Wie werde ich ein "Leiter"?

Gast #3422428
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Hallo zusammen,

ich bin 26 Jahre alt und habe 5 Jahre Berufserfahrung (plus 3.5-jährige 
Ausbildung (Fachinformatiker)).
Seither bin ich in der Entwicklung (Softwareentwicklung) tätig und 
möchte nicht mehr nur die Werkzeuge bedienen und der "Hans der Chefs" 
sein.
Studiert habe ich nicht, dafür einen staatl. gepr. Techniker.

Nun die Fragen:
 - Was zeichnet einen "...leiter" (Projektleiter, Abteilungsleiter, 
Teamleiter...) aus? Ist es denn immer nur das Studium, das eine solche 
Person haben "muss" um überhaupt an die Stelle eines "Leiters" zu 
kommen?


 - Wie wahrscheinlich wäre es, wenn ich initiativ eine Bewerbung auf 
derartige Stelle verschicken würde, diesen Job zu bekommen?



Danke und Gruß
Gast #3422446
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Swag-Entfremder schrieb:
> - Wie wahrscheinlich wäre es, wenn ich initiativ eine Bewerbung auf
> derartige Stelle verschicken würde, diesen Job zu bekommen?

wenn jemand zu dir kommen würde und eines deiner eigenen projekte leiten 
wollen würde, ohne das vorher jemals gemacht zu haben, würdest du dem 
zustimmen?

der weg wäre wohl ehr ein projekt kennen zu lernen und mehr und mehr 
aufgaben zu übernehmen, bis man an der gewünschten stelle steht.
Gast #3422451
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Swag-Entfremder schrieb:
> - Wie wahrscheinlich wäre es, wenn ich initiativ eine Bewerbung auf
> derartige Stelle verschicken würde, diesen Job zu bekommen?

Derartige Stellenausschreibungen geben normalerweise an, was verlangt 
wird für die Position. Ohne Studium sehe ich da aber schwarz. Erst recht 
in fremden Betrieben, die einen Leiter suchen. Wenn, dann wächst du in 
der eigenen Firma nach Jahren vielleicht da rein.
Gast #3422483
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Swag-Entfremder schrieb:
>
> Nun die Fragen:
>  - Was zeichnet einen "...leiter" (Projektleiter, Abteilungsleiter,
> Teamleiter...) aus? Ist es denn immer nur das Studium, das eine solche
> Person haben "muss" um überhaupt an die Stelle eines "Leiters" zu
> kommen?

Zum Leiter kann dich nur dein Chef erheben.
Normalerweise funktioniert das so, dass du im Vorfeld zeigst, dass du 
engagierter als deine Kollegen bist.

Z.B.:
"Chef, kann ich die Präsentation beim Kunden übernehmen?"
"Chef, Kollege Müller hat Probleme. Ich werde ihn unterstützen."
"Chef, ich habe da eine Idee zur Verbesserung des Ablaufs. Ich werde da 
eine Powerpoint zusammenstellen und zur Diskussion stellen."

Du ziehst die Aufgaben an dich und wirst die rechte Hand deines 
Vorgesetzten. Spätestens, wenn der kündigt, versetzt oder befördert 
wird, übernimmst du seinen Job vollständig.

>  - Wie wahrscheinlich wäre es, wenn ich initiativ eine Bewerbung auf
> derartige Stelle verschicken würde, diesen Job zu bekommen?
>
Nicht sehr wahrscheinlich. Du bist (zu) jung, hast noch keine Erfahrung 
in der Führung (sonst würdest du diesen Thread nicht erstellen) und hast 
auch keine Spezialkenntnisse, die dich besser dastehen lassen als deine 
Mitbewerber.
#3422491
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Es geht nicht ohne Deine Chefs, Du must sie überzeugen, dass Du "mehr" 
draufhast. Bitte um kleinere Projekte, in denen Du Dich beweisen kannst, 
beweise Dich, dann um ein größeres usw. Versuche eine reale 
Geschwindigkeit von 0 auf 100 zu erreichen, beachte die Kurven und 
Schlaglöcher. Will heißen: Wenn Dein Chef glaubt, dass Du auf seinen Job 
scharf bist - Hasta la vista baby! Oder der sieht die Unmöglichkeit 
Deines Tuns, lacht Dich innerlich aus und hat einen Deppen fürs Grobe.

By the way: Wenn Du nach einigen Jahren Berufserfahrung solche Fragen 
stellst - auch wie Du sie stellst - dann solltest Du Dich auf ein Leben 
als Knecht einrichten. Also denk nochmal drüber nach, beobachte Kollegen 
und Chefs, lass Dir noch etwas Zeit, denke nochmals drüber nach, und 
dann ...

By the way 2: So toll ist Scheffsein auch nicht, ok ok das Mehr an Knete 
ist schon schön, da gibts auch noch andere schöne Seiten, aber es gibt 
auch Schattenseiten.
#3422525
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Swag-Entfremder schrieb:
>  - Wie wahrscheinlich wäre es, wenn ich initiativ eine Bewerbung auf
> derartige Stelle verschicken würde, diesen Job zu bekommen?

Initiativbewerbungen, also Bewerbungen ohne konkretes Jobangebot, sind 
oftmals auch schon ohne den Anspruch an eine Führungsposition ziemlich 
belustigend.

In Deinem Fall befürchte ich allerdings, dass die Mitarbeiter/Innen der 
Personalabteilung noch folgendes kurzes Gespräch führen, bevor Deine 
Bewerbung im Papierkorb landet:
"Guck' mal, da bewirbt sich einer ... dabei suchen wir doch gar nichts 
... hahaha, der will auch noch Chef werden ... hahaha ... warte mal, der 
hat ja gar kein Studium ... hahaha ... na, den nehmen wir ganz bestimmt 
und setzen ihn unseren Ingenieuren, die mehr Erfahrung in der Leitung 
von Teilprojekten bieten, vor ... die werden sich freuen ... hahaha".

Du siehst, einfach umzusetzen wird Dein Vorhaben nicht.

Vielleicht gehörst Du aber auch zu den Menschen, die einfach mal 
tierisches Glück haben und Deine Träume verwirklichen sich. Ich 
befürchte jedoch, dass die Chancen eher klein ... sehr, sehr 
winzig-klein sind.

Du schreibst, Du hast bereits fünf Jahre Berufserfahrung. Grob geschätzt 
hast Du aber noch ca. 40 Jahre bis zur Rente vor Dir. Dass Dir Dein 
gegenwärtiger Job schon jetzt keinen Spaß mehr macht, ist eher schlecht.

Sofern ein Studium nicht für Dich in Frage kommt - um die Ursachen 
Deiner Unzufriedenheit im Keim zu ersticken - bleiben Dir nur noch 
langwierige Hoffnungen darauf, dass Deine Anbiederungen eines Tages 
anerkannt werden.

Viel Erfolg und Grüße!
Gast #3422672
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Swag-Entfremder schrieb:
> und
> möchte nicht mehr nur die Werkzeuge bedienen und der "Hans der Chefs"
> sein.

Kannst ja kurz ein gedankliches Experiment machen: Stelle Dir vor, Du 
gründest einen Verein (für irgendwas) und Du musst den Verein leiten. 
Traust Du Dir das zu? Leute zu motivieren, mit zu machen, und zwar durch 
Worte und Taten.

Wenn du Dir das zutraust, dann mache es und nach 2 Jahren hast Du mehr 
Führungserfahrung vorzuweisen als jemand, der "nur" studiert hat und 
noch nie ein Team geführt hat.
Gast #3423187
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Als lebenslanger Sklave im burn-out in einer Schublade zu sterben ist 
ihm aber keine Alternative... Deshalb fragt er ja, wie man es am 
geschicktesten macht, leitende Positionen zu erlangen.

Ich selbst hab so ein Problem. Mit 10 Jahren Berufserfahrung und Diplom.
Ich bewerbe mich schon seit einigen Jahren bei den verschiedensten 
Firmen, um ein Gruppenleiter oder ähnliches zu werden, aber bekomme 
immer nur "...wir wünschen für ihren weiteren Berufsweg viel Erfolg". 
Obwohl ich auch Telefonisch vorher anrufe, mich bewerbe und danach 
nochmals nachhake.

Immer mehr Arbeit zu übernehmen und wie ein Tier auch an Stelle von 
anderen zu rackern ist meiner Meinung nach totaler Blödsinn. Da schiesst 
man sich ein Eigentor, denn die Chefitäten werden sich denken: "Hey, den 
kann ich doch nicht zum Abteilungsleiter machen, der ist unser bestes 
Arbeitstier, den brauchen wir zum Arbeiten. Aber Conchita Wurst, der 
kann sich gut verkaufen, und der tut nich weh, wenn er als HW Entwickler 
fehlt, da er ja eh nix macht."

Also, mein Problem ist auch, in jeder relevanten Ausschreibung solcher 
Positionen verlangt man Führungserfahrung. ö. Ä. Aber wenn man nie 
geführt hat, und als Arbeitstier nie beauftragt wird, wie bekommt man 
diese Führungserfahrung?

Ein anderer Weg ist, noch sein eigener Chef zu werden. Da hat man selbst 
das Sagen, und kann tun was man will, aber man muß auch überleben.
Gast #3423255
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In erster Linie will ein "Leiter" die Firma voranbringen und die 
Mitarbeiter durch Motivation bei der Stange halten. Der TO will "Leiter" 
werden. Das ist von vornherein bereits zum Scheitern verurteilt.

In unserem Unternehmen arbeiten auch solche "Leiter". Sie sind 
selbstsüchtig, arrogant, herrschsüchtig, egoistisch, chaotisch und total 
verlogen. Es geht ihnen nicht um das Unternehmen sondern nur um ihren 
eigenen faulen A....

Diese "Leiter" fallen schon sehr bald von ihrer Leiter, da die 
Geschäftsleitung (ganz oben) Wind von den korrupten Machenschaften 
bekommen hat. Die Konsequenzen sind für diese "Leiter" und deren 
verkommene Brut sehr schmerzlich.

Die gesamte Belegschaft wartet nur noch auf den entscheidenden Schuss.

Einige andere Leiter werden von der Belegschaft hundertprozentig 
unterstützt und gefangen, da sie die Menschen als Menschen sehen und 
dazu motivieren, das Unternehmen mit Ideeenreichtum und Zuverlässigkeit 
zu stützen. Dafür bekommen sie Lob, Anerkennung und Freiraum.

Da sich Deutschland offensichtlich eh gerade abschafft, scheint es 
einigen Vorgesetzten bereits sch....egal zu sein, was mit dem 
Unternehmen und dessen Belegschaft passiert. Diese Leute haben nämlich 
ihr Schäfchen schon im Trockenen und suhlen sich in Wohlgefallen und dem 
Schleim der von deren bescheuerten Untertanen abgesondert wird.
Gast #3424784
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Du bist bereits ein Leiter. Vielleicht solltest du duschen, um ein 
besserer Leiter zu sein. Wenn du Leiter im Sinne von Führer meinst, dann 
sieht's mit einer Fachinformatikerausbildung eher schlecht aus. Man wird 
allein schon um keinen Unfrieden zu stiften, diejenigen bevorzugen, die 
die bessere Ausbildung haben, z. B. Fachhochschulstudium oder richtiges 
Studium.
Gast #3424794
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Katze Dumzick schrieb:
> Wenn du Leiter im Sinne von Führer meinst, dann
> sieht's mit einer Fachinformatikerausbildung eher schlecht aus.

Man sollte auch unterscheiden zwischen
a) Leiter = Leader = Führer
b) Verwalter = Manager = Marionette

Ein Leiter/Führer bist Du vielleicht schon, zum Beispiel im 
Freundeskreis der "Anführer" oder im Kollegenkreis als der derjenige mit 
visionären Ideen.
Für den "Manager" sind überwiegend formale Bedingungen wie Studium 
Voraussetzung.
Gast #3425455
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Swag-Entfremder schrieb:
> und
> möchte nicht mehr nur die Werkzeuge bedienen und der "Hans der Chefs"
> sein.

So eine Formulierung ist wohl nicht optimal, da sie negativ ist - Du 
möchtest etwas nicht. Besser wäre eine positive Formulierung. Ich 
möchte Leiter sein, weil ...

Über das "..." musst Du Dir vielleicht noch Gedanken machen. Als Leiter 
in der Hierarchie eines großen Konzerns hast Du auch nicht so großen 
Entscheidungsspielraum und musst auch gewisse Vorgaben erfüllen und 
Anweisungen Deines Vorgesetzten ausführen (bist also immer noch "Hans 
des Chefs").

Angenommen, Du würdest eine eigene Firma gründen. Dann wärst Du Dein 
eigener Chef und gleichzeitig der "Hans der Kunden".

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