rein Ohmsche last zur Kalibration

Gast #3364776
Lesenswert?

Hallo.
Ich bin dabei ein Kalibrationssystem für Leistungsmessgeräte (230V, bis 
20A) zu entwerfen.
Dabei gibt es in den Kalibrationsroutinen eine Funktion die einen 
Differenzwert liefert falls man eine Last anhängt, von der man annimmt 
dass cosphi = 1.
Das Grundrauschen ist so ca bei 20W, daher hab ich bisweilen immer einen 
500W Scheinwerfer angehängt um ganz sicher drüber zu sein.
Leider sind nämliche Leuchtmittel nicht ganz rein resistiv.
Jetzt wird bald nicht mehr manuell kalibriert und ich brauch irgendwas, 
was ein halbes kW verbrät und dabei als rein resistiv zu betrachen ist.
Was kann denn sowas sein? ein Leistungswiderstand (gewickelter draht- 
induktiv!). Eine Heizung? Irgendeine Spezielle Lampe?
Vielleicht weiss wer was.
grüsse
m.
Gast #3364815
Lesenswert?

Praktisch alle einfachen Heizer, egal ob Lampe, Heizstrahler oder auch 
Tauchsieder, sind irgendwie gewickelt. Selbst die Quarzstrahler.

Also entweder lebst Du damit oder es wird teuer.

Falls die nötigen Messgeräte vorhanden sind, kannst Du auch versuchen 
die Induktivität durch Kondensatoren zu kompensieren. Die Induktivität 
ist ja relativ konstant.
#3364867
Lesenswert?

Überschlagen wir mal kurz.
Der Betrag des imaginärer Widerstand der Spule (halogenbirne) ist omega 
mal L also 10^-6 * 2*pi*50 also pi*10^-4 oder etwa 0,0003
Der reale Widerstand ist bei 500W und 230V bei etwa 100 Ohm
Das heisst der Induktive ist um mehr als 5 Größenordnungen kleiner und 
dein Rauschen beginnt in der 3. Größenordnung (4kW max. Messwert 
gegenüber 20W)

Wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe heisst das dein Fehler durch 
die Induktivität ist mehrere 100 mal kleiner als dein Rauschen, zumal 
sich die beiden Widerstände nur geometrisch addieren (90°).
So what...
Gast #3364881
Lesenswert?

@ Udo!
Das "Grundrauschen" ist bei mir aber nicht ausschlaggebend weil die 
Messmethode des Messgeräts sich zunächst die genaue Netzfrequenz ansieht 
und dann per DFT den zutreffenden bin ermittelt.
Nach einigen Mittelungen ist dann das (als gleichverteilt anzunehmende) 
Grundrauschen stark reduziert.
Tatsächlich seh ich auch alles bis 20W, nur halt im Längsschnitt.
#3364925
Lesenswert?

Gerhard W. schrieb:
> dotm schrieb:
>> das sind aber dann schon fast 3mH nach einer kurzen Überschlagsrechnung
>> (nanu?).
>
> Niemals, da muss was schiefgegangen sein. 3mH als Luftspule ist schon
> ein ordentlicher Drahtwickel.

Das ist schon der Fehler des Poweranalysators.
Wie genau ist denn dein Messgerät. 0,1% 0,001%?
Vor 0,001% musst du erst gar nicht anfangen die Induktivität zu 
berücksichtigen!
Gast #3364979
Lesenswert?

Udo Schmitt schrieb:
> Das ist schon der Fehler des Poweranalysators.
> Wie genau ist denn dein Messgerät. 0,1% 0,001%?
> Vor 0,001% musst du erst gar nicht anfangen die Induktivität zu
> berücksichtigen!

das muss ich mir überhaupt mal rausrechnen weil das ja eine abgeleitete 
Grösse ist.
Das Milchmädchen sagt:
Genauigkeit I und U: 0,01%, daher zusammen 0,1%
Das gerät zeigt mir vier Nachkommastellen an. Cosphi geht von 0 bis 1 
also ist die dritte nachkommastelle 0,1%.
Das Milchmädchen muss aber erst mal sich die 
Fehlerfortpflanzungslektüren aus der Uni reinziehen.
#3364995
Lesenswert?

dotm schrieb:
> Genauigkeit I und U: 0,01%,

Wenn ich mich oben nicht verrechnet habe und du 100 Ohm real und 0,00031 
Ohm Imaginärwert (1µH, 50Hz) hast, dann ist der resultierende Widerstand 
nach
Z² = R² + I²
100, 00000000048 Ohm.
Das heist du hättest einen Fehler von 0,00000000048%
Glaubst du wirklich du musst da weiter Zeit darauf verwenden.
Das kann nicht mal die PTB Braunschweig so genau messen.

Aber rechne meine Werte noch mal nach.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren