > gekauft gekauft. Ich erwarte doch kein Wunder. Das Lesen von > kommunikationsbezogener Literatur sollte mich (hoffentlich) einige Idee > zur Verbesserung einbringen. Geh in einen Verein oder eine Gruppe, wo du mit Anderen sprechen kannst und vor allem auch sprechen musst. Kommunikation ist nicht nur, dass du deinen Text fließend sprichst, sondern dass du auf die Reaktion deiner Gesprächspartner reagierst...
Danke für Eure Feedbacks. Auch schlechte Erfahrungen sind für mich interessant. Zur Zeit fange ich mit dem Buch an, und mal sehen wie es sich weiterentwickelt. Die Idee der Gruppe finde dennoch einfach genial. Ich wäre allein nicht darauf gekommen. Wo/Wie finde ich sowas? Danke!!!!!!
Hallo zusammen, in der Zwischenzeit hat es sich eigenes erledigt. Ich war zwar bei ein paar Seminaren und dadurch habe ich viele Feedbacks zurückbekommen. Nun bin ich auf diese "Gewaltfreie Kommunikation" nach Rosenberg gestoßen. Es hört sich eigentlich sehr interessant an und möchte gerne das Thema vertiefen. Was meint ihr dazu? Habt ihr schon Erfahrung damit? Es werden viele Seminare und Trainings angeboten, zumindest in meiner Nähe, und würde gerne es mal versuchen. Schönes Wochenende!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Stefan M. schrieb: > Bei uns in der Firma gibt es Kollegen ( deutscher Herkunft ), die sind > nichtmal in der Lage guten Morgen zu sagen. Bei manchen ist das einfach nur ein Wahrnehmungsproblem. Voll konzentriert auf ein Problem nehmen sie auf dem Weg zur Kaffeemaschine und zurück andere Menschen nur als bewegliche Hindernisse wahr. Ein "Guten Morgen" ist da arbeitsbehindernd und sollte verboten werden. ;-)
@ AK Hast du den letzten diesjährigen Beitrag des TO überhaupt gelesen? ;)
Dave Anadyr schrieb: > Zuerst vielen Dank für Eure Antworten. Darf man fragen, welche Deine erste Sprache ist und aus welchem Kulturkreis Du kommst? Ich habe hier in den Vereinigten Staaten Kollegen aus Osteuropa, die sind vor 20 Jahren eingewandert, sprechen kaum verständliches Englisch und sind ohne Probleme in Positionen mit Kundenkontakt vorgerückt. Das verursacht in letzter Zeit viele "Led Zepplins", wie wir das scherzhaft nennen. ("Communication Breakdown, it's always the same..." https://www.youtube.com/watch?v=fGUsGlpDJkE) Auf Besprechungen ("Meetings") würde ich nicht viel geben. In den meisten schlafe ich halb, weil dummerweise immer und uneingeschränkt "Parkinson's law of triviality" gilt. Und ich sehe nicht ein, meinen Kopf für solches Nichtigkeiten-Blabla anzustrengen. Ansonsten: Sprachfertigkeiten kommen mit der Zeit. Sprich und schreibe die deutsche Sprache weiterhin intensiv und nutze jede sich bietende Möglichkeit, dann werden Dein Wortschatz, Deine Betonung und Deine Grammatik besser. In Zukunft vielleicht auch weniger emotional zur Sache gehen und versuchen, die typisch deutsche Distanziertheit und Direktheit nachzuahmen. Diese preußischen Tugenden sterben allerdings leider aus. :-( :-(
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