Magnetostriktion?

Gast #3368767
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He da,

ich glaube, ich hab hier ein etwas amüsantes Phänomen gebaut:
Ein einfacher Royer-Wandler. Als Transformator habe ich testweise 
irgendeinen Ringkern genommen und primär mit 2x10 Windungen und mit drei 
Windungen für die Steuerwicklung belegt. Ich befürchte, der Ringkern 
stammt aus einer Entstördrossel, hab also eher ungünstig viel Verlust.

Was aber nun interessant ist: Der Kern pfeift. War ja irgendwie zu 
erwarten, mit wenig Güte und dicken Transistoren kommt der Schwingkreis 
nicht in die Hufe und schwingt mit etwa 10kHz vor sich hin.
Wenn ich nun den Ringkern mechanisch beanspruche, indem ich z.B. den 
Durchmesser von Hand etwas 'zusammendrücke', dann sackt die Frequenz 
weiter ab und das Pfeifen wird sehr viel lauter...

Nehme ich da rechtens an, dass ich dem Kern beim Verformen zuhöre, also 
Magnetostriktion beobachte...?

Danke und Grüße,
K
Gast #3368876
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Magnetostriktion ist grundsätzlich in allen magnetischen bzw. 
ferromagnetischen Stoffen zu beobachten. Mal mehr mal weniger 
ausgeprägt. Da aber Ringkerne doch aus Ferritpulver bestehen (gepresst) 
ist die Ausdehnung zu gering und das mechanisch wirklich zu sehen. Bei 
bestimmten "seltenen Erden" hat man jedoch teilweise bis zu 2cm pro 
Meter Ausdehnung.

Was ich mir vorstellen kann ist:
Die Spurendrähte an sich fangen an zu schwingen (aufgrund der 
magnetischen Felder.
Gast #3368977
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Sven P. schrieb:

> Nehme ich da rechtens an, dass ich dem Kern beim Verformen zuhöre, also
> Magnetostriktion beobachte...?

Richtig. Fast alle Schaltnetzteile pfeifen fröhlich vor sich hin, die 
meisten zum Glück ausserhalb des Audiobereiches. Manchmal hört man sie 
trotzdem, wenn die Regler in den lückenden Betrieb übergehen und damit 
die Schaltfrequenz nochmal moduliert wird.

Dagegen hilft ein laut rauschender Lüfter ;-)
Gast #3369981
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Basti schrieb:
> Magnetostriktion ist grundsätzlich in allen magnetischen bzw.
> ferromagnetischen Stoffen zu beobachten. Mal mehr mal weniger
> ausgeprägt. Da aber Ringkerne doch aus Ferritpulver bestehen (gepresst)
> ist die Ausdehnung zu gering und das mechanisch wirklich zu sehen. Bei
> bestimmten "seltenen Erden" hat man jedoch teilweise bis zu 2cm pro
> Meter Ausdehnung.
Naja, ich kann die Verformung natürlich nicht sehen... so war das 
nicht gemeint :-)

> Was ich mir vorstellen kann ist:
> Die Spurendrähte an sich fangen an zu schwingen (aufgrund der
> magnetischen Felder.
Dann sollte sich das Pfeifen aber durch Berühren der Drähte verändern, 
oder? Das tut es nämlich nicht. Wenn ich aber den Kern drücke - und zwar 
ohne dabei die Drähte zu berühren! - dann wirds Pfeifen lauter und 
tiefer...
Ich denke nämlich nicht, dass ich den Kern soweit zusammendrücken kann, 
dass er z.B. die Drähte merklich anders berührt. So stark bin ich dann 
auch wieder nicht.
Gast #3370291
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Siemens hat vor ca. 25 Jahren mal eine Anwendung für bestimmte eigene 
Ringkerne als Kraftmesser veröffentlicht. Die veränderten bei radialem 
Druck ihren AL-Wert (ohne sich dabei merklich zu verformen). So weit ich 
mich erinnere, war dieses Verhalten nur bei einer bestimmten Sorte 
ausgeprägt. Vielleicht hast Du gerade so ein Teil erwischt oder andere 
Kerne können es auch.
Gast #3375583
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Dsa Pfeifen kommt meist von der Magentostrikton (die magnetische Kraft 
auf den Draht ist hier eher auszuschließen). In der Umkehrung führt eine 
Karft auf ein magnetostriktives Material auch zu einer Änderung des µ_r 
und damit AL Wertes des Kerns.  Besonders Kerne mit hohem AL (aber 
gleichzeitig nennenswerter Magnetistriktion) sind da empfindlich und 
ändern den AL Wert z.B. durch die Kräfte von den Windungen.

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