Forum: Offtopic FI-Schalter warum nicht anders?


von Dominik G. (moondryl)


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Hallo,
wir hatten heute den FI-Schalter im Seminar durchgenommen. Soweit habe 
ich das Prinzip auch verstanden; also nicht das Problem.
Unser Dozent meinte allerdings, dass der FI-Schalter nicht sofort 
schaltet, da das Magnetfeld ja erstmal aufgebaut werden muss.

Nun dachte ich mir, man könnte doch auch einfach den Hin- und Rückstrom 
messen; unterscheiden sich die Ströme, ist es ein FI.

(1) Könnte diese Variante theoretisch gesehen nicht schneller schalten?
(2) Warum wird auf den vergleichsweise langsamen Aufbau eines
    Magnetfeldes gesetzt?
(3) Würde ein schnelleres Auslösen überhaupt noch etwas bringen?

Grüße

von Uwe R. (aisnmann)


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Dominik Gebhardt schrieb:
> Hallo,
> wir hatten heute den FI-Schalter im Seminar durchgenommen. Soweit habe
> ich das Prinzip auch verstanden; also nicht das Problem.
> Unser Dozent meinte allerdings, dass der FI-Schalter nicht sofort
> schaltet, da das Magnetfeld ja erstmal aufgebaut werden muss.
>
> Nun dachte ich mir, man könnte doch auch einfach den Hin- und Rückstrom
> messen; unterscheiden sich die Ströme, ist es ein FI.
>
> (1) Könnte diese Variante theoretisch gesehen nicht schneller schalten?
> (2) Warum wird auf den vergleichsweise langsamen Aufbau eines
>     Magnetfeldes gesetzt?
> (3) Würde ein schnelleres Auslösen überhaupt noch etwas bringen?

zu 1: Ja, es würde schneller schalten, wenn man gleich an der ersten 
steigenden Flanke misst.

zu 2: Allerdings würde es auch laufen beim Einschalten von Geräten 
abschalten, da diverse Leitungskapazitäten und Induktivitäten den 
Stromfluss beeinflussen können.

zu 3: Ja, bis zu 200ms darf es dauern bis der FI auslöst. Das heisst das 
es bis dahin 20x umgepolt und zugehaun hat. Wenn diese 10 Stromschläge 
nun gerade mit einem Takt vom Herzen zusammenfallen, dann kann es schon 
unangenehm werden.
Es kann auch so unangenehm sein, wenn man wie ein Kollege von mir, vor 
Schreck von der Leiter fällt (war aber nur die 2. Sprosse und nein, er 
hat kein 24-Std-EKG bekommen bzw. gewollt).

HTH, bye uwe

von Karl H. (kbuchegg)


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Zur Frage warum:

Weil ein Stromdurchflossener Leiter ein Magnetfeld aufbaut. Egal was 
sonst noch so passiert. Die Elektronen können nicht anders und da gibt 
es auch an dieser Stelle nichts was ausfallen könnte.

von Manfred H. (manfredbochum)


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Dominik Gebhardt schrieb:
> dass der FI-Schalter nicht sofort
> schaltet, da das Magnetfeld ja erstmal aufgebaut werden muss.

Der Dozent meint hier aber nicht den Summenwandler.
Gemeint ist der Auslöser, welcher die mechanische Verriegelung des 
Schlosses löst.
Die Energie zum Auslösen ist mechanisch gespeichert.
Hat mit der Betriebssicherheit zu tun.

von Peter R. (pnu)


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Gibt es etwas Einfacheres, Zuverläsigeres und Überlastungsfähigeres zum 
Hin- und Rückstromvergleich als einen Ringkern?

Bei der (indirekten) Frage zu der Wartezeit des FI ist halt durch die 
Mechanik eine Verzugszeit bedingt, aber ein Schaltwerk, das 25A oder 
mehr Strom verträgt und im ungünstigen Fall mehrphasig kA abschalten 
muss, hat eben massiven Aufbau.

Wieso steigen Magnetfelder im FI-Ringkern "vergleichweise langsam" an?

Bei solch einem Ring-Eisenkern können kHz übertragen werden. 
Stromungleichheiten bringen schon nach millisekunden Spannung an der 
Ausgangswicklung, also bevor noch der Scheitelwert einer Halbwelle 
erreicht ist.

Zeitweise wurden meines Wissens auch 10mA-RCD's bei Bahn und Post 
eingesetzt. Die wurden aber bald, wegen der zu häufigen Fehlauslösungen 
wieder abgeschafft.

Außerdem könnte man dann nur sehr kleine Entstörkondensatoren 
(Y-Cs)einsetzen, da deren Strom von einem Fehlerstrom nicht 
unterschieden werden kann.

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