Kopie Personalausweis

OP (Firma: Angestellter/Freelancer) #3349558
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Hallo,

also man darf keine Kopien vom Personalausweis machen
(Außnahmen gibt es):

"Damit wird eine generelle Erlaubnis zur Nutzung von Kopien im 
nicht-öffentlichen Bereich verneint."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Personalausweis_%28Deutschland%29
unter -> Kopiereinschränkungen)

aber nun verlangt die Firma Homecompany eine Kopie von mir, sowie auch 
die explizite Angabe der Ausweisnummer, wobei diese Nummer fremden nicht 
bekannt gegeben werden soll.

Leider muss ich mich wohl beugen, weil sonst droht die Obdachlosigkeit.
Obwohl ich ungern meine persönlichen Daten preisgebe.


Wurde von euch auch schon eine Kopie verlangt, wenn ja in welchem 
Zusammenhang? Ein Fall für den Datenschutzbeauftragten ?
#3349582
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Hatte auch mal mit der Homecompany zu tun (möbliertes Zimmer in 2019), 
weiß aber nicht mehr ob da eine Ausweiskopie brauchte.

Zu letzt bei der Anmeldung meines Autos über den Händler.

aus:
21.03.2011
Der neue Personalausweis: Was Sie wissen müssen

Nach Ansicht des Bundesinnenministeriums ebenfalls verboten: Fotokopien 
des Personalausweis. Im Personalausweisgesetz findet sich allerdings 
kein ausdrückliches Fotokopierverbot. Das Verbot ergibt sich nach 
Ansicht der Ministerialbeamten indirekt daraus, dass der Staat 
Eigentümer des Ausweises ist und allein Behörden befugt sind, 
Ausweisdaten zu erheben. Bußen oder Strafen drohen allerdings allein 
fürs Kopieren des Ausweises nicht. Klar: Wer in Fälschungsabsicht 
handelt, macht sich strafbar und im Einzelfall kann die Ausweis-Kopie 
einen Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz darstellen. Der genaue 
Hintergrund ist unklar. Offenbar will das Innenministerium die 
Zugangsnummer „Can“ nicht in falschen Händen sehen. Sie ist dazu da, 
Meldestellen-, Polizei- und Grenzschutzbeamten den Zugriff auf die Daten 
im Ausweis zu ermöglichen. Privatleute ohne Zugang zu Behördensystemen 
können die Can allerdings kaum missbrauchen.

Quelle: 
http://www.test.de/Der-neue-Personalausweis-Was-Sie-wissen-muessen-4170336-0/
#3349768
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Versuche mal durch das Autohaus ein Kfz anmelden zu lassen. Da gibst du 
dem Autohaus / Zulassungsdienstleister deinen kompletten Personalausweis 
und hast keine Überwachung, was die mit dem Ausweis machen.

Allgemein ist das Kopieren absolut üblich. Überall, wo es um Geld im 
weitesten Sinne geht (Wohnung, Finanzierung, Kauf auf Rechnung, 
Kontoeröffnung, Mietwagen, etc.) wird fleißig kopiert.
Gast #3354260
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Old Papa schrieb:

> Also, mein Perso wurde schon einige Dutzend mal kopiert,  hätte nicht
> vermutet, dass das verboten ist.
> Wokann man dazu nachlesen?
>
> Old-Papa

Es ist ja im Prinzip ganz einfach: An manchen Orten bekommt man einfach 
nichts, wenn sie den Perso nicht kopieren dürfen. Man geht dann einfach 
mit leeren Händen nach Hause.

Mein Beispiel ist konkret der Hartz-Antrag.

In Italien erlebte ich im Camping-Urlaub schon an mehreren Stellen, daß 
man bei Anmeldung auch über die gesamte Dauer seinen Perso beim 
Platzbesitzer hinterlegt, und wenn das zwei Wochen sind. Wenn man das 
nicht möchte, darf man einfach weiter reisen und suchen, ob man was 
findet, wo es nicht so ist.

Meine Schwägerin kennt das auch. Sie sagte: Wir geben denen immer den 
Ausweis von einem der Kinder, Jugendliche. Sonst könnte man sich ja auch 
nicht mehr mit dem Auto im Land herum bewegen, denn bei einer 
Polizeikontrolle ohne Perso holperts bestimmt etwas.
#3354911
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Wilhelm F. schrieb:
> In Italien erlebte ich im Camping-Urlaub schon an mehreren Stellen, daß
> man bei Anmeldung auch über die gesamte Dauer seinen Perso beim
> Platzbesitzer hinterlegt, und wenn das zwei Wochen sind. Wenn man das
> nicht möchte, darf man einfach weiter reisen und suchen, ob man was
> findet, wo es nicht so ist

Wobei mir der Sinn des Ganzen unklar ist. Ich kann doch dennoch abhauen 
und melde den einfach bei der Polizei als Verloren. Als Diebstahl sicher 
nicht, das währe ja vortäuschen einer Straftat...

Aber auch hierzulande ist es ab und an üblich den Ausweis als "Pfand" 
abzufordern. Rechtlich ist das meines Wissens umstritten, da der Ausweis 
mir ja formal nicht gehört (dennoch muss ich die Ausstellung bezahlen. 
Ansich schon komisch aber ein anderes Thema)
#3354955
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Christian B. schrieb:
> Aber auch hierzulande ist es ab und an üblich den Ausweis als "Pfand"
> abzufordern. Rechtlich ist das meines Wissens umstritten,

Nicht wirklich: "Vom Ausweisinhaber darf nicht verlangt werden, den 
Personalausweis zu hinterlegen oder in sonstiger Weise den Gewahrsam 
aufzugeben. Dies gilt nicht für zur Identitätsfeststellung berechtigte 
Behörden sowie in den Fällen der Einziehung und Sicherstellung."
#3355340
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Was ich mich frage ist der Punkt warum man ein Sicherheitssystem schafft 
bei dem aussen drauf lesbar für jeden so wichtige Daten stehen müssen 
das nun der Inhaber dieses Systemes quasi einen Tresor mit rumschleppen 
muß. Warum ist es so kritisch wenn Dritte die Daten auf dem Perso kennen 
? Und was kann man mit diesen "Zugangsdaten" denn machen ?

Aus meiner Sicht ist das die eigentliche Ursache des Problemes, 
krypographisch eine Fehlkonstruktion.
Gast #3357090
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a. b. schrieb:
> In meiner Stammvideothek wird der Perso bei der Anmeldung gescannt und
> elektronisch als Bilddatei gespeichert.
> Zählt das auch als "Kopie" ?

Prinzipiell ja.

Es kann ja jederzeit ein "Ausdruck" angefertigt werden.
Ich finde die elektronische Kopie ja noch schlimmer. Es ist jederzeit, 
in Bruchteilen einer Sekunde, deine Kopie z.B. zur NSA zu schicken.

Nimm aus der Wikipedia mal den Quellennachweis Nr. 24
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deine-wichtigste-Karte-Vom-Umgang-mit-dem-neuen-Personalausweis-1133588.html

<quote>
"Vom Ausweisinhaber darf nicht verlangt werden, den Personalausweis zu 
hinterlegen oder in sonstiger Weise den Gewahrsam aufzugeben." Hotels, 
Fitnessstudios oder ganz allgemein Unternehmen, die von Besuchern beim 
Zutritt des Werksgeländes den Personalausweis kassieren, müssen umdenken 
und auf andere Verfahren umsatteln. Denkbar wäre, die Identifizierung 
vorab auf einer Webseite zur Online-Anmeldung durchzuführen, die die 
elektronische Identifikationsfunktion ausnutze, heißt es dazu aus dem 
Bundesinnenministerium.
</quote>
und
<quote>
§ 14 stellt klar, dass die Erhebung und Verwendung personenbezogener 
Daten aus oder mithilfe des Ausweises künftig nur über die dafür 
vorgesehenen Wege erfolgen darf. Dies sind für nichtöffentliche und 
öffentliche Stellen der elektronische Identitätsnachweis und für zur 
hoheitlichen Identitätsfeststellung berechtigte Behörden der Abruf der 
elektronisch gespeicherten Daten einschließlich der biometrischen Daten. 
Weitere Verfahren z.B. über die optoelektronische Erfassung ("scannen") 
von Ausweisdaten oder den maschinenlesbaren Bereich sollen ausdrücklich 
ausgeschlossen werden.
</quote>
Gast #3357105
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a. b. schrieb:

> In meiner Stammvideothek wird der Perso bei der Anmeldung gescannt und
> elektronisch als Bilddatei gespeichert.
> Zählt das auch als "Kopie" ?

So einer Videothek würde ich mal auf die Finger hauen, und dort unter 
Umständen nichts mehr kaufen. Was geht die mein Perso an? Fühlen die 
sich schon wie eine Bank?
#3358950
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Wilhelm F. schrieb:
> Old Papa schrieb:
>
>> Also, mein Perso wurde schon einige Dutzend mal kopiert,  hätte nicht
>> vermutet, dass das verboten ist.
>> Wokann man dazu nachlesen?
>>
>> Old-Papa
>
> Es ist ja im Prinzip ganz einfach: An manchen Orten bekommt man einfach
> nichts, wenn sie den Perso nicht kopieren dürfen. Man geht dann einfach
> mit leeren Händen nach Hause.
>
> Mein Beispiel ist konkret der Hartz-Antrag.

Da erwidert man rotzfrech: "Nennen Sie mir mal eine Rechtsgrundlage, 
warum Sie eine Kopie meines Personalausweises brauchen!" Egal was sie 
dann antworten, es wird darauf hinauslaufen, dass man damit droht, dass 
der Antrag nicht bearbeitet werden kann oder dass er abgelehnt wird. 
Dann sagt man freundlich "Ich habe den Antrag hier gerade persönlich 
abgegeben, wenn Ihnen daran etwas nicht passt dann schicken Sie mir 
einfach einen Ablehnungsbescheid." und dann geht man.

Es ist doch bekannt, dass die Hartz-Behörden ohne Ende schikanieren und 
Dinge gefordert werden, die unnötig sind. Des weiteren will man Arbeit 
und Zahlungen vermeiden, denen ist deshalb alles recht, um die "Kunden" 
abzuwimmeln. Denen muss man da einfach nur zeigen, wo der Hammer hängt.

Man darf auch einen Beistand, mitnehmen, das kann auch eine ganze 
Personengruppe sein, das können die einem nicht verwehren. Ich habe das 
schon für zwei Bekannte gemacht und von da an wurden sie mit etwas mehr 
Respekt behandelt.

Was den Ausweis betrifft: Wenn die Kasper davon Daten brauchen, dann 
sollen sie sich diese gefälligst abschreiben. Und siehe da, plötzlich 
brauchen die gar nichts mehr davon, da reicht die reine 
Identitätsprüfung (Abgleich Ausweis - Antragsteller).
#3359048
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Es gab schon etliche Berichte im TV über den Handtaschen- und 
Ausweis-Klau auf Urlaubsreisen.
Als Empfehlung wird gegeben, immer eine Kopie des Ausweises dabei zu 
haben.
OK, eine Kopie für sich selbst zu erstellen ist anders zu bewerten als 
eine Kopie weiterzugeben.

Wie ist es, wenn bei einer Rezeption (Hotel, Camping, ...) der Perso 
verlangt wird und es wird davon eine Kopie gemacht.
Wer ist dann "schuldig"?
#3359104
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J. Wa. schrieb:
> Wie ist es, wenn bei einer Rezeption (Hotel, Camping, ...) der Perso
> verlangt wird und es wird davon eine Kopie gemacht.
> Wer ist dann "schuldig"?

Welches Recht gilt denn? Spanisches, italienisches, marokkanisches, 
russisches?

In Deutschland ist die Sache recht einfach, vollständige Kopien sind 
nicht erlaubt, noch sind sie nötig. Die Hotels versuchen sich vielleicht 
einfach nur abzusichern, da sie die Personalien erfassen müssen bzw. die 
Kurtaxe berechnet werden muss.
#3359121
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schon mal daran gedacht, dass es in anderen Ländern Vorschrift sein 
könnte, die Ausweisdokumente zu kopieren wenn man in einem Hotel o.ä. 
übernachtet?

Und was interessiert einen italienischen Vermieter die deutsche 
Vorschrfit, dass er keine Kopie machen darf wenn er in Italien eine 
machen muss und seine Lizenz verliert wenn er es nicht macht?
(unter der Annahme, dass Vorschrift und zugehörige Sanktion existieren)
#3359300
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J. Wa. schrieb:
>> Welches Recht gilt denn? Spanisches, italienisches,
>
> Das dürfte in diesem Fall EU-einheitlich sein.

Von wegen! Dahingehend ist nichts einheitlich. Du darfst lediglich davon 
ausgehen, dass der deutsche Ausweis als Ausweisdokument anerkannt wird, 
aber sonst ...

> Außerdem habe ich ja nicht ausgeschlossen, dass man in Dt den Perso
> kopiert bekommt.
> Das ist mir bei einem Camping am Bodensee passiert (dt. Teil)

Tja, Recht haben ist das eine, Recht bekommen das andere.

Es ist mit Aufwand verbunden, dem Campingplatzbetreiber eine aufs Dach 
zu hauen, indem man dem zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten auf 
den Sachverhalt aufmerksam macht und dieser dann unter Androhung eines 
ordentlichen Bußgeldes der Kopiergeilheit Einhalt gebietet. Leider hilft 
das dir nicht akut vor Ort, höchstens im nächsten Urlaub.
Gast #3359530
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J. Wa. schrieb:
> OK, eine Kopie für sich selbst zu erstellen ist anders zu bewerten als
> eine Kopie weiterzugeben.

Aber nur schwarz-weiss. Farbkopien können eventuell schon als 
Urkundenfälschung verfolgt werden, gab mal einen Fall, wo eine Frau das 
für Perso und Fahrerlaubnis besonders schön machen wollte...
Gast #3359554
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Dave B. schrieb:

> Wilhelm F. schrieb:
>> Was geht die mein Perso an?
>
> Für die ganzen ab 18 Kram? So ungeschnittene Action Filme und
> dergleichen, da greift sonst der Jegendschutz.

OK, ich ging jetzt von mir aus. Mich fragt heute niemand mehr nach 
Volljährigkeit, der mich sieht.

Aber du hast Recht: Als ich so 22 oder 23 war, kam es hin und wieder 
immer noch mal vor, daß z.B. ältere Herrschaften Kunden mich fragten, in 
welchem Ausbildungsjahr ich sei. Ich sagte dann, im Neunten, und mein 
Kollege und ich lachten uns schlapp. Mir fällt es heute auch immer 
schwerer, das Alter von Jugendlichen zu schätzen. Je weiter man selbst 
davon entfernt ist.

Oder gibt es etwa auch ein Höchstalter? Z.B. kein P0RNO mehr über 55?

;-)



Andi $nachname (mikronom) schrieb:

> Man darf auch einen Beistand, mitnehmen, das kann
> auch eine ganze Personengruppe sein, das können
> die einem nicht verwehren.

Ja, da haste Recht. Ich sollte da auch mutiger werden, auch wenn immer 
das Damokles-Schwert schwebt. Inzwischen hab ich da auch jemand, der mir 
die Behördengänge als Begleitung in so kniffeligen Angelegenheiten 
anbot. Mein Vermieter, der kennt schon die Wichtigkeit von Begleitung, 
erlebte mit Bekannten seinerseits auch schon derbe Schoten. Er bot es 
sogar von sich selbst aus an, ohne daß ich ihn darum bat. Auch ist er 
kein Verwandter, denn Verwandte sind bei amtlichen Ereignissen nicht als 
Zeugen akzeptiert.

Ich sah auch öfter mal allein erziehende Mütter, die da mit der ganzen 
Kinderbande aufkreuzen. Da können sie nicht viel machen. Oder sogar 
schon die ganze Großfamilie, mit Oma und Opa noch mit dabei.

Nichts gegen deine Tipps, und bitte nicht falsch verstehen: Aber jemand, 
der nicht in der gleichen Situation ist, geht unter Umständen leichter 
damit um, als Betrachter von außen.
Gast #3359579
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Paul Baumann schrieb:

> Wilhelm schrob:
>>Mich fragt heute niemand mehr nach Volljährigkeit, der mich sieht.
>
> Daher auch der Ausdruck: "Da siehst Du aber alt aus!"
>
> Wenn ich den Ausweis verliere, zahlen sie mir 20 Jahre Rente nach...

Ja, Paul, das wär doch mal was!

Ich schätzte in einem Betrieb mal einen 47-jährigen Kollegen auf 64. Die 
Angestellten machten so ein Späßchen. Der Mann war weltweit auf IBN, wie 
Zuckerle bzw. Zocker, und entsprechend schnell gealtert.

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