Ich habe aus früheren Zeiten eine der Zeiss-Rot-Grün-Brillen und suche
nach Anwendungsbespielen, um 3D zu sehen und zu erzeugen. Dabei stelle
ich fest, dass die Bilder im Internet irgendwie nicht passen.
Egal, welches ich von denen ansehe, ich erkenne kein richtiges 3D:
http://www.illusionen.biz/blog/wp-content/uploads/2009/09/3249997894_afb093b85b_b1.jpghttp://www.dinosaurier-interesse.de/web/Bilder/Saurierarten/Tyranno3D_cjoke-kl.jpg
Wenn ich genau hinsehe, dann ist das Grünbild ziemlich klar, aber das
rot-Bild zeigt Doppelbilder. Das Grünbild wird irgendwie nicht gut genug
durch den Rotfilter unterdrückt.
Kann mir jemand sagen, welche Brille man da braucht, für moderne Bilder?
Oder hat es mit der Abstrahlwirkung meines Displays zu tun, dass kein
echtes Rot produziert?
Welches Display / welche Brille habt ihr?
Also 3D mit Farbbrille ist ja nicht Stand der Technik. Gescheites 3D
wird anders gelöst. Aufnahmeseitig mit im Augenabstand aufgenommenen
zwei Bildern (zwei Objektive oder Prisma) und sehseitig werden dem
Betrachter das richtige Bild wechselseitig über Shutterbrillen welche
elektr. synchron mit dem Bild geschalten werden den Augen zugeordnet.
Die Zuordnung kann auch wie im Kino mit Brillen erfolgen welche eine
unterschiedliche Polarisierung aufweisen. Ach ja ,auf Servus-TV gibt es
regelmäßig 3D Sendungen für diese Farbbrillen...leider zu sehr später
Uhrzeit oft.
Schwarz-Weiss-2D-Gucker schrieb:> Ich habe aus früheren Zeiten
Hilfreiche Stichworte/Suchbegriffe sind vielleicht auch "Stereogramm"
und "Anaglyphenbild"
herbert schrieb:> Also 3D mit Farbbrille ist ja nicht Stand der Technik. Gescheites 3D> wird anders gelöst.
Ich dachte immer, gescheites 3D ist noch gar nicht gelöst.
SCNR
Rolf Magnus schrieb:> Ich dachte immer, gescheites 3D ist noch gar nicht gelöst.> /SCNR/
Doch, seit einigen Millionen Jahren gibts 3D,
seit die Natur zwei Augen erfunden hat. :-)
Gruss
Harald
Rolf Magnus schrieb:> Ich dachte immer, gescheites 3D ist noch gar nicht gelöst.
Künstliches räumliches sehen ist schon gut gelöst wenn du keine
unterschiedlichen Augen hast. Manche Probleme kommen auch dadurch ,dass
der Betrachter schlechte Augen hat und zum 3D sehen sein Brille abnimmt
um eben die Shutterbrille oder Polarisationsbrille zu benutzen.
Ansonsten ist deine Bemerkung von jener Sorte die keine beantwortbare
Kritikpunkte offen zu legen vermag.
herbert schrieb:> Ansonsten ist deine Bemerkung von jener Sorte die keine beantwortbare> Kritikpunkte offen zu legen vermag.
Nur mal so ein paar Punkte, die mir so aus dem Stegreif einfallen:
Ein Problem ist, daß der Abstand, der sich aus dem Unterschied der
Bilder ergibt, nicht zum fokussierten Abstand passt. Man kann auch nicht
gezielt auf einen bestimmten Abstand im 3D-Bild fokussieren. Das strengt
die Augen an und löst bei manchen Unbehagen aus. Die im Heimbereich bei
LCD-Bildschirmen üblichen Shutterbrillen schlucken über 80% des Lichts,
und sie flimmern, was die Augen noch mehr anstrengt. Polfilterbrillen
schlucken immerhin nur 50% des Lichts, dafür kann man sich nicht bequem
auf die Couch legen beim Fernsehen, sondern muß den Kopf gerade halten.
Eine Änderung der Perspektive durch Bewegen des Kopfs, wie man es in der
Realtiät gewöhnt ist, gibt es nicht. Lösungen ganz ohne Brille gibt es
nicht in nennenswerter Stückzahl, weil sie nicht besonders gut
funktionieren.
Rolf Magnus schrieb:> Nur mal so ein paar Punkte, die mir so aus dem Stegreif einfallen:
Naja 3D ist eben aus diesen Gründen nicht gedacht um 10 Stunden vor der
Glotze zu liegen. Aber um sich mal ein zwei Stunden bewusst einen Film
rein zu ziehen taugt die Technik alle mal. Ein größeres dem 3D Genuss
abträgliches Problem sehe ich bei den komerziellen Actionfilmen in 3D
einfach darin ,dass man die technischen Möglichkeiten bis zum erbrechen
nutzt um sowas wie Tempo rein zu bringen. Dies überfordert unser Auge
und Hirn und manche halten diese wirre Action dann für die Haupsache und
der Handlung übergeordnet. Die perfektion unserer Augen im zusammenspiel
mit unserem Hirn wird man freilich nicht 100% kopieren können. Versuche
mal Dias für 3D zu machen....das ist ein Genuss...;-)
Probier mal eines der Bilder mit einem Farbdrucker auszudrucken und dann
mit der rot-gruen Brille anzuschauen. Vielleicht klappt das besser. Es
kann nämlich sein, dass die alten Brillen auf Papierbilder optimiert
waren.
herbert schrieb:> Versuche mal Dias für 3D zu machen....das ist ein Genuss...;-)
BTDT; ist aber auch nicht ganz einfach. Man kann übrigens auch
im Mikrometerbereich sehr schöne Stereobilder machen.
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Man kann übrigens auch> im Mikrometerbereich sehr schöne Stereobilder machen.
Kann man ,ja. Ein mir bekannter OM hat einfach zwei Kleinbildkameras auf
einer Schiene im Augenabstand montiert und die Kameraelektronik so
modifiziert ,dass er immer nur eine Kamera einstellen mußte und
ebenfalls nur eine auslösen mußte. Sehr abendteuerlich so ein Eingriff
und nicht jedermannn zu empfehlen. Aber einfacher geht das mit einem
Primenvorsatz und einer Spiegelreflex. Das ergibt zwar Bilder nur im
Hochformat aber das macht ja nix. Käufliche Digitalkameras die
Stereoaufnahmen beherrschen taugen nur für Statische Aufnahmen da für
das zweite Bild die Kamera um den Augenabstand verschoben werden
muß.Bewegen darf sich da nix.Etwas umständlich würde ich sagen.
Danke für eure Tipps. Aktuelles 3D ist nicht mein Thema. Ich habe so
eine Shutterbrille und benutze sie auch.
Mein Thema ist das Verständnis, warum die Rot-Grün-Geschichte bei mir
nicht funktioniert. Ich habe nochmal das Internet durchforstet und bin
u.a. auf die Eagle-Grafik gestossen:
http://www.mikrocontroller.net/articles/Stereobilder_mit_EAGLE_3D
Auch bei diesem Bild habe ich das Problem, dass ich keine getrennten
Bilder hinbekomme. Das linke Auge, als das Rotglas filtert das Gründbild
nicht richtig. Dies ist für mich die Erklärung, warum es nicht gut
funktioniert, wobei ich bei dem Bild einen gewissen 3D-Effekt sehe.
Das Seltsame ist aber, dass ich bei den Seiten, die ich oben gelinkt
habe, inzwischen mit einer RG-Brille durchaus 3D erkennen kann, wenn
auch nicht scharf - aber nicht verstehe, warum.
Die Bilder sind farbig und zeigen nur rot-grün-Schlieren. Ich hätte
erwartet, dass ein richtiges Rot-Grün-Bild nur aus diesen Farben besteht
und daher gelb ist.
Ich frage jetzt einfach mal anders herum:
Wie muss ein Stereobild bearbeitet werden, damit ich es mit einer
RG-Brille sehen kann?
Auf derselben Seite werden dieselben Bilder (die campenden Leute im
Gras) auch als Rot-Blau angeboten. Diese sind, wie erwartet in rot und
blau = überwiegend violett. Mit meiner Rot-Blau-Brille sehe ich da aber
nichts Vernünftiges.
Genrell habe ich kein Problem mit 3D-Sehen.
Habe ich nur den falschen Monitor?
Nein, es ist keine Rot-Grün-Schwäche. Jedenfalls nicht bei mir.
Höchstens beim Monitor. Ich habe nun die Farben von Rot-Grün auf
Rot-Blau geändert und der Eindruck ist besser. Die Trennung ist etwas
besser, d.h. die rote Folie unterdrückt das blaue Bild bessers, als das
zuvor Grüne. Das Grüne Bild ist aber trotzdem noch gut.
Es hängt wohl an der Absorbtion der Brille, die nicht optimal ist. Bei
einem anderen, noch sehr hellen und neuen Monitor ist es exakt dasselbe.
Komischerweise funktioniert bei dem Rot-Blau Bild die Rot-Blau Brille
nicht, weil sich deren Rot-Filter zwar so gut verhält, wie der der
Rot-Grün-Brille, nun aber das Rot-Bild durch die Blaufolie mit
durchscheint.
Bei der Rot-Grün-Brille habe ich bei Rot-Grünbildern links ein
Doppelbild, bei der Rot-Blau-Brille mit Rot-Blau-Bildern rechts ein
Doppelbild.
Jetzt gucke ich durch die Rot-Grün-Brille auf das Rot-Blau-Bild und habe
bei beiden ein schwaches Doppelbild. Das ist noch das Beste.
Ich werde mich mal auf die Suche nach eine guten Brille machen.
Ist aber interessant, das Ganze: Mein Laptop verwendet u.a. grüne und
blaue LEDs. Im Rotfilter sind die LEDs weg, im Grünfilter ist die grüne
auch weg!!!!! Nur die blauen sind als grün zu sehen.
Offenbar strahlen die blauen auch ein wenig grün, während die grüne so
schmalbandig ist, dass sie vom Grünfilter nicht erfasst wird.
Komisch, komisch, komisch...
Kann mir jemand einen Lieferanten für eine gute Farb-3D-Brille
empfehlen?
Schwarz-Weiss-2D-Gucker schrieb:> Kann mir jemand einen Lieferanten für eine gute Farb-3D-Brille> empfehlen?
Das RotGrünVerfahren ist mehr oder weniger überholt. M.W. gibts da
auch keine grossen Qualitätsunterschiede (höchstens in der mechani-
schen Ausführung des Gestells) bei den Brillen. Wichtig ist, das die
Farben der Brille zu den Farben des Bildes passen.
Die Pol- und die Shutterbrillen liefern jedenfalls eine wesentlich
bessere Qualität; auch bei SchwarzWeissBildern. Ich habe bei Dia-
vorträgen mit Pol-Brillen Hunderte von Besuchern gehabt. Wirkliche
Probleme beim Stereosehen hatte da nur eine sehr kleine Minderheit.
Man muss natürlich auf eine korrekte Einstellung der Projektoren achten.
Gruss
Harald
Ok, danke. Aber shutter klappt ja nicht so ohne Weiteres, weil der Kunde
einen Spezialmonitor oder Hardware braucht.
Ich habe nun noch diese Weite gefunden:
http://www.barnstedt-net.de/mond3d.html
Ich sehe den Mond sehr gut in 3D, allerdings unlogiscerweise das
Rot-Blau-Bild mit der ROT-Grün-Brille. Warum auch immer ...
nimm doch einfach mal so ein Bild in ein Bildbearbeitungsprogramm und
verschiebe die Farben (mit Pain.NET geht sowas ganz gut).
Vlt. liegt es einfach nur daran, dass die beiden Grün- und Rottöne nicht
exakt zu Deiner Brille passen...
Das wird kaum was bringen, weil es keine echte Farbtonverschiebung wird,
sondern nur eine andere Mischung der Grundfarben. ROT-GRÜN-STEREO
braucht wirklich schmalbandige Farben, d.h. ein Bild 100% Rot und der
Rest aus. Das andere Bild entsprechend. Wenn man da noch was ummischt
verschäft man noch das Übersprechen der Farbkanäle.
Wie kriegt man eigentlich dieses 3D-Platinenbild zustande?
Welches Programm kann das?
Lade Dir mal das Programm "Gamma Panel" runter.
http://www.majorgeeks.com/files/details/gamma_panel.html
Damit kann man 'on the fly' die Farbdarstellung des Monitors ändern.
Richtig kalibriert auf die Brille, sollte das Bild dann auch 3D werden.
Gruß Chris
Chris S. schrieb:> Damit kann man 'on the fly' die Farbdarstellung des Monitors ändern.> Richtig kalibriert auf die Brille, sollte das Bild dann auch 3D werden.
Also ich bin noch am rätseln wie man durch ein bloßes verstellen der
Monitorfarben einen für 3D sehen notwendigen "Augensprung" generieren
kann? Zwei perspektivisch unterschiedlich Bilder sind dazu immer
notwendig.
ja ne, du benötigst schon ein 3D Anaglyphenbild.
http://de.wikipedia.org/wiki/Anaglyph_3D
Aber mit dem Programm kannst Du dann eben das Bild an Deine Brille
anpassen. Es gibt die klassischen Brillen mit "richtigem" Rot und Grün,
danneben gibt es Cyan, Magenta, Blau, Gelb und vielleicht noch weitere
Farben.
Für alle Freunde von 3D gibt es heute/morgen bei Servus TV eine lange 3D
Nacht... 23.47 "höhle der vergessenen Träume"/ 1.13 "Tourist Trophy
-noch härter am Limit"/ 2.50 "Wir sind Planeten"/3.42 "Big Bugs "
Kleine Krabbler ganz groß ...soll ja Leute geben die nicht schlafen
können...
Dein Problem ist allem Anschein nach die Filterqualität der verwendeten
Folien in der Brille, sprich mangelnde Schmalbandigkeit.
Da Rot und Blau weiter auseinander liegen (700 und 400 nm) als Grün (ca.
500 nm) ist dieser Paarung der Vorzug zu geben.
Versuche mal Folien aus anderer Quelle oder probehalber hochwertige
Foto/Kamera-Filter, wenn du rankommst.
Die Trennung der Farben sollte am Bildschirm besser klappen als
gedruckt, weil ein Bildschirm "nativ" Rot, Grün und Blau erzeugen kann.
Beim Druck mit Tintendrucker bzw. im Offset für Bücher werden dagegen
Rot aus Magenta+Gelb und Grün aus Cyan+Gelb gedruckt. Die beiden haben
also Gelb gemeinsam, was nicht gut für die Kanaltrennung sein kann.
Ausweg im Druck (nicht für Tintendrucker, nur für "richtige"
Druckmaschinen): Echtes Rot und Grün drucken, sog. "Spotfarben" ...
Es ist in der Tat ein wenig komisch. Wenn ich mir das Eagle-3D-Bild von
oben betrachte, sehe ich beim Grün-Bild auch keine saubere Kanaltrennung
und das kann ja nur von dem Emissionsspektrum des Rechnerdisplays
kommen.
Ich habe "mein" Bild (es ist ja das aus dem Eagle-Platinen-Artikel)
immer mit (m)einer Rot-Grün-Brille von EBAY angesehen und da ging es
trotz des Kanaltrennungsproblems. Mit Rot und Blau scheint es offenbar
etwas besser zu sein. Hängt wohl stark vom Absorbtionsverhalten der
Brillenfolien ab. Welche Brille hast Du genau?
> nimm doch einfach mal so ein Bild in ein Bildbearbeitungsprogramm und> verschiebe die Farben (mit Pain.NET geht sowas ganz gut).
Das wird nicht funktionieren, weil ja nicht die primären Frequenzen des
Monitors verschoben werden, sondern nur die Mischung. Das kann nur
schlechter werden.
Wichtig ist, dass jedes Auge nur ein Bild bekommt. Mit dem Rot-Blau-Bild
sehe ich bei einer RG-Brille von einer Fernsehzeitschrift auch
tatsächlich nur ein ganz schwaches Dunkelbild, wenn ich nur den jeweils
komplementären Farbkanal betrachte. Ich habe ein Bild angefügt, das
damit am Besten klappt und einen guten Tiefeneffekt produziert. Die
Verschiebung wurde manuell gemacht. Die Aufnahmen entstanden
nacheinander.
> Beim Druck mit Tintendrucker bzw. im Offset für Bücher werden dagegen> Rot aus Magenta+Gelb und Grün aus Cyan+Gelb gedruckt. Die beiden haben> also Gelb gemeinsam, was nicht gut für die Kanaltrennung sein kann.>> Ausweg im Druck (nicht für Tintendrucker, nur für "richtige"> Druckmaschinen): Echtes Rot und Grün drucken, sog. "Spotfarben" ...
Ganz genau, es müssen Einzelfarben sein. Bei CDs haben wir das früher
mal als gag gemacht. Es funktionierte mit einem Raster-Siebdruck mit
echten grünen und roten Farbpigmenten. Die modernen CYMK-Offsetdrucks
bringen das nicht hin.