Forum: Offtopic Die Jagd nach Elektroschrottdieben - dafür haben die Kommunen Geld und Personal


von Paul M. (paul_m65)


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Die Kummunen müssen ja mächtig am Sperrmüll verdienen, wenn zur 
Verfolgung von Elektroschrottdieben heimlich GPS-Wanzen installiert 
werden. Es wird also Personal und Geld bereit gestellt, um Geräte die 
die Bürger zur Abholung an den Straßenrand stellen zu präparieren. Erst 
kassiert man Müllgebühren von den Bürgern und dann macht man nochmal den 
großen Reibach aus dem Schrott. Das ist wiedermal Abzocke im großen 
Stiel auf Kosten der Umwelt. Es sollte doch jedem Bürger selbst 
überlassen bleiben, wem er seinen Müll schenkt. Mir ists jedenfalls egal 
wer ihn abholt.
http://heise.de/-2059199

von John D. (Gast)


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Was für einen großen Stiel meinst du denn?

von Baldrian D. (baldrian)


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John Drake schrieb:
> Was für einen großen Stiel meinst du denn?

Na den von die Kummunisten.

von Michael .. (thing)


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Holen die kommunalen Abholer das schwere Zeug nicht direkt aus
den Haushalten?
Ansonsten kann man das nachvollziehen. Man stellt das Zeug vor
die Tür, hat vorher den Abholer bestellt und einer war schneller. ;-b
Droht jetzt ein Schrottkrieg?

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Hier wurden schon Grabsteine auf mehreren Friedhöfen geplündert, Metall 
muss wirklich wertvoll sein.
http://www.morgenweb.de/mannheim/mannheim-stadt/diebe-auf-friedhofen-1.1285325

von J. A. (gajk)


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Michael ... schrieb:
> Holen die kommunalen Abholer das schwere Zeug nicht direkt aus
> den Haushalten?

Wird gerne von osteuropäischen Freiberuflern übernommen.

von Sascha F. (sfleiss)


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J. Ad. schrieb:
> Michael ... schrieb:
>> Holen die kommunalen Abholer das schwere Zeug nicht direkt aus
>> den Haushalten?
>
> Wird gerne von osteuropäischen Freiberuflern übernommen.

Richtig, die bauen dann alles gut verwertbare aus und das weniger 
wertlose dürfen die Kumunen dann aus dem nächsten Wald/Graben fischen.

lg,

Sascha

von a. b. (andreb)


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Wen hier eine Waschmaschine, Spülmaschine etc. kaputttgeht warten man 
einfach auf einen der vielen "Tüdeldüdeldü" Laster und lässt die Leute 
das Zeug aus dem Haus tragen.
Auch sonstiger lästiger Schrott wird einfach vor die Tür gestellt, 
spätestens am nächsten Abend ist das Zeug weg.

Von daher sind diese "Schrottis" für mich so was wie das Pendant zu 
Ameisen.
Ökologisch wertvoll und unauffällig.

Diejenigen aber die Dachrinnen, öffentliche Kunst, Kirchendächer und 
Grabschmuck klauen soll man ruhig gepflegt an den Testikeln aufhängen 
...

von Paul M. (paul_m65)


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Sascha Fleiss schrieb:
> Richtig, die bauen dann alles gut verwertbare aus und das weniger
> wertlose dürfen die Kumunen dann aus dem nächsten Wald/Graben fischen.

Mag sein, dass es diese Fälle vereinzelt gibt.
In der Regel sammeln Leute Teile des Sperrmülls ein, reparieren die 
Teile, verwenden sie dann selber oder verkaufen diese. Nicht benötigte 
Reste stellt man dann beim nächsten Termin vor die Tür. Das ist bei uns 
seit Jahrzehnten völlig normal, dass somit so mancher Gegenstand sein 
zweites Leben erlebt. Dieses ist aus ökologischer Sicht in unserer 
Wegwerfgesellschaft so auch sinnvoller.

Da ist das Handeln der offiziellen Entsogrungsmafia, die den Kram ins 
Meer kippt oder nach Afrika verkauft wo er auf irgendwelchen Müllhalden 
vergammelt verwerflicher. Dazu kommt dann noch die dortige 
gesundheitlich bedenkliche Müllrennung mit Brandbeschleuniger um z.B. 
das Kupfer blank zu legen.

von Ansgar K. (malefiz)


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Im grunde ist das Illegal was die Stadt da gemacht hat, denn entweder 
ist es ein Herrenloser Besitz und jeder darf ihn mit nehemn oder es ist 
mein Eigentum bis die Stadt ihn abholt und somit nicht ihr eigentum und 
damit kein Diebstahl

von Gerd E. (robberknight)


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Ansgar k. schrieb:
> Im grunde ist das Illegal was die Stadt da gemacht hat, denn entweder
> ist es ein Herrenloser Besitz und jeder darf ihn mit nehemn oder es ist
> mein Eigentum bis die Stadt ihn abholt und somit nicht ihr eigentum und
> damit kein Diebstahl

eigentlich wäre das sinnvoll so. ist aber nicht so geregelt, sondern in 
dem moment in dem du das zeug zur abholung vor die tür stellst, wird es 
eigentum der stadt.

besonders unsinnig finde ich, daß wenn du zum wertstoffhof gehst, was 
abgeben willst und dann siehst du wie jemand anders was wegbringt was du 
noch gebrauchen könntest. wenn du das jetzt haben willst, musst du bei 
den mitarbeitern betteln gehen, einfach mitnehmen wäre diebstahl.

von Marek N. (Gast)


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Ich bin früher selbst als Schüler auf Sperrmülls auf Beutefang gegangen, 
um Fernsehplatinen und andere Unterhaltungselektronik auszuschlachten. 
Zu Hause wurde denn alles fein säuberlich gerupft und einsortiert, sogar 
5%-ige MK2-Kohleschichtwiderstände! Aber man war froh, wenn man was zum 
Basteln hatte und lehrreich wars allemal.

von Timm T. (Gast)


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Paul M. schrieb:
> In der Regel sammeln Leute Teile des Sperrmülls ein, reparieren die
> Teile, verwenden sie dann selber oder verkaufen diese.

Naja, früher(TM) mag das so gewesen sein. Da hab ich auch manchen alten 
Fernseher ausgeschlachtet.

Dann ging es los, dass sich bei angekündigter Sammlung im Stadtteil 
schon die Kleintransporter auf dem Parkplatz stapelten, polnische 
Kennzeichen. Die haben das gut durchorganisiert, da hatte jeder seine 
Straßenzüge, und abends wurde dann nochmal umverteilt. Die sind aber 
auch sehr gesittet vorgegangen.

Allerdings haben die Polen anscheinend einen Konkurrenzdruck erzeugt, 
der bei den heimischen Sammlern Panik ausgelöst hat. Die haben dann 
nicht mehr nur durchwühlt, die haben regelrecht gewütet. Kisten mit z.B. 
Elektronikschrott wurden auf der Straße ausgekippt. Blaue Säcke mit 
offensichtlichem Kleidermüll wurden aufgeschnitten und der Inhalt 
verteilt. Am Rand abgestellte Sachen verteilten sich innerhalb weniger 
Stunden bis zur Straßenmitte.

Da machte erstens Elektroschrott stoppeln keinen Spass mehr, und 
zweitens hat die Stadt ganz schnell die Stadtteilsammlungen abgeschafft 
und holt auf Zuruf ab. Verständlich, die hatten ja mehr mit Aufräumen 
als mit Müll abholen zu tun.

Gerd E. schrieb:
> sondern in
> dem moment in dem du das zeug zur abholung vor die tür stellst, wird es
> eigentum der stadt

Wenn die Typen die Geräte mit einem Sender versehen, hätten sie sie aber 
auch gleich einsacken können. Und wenn sie mit dem "Entwender" statt 
eines professionellen Sammlers einen Hartzer erwischt haben, der einfach 
einen neuen Kühlschrank brauchte, können sie sich einen Orden ans Knie 
nageln. Da hat sich der Einsatz wieder mal voll gelohnt.

Btw: Ein GPS-GSM-Modul in einem geschlossenen Lieferwagen? Das dürfte 
locker bis (östliches Land Deiner Auswahl) durchrauschen, ohne dass da 
ein Signal kommt.

von Dave B. (gaston)


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Der Überwachungswahn kennt wohl auch kein Ende.
Nicht alles was technisch "möglich" ist muss man auch machen.

Das ist doch auch wieder so eine "Auf die Schulter klopf"-Aktion. Wie 
soll das real durchgesetzt werden?
Mit jeder Mitteilungskarte ein Päckchen mit Sender ("Bitte in der 
Waschmaschine verstecken")?
Wieviele Sender werden dann ordnungsgemäss vor der verwertung 
aussortiert und wieviele landen im Häcksler/Schmelze?
Fährt der Mullman nachts vorbei und präpariert den Schrott oder stellt 
selber Köder auf?

Das ist alles wieder großer Dummfang für die Presse/Bevölkerung.

Die sollen sich lieber um die plündernden Elektro- und Metalldiebe 
sorgen.


Problem bei dem Sperrmüll auf Anfrage ist ja auch, das das keiner vorher 
wissen kann, vorher waren die Termine öffentlich und nun weiß es nur der 
Besteller. Wenn einer jetzt grade einem Umzug plant oder größere Waren 
erwartet (Möbel und so) kann da schon mal der Müllmann schneller sein 
und Ruck-Di-Fix ist das ganze Inventar in der Müllpresse. Das ist ja 
wohl auch schon mehr als einmal vorgekommen.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Paul M. schrieb:
> Erst kassiert man Müllgebühren von den Bürgern und dann macht man
> nochmal den großen Reibach aus dem Schrott.
Hast du nicht ganz zu Ende gelesen?
Das steht da doch klar&deutlich:
1
Der Kreis .... braucht die Einnahmen aus dem Metallverkauf selbst, um die Abfallgebühren stabil zu halten.
Das ist eigentlich ein klare Ansage und eine deutliche Stellung. Da 
braucht man keine Verschwörungtheorien.

> Es sollte doch jedem Bürger selbst überlassen bleiben, wem er seinen
> Müll schenkt. Mir ists jedenfalls egal wer ihn abholt.
Mir nicht. Denn 1. werden meine Müllgebühren dann teurer (s.o.) und 2. 
zahle ich dann auch noch dafür, dass einer die wertvollen Dinge für sich 
da raus holt und den Rest in den Müll (siehe 1.) oder Graben wirft...

von Helge A. (besupreme)


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Da spielen häufig die beteiligten Firmen rein. Viele Gemeinden geben die 
Sammlung und / oder Verwertung in private Hand. Da zählt dann jedes 
Gramm, und selbst den wenigen verbliebenen städtischen Mitarbeitern wird 
mit drakonischen Strafen gedroht. Beim Wertstoffhof darf ich (gegen 
Gebühr!) zwar alles abliefern, aber nicht eine Schraube wieder 
mitnehmen. Da wird sofort einer für gefeuert. Schöne Welt ;)

von Georg W. (gaestle)


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Lothar Miller schrieb:
> Das steht da doch klar&deutlich:Der Kreis .... braucht die Einnahmen aus
> dem Metallverkauf selbst, um die Abfallgebühren stabil zu halten.
> Das ist eigentlich ein klare Ansage und eine deutliche Stellung. Da
> braucht man keine Verschwörungtheorien.

Andererseits wird die Rosinenpickerei bei wertvollen 
Elektroschrottpartien geduldet, z. B. die Handyspende der Telekom.

von Martin K. (maart)


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> Der Kreis will den GPS-Trick weiter einsetzen, um Sammler abzuschrecken.

Mehr ist es für mich nicht: Ein Trick
Man muss es nur in die Köpfe der Menschen bekommen, dass der Schrott 
verfolgt werden kann. Einfach mal ein paar spektakuläre Fälle fingieren 
und in die Zeitung setzen und schon wird ein Großteil daran glauben und 
den Schrott liegen lassen.
Ganz ehrlich: Wenn dort wirklich Tracker drin sein sollten, die wären 
doch ganz schnell "weggefunden". Ich zumindest hätte gerne so eins und 
würde die Dinger gezielt suchen.

von Glenn H. (gofx)


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Ansgar k. schrieb:
> Im grunde ist das Illegal was die Stadt da gemacht hat

Der Einsatz von GPS ist im § 100h Abs. 1 S. 1 Nr. 2 StPO geregelt.
---> http://dejure.org/gesetze/StPO/100h.html
"Auch ohne Wissen der Betroffenen dürfen außerhalb von Wohnungen [...] 
sonstige besondere für Observationszwecke bestimmte technische Mittel 
verwendet werden.
Eine Maßnahme nach Satz 1 Nr. 2 ist nur zulässig, wenn Gegenstand der 
Untersuchung eine Straftat von erheblicher Bedeutung ist."

Schwere Straftaten im Sinne des § 100a StPO sind Mord, Raub, Erpressung, 
Geldwäsche, Bestechung, Betäubungsmittel, Waffen, usw.
---> http://dejure.org/gesetze/StPO/100a.html

Müll klauen hat also keine "erhebliche Bedeutung".

Straftaten werden außerdem von der Polizei verfolgt ... und nicht von 
irgendeinem Kreismitarbeiter ... klingt etwas nach wildem Westen ...

Das, was die Kommune da betreibt, entbehrt jeder rechtlichen Grundlage 
und ist darüberhinaus auch noch strafbar.
---> 
http://www.geektown.de/bundesgerichtshof-erklart-heimliche-gps-ortung-fur-illegal

Einfach mal den Oberstaatsanwalt NRW anschreiben (der sollte den 
Sachverhalt bereits kennen) und dann war's das mit der Müllverfolgung 
und der "Ennepe-Ruhr-Kreis" dürfte sich bald einen neuen 
Oberkreisdirektor suchen dürfen ... ;-)

Grüße

von Joachim .. (joachim_01)


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Soviel ich weiß ist diese Form der Kriminalitätsbekämpfung (Falle 
stellen) in Deutschland doch gar nicht erlaubt, oder? Die Amis handhaben 
das ganze juristisch wohl etwas anders; im Irakkrieg wurden von 
US-Soldaten Lager für Granaten zum Bau von IEDs am Straßenrand deponiert 
die von Scharfschützen bewacht wurden. Standrecht aus 300m, nix GPS. In 
einem anderen Fall wurde ein pädophiler deutscher Arzt mit der Aussicht 
auf eine bezahlte Vergewaltigung vom FBI nach Amerika gelockt, der, ich 
glaub, 18 Jahre dafür bekam. Vor einem deutschen Gericht wäre das 
Verfahren geplatzt.

von Wilhelm F. (Gast)


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Glenn H. schrieb:

> Müll klauen hat also keine "erhebliche Bedeutung".
>
> Straftaten werden außerdem von der Polizei verfolgt ... und nicht von
> irgendeinem Kreismitarbeiter ... klingt etwas nach wildem Westen ...

Andere Kleinigkeiten, die mit Müll zu tun haben, werden aber auch 
verfolgt.

Und zwar stand hier eines Tages das Ordnungsamt vor dem Haus, wo jemand 
nach einem Umzug einen Karton mit zerdepperten Leuchtstoffröhren hin 
stellte. Der wurde von der Sperrmüllabfuhr stehen gelassen. Anscheinend 
meldete der Müllbetrieb die Sache dem Ordnungsamt, und die verfolgten 
die Sache dann, werden den Verursacher nach ein paar Befragungen von 
Nachbarn auch schnell finden. Man hat das schnell raus, aus welcher 
Wohnung zeitnah jemand aus zog.

Zufällig kam ich gerade an den Müllcontainern am Straßenrand vorbei, als 
die beiden Herren vom Ordnungsamt sich dort Notizen machten, und sie 
fragten mich schon, ob ich was wüßte.



Andererseits gibt es hier keinen Sammelsperrmüll mehr nach Straßenzügen, 
sondern man muß es einzeln bestellen. Dann bekommt man den Termin 
genannt. Aber es gab hier einen Zeitungsartikel, daß die Abholer auch 
bei dieser Verfahrensweise oft nichts mehr vor finden. Ob es da in den 
Müllbetrieben etwa Maulwürfe gibt, die Connections zu den Schrottbanden 
haben, und mal nen Zehner für einen Tipp bekommen? Also das ist jetzt 
keine Behauptung, aber durchaus denkbar.

von Timm T. (Gast)


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Glenn H. schrieb:
> Das, was die Kommune da betreibt, entbehrt jeder rechtlichen Grundlage
> und ist darüberhinaus auch noch strafbar.

Naja, mal den Ball flachhalten.

Die städtischen Krematorien klauen auch das Zahngold und die 
Titanschrauben aus der Asche und verscherbeln es weiter. Interessiert 
anscheinend niemanden...

von Wilhelm F. (Gast)


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Timm Thaler schrieb:

> Die städtischen Krematorien klauen auch das Zahngold und die
> Titanschrauben aus der Asche und verscherbeln es weiter. Interessiert
> anscheinend niemanden...

Dafür braucht es aber auch die Zustimmung der Angehörigen, und die ganze 
Sache Krematorium Kosten übersteigt ohnehin die Dinge mit etwas Zahngold 
bei weitem.

Zudem wird Gold bei Zähnen immer weniger eingesetzt, heute oft Edelstahl 
bei einfachen Bürgern. Das können sie gerne mit nehmen. Meine letzte 
Brücke Überkronung ist auch nur noch Stahl. Ich hätte was teureres 
bekommen können, aber mein Zahnarzt meinte, da gäbe es heute keine 
echten Gründe mehr für, noch nicht mal Bedenken in elektrochemischer 
Hinsicht.

von U. B. (Gast)


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@Marek N. schrieb:

> Ich bin früher selbst als Schüler auf Sperrmülls auf Beutefang gegangen,
> um Fernsehplatinen und andere Unterhaltungselektronik auszuschlachten.

Heuer war es hier noch krasser:

Wg. Defekts im Hochspannungsteil stellte ich einen Röhren-TV zum 
kommunalen Sperrmüll -der Fernseher gar nicht mitnimmt- bereit, am 
Vortag.

Schon nach 1 Std. wurde das Ding in einem Ford-Transit
abtransportiert.
Platine, Stereo-Lautsprecher und Netzschnur hatte ich vorher
entfernt ...

von Joachim .. (joachim_01)


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>Dafür braucht es aber auch die Zustimmung der Angehörigen, und die ganze
>Sache Krematorium Kosten übersteigt ohnehin die Dinge mit etwas Zahngold
>bei weitem.
Na da wär' ich nicht so sicher. Das Volumen einer Brückenkonstruktion + 
ein Zahn könnte etwa 0.5 cm3 Reingold ausmachen. Das sind 0.5 x 19.3 
Gramm. Bei einem Goldpreis von aktuell ca 30EUR/g kommt man somit auf 
fast 300EUR pro goldverzahntem Himmelfahrer. Da kommt über das Jahr ein 
ordentliches 13. + 14. Monatsgehalt raus wie es nur die Banken zahlen 
bzw. griechische Behörden ihren Beamten zahlten.

von Wilhelm F. (Gast)


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Joachim ... schrieb:

> Na da wär' ich nicht so sicher. Das Volumen einer Brückenkonstruktion +
> ein Zahn könnte etwa 0.5 cm3 Reingold ausmachen.

Aber, wie schon gesagt, man macht da heute auch in Edelstahl.

Da ich schon etwas älter bin: Noch in den 1960-er Jahren sah man viele 
Leute mit blanken Goldzähnen ohne Keramikverblendung im Mund, das war da 
sogar sowas wie ein Statussymbol. Ich fand es häßlich. Ab 1980 sah man 
das zunehmend viel weniger.

Ein Stahlbeispiel für ein Gebiß ist "Der Beißer" Richard Kiel in einem 
James Bond von 1977.

von Timm T. (Gast)


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Wilhelm F. schrieb:
> Dafür braucht es aber auch die Zustimmung der Angehörigen

Auf dem Ponyhof vielleicht. Die meisten machen es einfach so. Steht 
vielleicht irgendwo in den AGB. Die man sich auch komplett durchliest, 
wenn man gerade einen Angehörigen verloren hat.

Interessant auch: Eignen sich die Mitarbeiter im Krematorium an, ist es 
sträflicher Diebstahl - was es eigentlich nicht ist -, eignet es sich 
das Krematorium, also die städtische Einrichtung an, ist es völlig in 
Ordnung.

Interessant die Entwicklung beim Elektroschrott, laut Aussage eines 
Betreibers eines Recyclingbetriebes: Vor einigen Jahren bekam der 
Betrieb Geld für die Entsorgung, dann wurden die Sachen kostenlos 
angeliefert, und inzwischen muss der Betrieb bezahlen, damit er den Müll 
bekommt.

Das heisst, von dem Geld, was ihr in die Containerlotterie steckt, 
bekommt der Recycler nichts. Nur wo geht dann das Geld aus jährlichen 
EAR-Abgabe hin?

von Paul B. (paul_baumann)


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Wilhelm schrub:
>Noch in den 1960-er Jahren sah man viele
>Leute mit blanken Goldzähnen ohne Keramikverblendung im Mund, das war da
>sogar sowas wie ein Statussymbol. Ich fand es häßlich.


Dr. Goldzahn war doch Mitglied bei der Muppet-Show:
http://farm7.staticflickr.com/6138/5955971492_e311aab708_z.jpg
;-)
MfG Paul

von Gerhard W. (gerhard86)


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Wilhelm F. schrieb:
> Und zwar stand hier eines Tages das Ordnungsamt vor dem Haus, wo jemand
> nach einem Umzug einen Karton mit zerdepperten Leuchtstoffröhren hin
> stellte. Der wurde von der Sperrmüllabfuhr stehen gelassen. Anscheinend
> meldete der Müllbetrieb die Sache dem Ordnungsamt, und die verfolgten
> die Sache dann, werden den Verursacher nach ein paar Befragungen von
> Nachbarn auch schnell finden. Man hat das schnell raus, aus welcher
> Wohnung zeitnah jemand aus zog.

Was hat es denn damit auf sich, welche Ordnungswidrigkeit begeht man 
damit dass man einen Karton Glasscherben zum Sperrmüll stellt in der 
Hoffnung sie würden mitgenommen?

von Michael E. (Firma: irgendeine) (nodalek)


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zerdepperte Leuchtstoffröhren != Glasscherben
Zauberwort Hg -> Schwermetallvergiftung. Nicht für den der es hinstellt, 
aber für denn, der es jeden Tag ungeschützt in die Hand nehmen müsste. 
Deswegen nicht erlaubt.

von Wilhelm F. (Gast)


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Gerhard W. schrieb:

> Was hat es denn damit auf sich, welche Ordnungswidrigkeit begeht man
> damit dass man einen Karton Glasscherben zum Sperrmüll stellt in der
> Hoffnung sie würden mitgenommen?

Wahrscheinlich beauftragte der Besitzer auch die 
Elektronikschrottabholung oder Sondermüllabholung, und die fanden das 
Ungemach vor.

Nun ja, es handelte sich hier nicht um gewöhnliche Glasscherben wie z.B. 
von Getränkeflaschen oder Trinkgläsern, sowas hätte bestimmt niemanden 
weiter interessiert.

Es ist denkbar, daß der Besitzer die Leuchtstoffröhren noch 
ordnungsgemäß hin stellte, und die Röhren anderweitig zerdeppert wurden. 
Es waren schon eine Menge Röhren, einige 10, wie aus der Beleuchtung 
einer kleinen Lagerhalle, vielleicht über Jahre im Keller gesammelt. 
Manche Wohnungen haben hier im Haus noch die indirekte Raumbeleuchtung 
mit Leuchtstoffröhren zwischen Fenster und Gardine, wie es in den 
1970-er Jahren mal modern war. Vielleicht stellte ja ein unachtsamer 
Umzugshelfer einen schweren Gegenstand wie z.B. eine Waschmaschine 
drauf, das sah man zu dem Zeitpunkt, als die Ordnungsleute da waren, 
nicht mehr. Der Karton, in dem sich die Röhren befanden, war auch schön 
platt gedrückt. Es kam dann ein gelber Aufkleber drauf, den Wortlaut 
darauf weiß ich nicht mehr.

Außerdem ist hier in Altglascontainern der Einwurf vieler Glasarten, die 
nicht aus Einwegverpackungen stammen, verboten: Z.B. kein Fensterglas 
oder Glühbirnen, da gibt es erstens Symbole am Container, und zweitens 
die Verbraucherinformation des Müllbetriebes für jeden Haushalt, wo 
alles fein säuberlich nach Gegenstand und Entsorgungsart aufgelistet 
ist.

von J. A. (gajk)


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Michael m. schrieb:
> zerdepperte Leuchtstoffröhren != Glasscherben
> Zauberwort Hg -> Schwermetallvergiftung. Nicht für den der es hinstellt,
> aber für denn, der es jeden Tag ungeschützt in die Hand nehmen müsste.
> Deswegen nicht erlaubt.

Wenn die Scherben eine Weile draußen stehen, ist das Hg wohl weg. Die 
Feinst-Kügelchen, die bei dem Verursacher in die Abgründe des 
Teppichbodens verschwunden sind, hingegen nicht.

Wenn die Röhre zerbrochen ist, ist das Kind schon in den Brunnen 
gefallen.

von Bernd T. (bastelmensch)


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U. B. schrieb:
> Wg. Defekts im Hochspannungsteil stellte ich einen Röhren-TV zum
> kommunalen Sperrmüll -der Fernseher gar nicht mitnimmt- bereit, am
> Vortag.
>
> Schon nach 1 Std. wurde das Ding in einem Ford-Transit
> abtransportiert.
> Platine, Stereo-Lautsprecher und Netzschnur hatte ich vorher
> entfernt ...

Auf irgendeinem Parkplatz wurde der dann sicher aussortiert und in die 
Umwelt entsorgt. ;-)

von Gerhard W. (gerhard86)


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Wilhelm F. schrieb:
> Wahrscheinlich beauftragte der Besitzer auch die
> Elektronikschrottabholung oder Sondermüllabholung, und die fanden das
> Ungemach vor.

Verstehe, das ist natürlich gut möglich. Es sieht übertrieben aus wenn 
Beamte wegen ein paar Leuchtstoffröhren ausrücken, aber irgendjemand 
muss sich natürlich drum kümmern.

von Arno H. (arno_h)


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Da sollte der Verantwortliche mal die Abfallsatzung des Kreises lesen 
und sich über den Zeitpunkt des Eigentumsübergangs schlau machen.

Arno

von Robert L. (lrlr)


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>Elektroschrottdieben

also bei uns (kleiner ort, österreich) läuft das so, dass 2 mal im jahr 
"sperrmüll" ist,
dort sind dann ca. 10 Kleinbusse/Klein-LKW mit diese "dieben"

die meisten sind froh es denen geben zu können, als es verschrotten zu 
müssen..

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