Ich habe in Spanien eine 3-phasische Tiefbrunnenpumpe (1,5 KW, 400 Volt,
4,2 A) mit Motorschutzeinrichtung installiert.
Nun erscheint häufig die Fehlermeldung : cos phi minus
Was bedeutet das in diesem Fälle und was kann ich dagegen tun ?
Erscheint diese Fehlermeldung auf einem dazu gehörenden Motorcontroller?
Das hört sich an, als wäre die Pumpe überlastet.
Vielleicht ist die maximale Förderhöhe überschritten, oder der
Gegendruck ist zu groß. Ist der Brunnen trocken oder der Filter dicht?
Danke für deine Antwort.
Der Brunnen ist 60 m tief und nicht trocken ! Die Pumpe hat eine
Förderhöhe von 110 m und fördert 3 qm pro Stunde und ist fabrikneu. Ich
dachte, sie könnte damit überdimensioniert sein, denn der Widerstand in
der Leitung ist gering ?
Kann eine Pumpe " unterfordert" sein ??
Wenn ich so 60m lese, dann sollte der Kabelquerschnitt so gewählt sein,
daß noch ausreichend Spannung da unten ankommt. Bei 2,5mm² scheint mir
das schon grenzwertig, da der Anlaufstrom meist recht hoch ist bei der
recht hohen Wassersäule. In diesem Fall würde ich erst mal Nachbarn
kontaktieren wie die das gelöst haben.
Leider steht im Handbuch überhaupt nichts darüber und der Kundendienst
der Fa GRUNDFOS verweist mich auf Fachleute vor Ort !! (In einem Dorf
in Andalusien !!)
Das Kabel ist Original GRUNDFOS.
> verweist mich auf Fachleute vor Ort !! (In einem Dorf in Andalusien !!)
Netzspannung gemessen bei eingeschalteter und ausgeschalteter Pumpe? Es
würde mich nicht wundern wenn nur ein "Klingeldraht" im Dorf verlegt
wurde und nie die volle Spannung unten ankommt.
Nicolas S. schrieb:>> Förderhöhe von 110 m>> Föderhöhe = Höhe, bei der nichts mehr rauskommt.
Japp - d. h. auf Erdniveau schafft die Pumpe einen Überdruck von 0,5 Bar
- das ist nicht gerade üppig, hängt aber von der weiteren Installation
ab, ob es ausreicht (lange, vergleichsweise dünne Leitungen zum
Verbraucher fressen diesen Druckunterschied schnell auf).
On topic: Messe bitte einmal die Spannung bzw. deren Verlauf am Ausgang
der Steuerung/Schutzeinrichtung im Anlaufmoment; sonst können wir hier
nur raten.
Moin,
so eine Pumpenmotor ist auch nur ein Mensch - wenn er unterfordert ist,
isses nix und wenn er überfordert ist, auch nicht.
Im Klartext: Eine Pumpenkennlinie hat drei Bereiche:
- Einen links mit hoher Förderhöhe und geringer Fördermenge. In diesem
Bereich ist die Leistungsaufnahme niedrig und der cos phi ebenfalls. Der
Betrieb in diesem Bereich ist nicht gesund, da ein sehr hoher Axialschub
entsteht und die Motorlager belastet. Der Motorschutz sollte in diesem
Bereich abschalten
- Einen idealen Bereich von ca. 30-120% der Nennfördermenge mit
mittlerer Förderhöhe und mittlerer Fördermenge. In diesem Bereich geht
die Leistungsaufnahme bis zur Nennleistung und der cos phi ist hoch. Der
Betrieb in diesem Bereich ist gesund, und vorgesehen. Der Motorschutz
sollte in diesem Bereich nicht abschalten.
- Einen Überlastbereich ab ca. 120% der Nennfördermenge mit geringer
Förderhöhe und hoher Fördermenge. In diesem Bereich geht die
Leistungsaufnahme über die Nennleistung hinakus, der Motor wird
überlastet und der cos phi fällt wieder ab. Der Betrieb in diesem
Bereich ist nicht gesund, da der Motor überladtet wird. Der Motorschutz
sollte in diesem Bereich abschalten
Ich vergaß zu erwähnen: Der cos phi von Unterwassermotoren ist eher
lausig (~0,6-0,8, im teillastbereich noch niedriger) - wenn das
Motorschutzgerät nicht vom Pumpenhersteller kommt, ist es möglicherweise
einfach zu hoch eingestellt.
Danke an euch alle für die sehr hilfreichen Tips und Hinweise :
Die Pumpe ist eine GRUNDFOS SP 3A-25, das Originalkabel hat 4 x 1,5 qmm
(70 m) !
Werde jetzt einige Tests durchführen . Nochmals Danke.
> Der cos phi von Unterwassermotoren ist eher> lausig (~0,6-0,8, im teillastbereich noch niedriger)
Sieht so aus >>
Die o.a. Daten 1,5 kW, 400 Volt, 4,2 A bedeuten eine Scheinleistung von
2,9 kvar, ergo wäre bei einem Wirkungsgrad von 80%
cos(φ) = 1,5kW / (0,8 * 2,9kvar) = 0,65
U. B. schrieb:> Die o.a. Daten 1,5 kW, 400 Volt, 4,2 A bedeuten eine Scheinleistung von> 2,9 kvar, ergo wäre bei einem Wirkungsgrad von 80%
was hat der Wirkungsgrad mit dein cos phi oder der Scheinleistung zu
tun?
eine Schaltung kann auch bei 0.1Cos phi 100% Wirkungsgrad haben.
Beim 3~Motor wird i.d.R. angegeben:
Nenndrehzahl, Nennspannung U, Nennstrom I, Nennabgabeleistung P,
Leistungsfaktor cos(φ).
In diesem Fall fehlt der Leistungsfaktor, zu dessen Abschätzung kann man
ja z.B. 80% Wirkungsgrad annehmen, 100% sind da weniger realistisch.
Es gilt der Zusammenhang:
P = √3 U I η cos(φ)
Wenn als Fehlercode in der Anzeige des MP 204 (ziemlich „intelligentes“*
Teil) eine 113 A (Fehler=Trip) oder 113 E (Warnung=Warning) angezeigt
wird ist die Bedeutung nicht „cos phi minus“ sondern „cos phi min.“
(min. = Minimum), dieser wird unterschritten.
Minus und Minimum ist schon ein Unterschied.
Die Werkseinstellung ist 0.4 für min. und 0.99 für den max. Wert.
Die anderen Parameter/Grenzwerte sind auch einstellbar.
Nach der Standard Zeit von 5s (Warning) wird dann abgeschaltet (Trip).
Neben der Stromaufnahme wird über den cos phi eine Verstopfen, der
Leerlauf oder andere Fehler überwacht.
Du kannst die Trip Time höher setzen, cos phi min. niedriger wählen,
nach anderen Ursachen (Stopfer, kein Wasser, etc.) suchen. Mit ersteren
Einstellungen wird natürlich die Schutzfunktion reduziert.
*: Es detektiert misst speichert
Überlast
Unterlast (Trockenlauf)
Übertemperatur Motor
Phasenausfall
Drehfeldrichtung
Überspannung
Unterspannung
Netzspannung
Netzstrom
cos phi
ungleichmässiger Phasenstrom (DS Betrieb)
Wert Betriebskondensator! (WS Betrieb)
Wert Anlaufkondensator! (WS Betrieb)
Isolationsfehler
Netzwerkunterbrechung
Oberwellen
Anzahl Starts
Betriebsstunden
usw.
Lese doch mal die Betriebsanleitung, da steht noch mehr (ich arbeite
nicht bei Grundfos).
Der Motor MS 402 hat folgende Werte (aus Datenblatt)
Nennstrom 4,2A
Wirkungsgrad 50% - 68%
Wirkungsgrad 75% - 73%
Wirkungsgrad 100% - 75%
cos phi 50% - 0,50
cos phi 50% - 0,64
cos phi 50% - 0,75
Der Spannungsverlust über die 70m leitung dürften ca. 1,5% sein.