Axel Schwenke schrieb:
> Langer Rede kurzer Sinn: über den Daumen sagt man, daß ein CMOS L-Pegel
> bei maximal 20% der Betriebsspannung liegen sollte. Und ein H-Pegel bei
> mindestens 80%. Für 5V Betriebsspannung ergeben sich dann 1V und 4V.
Hier sieht man schon, daß zwei verschiedene Daumen zwei verschiedene
Aussagen machen. ;-)
Wieder andere sagen: Jeder Bereich hat ein Drittel der VCC. Das soll
auch noch gut funktionieren.
> Genau im Umschaltpunkt erreicht die Stromaufnahme ein
> Maximum (das können einige 10mA sein, wieder abhängig
> von Hersteller, Temperatur etc.).
Da scheiden sich etwas die Geister. Denn es gibt Anwendungen, in denen
ein Gatter z.B. eines 4011 als Analogverstärker betrieben wird, und die
Eingangsspannung genau auf U/2 gelegt wird. Manche sagen, das ginge mit
dem ungepufferten 4011A besser, aber im CMOS-Kochbuch gibt es so ein
Beispiel mit dem gepufferten 4011B. Der Baustein wird dabei auch nicht
verglüht.
Beim Pierce-Oszillator funktioniert ein invertierendes Gatter genau so
als Analogverstärker. Die Grundschaltung ist etwa wie ein invertierender
OP. Der Gatterausgang wird über einen Widerstand auf den Gattereingang
gelegt, und dann stellt sich U/2 ganz von selbst ein. Da schwingt auch
nichts. Es kann allerdings etwas rauschen. Dann schwingt ein Oszillator
auch besser an.
Eher vermute ich, daß man die Halbleiterprozesse so gut im Griff hat,
daß die Transistoren bei U/2 schon nur noch eher mäßig leiten.
Aber das sind Spezialitäten. Im CMOS-Kochbuch gibt es eben so einen
Vorschlag, ein übrig gebliebenes Gatter als Verstärker zu verwenden,
wenn man in seiner Schaltung auch einen analogen Verstärker braucht, und
einen separaten Verstärker damit einsparen kann. Die Verstärkung
berechnet sich übrigens mit -R2/R1, genau wie beim invertierenden OP
auch. Allerdings hat das Ding in einigen Parametern Grenzen, weil es
doch kein OP ist.