Hallo Ihr,
könnt Ihr mir helfen ? Ich habe einen Sensor, der Sauerstoff messen
soll. In der Umgebungsluft gibt er 10 mV ab. Bei 100 % O2 erzeugt er 47
mV.
Ich benötige nun eine Schaltung für einen Vorverstärker, der mir das
Ganze um den Faktor 10 auf 1 V - 4.7 V möglichst genau und linear
verstärkt.
Hat jemand eine Idee oder eine Vorschlag ?
Ich würde mich sehr über Eure Hilfe freuen.
Viele Grüße !
Michael Köhler schrieb:> ich schrieb:>> Bitteschön! :-)>> Wieso zwei Elektrometerverstärker mit V=10 hintereinander und nicht> direkt einen Elektrometerverstärker mit V=100?
Kann man auch machen, da es hier um Gleichspannung geht. Da ist die
Bandbreite des Operationsverstärkers ziemlich egal. Hast recht.
Dann nur eine Stufe und der 9k-Widerstand wird zu 99k. Einverstanden?
:-)
Verstärkungen, in der gewünschten Größenordnung, werden üblicherweise
auf mehrere Verstärker verteilt.
Hier also 10*10.
Wie bereits gesagt geht es um unnötig hohe Widerstandswerte bzw. deren
Rauschen.
Es spricht aber nichts dagegen einen Zweifach-Op zu verwenden.
ich schrieb:> Kann man auch machen, da es hier um Gleichspannung geht
Ich wage mal zu behaupten, dass man das auch bis 100 kHz locker mit
einem OPV (natürlich einen passenden) hin bekommt. V=100 ist ja nun
nicht die Welt und nen OPV mit passender Unity-Gain-Bandwith sollte da
noch problemlos zu bekommen sein. Ist halt eine Frage wie man
Gleichspannung definiert.
Michael Köhler schrieb:> Ist halt eine Frage wie man Gleichspannung definiert.
Naja, ein Sauerstoffsensor wird ja wohl seine Werte nicht schneller als
100kHz verändern, oder? ;-)
Ich verteile die Verstärkungen lieber, aber mit einer Stufe gehts in
diesem Falle schon. Wobei ein Doppel-OPV auch kein Problem darstellt...
ich schrieb:> Wobei ein Doppel-OPV auch kein Problem darstellt...
Ja, das ist wohl wahr. Kommt halt drauf an was man in der Schublade hat.
Extra 2 OPVs verbauen würd ich auch nicht, wenn mans grad übrig (z.B.
LM1458) hat kann man drüber nachdenken 2 Widerstände extra springen zu
lassen und den zweiten OPV auch zu benutzen. Geht halt nach gutdünken in
diesem Fall sag ich mal.
ich schrieb:> Dann nur eine Stufe und der 9k-Widerstand wird zu 99k. Einverstanden?Amateur schrieb:> Wie bereits gesagt geht es um unnötig hohe Widerstandswerte bzw. deren> Rauschen.
Man könnte auch einfach 9,9k und 100 Ohm nehmen, dann erübrigt sich das
Problem der hohen Widerstandswerte. Gleichzeitig erhält man dadurch ein
Eingangsrauschen, welches niedriger als das der Zweistufigen Schaltung
ist.
Wenn das Thema Rauschen ein Problem ist, und man nicht so hohe
Verstärkungen in einer Stufe haben will, wäre 10*10 sowieso die
schlechteste Lösung. Dann lieber aufteilen in 50*2 oder so.
LG Christian
>Man könnte auch einfach 9,9k und 100 Ohm nehmen, dann erübrigt sich das
Würde ich nicht machen.
Unnötig niedrige Widerstände bewirken unnötig große Ströme.
Ist aber nicht schlecht, wenn Du das Teil am Nordpol eisfrei halten
musst und der OP dabei nicht hechelt.
Maren schrieb:> @ich: Erklärst Du mir, wie Du auf diese Schaltung gekommen bist und wie> Du das berechnet hast, so dass Frau schlauer wird ? :: ;)>> DAAANKE ! :)
Google mal nach "Nicht-invertierender Verstärker" oder auch nach
"Elektrometerverstärker". Diese OPV-Schaltung weißt eine Verstärkung von
auf.
Und damit das ein wenig bildlicher wird welcher Widerstand gemeint ist
hier die Formel für die Schaltung im Anhang
Maren schrieb:> @ich: Erklärst Du mir, wie Du auf diese Schaltung gekommen bist> und wie> Du das berechnet hast, so dass Frau schlauer wird ? :: ;)>> DAAANKE ! :)
Michael war schneller als ich.
Wie er schon schreibt, einfach nichtinvertierende Verstärker mit jeweils
Verstärkungsfaktor 10, und davon zwei in Reihe, ergibt 10*10 = 100.
Vielleicht noch einen Hinweis: Du solltest sogenannte "rail to
rail"-Verstärker verwenden, damit du (vor allem unten bei 10mV) an die
Grenzen gehen kannst. Die "normalen" Operationsverstärker erlauben
nicht, bis 0V und +V zu gehen, sondern meinetwegen nur von 0,3V bis 4,7V
(bei 5V Speisung).
@michael: Danke!
Amateur schrieb:> Würde ich nicht machen.> Unnötig niedrige Widerstände bewirken unnötig große Ströme.> Ist aber nicht schlecht, wenn Du das Teil am Nordpol eisfrei halten> musst und der OP dabei nicht hechelt.
Ja, 10 kOhm und maximal 4.7 V gibt auch nen riesigen Strom bei dem sogar
ein Kernkraftwerk ins wanken gerät...ja ne, is klar...
Amateur schrieb:> Würde ich nicht machen.> Unnötig niedrige Widerstände bewirken unnötig große Ströme.> Ist aber nicht schlecht, wenn Du das Teil am Nordpol eisfrei halten> musst und der OP dabei nicht hechelt.
Hä? Am Ausgang des OPVs sind insgesamt 10k bei meiner Variante. In der
10*10 Konfiguration sind zwei OPVs mit jeweils 10k Am Ausgang. Meine
Variante verbraucht also nur die Hälfte der Energie.
Selbst beim Vergleich der Varianten 9,9k/100 und 99k/1k ergibt sich
lediglich ein Unterschied von 450µA (ich habe mit 5V am Ausgang
gerechnet) und das bei einem Stromverbrauch des LTC6244 von 6,25mA typ.
Amateur schrieb:> Es spricht aber nichts dagegen einen Zweifach-Op zu verwenden.
Jetzt spricht scheinbar doch der höhere Stromverbrauch eine Rolle zu
spielen. Mir scheint es so, dass du jetzt nach Ausreden suchst, nachdem
du die Schaltung empfohlen hast, welche die schlechteste aller Lösungen
darstellt.
LG Christian
Vielen Dank, jetzt habe ich das Prinzip verstanden. Das Thema Rauschen
ist sehr wichtig, da es ja für eine Signalverfälschung am Eingang sorgt.
Gibt es da eine Optimierungsmöglichkeit, oder ist das Thema bei dem
Schaltungsvorschlag nicht das Problem ? Das Rauschen wird doch u.a. von
den Widerständen verursacht, oder nicht ?
Das Rauschen wird u.a. von den Widerständen verursacht aber ich denke
nicht, dass das bei dir ein Thema ist. Soo stark rauschen Widerstände
dann auch wieder nicht.
Viel wichtiger als das Rauschen der Widerstaende ist das man einen OP
aussucht der eine niederige Offsetspannung hat. Sonst mist man nur die
Offsetspannung des OPs aber nicht das Signal.
Helmut Lenzen schrieb:> Viel wichtiger als das Rauschen der Widerstaende ist das man einen OP> aussucht der eine niederige Offsetspannung hat. Sonst mist man nur die> Offsetspannung des OPs aber nicht das Signal.
Bei dem mickrigen Krams würd ich ja fast Chopperverstärker nehmen.
Zumindest das hochfrequente Rauschen könnte man mit einem Kondensator in
der Gegenkopplung mindern.
Ich würde auch die einstufige Variante bevorzugen.
Unglaublich, wie hier plötzlich Silbertablettlösungen auftauchen, wenn
der Name des TOs weiblich ist ...
Gruß
Jobst
>Man könnte auch einfach 9,9k und 100 Ohm nehmen, dann erübrigt sich das>Problem der hohen Widerstandswerte. Gleichzeitig erhält man dadurch ein>Eingangsrauschen, welches niedriger als das der Zweistufigen Schaltung>ist.
Das ist richtig. Man muß aber sicherstellen, daß man über der gesamten
Signalbandbreite genügend "open loop gain" hat. Deswegen sind so hohe
Einzelverstärkungen oft nur bei Quasi-DC-Betrieb sinnvoll.
Außerdem muß man die Signalbandbreite oft noch entsprechend am Eingang
begrenzen, damit Störfrequenzen nicht in einen Bereich kommen können, wo
unzureichend "open loop gain" vorhanden ist, was der OPamp dann mit
Demodulationen und der Erzeugung von unerwünschten
Offsetspannungsartefakten quittiert. Deshalb ist eine Aufteilung der
Verstärkung und ein zuverlässiges passives Tiefpaßfilter am Eingang der
ersten Stufe oft vorzuziehen.
Ein anderer Grund, der für die Zweiteilung der Verstärkung spricht, ist
die Stabilität der Schaltung. Hochverstärkende Einzelstufen neigen eher
zum Schwingen als aufgeteilte Verstärkungen, nicht etwa weil der OPamp
dann hinsichtlich von "phase Margin" Überlegungen instabiler wäre, was
er nicht ist, sondern weil die Gefahr einer kapazitiven Rückkopplung von
Ausgangsspannung auf den Eingang größer wird, weil dann die
rückkoppelnde Amplitude größer ist.
Auch hier kann das passive Tiefpaßfilter am Eingang (am besten einer
jeden Verstärkerstufe) wahre Wunder bewirken, weil mit einem Cap am
Eingang natürlich der Rückkopplungsfaktor für kapazitive Rückkopplungen
durch die Wirkung des kapazitiven Spannungsteilers dramatisch
verkleinert werden kann.
>Wenn das Thema Rauschen ein Problem ist, und man nicht so hohe>Verstärkungen in einer Stufe haben will, wäre 10*10 sowieso die>schlechteste Lösung. Dann lieber aufteilen in 50*2 oder so.
Da Rauschen geometrisch addiert wird, ist das nicht so kritisch. Nimm an
jede Verstärkerstufe hat ein auf den Eingang bezogenes Rauschen von 1µV,
dann hätte eine einzige Verstärkung mit Faktor 100 ein Rauschen von
100µV zur Folge und eine zweifache Verstärkung mit je Faktor 10 ein
Rauschen von
SQRT( (1µV x 10 x 10)^2 + (1µV x 10)^2 ) = 100,5µV
Das sind gerade einmal 0,5% bzw. 0,04dB mehr Rauschen.
Selbst wenn man am Anfang mit Faktor 5 verstärkern würde und danach noch
mal mit Faktor 20, hätte man nur 2% bzw. 0,2dB mehr Rauschen, was in der
Regel völlig irrelevant ist.