Hallo, ich möchte ein Printrelais Pi mal Daumen in LTSpice simulieren. Relais finde ich nicht in der Bibliothek. Ich habe daher eine Spule genommen. Welche Induktivität wäre typisch für ein 24V DC-Relais mit 1,1k Spulenwiderstand? Ich habe mal in ein paar Datenblätter geguckt, aber nix dazu gefunden.
Mark Thalle schrieb: > Welche Induktivität wäre typisch für ein 24V DC-Relais mit 1,1k > Spulenwiderstand? bei offenem Kontakt oder bei geschlossenem Magnetkreislauf? > Ich habe mal in ein paar Datenblätter geguckt, aber nix dazu gefunden. Das ist auch keine Größe die man spezifizieren möchte. Du kannst von Größenordnung 100mH +/- 10dB ausgehen. Eventuell ist ja die Anzugszeit des Relais angegeben. So geschätzt geht 1/3 - 1/2 der Anzugszeit aus der Zeitkonstante L/R des Relais hervor. Gruß Anja
Anja schrieb: > Du kannst von Größenordnung 100mH +/- 10dB ausgehen. Wird nicht reichen. Aber einfach nachlesen, zumindest Omron schreibt das in die Datenblätter.
Ich habe mir mal das Datenblatt von Omron LY angesehen. LY kommt einem einfachen Printrelais am nächsten, soweit ich das überblicke. In dem Datenblatt stehen tatsächlich die Induktivitäten drin. Das habe ich bei sonst keinem anderen Hersteller gesehen. Unter anderem auch nicht bei Finder, und das sind ja keine ganz kleinen. Die 24VDC-Spule hat 650 Ohm und 3,2, bzw. 5,8 H. Das ist ja schon ordentlich. Rührt die höhere Induktivität daher, dass der Anker in, bzw. an die Spule herangezogen wird? Dass sich die Induktivität dadurch fast verdoppelt, hätte ich nicht vermutet. BTW: LTSpice zeigt auch mit einer Spule mit 4 H und 1100 Ohm keine nennenswerte Belastung für die Freilaufdiode an. Der Strom geht nur ganz kurz bis knapp auf 0,75mA hoch.
Mark Thalle schrieb: > Rührt die höhere Induktivität daher, dass der Anker in, bzw. an die > Spule herangezogen wird? Dass sich die Induktivität dadurch fast > verdoppelt, hätte ich nicht vermutet. Der "Luftspalt" wird dadurch ja erheblich kleiner.
hinz schrieb: > Mark Thalle schrieb: >> Rührt die höhere Induktivität daher, dass der Anker in, bzw. an die >> Spule herangezogen wird? Dass sich die Induktivität dadurch fast >> verdoppelt, hätte ich nicht vermutet. > > Der "Luftspalt" wird dadurch ja erheblich kleiner. Die Induktivitätsänderung wäre auch noch erheblich größer. Leider geht der Kern beim schließen des Ankers normalerweise in Sättigung was dem entgegen wirkt. Wobei die LY-Relais relativ "langsam" schalten. (25 ms lt. Datenblatt). Die elektrische Zeitkonstante ist L/R = 3.2mH/650R = 5ms. Ich hatte bei "Leiterplattenrelais" mehr die TQ2-Typen im Hinterkopf mit typ 2ms Schaltzeit. Mark Thalle schrieb: > BTW: > LTSpice zeigt auch mit einer Spule mit 4 H und 1100 Ohm keine > nennenswerte Belastung für die Freilaufdiode an. Der Strom geht nur ganz > kurz bis knapp auf 0,75mA hoch. Da stimmmt irgendwas nicht der Freilaufstrom muß (anfänglich) genauso groß sein wie der Spulenstrom (also etwa 22mA bei 24V). Hast Du eine "Totem Pole CMOS Endstufe" parallel zur Freilaufdiode? Gruß Anja
> Du kannst von Größenordnung 100mH +/- 10dB ausgehen.
Solch eine Angabe findet man auch nicht jeden Tag ...
( Ganz früher sagte mal mein Chemie-Lehrer, man sollte Grössen bevorzugt
in zweckmässigen, also bekannten und in der Praxis bewährten Einheiten
angeben:
"Geschwindigkeiten NICHT in Ångström/Woche" ... )
Anja schrieb: > hinz schrieb: >> Mark Thalle schrieb: >>> Rührt die höhere Induktivität daher, dass der Anker in, bzw. an die >>> Spule herangezogen wird? Dass sich die Induktivität dadurch fast >>> verdoppelt, hätte ich nicht vermutet. >> >> Der "Luftspalt" wird dadurch ja erheblich kleiner. > > Die Induktivitätsänderung wäre auch noch erheblich größer. Leider geht > der Kern beim schließen des Ankers normalerweise in Sättigung was dem > entgegen wirkt. Warum leider? Das Relais wird dadurch doch schneller und "Probleme" mit Überspannungen beim Ausschalten werden kleiner. > Wobei die LY-Relais relativ "langsam" schalten. (25 ms lt. Datenblatt). > Die elektrische Zeitkonstante ist L/R = 3.2mH/650R = 5ms. > Ich hatte bei "Leiterplattenrelais" mehr die TQ2-Typen im Hinterkopf mit > typ 2ms Schaltzeit. Davon habe ich mir gerade ein Datenblatt angesehen, aber dort finde ich keine Angaben zur Induktivität. Die TQ2 scheinen aber auch kleiner, als das hier verwendete Relais zu sein. Das, welches ich simulieren wollte, stammt aus einer Master-Slave-Steckdosenleiste und ist mit 16A/250VAC angegeben. > > Mark Thalle schrieb: >> BTW: >> LTSpice zeigt auch mit einer Spule mit 4 H und 1100 Ohm keine >> nennenswerte Belastung für die Freilaufdiode an. Der Strom geht nur ganz >> kurz bis knapp auf 0,75mA hoch. > > Da stimmmt irgendwas nicht der Freilaufstrom muß (anfänglich) genauso > groß sein wie der Spulenstrom (also etwa 22mA bei 24V). > Hast Du eine "Totem Pole CMOS Endstufe" parallel zur Freilaufdiode? Ja und Nein :-) Ich muss wohl was bei der Simulation verbockt haben, denn als ich vorhin noch mal nachgesehen habe, war der maximale Strom durch die Diode fast so groß, wie der Spulenstrom. Genau so groß wie der Spulenstrom beim Abschalten wird der Diodenstrom ja nicht, da die Diode nicht sofort leitet und Energie an anderer Stelle verbraten wird. Und "Nein", weil ich das Relais in LTSpice so aufgepinnt habe, wie es in der MS-Leiste verschaltet ist. Ich habe lediglich einen anderen npn-Transistor genommen, weil ich den S9013 nicht in der Liste bei LTSpice gefunden habe. Falls es interessiert: http://www.apload.de/images-i252888bi4bv8.png
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