Hallo,
je nach Quelle hat das Internet für die "Breite Masse" zwischen 1991 bis
1993 begonnen (in Deutschland).
Seit wann und warum hatte das Internet nach ->eurer Meinung<-(!) die
Bedeutung und Reichweite erlangt das es für die breite Gesellschaft
wichtig und unverzichtbar wurde.
(Für das tatsächlich echte alltägliche Leben, bitte jetzt nicht
irgendwelche Geschichten mit großen Katastrophen, Obdachlosen und
Ökofundis erfinden).
mfg
Surfer
Daten Sufer schrieb:> je nach Quelle hat das Internet für die "Breite Masse" zwischen 1991 bis> 1993 begonnen (in Deutschland).
Das halte ich für verfrüht. Damals gab es außer "unido" und UKA
noch nicht viel an Aufsetzpunkten für ein Internet hierzulande.
Der Individual Network e. V. war ein Vorreiter, um Internet für die
"Breite Masse" zu erreichen. Er wurde 1992 gegründet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Individual_Network
Als er sich 2000 auflöste, war de facto sein ursprüngliches
Vereinsziel mittlerweile erreicht. Die Entwicklung war natürlich
schleichend, aber selbst 1995 war ein Internetzugang noch eher ein
Außenseiterthema.
Naja, so aus dem Gefühl heraus würde ich auf die Mitte der 90er tippen.
Da hat sich langsam ISDN verbreitet und Compuserve hat (z.B. auf Messen)
massig 20 und 50 Std. Gratis-Pakete verteilt. Ich kann mich noch
erinnern, wie wir die Umschläge Rucksackweise nach Hause geschleppt
haben, um wieder für eine Weile ins Internet zu können.
Die breite Masse war zwar noch lange nicht "drin", aber ein
Internetzugang war auch keine Seltenheit mehr.
Ma schrieb:> um wieder für eine Weile ins Internet zu können.
Hatte Compu$erve da schon Internet? Die haben doch anfangs ihr
komplett eigenes Süppchen gekocht und sind erst relativ spät auf
den Internet-Zug aufgesprungen, nachdem sie merkten, dass sie mit
ihrer proprietären Lösung keinen Blumentopp mehr gewinnen konnten.
Jörg Wunsch schrieb:> Hatte Compu$erve da schon Internet?
Etwa 1991/92 bin ich über den Compu$erve-Zugang meiner Firma ins
Internet gegangen, das lief über ein 2400-Baud-Modem, mit dem man sich
via Datex-P mit einem Compu$serve-System verbinden konnte. Das ganze
kostete 25 USD pro Stunde zuzüglich 25 USD "communication surcharges".
Meine ältesten Spuren in irgendwelchen Newsgroups sind aus dieser Zeit.
Etwas später stellte mir ein Kommilitone via Modem einen Shell-Zugang
auf seiner BSD-Maschine zur Verfügung, die per damals noch kostengünstig
zu bekommender analoger Standleitung mit dem IN verbunden war.
O weh, das waren Zeiten ...
Daten Sufer schrieb:> Seit wann und warum hatte das Internet nach ->eurer Meinung<-(!) die> Bedeutung und Reichweite erlangt das es für die breite Gesellschaft> wichtig und unverzichtbar wurde.
Ich denke das war später als in den anderen Beiträgen genannt. Ich würde
sagen so ab 2000 ging es dann wirklich los für die breite Masse.
Jan Hansen schrieb:> Ich würde sagen so ab 2000 ging es dann wirklich los für die breite> Masse.
Etwas eher war es schon. 1999 habe ich schon Dinge über ibäh gekauft
(damals noch ohne Provisionsgebühren). Es gab also auf jeden Fall
schon genug „kritische Masse“ für ein derartiges System.
In meinen alten Telekomrechnungen tauchen im Januar 1996 erstmals
Gebühren für den Internetzugang auf. Vorher nur Datex-J/BTX. Ich kann
mich aber erinnern, daß es an der Uni schon ein paar Jahre früher
Internetzugang gab, denn der Praktikant in unserem Laden, wo ich bis
Ende 94 arbeitete, lud dort immer spezielle Sachen runter, die über
Mailboxen nicht zu finden waren. Zum Beispiel Linux.
Jörg Wunsch schrieb:> Etwas eher war es schon. 1999 habe ich schon Dinge über ibäh gekauft> (damals noch ohne Provisionsgebühren). Es gab also auf jeden Fall> schon genug „kritische Masse“ für ein derartiges System.
Das schon, aber war es damals wirklich schon für die "breite
Gesellschaft
wichtig und unverzichtbar"? Ich glaube für die breite Gesellschaft war
es damals noch eher eine Spielerei falls überhaupt schon vorhanden.
nicht "Gast" schrieb:> Wann: Am 11. Mai 1994;> Warum: Ich hatte mein erstes Modem in Betrieb genommen.
Du bist dir sicher, dass das bereits TCP/IP basiertes Internet war?
Lange davor waren Mailbox-Netze und Usenet weit verbreitet.
Jan Hansen schrieb:> Das schon, aber war es damals wirklich schon für die "breite> Gesellschaft wichtig und unverzichtbar"?
Da wirst du keinen leidlich sauberen Zeitpunkt finden. Allein schon
aufgrund des "unverzichtbar", was ja für etliche Leute auch heute noch
nicht zutrifft.
Jan Hansen schrieb:> Das schon, aber war es damals wirklich schon für die "breite> Gesellschaft> wichtig und unverzichtbar"
Eine reine Definitionsfrage. Für viele Leute ist es auch heute noch
unwichtig und verzichtbar. 1999 war die Verbreitung jedoch schon recht
fortgeschritten. In dem Jahr ließ ich mir von der Telekom einen (für
begrenzte Zeit) kostenlosen DSL-Testanschluß schalten. Mit 768kBit! Für
diese Zeit sensationell im Vergleich zu Modem und ISDN, deswegen hab ich
ihn auch behalten. Kostete seinerzeit 14,90DM (Deutsche Mark) Aufpreis
zuzüglich 49DM für die Internet-Flatrate.
Icke ®. schrieb:> Ich kann mich aber erinnern, daß es an der Uni schon ein paar Jahre> früher Internetzugang gab
Ja, natürlich. Der DFN-Verein hatte sich seit Anfang der 1990er Jahre
um einen Netzausbau bemüht. Nicht umsonst lag die erste deutsche
Netzverwaltung (IP-Adressvergabe und Domains) bei "unido", der Uni
Dortmund.
Mein erster Netzzugang ging über ein 2400-Bd-Modem (natürlich noch
ohne jegliche Sicherungsschicht damals :) per teurem Ferngespräch
zur TU Chemnitz. Dort hatte die GUUG eine Referenzmaschine stehen,
die ausdrücklich auch für die Anbindung externer Partner konzipiert
war. Entsprechend findet man die ältesten Spuren von mir im Netz
unter „hadrian.hrz.tu-chemnitz.de“. ;-)
(ibäh im Jahre 1999)
Jan Hansen schrieb:> Das schon, aber war es damals wirklich schon für die "breite> Gesellschaft wichtig und unverzichtbar"?
Unverzichtbar gewiss noch nicht, aber es war ganz offensichtlich bereits
für so viele Leute wichtig, dass die
Gebrauchtwaren-Vermarktungsplattform
gut einschlug. Ohne wenigstens ein paar Millionen potenzieller Kunden
im Lande wäre das nicht gegangen.
Ich war 1996/1997 in Chatrooms im Internet. Ich kann mich noch genau
daran erinnern, dass das bei Pro7 war. Trotz langsamer Leitung (erst
14.4, dann 33.6 und ab Ende 1997 ISDN) war der Bildschirmaufbau recht
zügig.
DSL hatte ich dann seit Herbst 1999 in Form eines 768er Anschlusses.
Seit Ende 1999 war ich auch eBay-Mitglied.
2001 hatte ich meinen ersten und letzten Wurm auf dem Laptop in meinem
Büro, dank volloffenem Windows98 direkt am Internet. Ich habe tagelang
gesucht, wie es das Mistvieh immer wieder auf meinen Computer geschafft
hat. Schuld war eine aktive Dateifreigabe via Ethernet und dass Windows
98 dann auch selbige am ISDN-Adapter nach draußen führte. Ich hatte ja
damals keine Ahnung von Windows. Aber als dann später Blaster, Sasser &
Co. kamen war ich schon völlig immun dagegen.
Ich kann mich noch erinnern, dass man 2002 bei friendscout24 noch
problemlos sein Profil bearbeiten konnte und reinschreibne was man
wollte ("Traumfrau? Blond und dicke Hupen, aber die Haarfarbe ist
egal"). Heutzutage wird da alles zensiert und erscheint erst dann, wenn
ein Moderator die Änderungen genehmigt hat, weshalb ich solchen
spießbürgerlichen Massenplattformen schon seit Jahren nicht mehr nutze.
So ab 2003 ist auch die Zeit, von der ich behaupten würde, dass die
Massen das Internet entdeckt haben.
Meine erste E-Mail Adresse habe ich Ende 1994 bekommen, damals an der
FH-Köln.
Meine erste jetzt noch existierende Spur im Netz stammt vom Mai 1995 im
Rahmen meiner Diplomarbeit. Nein, habe die Infos damals nicht verwenden
können und musste die auch nicht angeben :-)
Habe ab 1998 sehr viel gechattet (IRC), das 56k Modem reichte dafür
prima aus.
Wann das Internet für die Breite Masse unverzichtbar wurde?
Schwer zu sagen, ab 2001.
Hmm, ich hatte glaube ich ende '97 oder anfang '98 die erste Abmahnung
im Briefkasten ;o))
Ich wars aber nich, es ging darum das ich Po*nografische Texte auf einem
Server deponiert hätte. Tatsächlich hatte ich vermutlich im Zuge von
Suchanfragen da zugriff, war aber nicht das drauf was ich suchte (wa*ez
und a*pz ;o)).
Damals hatte mich mein Provider abgemahnt.
bye uwe, (der bis heute aber nur eine weitere Abmahnung aufzuweisen hat
;o))
ab '94- '95 hatte ich bei den Eltern 28.8 Modem, ab ende '96 hatt eich
selbst am ersten PC ein 33.6-er Modem. Es war von Anfang an
unverzichtbar.
Internet lernte ich im Rechenzentrum der FH 1996 erstmals kennen. Alle
Studenten hatten es zu Hause nicht.
Ich selbst bekam es 2001 beim Kauf des P3, der ein 56k-Modem eingebaut
hatte. Einwahl über das Analog-Festnetz, mit minütlich abgerechneten
Gebühren über den Smart-Surfer von Web.de. Irgendwann danach landete ich
auch mal einen Volltreffer mit einem Dialer, hatte dann mit Inkasso-Büro
als Eintreiber zu tun, die Verbraucherzentrale konnte es für mich
abwimmeln.
Man hing nicht wie heute fest ununterbrochen z.B. in einem Forum oder
auch generell im Internet, weil ja der minütliche Gebührenzähler bei
einer Call-by-Call-Verbindung lief.
Was hatte ich damals? Ungefähr 0,6 Cent pro Minute. Das läppert sich in
einer Stunde aber schon zu 36 Cent, nach über 5 Stunden zu fast 2 Euro,
und über einen Monat so dann zu 60 Euro.
Dann war der Speed auch noch furchtbar lahm, mit dem 56k-Modem. Man
konnte Seitenaufbauten manchmal noch gut zeilenweise zu schauen.
Da ich in den Jahren 1999-2001 neben einigen kleinen Firmen auch
Privatleuten zu einem hübsch hässlichen Web 1.0 Internetauftritt
verholfen habe, würde ich sagen es war wohl ab Mitte bis Ende der
Neunziger.
Interessanterweise hatte ich zu der Zeit keinen eigenen Internetzugang
zu Hause.
Ich hatte 1995 einen 4-monatigen Auslandsaufenthalt an einer Uni. Dort
habe ich auf HP-Workstations mit HP-UX-Unix gearbeitet und war ans
Internet angebunden.
Meine Freundin ging damals dann in Deutschland mit meinem 486er und
einem externen 144er-Modem über die Telefonleitung an die Uni und hatte
dort auch ein Unix.
Wir haben dann immer "talk" gemacht: ein chat für 2 Personen: oberer
Teil der shell schreibt sie, unten ich. Das hat super funktioniert.
Damals habe ich dann auch schon www.spiegel.de gelesen.
Ich erinner mich an ein Ereignis aus dem Berufsleben. Ich war im
November 1998 bei Mannesmann-D2 in Düsseldorf zum Vorstellungsgespräch.
Auf dem Bewerberbogen, den man ausfüllen mußte, war kein Feld für eine
E-Mail-Adresse!!!! Ich habe meine E-Mail-Adresse dann ausserhalb
irgendwo auf den Bogen geschrieben. Das haben die Mannesmänner dann
verwundert zur Kenntnis genommen. Und dann wusste ich gleich, was ich in
Bezug auf Internet von Mannesmann-D2 zu erwarten hatte. Das waren noch
Zeiten.
ab 1993 war ich online ... damals noch per Ferngespräch nach
Kaiserslautern zum Einwahlknoten. Teure Geschichte ... Ja, Compuserve
war zum WWW offen, man konnte per Browser aus der Software raus. Damals
war das schon ne Sache n Modem zum Laufen zu bekommen ... die
AT-Kommandos mussten noch händisch in die Config übertragen werden.
Der Durchbruch kam denk ich, als die Einwahlen flächendeckend zum
Ortstarif gingen, AOL war da ziemlich vorne dabei. Dann wurde das
erschwinglich.
Fürs Browsen waren die Modems damals übrig schnell genug. Mein erstes
Modem weiß ich nichtmehr, aber das zweite, Creatix SG2834 hab ich
nochimmer auf Lager.
Für Usenet mehr als schnell genug. Ehrlichgesagt find ich die
Highspeedmanie für reichlich übertrieben. Wenn man die Werbung mit Flash
aus den Seiten verbannt reichen n paar kB/s locker zum Surfen.
Ein Kollege war mit dem Amiga 1990 schon in Mailboxen, zog und lud da
täglich mal 10 Stunden Daten, auch mal ganz rund um die Uhr. Wir waren
aber auch an einem Ort, wo es gratis Telefonanschluß gab. Eine
Vermittlungsstelle der Post, ein Pausen-, Aufenthalts- und Arbeitsraum.
Was die Chosen sonst gekostet hätten, weiß ich nicht. Von zu Hause hätte
der Kumpel das bestimmt nicht gemacht, das hätte wegen der
Telefonrechnung mit Sicherheit ganz schwer einen auf die Mütze gegeben.
Telefonflat gab es ja auch noch gar nicht.
Wilhelm F. schrieb:> Ein Kollege war mit dem Amiga 1990 schon in Mailboxen,
Keine Frage, Mailboxnetze gab es schon weit vorher. Aber das ist
nicht das Thema des Threads.
Ich war damals im Gymnasium, als das Internet kam. Und zwar war das im
Jahr 2000, als in unserer Klasse die Verfügbarkeit eines
Internet-Anschlusses zu Hause von "fast niemand" zu "fast alle" kippte.
Da die Elternhäuser einer Gymnasialklasse doch ein recht breiter
Querschnitt durch die Bevölkerung darstellen, würde ich mal behaupten,
2000 könne man objektiv als das Durchbruchsjahr des Internets
bezeichnen.
Jörg Wunsch schrieb:> Wilhelm F. schrieb:>> Ein Kollege war mit dem Amiga 1990 schon in Mailboxen,>> Keine Frage, Mailboxnetze gab es schon weit vorher. Aber das ist> nicht das Thema des Threads.
Aah, OK, denn muß ich das mal klar trennen. Internet ist also das Ding
am PC mit dem Browser, wie man es auch heute allgemein kennt.
Aber noch mal zum Thema Internet: Es wurde doch ab 1978 erstmals benutzt
bzw. getestet. Allerdings wohl erst mal nur beim US-Militär, und war
auch fürs Militär gedacht.
Amis hatten wohl im Schnitt auch gut und gerne 5 Jahre früher Internet
als wir. Belegen kann ich es an Fakten jetzt nicht, habe aber hier und
dort mal was dazu aufgeschnappt.
Sie hatten ja auch schon 15 Jahre vor uns Farbfernsehen, was allerdings
technisch so seine Längen hatte.
Wilhelm F. schrieb:> Aah, OK, denn muß ich das mal klar trennen. Internet ist also das Ding> am PC mit dem Browser, wie man es auch heute allgemein kennt.
Nein. Internet ist das Netz, das zum Weiterleiten der Pakete das
Internet-Protokoll (auch "IP" genannt) benutzt. Damit ist es recht
klar definiert.
Das gab es schon lange, bevor irgendein PC das konnte und auch lange,
bevor es einen "Browser" (genauer: einen Web-Browser) gab. Es gab
auch genügend Protokolle vor HTTP :). SMTP ist selbst heute noch
im Wesentlichen geblieben. Größere Datenmengen wurden via FTP
verteilt, und das Usenet stellte sich in großen Teilen von UUCP auf
NNTP um.
> Aber noch mal zum Thema Internet: Es wurde doch ab 1978 erstmals benutzt> bzw. getestet. Allerdings wohl erst mal nur beim US-Militär, und war> auch fürs Militär gedacht.
Ja, wobei amerikanische Universitäten wohl relativ frühzeitig da
mit einbezogen worden sind.
> Amis hatten wohl im Schnitt auch gut und gerne 5 Jahre früher Internet> als wir.
Als "Internet für die Massen" (um das es in diesem Thread ja geht)
vielleicht gerade so. Davor waren es auch eher die Freaks. Diese
hatten es allerdings geringfügig leichter als wir, als das alles noch
nur mit Modems zu bewerkstelligen war, denn eine voice flatrate war in
den USA gang und gäbe, und es wurde offenbar auch toleriert, diese
für den Datenverkehr zu missbrauchen (bis hin zu 24x7-Betrieb), obwohl
das natürlich der einer flatrate zu Grunde liegenden Mischkalkulation
ganz sicher nicht förderlich war. Das deutet aber darauf hin, dass
es zu vor-DSL-Zeiten auch dort zu Lande nur eher einzelne waren, die
sowas betrieben haben, denn sonst wären die Telcos mit ihrer
Flatrate schnell baden gegangen.
Recht unumstritten dürfte sein, dass HTTP und das WWW einerseits sowie
die preiswerte Verfügbarkeit hinreichend schneller Datenleitungen dank
DSL andererseits wesentlich dem "Internet für die Massen" Vorschub
gegeben haben.