in meinem Labor

OP #3420137
Lesenswert?

man möge beim Betrachten der Bilder etwas schmunzeln...


Nur, um mal auf dem Boden der Tatsachen in Elektonik zurück zu kommen im 
Zeitalter von SMD Löten unter dem Mikroskop, Bestücken mittels Automat 
und Smartphone mit UKW-Radio innen drin und zig Sensoren sowie Kamera 
auf der Platine, Programmieren am "persönlichen Computer". Auf dem einen 
Foto mit dem Chassis sieht man noch die Schwingkreise und Bandfilter in 
ihren Blech-Abschirmungen. Sie sind heute fast völlig verschwunden.

Man beachte den "handlichen" Elektronik-Lötkolben in Bild 1 + 2. 
Bestimmt mit Mahagoni-Griff für den Löt-Enthusiasten.

Beliebig hoher Stromverbrauch spielte übrigens auch keinerlei Rolle.
Angehängte Dateien:
#3423594
Lesenswert?

vn nn schrieb:
> Christoph Kessler (db1uq) schrieb:
>> Solche Laborkittel findet man auch in den alten HP-Journalen
>> http://en.wikipedia.org/wiki/Hewlett-Packard_Journal
>
> Einer bei uns in der Fa. läuft immer noch mit sowas rum (der Typ hat
> auch ein ähnliches Baujahr wie die Fernseher in den Bildern oben).

Solange er nicht, wie auf Bild 7, im Abendkleid auftaucht geht's ja :D
OP #3995746
Lesenswert?

Hallo,

mal wieder habe ich mich köstlich amüsiert beim Betrachten eines alten 
Films.

Vielleicht können andere Leute auch den Bildern aus den Anfangzeiten der 
Elektronik etwas abgewinnen, so wie ich es gerade getan habe. Hier ein 
Paar Beispiele:

(ab Minute 23)
Deutlich zu sehen -- der Damen-Lötkolben -- seinerzeit.
Absaugung ist links, deshalb der nach rechts abgewandte Blick, um den 
effektvoll und kontrastreich in Szene gesetzten Rauch nicht durch 
Nasenlöcher oder durch die Sogwirkung der Körperwärme abzulenken. Eine 
echte Profi-Löterin! Bestimmt Inhaberin der IPC-Medallie. Sie stellt 
jeder gerne ein!


Ebenso amüsiert habe ich mich über die Erkenntnis, daß im "Dampfradio" 
seinerzeit tatsächlich ein Dampfkessel drin ist, wie man auf dem einen 
Bild schön erkennen kann. In den Radios der 50er Jahre, die mir gut 
bekannt sind, war er bereits weg rationalisiert worden. Nun ist endlich 
klar, woher diese Bezeichnung stammt. Leider sind im Film keine 
genaueren Erklärungen, was hier gebaut wurde. Ich schätze mal, es war 
ein Drei-Röhren-Dreikreiser mit luxuriösem Holzgehäuse. Die 
Bernhardiner-Fässer könnten den Spulensatz enthalten, da sie später in 
getrennten Chassisteilen landen. Ein Schmuckstück für jede Sammlung und 
sorgt für bleibende Erinnerung bei jedem Umzug!


Das bringt mich auf die Idee, mal wieder meinen Philips-Zweikreiser 
einzuschalten. Er hat Rimlock-Röhren und konnte Saarländischen Rundfunk 
und Radio-Luxemburg auf Mittelwelle gleichzeitig wieder geben. Er hat 
keine I-Pod-Dockstation, jedoch eine Buchse für einen UKW-Vorsatz. Mit 
seinem Spannungswahlschalter von 110V ... 240V in Abstufungen fühlt er 
sich in vielen Ländern wohl.

Erstaulich, viel viele Personen in so einer Fabrik arbeiten. Die 
Abteilungen CAD oder Lautsprecherbau oder Vorfertigung der Radiochassis 
wirkt immer wie ein Schulsaal, in dem jede(r) seinen eigenen kleinen 
Tisch hat. Nur die hängenden Fördersysteme sind typisch Fabrik. Die 
Glasbläser stechen sich beinahe die glühenden Teile gegenseitig in die 
Gesichter.


Philips Radio (1931)
https://www.youtube.com/watch?v=MSPBM_QbaKE

mfG
(Firma: irgendeine) #3995769
Lesenswert?

Sieh dir mal an wie heutzutage in China und anderswo produziert wird, da 
werden vermutlich die Lautsprecher auch noch von Hand gewickelt, weil 
die Maschine teurer kommt, als der Lebenslohn mehrerer Arbeiter. Und die 
Gesundheitlichen folgen hat der Arbeiter selbst zu tragen, das ist da 
noch schlimmer, als bei uns vor über hundert Jahren. Sie haben sogar den 
Smog von uns kopiert.
Eigentlich müsste ein Gesetz her, das nur den Import von Waren zulässt, 
welche nach unseren Sicherheits- und Umweltsstandards Produziert werden 
um ihre Gesundheit zu schützen.
#4001296
Lesenswert?

Finde es immer faszinierend dass man in den 40ern bis 60ern immer noch 
Bauteile (und ganze Geräte) so überdimensional hergestellt hat obwohl 
man schon Miniaturbauformen kannte... aber dann den Vorgänger des 
SOIC-Gehäuses (Flatpack - die Dinger hatten schon 1.27mm Raster und fast 
dieselbe Größe und wurden oberflächenmontiert) VOR dem DIP erfunden hat.
OP #4122946
Lesenswert?

Hallo

in meinem Labor konnte ich noch eine freie Ecke finden, um endlich etwas 
des lange ersehnten RAMs aufzustellen, damit immer genügend Speicher da 
ist, falls mal etwas gerechnet werden müßte. Die Ecke ist fensterlos, 
aber gut klimatisiert!

Das Ergebnis siehe Fotos.

Angeblich soll es damals nur sechs handgemachte Computer in der Welt 
gegeben haben.

Erstaunlich, mit welcher Begeisterung der Herr Dr im Ruhestand von den 
Anfängen des wahlfreien Speichers berichtet und wie belanglos es sein 
Vater findet, weshalb man denn in 2 µs eine Rechenoperation durchführen 
müßte. Das dürfte eine genauso unnötige Erfindung sein wie die Dampflok 
oder der pferdelose Wagen. Hat jemand schon einen gesehen?

Ebenso beachtlich ist die Aussage, daß die andere Hälfte des Gebäudes 
die Klimaanlage beherbergte, um in der erste Hälfte den "Computer" 
betreiben zu können. Nun gut, man hätte ihn ja nur kurz einschalten 
können, wenn er so schnell ist :-)

Die Rede ist noch von elektrostatischem Speicher. Und IBM gewann den 
Wettbewerb, um 20 air-defense-centers aufzubauen. Gut, daß es bereits 
eine Anwendung für den Computer gibt.

stammt von hier:

World's First RAM Chip
EdisonTechCenter

Dr. Bernard Widrow shows us his Memory Plane, he and his colleagues at 
MIT developed the first Random Access Memory in 1951-1953. The magnetic 
core memory plane technology was bought by IBM and first used in the IBM 
701 mainframe. Widrow shows us the toroidal magnets, each one equal to 
one bit.
These cards were stacked and used in the Whirlwind Computer.


1951 -Modern Computers MIT Whirlwind I with Real Time Video
https://www.youtube.com/watch?v=ktBbgZRiQzQ

mfG
OP #4125268
Lesenswert?

Hallo,

danke für die Ansiedelung der Bewertungen im positiven Bereich. Und das 
sogar bei Beiträgen von mir! Erstaunlich die Download-Zahlen der Fotos.



Detlef Kunz schrieb:
> Ich wusste garnicht, dass das auch vertikal geht.

Sie haben am MIT eine Schwerkraft-Anomalie ausgenutzt.
Außerdem glaube ich, wir würden uns als Basteltischnachbarn gut 
ergänzen.

mfG

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren