bei mir in der Nähe wird das gebaut:
http://derstandard.at/1356427265892/Plaene-fuer-Speicher-Kraftwerk-im-Koralmgebiet
Auf den ersten Blick ja durchaus positiv, aber bei einem privaten
Betreiber läuten bei mir immer gleich die Alarmglocken ;-)
Was hindert den Betreiber, billigen Atomstrom zu kaufen, das Wasser
hochzupumpen und den daraus gewonnenen Strom als grünen Strom zu
verkaufen (ist ja aus Wasserkraft)
So würde sich das Ding am schnellsten amortisieren.
Peter
Dass Speicherkraftwerke je nach Funktionsweise des Strommarkts auch als
Stromwaschanlage operieren können ist klar. Das gilt aber letztlich auch
für die ursprünglichen regenerativen Stromerzeuger. Wenn du explizit
Ökostrom kaufst, dann landet der Kohlestrom eben woanders. Auf diesem
Weg sind etliche Stadtwerke seit Jahren in der Lage, ohne Aufpreis 100%
Ökostrom zu verkaufen, ohne dass sich dadurch tatsächlich etwas geändert
hätte. Da werden nur die Ettiketten umverteilt.
Das spricht aber nicht gegen die Speicherkraftwerke. Die sind für
regenerative Energien wichtig, da diese oft nicht genau zum richtigen
Zeitpunkt bedarfsgemäss zur Verfügung stehen.
Typisch dafür sind freilich auch Nimby-Grüne (not in my back yard), die
einerseits lautstark Ökostrom fordern, anderseits mindestens ebenso
lautstark gegen solche Nebenwirkungen in ihrem Hinterhof protestieren.
Ein Speicherwerk erzeugt 0 Strom.
Es kauft nur überschüssigen Strom billig ein und verkauft ihn bei Bedarf
wieder teuer zurück. Wenn er dann als "grüner" Strom deklariert wird,
ist das eindeutig Betrug.
Aber das scheint politisch so gewollt zu sein. Politker zeichnen sich ja
dadurch besonders aus, daß sie von ihrem Themengebiet 0 Ahnung haben
dürfen.
Peter L. schrieb:> So würde sich das Ding am schnellsten amortisieren.
Nicht unbedingt. Ich bin über die realen Preise am Strommarkt nicht
informiert, gehe aber davon aus, dass wenn nicht bereits jetzt, dann
sicher zukünftig witterungs- und tageszeitabhängig Zeiten auftreten, in
denen gerade Windenergie im Überschuss zur Verfügung steht. Da bei
dieser Form der Energieerzeugung die produktionsabhängigen Kosten gering
sind, können die Erzeuger überschüssigen Strom sehr günstig anbieten.
Sonst müssten sie nämlich abschalten, und das bringt dann überhaupt kein
Geld.
Pumpspeicherwerke sind nicht grün. Allerdings sind sie notwendig für die
grünen Energiequellen, da man diese nicht nach Bedarf hoch- und
runterfahren kann, und somit helfen sie beim Ausbau grüner Energie. So
verstehe ich zumindest den Artikel.
Peter Dannegger schrieb:> Aber das scheint politisch so gewollt zu sein. Politker zeichnen sich ja> dadurch besonders aus, daß sie von ihrem Themengebiet 0 Ahnung haben> dürfen.
Für diese Erkenntnis braucht's nicht viel Ahnung. Politiker sind primär
Verkäufer. Zwischen dem, was dir ein Verkäufer erzählt, und dem, was er
denkt, können Welten klaffen. Das ist einfach berufsbedingt. Unbedingte
Ehrlichkeit ist da nachweislich nicht karrierefördernd. Wobei die
Kundschaft daran erhebliche Mitschuld hat.
Peter Dannegger schrieb:> Ein Speicherwerk erzeugt 0 Strom.
Letzthin hat ein Haarspalter hier völlig richtig dargelegt, dass es
keine Ernergieerzeuger gibt. Nur Umwandler.
Wenn wir in dessen Sinn weiterspielen, dann erzeugt ein
Speicherkraftwerk sehr wohl Strom. Denn der Strom, den du davon
beziehst, war vorher keiner, sondern potentielle Energie des Wassers.
Die halt vorher in umgekehrter Richtung eingesteckt wurde.
Und je nach Strommarkt kann man ein solches Speicherkraftwerk in
gewisser Weise durchaus als öko betrachten. Denn Kohle- oder
Gasverstromung lohnt sich nur, wenn beim Verkauf mehr Geld rauskommt,
als die Kohle und das Gas kosten. Da sind jene Kraftwerke flexibler,
deren Produktionskosten mangels Brennstoffs und Betriebspersonals
wesentlich Investions- und Wartungskosten sind. Letzteres trifft
insbesondere auf erneuerbare Energien zu.
Ein anderer Bedarf solcher Speicherkraftwerke ergibt sich aus kleinen
Blockheizkraftwerken in Firmen, mit denen deren Grundlast abgedeckt
wird. Dank kombinierter Strom/Wärmeproduktion haben die einen recht
ordentlichen Wirkungsgrad, besser als Grosskraftwerke in grosser
Entfernung. Sie führen aber zu zunehmender Schwankung beim externen
Strombedarf.
A. K. schrieb:> Wenn wir in dessen Sinn weiterspielen, dann erzeugt ein> Speicherkraftwerk sehr wohl Strom.
Als Stromerzeuger bezeichnet man landläufig nur die Einrichtungen, die
eine andere Energieart beziehen.
Daher erzeugt ein Wasserkraftwerk Strom, ein Speicherkraftwerk dagegen
nicht.
Bin mir nicht sicher, ob beim Strommarkt wirklich noch jemand
durchblickt.
Ich komme aus einer Region (Südschwarzwald) wo seit Jahrzehnten
Pumpspeicherkraftwerke ihren Dienst tun. In den letzten Jahren wurde ein
weiteres Pumpspeicherkraftwerk geplant (Atdorf) das aber auf massiven
örtlichen Widerstand gestoßen ist. In absehbarer Zeit wird es nun aber
doch nicht gebaut, nicht wegen des Widerstandes, sondern weil man es
wohl wegen des viel zu billig vorhandenen Stroms gar nicht braucht, bzw.
damit kein Geld verdient werden kann.
Eines der oben genannten Pumpspeicherkraftwerke, hat einen so großen
Stausee (Schluchsee), dass er als Jahresspeicher dient. D.h. Über den
Winter hat man den See früher (vor 20 Jahren) massiv abgewirtschaftet
(im Winter wird viel Strom benötigt) und im Frühjahr, wenn der Rhein
wegen der Schneeschmelze in den Alpen Hochwasser führt, wieder gefüllt.
Zusätzlich führen die Bäche des Schwarzwaldes im Frühjahr wegen der
Schneeschmelze ebenfalls Hochwasser. (Mit diesem Wasser wird tatsächlich
Ökostrom erzeugt.)
Heute ist der See im Winter und selbst im Frühjahr bis zum Überlaufen
voll, weil man wohl nicht weiß wohin man mit dem überflüssigen (Atom?)
Strom soll. Dann pumpt man halt Wasser auf den Berg.
Ein Insider dieser Kraftwerke hat mir gesagt, dass früher in der Nacht
gepumpt wurde und am Tag die Kraftwerke über Stunden Strom erzeugt
haben. Heute wird mitunter im 10 Minutenrhythmus zwischen Pump- und
Generatorbetrieb gewechselt.
Dies zeigt zwar, dass dieser Kraftwerkstyp sehr schnell auf Schwankungen
reagieren kann, das Netzt aber wohl sehr unruhig (unstabil?) geworden
ist
.
Viele Grüße vom im Moment fast überlaufenden Schluchsee
Viele wirtschaftlichte Taetigkeiten beschaeftigen sich damit aus
einfachen guenstigen Resourcen, teure Produkte zu erzeugen. Was liegt
nun naeher als aus schmutzigem Atomstrom, sauberen Biostrom zu machen.
Wobei Speichersee Strom nicht deshalb Biostrom wird weil er aus einem
See kommt, sondern weil er Biostrom, der zu nicht immer gewuenschten
Zeiten anfaellt, ergaenzt, aeh brauchbar macht, aufwertet.
Bleiben wir lieber beim Begriff Ökostrom. Bio passt schlecht, wenn man
mal von verfeuerten Kuh-Fürzen absieht. Atomstrom als einfaches
günstiges Produkt darzustellen erscheint mir auch ein wenig mutig. ;-)
Apropos günstig: "Der französische Energiekonzern EdF bekommt einen
langfristigen Abnahmepreis für den Atomstrom garantiert, der gut doppelt
so hoch ist wie der derzeitige Marktpreis für Strom."
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/neue-atomkraftwerke-britische-energiewende-12627208.html
Stefan Noack schrieb:> Pumpspeicherwerke sind nicht grün. Allerdings sind sie notwendig für die> grünen Energiequellen, da man diese nicht nach Bedarf hoch- und> runterfahren kann, und somit helfen sie beim Ausbau grüner Energie. So> verstehe ich zumindest den Artikel.
Nur blöderweise völlig falsch. Die vielgeliebten deutschen AKW lassen
sich blöderweise (wie alle AKW) recht schlecht in der Leistung regeln.
Um auf die tatsächliche Last reagieren zu können, muss manchmal
überschüssiger Atomstrom billig an den MAnn gebracht werden, während zu
anderen Zeiten Spitzen abzudecken sind. Hier kommen Speicherkraftwerke
ins Spiel. Und das seit Jahren.
Das ist zwar wirklich nicht neu, aber das "völlig falsch" kann ich nicht
recht nachvollziehen. Nur weil Speicherkraftwerke auch zur Speicherung
von Atomstrom geeignet sind, sind sie deshalb noch lange nicht für
Ökostrom sinnlos - im Gegenteil.
Wenn man sich mal auf die deutsche Bilanz beschränkt, dann dürfte dank
eines mittlerweile überschaubaren Anteils von KKWs an der Stromerzeugung
der Bedarf an Speicher für Atomstrom ebenso überschaubar geworden sein.
Ebendies hat Michael bzw. sein Insider ausgedrückt. Die Rolle der
Speicherkraftwerke ändert sich, vom früheren Atomstromspeicher zum
Stabilitätsausgleich.
In einem Punkt ähneln sich KKWs, Windkraft und Solarenergie. Alle haben
allenfalls geringe produktionsabhängige Kosten, so dass lieferbare aber
nicht abgenommene Energie vergeudet ist.
vn nn schrieb:> Die vielgeliebten deutschen AKW lassen> sich blöderweise (wie alle AKW) recht schlecht in der Leistung regeln.
Der Atomstromanteil hierzulande war nie so hoch, dass es nötig gewesen
wäre. Was aber nicht heisst, dass Lastfolgebetrieb nicht ginge. Je nach
Typ können KKWs bis runter auf 50-60% gefahren werden. Nur geht es dabei
nicht so schnell zu wie bei Pumpspeicherwerken, die Änderungsrate ist
viel langsamer.
Frankreich hat 80% Atomstrom. Grenzüberschreitender Strom wird da sicher
mit zum Ausgleich betragen. Aber so immens dick sind die Leitungen
nicht, dass sich die Franzosen darauf beschränken könnten, mit ihren
KKWs nur Grundlast zu versorgen. Soll heissen: Deren KKWs arbeiten
zwangsläufig auch im Lastfolgebetrieb. Das ist nicht ideal, weil es die
Kosten pro KWh und gewisse Risiken erhöht, aber in der gegebenen
Situation nicht vermeidbar.
Tatsächlich ist das eher eine Kosten- als eine Regelungsfrage. Die
Betriebskosten eines KKWs sind nur gering von der gelieferten Leistung
abhängig. Deshalb produziert man notfalls auch Billigstrom für den
Export.
Ökostrom, Atomstrom, Kohlestrom....
Wenn ich das lese, kräuseln sich die Nackenhaare. Strom ist Strom
(besser elektrische Energie).
Niemand kann wirklich bestimmen, was da nun aus der Dose oder ins
Speicherbecken kommt. Natürlich kann man (versuchen) von einem
Windkraftanbieter xy Megawattstunden zu kaufen, doch was anschließend
wirklich ins Becken kommt, ist halt Strom. Quelle vollkommen offen, was
gerade im Netz ansteht.
Atomstrom ist ein Irrweg, alles Andere lass ich aber gelten. Bei Wind
werden Landschaften zerstört, bei Kohle auch, bei Wasser sogar in
unfassbar großem Stil! Biogas aus Resten ginge gut, doch real werden
Äcker mit Monokulturen versaut. Sonne scheint wirklich eine Lösung zu
sein, verbraucht aber auch irre Naturflächen.
Solange wir nicht wieder mit Keule und Speer ins Mammut prügeln wollen,
müssen wir wohl damit leben, dass Energieerzeugung niemals
umweltfreundlich ist. Wie übrigens alles was der Mensch so für sein
zivilisiertes, modernes Leben braucht.
Old-Papa
Strom ist Strom.
Wenn hier einer Öko-Strom bestellt, dann geht das EVU her und "kauft" z.
B. Wasserkraftstrom aus Norwegen ein. Gleichzeitig verkauft es den
Norwegern Atomstrom.
Der Wasserkraftstrom wird dann teuer durchgereicht und der Käufer macht
sich ein grünes gutes Gewissen.
Tetzel lässt grüßen!
In der heutigen Zeit der Strombörsen, Solar und Windkraftwerken gibt es
Zeiten, wo die MWh manchmal sogar -100€ kostet.
Richtig gelesen!
Negativer Preis! Siehe:
http://www.epexspot.com/de/marktdaten/auktionshandel/chart/auction-chart/2013-05-12/DEhttp://www.epexspot.com/de/marktdaten/auktionshandel/chart/auction-chart/2013-06-02/DE
Extremfall:
http://www.epexspot.com/de/marktdaten/auktionshandel/chart/auction-chart/2013-06-16/DE
Was bedeutet das? Das bedeutet, daß z. B. bei gleichzeitiger sonniger
aber windiger Wetterlage über Deutschland an einem Sonntag Nachmittag so
viel Strom produziert wird, daß keiner mehr weiß wohin damit aber keiner
ihn braucht, und man sozusagen bestraft wird, wenn man Strom produziert.
Alle die in solchen Stunden Strom einspeisen, müssen zahlen. Alle die
Strom verbrauchen werden belohnt. Also Boiler anschalten, und Speicher
auffüllen! Die meiste Strafe zahlt allerdings das AKW und das KohlekKW,
da diese nicht die Leistung runterfahren können, da es zu Beschädigungen
führen kann.
So ein Speicher ist eine Gelddruckmaschine. Er ist eine riesige
Batterie, die den überfluß erst verbraucht und später wieder einspeist,
wenn der Strom gebraucht wird, und dadurch der Preis hoch ist.
MfG
Martin
Was ich als interessant noch finde:
http://heindl-energy.com/
Schaut grausig aus, ist aber mit 1000m Durchmesser eher winzig klein,
verglichen mit den Speicherseen. Und sowas kann den Tagesbedarf von ganz
Deutschland speichern!
Martin G. schrieb:> So ein Speicher ist eine Gelddruckmaschine. Er ist eine riesige> Batterie, die den überfluß erst verbraucht und später wieder einspeist,> wenn der Strom gebraucht wird, und dadurch der Preis hoch ist.
Die Franzosen machen es umgekehrt. Der zeitweilige Überschuss der vielen
KKW wird billig exportiert und die Spitzenlast teuer importiert.
Eigentlich klingt das recht lukrativ - also für die Anderen. Man müsste
aber noch eine optionale Funktionsumkehr in die hiesigen Windkraftwerke
einbauen, damit im Falle eines Falles trotz des überwiegenden Westwindes
der radioaktive Dreck wieder zurück zum Urheber geblasen wird. :-)
Ja. Der Felsspeicher mit 1km Durchmesser... Selten was unrealistischeres
gehoert. Die Form sollte irgendwie grad sein, keine Kartoffel. Die
Oberflaeche sollte hlabwegs glatt sein. Alle Felsflaechen, die ich kenne
sind rauh, furchig, zerrissen. Und weit weg von stabil. Allenfalls
koennte man einen Stein mit 10m durchmesser zu einem Zylinder
abdrehen/abschleifen. Aus einem Groesseren gibts nicht mehr, das der
Stein einfach zerbroeselt. Das war nur der Stein. Dann braucht mal noch
ein passendes Loch. Und dann noch (mindestens) einen O-Ring ... Macht
mal.
Siebzehn mal Fuenfzehn schrieb:> Der Felsspeicher mit 1km Durchmesser
Der Speicher soll direkt aus dem Boden geschnitten werden. Die Wände
müssen dabei entsprechend senkrecht sein, aber zylindrisch ist nicht
nötig. Die Grundfläche kann ein n-Eck mit n>=3 sein. Eine Dichtung wäre
nicht nötig, wenn die Masse des Speicherblocks kleiner als die Masse des
verdrängten Wassers ist, was allerdings der Forderung nach einer
möglichst großen Dichte entgegensteht.
Nichtdestotrotz völlig unnötig. Das deutsche Gasverbundnetz inlusive der
vorhandenen Gaskavernen kann Windstrom für 40 Tage bei maximaler
Windausbeute speichern. Man muss halt mit dem Strom Gas erzeugen.
Timm Thaler schrieb:> Man muss halt mit dem Strom Gas erzeugen.
Bei dieser Umwandlung landen um die 60% der eingesetzen Energie im Gas.
Eine spätere Verstromung des Gases hat dann einen Wirkungsgrad von um
die 40%. Wenn man das Gas dann als Gas verwenden will, also zum Heizen,
ist das wohl vertretbar. Aber als Stromspeicher?
A. K. schrieb:> Timm Thaler schrieb:>> Man muss halt mit dem Strom Gas erzeugen.>> Bei dieser Umwandlung landen um die 60% der eingesetzen Energie im Gas.> Eine spätere Verstromung des Gases hat dann einen Wirkungsgrad von um> die 40%. Wenn man das Gas dann als Gas verwenden will, also zum Heizen,> ist das wohl vertretbar. Aber als Stromspeicher?
Ja, wenn man etwas macht, dann muss der Wirkungsgrad natürlich 100%
betragen.
Ich halte die Power-to-Gas-Idee für sehr sehr sinnvoll, weil es in
Deutschland halt schon Speichermöglichkeiten für Gas gibt. Da muss nix
extra dazugebaut werden.
Wirkungsgrad hin oder her, der Strom wäre sinnvoll genutzt, wir
bräuchten weniger Gas aus Russland und manche Leute heizen auch mit Gas
oder betreiben ein Blockheizkraftwerk.
Praktisch denken ist aber oft verpönt. Wird über die Maut diskutiert,
stellt dann auch gleich ein Politiker fest, dass man nicht alle Straßen
davon bezahlen wird können. Und überhaupt: Was passiert, wenn ein
Ausländer mit dem Elektroauto zu uns kommt...
A. K. schrieb:> Bei dieser Umwandlung landen um die 60% der eingesetzen Energie im Gas.
Kann man bei Optimierung der Elektrolyse wohl bis 80% bringen. Ist aber
egal, ich hab gehört, wir haben mitunter so viel Windstrom, dass wir den
verschenken müssen...
> Eine spätere Verstromung des Gases hat dann einen Wirkungsgrad von um> die 40%.
Ja, mit Steinzeittechnik vielleicht. BHKW? KWK? Noch nie gehört?
Die ganzen Heizungen, die Gas nur zur Wärmegewinnung verbrennen, können
auch Strom on demand erzeugen, und die Abwärme zum Heizen nutzen. Es ist
sowieso absoluter Unsinn, hochwertige chemische Energie in
niedrigstwertige Wärmeenergie zu überführen, ohne die vorher noch ein
bißchen Arbeit verrichten zu lassen.
Keine Speicherprobleme, die Speicher sind ausreichend da. Keine
Verteilungsprobleme, das Gasverbundnetz steht. Selbst Stromrückgewinnung
steht: Die ganzen Gaskraftwerke, die jetzt angeblich wegen
Unrentabilität abgeschaltet werden müssen.
Timm Thaler schrieb:>> Eine spätere Verstromung des Gases hat dann einen Wirkungsgrad von um>> die 40%.>> Ja, mit Steinzeittechnik vielleicht. BHKW? KWK? Noch nie gehört?
Wenn du Gas als Reserve/Spitzenlast-Speicher für Strom nutzen willst,
vergleichbar zu Pumpspeicherwerken, dann muss anschliessend auch wieder
Strom hinten rauskommen. Nicht Wärme. Also habe ich KWK/BHKW bewusst
nicht in Betracht gezogen.
Ebenso wird man dafür Kraftwerkstechnik einsetzen, die für Gas gut
geeignet ist, sehr gut spitzenlastfähig ist und überschaubare
Investitionskosten beinhaltet - weils die meiste Zeit bloss nutzlos
rumsteht. Also habe ich den Wirkungsgrad eines normalen einfachen
Gasturbinenkraftwerks eingesetzt. Ohne Abwärmenutzung. Und der liegt
m.W. bei 40%. Aber lass es 5-10% mehr sein - die Gesamtbilanz bleibt
schaurig.
> Die ganzen Heizungen, die Gas nur zur Wärmegewinnung verbrennen, können> auch Strom on demand erzeugen, und die Abwärme zum Heizen nutzen.
Das stellt dann aber schon etwas mehr dar, als nur Gas als
Reservespeicher zu nutzen. Dann musst du die komplette nationale
Energienutzung in den Haushalten umkrempeln. Was eine recht langfristige
Vorstellung ist. So weit war ich in der Kalkulation zugegebenermassen
nicht gegangen.
A. K. schrieb:> Timm Thaler schrieb:>>> Eine spätere Verstromung des Gases hat dann einen Wirkungsgrad von um>>> die 40%.>>>> Ja, mit Steinzeittechnik vielleicht. BHKW? KWK? Noch nie gehört?>> Wenn du Gas als Reserve/Spitzenlast-Speicher für Strom nutzen willst,> vergleichbar zu Pumpspeicherwerken, dann muss anschliessend auch wieder> Strom hinten rauskommen. Nicht Wärme. Also habe ich KWK/BHKW bewusst> nicht in Betracht gezogen.
Das ist so diese 1 zu 1 Denke: Die kWh, mit der ich aus Strom Gas
gemacht habe, muss ich auch aus dem Gas wieder herausgekommen.
Warum so pedantisch? Lass uns doch mit dem Strom Gas machen. Da ohnehin
auch aus Gas Strom gemacht wird, ist doch alles im grünen Bereich.
Im übrigen habe ich letztens von Miele einen Trockner gesehen, der nicht
Strom zum Heizen verwendet, sondern Gas. Da spart man sich dann auch
einen Umwandlungszyklus.
A. K. schrieb:> Dann musst du die komplette nationale> Energienutzung in den Haushalten umkrempeln. Was eine recht langfristige> Vorstellung ist.
Richtig. Und weil es länger als eine Wahlperiode dauert, passiert gar
nichts.
Lichtstrom und VW haben schon vor 5 oder 6 Jahren ein entsprechendes
BHKW vorgestellt. Aber dezentrale Energieversorgung ist das Böse in
Person.
A. K. schrieb:> wird man dafür Kraftwerkstechnik einsetzen, die für Gas gut> geeignet ist, sehr gut spitzenlastfähig ist und überschaubare> Investitionskosten beinhaltet
Sorry, aber das konnten die Stadtwerke Jena mit ihrem Gaskraftwerk in
Göschwitz - nachdem man den früheren Braunkohlestinker umgebaut hatte -
schon vor 15 Jahren. Da haben wir uns das im Studium Umwelttechnologie
angesehen, und da war KWK schon Standard. Die haben damit die
umliegenden Plattenbauten geheizt, die Leitungen gab es noch aus
Zonezeiten. Und die werden heute noch genutzt.
Mir absolut unverständlich, wieso man heute Braunkohlekraftwerke in der
Pampa genehmigen kann, die keine KWK können und auch keinen Abnehmer
hätten, als ob Jahrzehnte Entwicklung in der Kraftwerkstechnik nicht
stattgefunden haben.
Timm Thaler schrieb:> Lichtstrom und VW haben schon vor 5 oder 6 Jahren ein entsprechendes> BHKW vorgestellt. Aber dezentrale Energieversorgung ist das Böse in> Person.
Von KWK und BHKWs haben mir die Energietechniker schon vor 30 Jahren
vorgeschwärmt. Mit dem gleichen Seufzer im Unterton, also gingen sie
damit wohl schon länger schwanger (und liefen gegen Wände).
Allerdings seufzten sie nicht (direkt) gegen Politik und über
Wahlperioden, sondern mit dem Staat eng verschwisterte Energiekonzerne.
Die nämlich kein Interesse daran hatten, ihre Monopolstellung
aufzugeben. KWK kann jedes Stadtwerk, oder noch kleiner. Dafür braucht
man kein RWE.
Aber mittlerweile ist die Zeit reif dafür. Nicht in den Haushalten. Aber
in Firmen. Da werden jetzt reihenweise BHKW installiert, um mindestens
die Grundlast abzudecken. Weils sich basierend auf der derzeitigen
Struktur der Stromkosten rechnet.
Inwieweit diese Kalkulationsgrundlage freilich Bestand hat, das wird
sich noch zeigen müssen. Denn dadurch ändert sich die Strombezugs- und
Verteilungsfrage für die Energieversorger ergeblich, weil die für die
Kunden immer noch die Infrastruktur für volle Abnahmeleistung vorhalten
müssen, ohne dafür aber auf Basis der bisherigen Abrechnungsmethode
adäquat kompensiert zu werden.
> und da war KWK schon Standard.
Wie ich vorhin schon schrieb, hatte ich das als Alternative zu
Pumpspeicherwerken gerechnet. Ein kompletter Umbau der
Energieversorgungsstruktur ist was Anderes.
> Mir absolut unverständlich, wieso man heute Braunkohlekraftwerke in der> Pampa genehmigen kann, die keine KWK können und auch keinen Abnehmer> hätten, als ob Jahrzehnte Entwicklung in der Kraftwerkstechnik nicht> stattgefunden haben.
Diesen Seufzer hatte ich vor 30 Jahren auch schon gehört. Mit Plan-
statt Geldwirtschaft funktioniert das in der Theorie wesentlich
besser. In der Praxis auch nicht, läuft dann nur anders falsch.
A. K. schrieb:> Mit Plan-> statt Geldwirtschaft funktioniert das in der Theorie wesentlich> besser.
Das funktioniert auch mit Geldwirtschaft: Jeder Häuslebauer, der eine
Gasheizung einbauen will, muss schon seit Jahren eine Brennwerttherme
nehmen, einfacher Gasbrenner wie zu Opas Zeiten ist nicht. Und siehe da,
die Raketentechnologie Brennwerttherme ist plötzlich überall verfügbar,
und alle Hersteller bieten sie an.
A. K. schrieb:> weil die für die> Kunden immer noch die Infrastruktur für volle Abnahmeleistung vorhalten> müssen
Müssen sie doch gar nicht: Die Wahrscheinlichkeit, dass tausende BHKW
gleichzeitig ausfallen, ist wohl geringer, als dass ein Großkraftwerk
ausfällt. Und da Gas für mehrere Monate bevorratet wird, ist das auch
nicht plötzlich alle.
Natürlich darf man dann nicht so einen Schwachsinn verzapfen wie bei den
Photovoltaik-Wechselrichtern, die nach alter Vorschrift alle
gleichzeitig abschalten müssten, wenn die Netzfrequenz zu weit
abdriftet.
Timm Thaler schrieb:> Müssen sie doch gar nicht: Die Wahrscheinlichkeit, dass tausende BHKW> gleichzeitig ausfallen, ist wohl geringer, als dass ein Großkraftwerk> ausfällt.
Lokal sollten sie das schon. Andernfalls gehen mindesten im
entsprechenden Ortsteil auch alle Lichter aus, wenn jemand den für das
Industriegebiet zuständigen Gashahn abdreht. Weil dann alle Kunden mit
BHKW gleichzeitig die Last voll auf das Netz umschalten.
Timm Thaler schrieb:> Das funktioniert auch mit Geldwirtschaft:
Beim Strom werden oder wurden zumindest bisher zwischen Kommunen und
Versorgern oft Verträge über Jahrzehnte abgeschlossen. Da dauerts dann
halt länger.
Stefan Noack schrieb:> Pumpspeicherwerke sind nicht grün. Allerdings sind sie notwendig für die> grünen Energiequellen, da man diese nicht nach Bedarf hoch- und> runterfahren kann, und somit helfen sie beim Ausbau grüner Energie. So> verstehe ich zumindest den Artikel.
So ist es auch. Man kann mehr Kohle in den Ofen werfen, man kann aber
nicht per Knopfdruck für mehr Wind sorgen. Wind- und Sonnenenergie sind
sehr volatil und können erst durch solche Speicher effektiv genutzt
werden. Ohne Speicher hätte man oft wenn man sie braucht, aber
Windstille herrscht, nicht genug Energie, dafür aber zu viel wenn es
windig ist, aber man den ganzen Strome nicht verbrauchen kann.
Peter L. schrieb:> Was hindert den Betreiber, billigen Atomstrom zu kaufen, das Wasser> hochzupumpen und den daraus gewonnenen Strom als grünen Strom zu> verkaufen (ist ja aus Wasserkraft)
Das funktioniert einfacher. Man produziert billigsten Atomstrom,
verdelte diesen mit RECS-Zertifikaten zu Ökostrom*), pumpt ihn preiswert
rauf, lässt ihn dann wieder teuer runterlaufen und verkauft ihn noch
teurer als Ökostrom.
*) Das darf man zwar nicht, aber wen interessiert das schon?
https://de.wikipedia.org/wiki/RECS#RECS-Strom_ungleich_.E2.80.9E.C3.96kostrom.E2.80.9C
Der Sinn eines Pumpspeicherwerks ist nicht, Strom zu veredeln. es ist
vielmehr ein großer Kondensator.
Aber ich weiss aus Markersbach, daß die in den letzten Jahren, aufgrund
der vielen Schaltnetzteile, mehr im Phasenschiebebetrieb arbeiten als
daß sie Lastspitzen abfangen müssen.
Christian B. schrieb:> Der Sinn eines Pumpspeicherwerks ist nicht, Strom zu veredeln. es ist> vielmehr ein großer Kondensator.
Der Vergleich passt schon: Wenn das Pumpspeicherwerk ein Kondensator
ist, dann ist Strom zu Gas die Batterie.
"Gesamtspeicherkapazität von etwa 40 GWh ... durchschnittliche
Wirkungsgrad bei etwa 70%"
(http://de.wikipedia.org/wiki/Pumpspeicherwerk#Deutschland)
"Hier werden ca. 19 Milliarden Kubikmeter Erdgas ...gelagert."
Macht bei einem "Windgas"-Anteil von 5% 1Mrd m³ Windgas, macht bei einem
Heizwert von 3 (Wasserstoff) bis 10 (Methan) kWh/m³ (lt. Wikipedia) also
3.000 bis 10.000 GWh, mithin die 250fache Speicherkapazität aller
deutschen Pumpspeicherwerke.
Ralph Berres schrieb:> Wenn du dich zuverlässig davor schützen willst Atomstrom zu verbrauchen,>> wie wäre es denn hiermit?
......
> Ralph Berres
Ich warte schon die ganze Zeit darauf, das jemand mit dem Ding kommt
;-)))
Old-Papa