Forum: Offtopic Erfolgreich reden


von Johannes K. (anamollo)


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Hallo zusammen,

ich habe einige Lehrvideos im Internet angeschaut, über verschiedenste 
Themen.
Unter anderem "Amateur"-Dokumentationen, die mit einer Filmkamera 
losgezogen sind und dann im nachhinein ihre Aufnahmen kommentierten.
Dabei ist mir aufgefallen, dass man sofort merkt, ob jemand ein "Profi" 
ist oder eben ein Amateur.

Dass das Ganze unter den Begriff "Rhetorik" fällt weiß ich.
Kennt ihr Kurse, um beispielsweise wie ein Moderator gewisse Dinge 
ansagen zu können bzw. die Betonung usw. eines Vortrags so legt, dass es 
so klingt wie bei Profis?

Ich interessiere mich deshalb besonders dafür, da ich einige Vorträge 
halten muss, die ich bestmöglich interessant gestalten möchte.


Vielen Dank!

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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von P. M. (o-o)


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Johannes Knöller schrieb:
> Kennt ihr Kurse, um beispielsweise wie ein Moderator gewisse Dinge
> ansagen zu können bzw. die Betonung usw. eines Vortrags so legt, dass es
> so klingt wie bei Profis?

Es ist auf jeden Fall so, dass professionelle Sprecher umfangreich 
ausgebildet sind. Viele dieser Leute haben Schauspiel und/oder Sprachen 
studiert, wissen also sehr bewusst mit ihrer Stimme und Sprache 
umzugehen. Gewisse Voraussetzungen an die Stimme an sich kommen noch 
dazu. Das ist also insgesamt nichts, was man mit 150 Seiten Lektüre oder 
in einem achtwöchigen Abendkurs lernt.

Zum Glück für dich braucht es für einen angenehmen Vortrag noch bei 
weitem keine professionelle Stimme. Ich bin der Meinung, hier genügt 
bereits die Einhaltung von Grundregeln:

(1) Strukturieren des Inhalts: Genau wie bei einem gut verfassten Text 
sollte man auch für einen Vortrag seinen Inhalt didaktisch (oder 
rhetorisch) geschickt strukturieren und in wohlüberlegter Reihenfolge 
bringen. Klare Struktur von Sacherhalten herausarbeiten: Listen, 
Kausalketten, Interessenskonflikte, usw.

(2) Zielgruppe: Unbedingt sicherstellen, dass die jeweilige Zielgruppe 
sauber an das Thema herangeführt wird. Thema umreissen, Begriffe 
einführen, Motivation/Problem erläutern, usw.

(3) Sprechtempo: So sprechen, wie man mit Menschen eben spricht. Also 
keinesfalls einfach drauflosleiern nur weil der Vortrag möglichst 
geschliffen sein soll, sondern nach jedem Gedanken den Zuhörern kurz 
Zeit zur Verdauung geben. Darauf achten, wie das Publikum reagiert, ggf. 
nachfragen, ob soweit alles klar sei. Wichtige Punkte ggf. kurz 
zusammenfassen.

(4) Anfang/Ende vorbereiten: Übe die ersten und letzten Sätze 
wortwörtlich. So läufst du nicht Gefahr, dich in seltsamen Begrüssungs- 
oder Abschiedsfloskeln zu verheddern. Der erste und letzte Eindruck 
zählt! Wie genau ein Anfang/Ende sein müssen, darüber scheiden sich die 
Geister...

(5) Körperhaltung und Bewegungen: Achte darauf, nicht in eine doofe 
Körperhaltung zu verfallen oder seltsame Bewegungen zu machen. Hier gibt 
es wiederum keine klaren Regeln, aber als Inspiration nehme ich hier 
Lehrer/Professoren, bei denen ich es angenehm fand, zuzuschauen.

(6) Stimme: Stelle sicher, dass deine Stimme passt. Es gibt manchmal 
Schreihälse oder Piepsstimmchen. Achte darauf, dass du nicht zu laut 
oder zu leise bist.

von Tom K. (ez81)


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Als (7) würde ich '9000 mal Üben' vorschlagen. Ich sehe auch 
gelegentlich private Lehrvideos bei Youtube, und einige Menschen haben 
sich im Verlauf von 10..20 Folgen ihrer Videoreihe von verlegenen 
Nuschlern zu Rampensäuen entwickelt. Natürlich, selbstsicher und locker 
(weil oft geübt) ist für die Zuhörer viel spannender als ein 
geschliffener Vermögensberater-Heißluft-Stil oder der 
salbungsvoll-arrogante Tonfall des durchschnittlichen 
ÖR-Kulturradio-Sprechers.

von Johannes K. (anamollo)


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Hallo!

Danke erstmal für die hilfreichen Beiträge, ich habe sie mir gut 
durchgelesen und werde sie ebenso befolgen.

Als kleine Zugabe habe ich hier einen Link von YouTube, was ich als eine 
wahnsinns Leistung von dem sehr jungen Darsteller empfinde.
Er könnte aus meiner Sicht glatt im Fernseh auftreten.
Sympathisch, selbstsicher und von der Betonung/Rhetorik her aus meiner 
Sicht ein kleines Genie:

http://www.youtube.com/watch?v=vgu50i55Y4o



Danke u. Gruß

von Paul B. (paul_baumann)


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Johannes fand:
>Sympathisch, selbstsicher und von der Betonung/Rhetorik her aus meiner
>Sicht ein kleines Genie.....

Der schwatzt ein Holzpferd lebendig.
:-(

Das hältst Du doch im Kopf nicht aus!

MfG Paul

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Johannes Knöller schrieb:
> Sympathisch, selbstsicher und von der Betonung/Rhetorik her aus meiner
> Sicht ein kleines Genie:

Hmm. Ich finde ihn unerträglich. Nach 20 Sekunden habe ich ihn 
abgedreht. Entsetzliches Gehampel (wird klar, warum der ein 
Schwebestativ braucht, ein besserer Job für ihn wäre es, die Kamera bei 
den Wackelszenen von "Raumschiff Enterprise" zu führen), aufgeregtes 
unstrukturiertes Gerede ...

Nee. So zu reden und aufzutreten sollte nicht Dein Ziel werden.

von Johannes K. (anamollo)


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>Nee. So zu reden und aufzutreten sollte nicht Dein Ziel werden.

Naja vielleicht liegt es auch einfach an der Übung. Ich habe z.B. 
neulich auch ein Tutorial gemacht und ich habe es danach dann 
"weggeworfen", weil es derart schrecklich geklungen hat :)

Aber danke erstmal!

von Ossi L. (losskopp)


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Johannes Knöller schrieb:
> http://www.youtube.com/watch?v=vgu50i55Y4o

Da kriegt selbst der Dalai Lama Mordgelüste.

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