Wir haben vor ein paar Wochen einen 10 Jahre alten Wagen bei mobile.de inseriert in der Preisklasse um 4000 Euro. Wir haben uns vorher erkundigt, auf was man achten sollte, u.a. auch bei Polizisten im Bekanntenkreis. Da wurde gesagt, nicht die Festnetzrufnummer anzugeben, weil über die Rückwärtssuche die Adresse rauszufinden ist, und es deshalb möglich wäre, dass jemand einfach vorbei kommt und durch Präsenz vor Ort Druck ausüben will. Also haben wir mit der Handynummer einer 2.-Simkarte, die in einem älteren Handy drin war, inseriert. Um das Ende des Verkaufvorgangs vorweg zu nehmen: Der einzige, der bei der Kontaktaufnahme seinen Nachnamen und im späteren Verlauf auch seinen Vornamen und seinen Wohnort genannt hat, war zur Probefahrt da und hat den Wagen gekauft. Wenn ich mich für ein solches Auto interessieren würde und den Verkäufer anrufe, dann würde ich sagen: "Hallo, hier spricht Vorname Nachname, ich rufe an wegen ihres Inserates bei mobile.de, es geht um den Opel Modellxy, ist der noch zu haben?" Was ich aber erlebt habe: Die Anrufer nennen ihren Namen nicht, weder nur den Nachnamen noch den Vor- und Nachnamen. Es rufen nur Handynummern an. Alle bis auf den Käufer sprechen kein gutes Deutsch, was ja so erstmal nicht so schlimm ist, wenn man sich verständigen kann, aber der Ton macht dann doch oft die Musik. So erlebte ich u.a. folgendes: Ich gehe ans Handy und der Anrufer sagt: "Passat, ist noch da?" Ich verstehe hier, was er meint, finde diese Art am Telefon zu sprechen aber ungewöhnlich. Auch habe ich gehört nach einer längeren Unterhaltung über den Zustand des Wagens: "Hör zu, pass auf, wir machen folgendermassen: Bruder und ich komme morgen ...". Wer so mit mir am Telefon spricht, den will ich natürlich nicht hier vor Ort haben für eine Probefahrt oder Verhandlungen, deshalb habe ich ihn dann angelogen und vertröstet. Was ich sagen will: Ich erwarte nicht von allen Interessenten, dass sie perfekt und akzentfrei Deutsch sprechen. Aber in Deutschland ist es nun mal - so wie ich es erlebt habe und mache - üblich, am Telefon oder beim E-Mail-Kontakt seinen Namen zu nennen. Dies schafft Vertrauen. Als ich mal 4 Monate im Ausland war, habe ich auch interessiert zugehört, wie man sich dort am Telefon meldet. Das hatte ich beim Erlernen der ausländischen Sprache in Deutschland nicht gelernt. Ich habe mich dann angepasst und mich so wie die Einheimischen am Telefon gemeldet. Ich kenne auch Deutsche, die nach München gezogen sind, die dann beschlossen haben, sich wie in München üblich mit Grüß Gott zu melden, was sie aus ihrer Heimat so auch nicht kannten. Vielleicht können ja Leute hier dieses Verhalten erklären. z.B. mit "In der Türkei oder in Polen ist es nicht üblich, am Telefon seinen Namen zu nennen. Das ist nur in Deutschland so." Es haben übrigens auch nur Männer angerufen, was vielleicht am Wagentyp lag. So haben vor ca. 10 Jahren, als meine Frau ihren Golf4 Cabrio verkaufte, auch nur Frauen angerufen.
Das sind irgendwelche Autoschieber, die den Kisten schnell ein bischen Bauernblind und einen neune km-Stand verpassen und dann mit Gewinn weiterverschachern. Oder die Wagen gehen direkt ins Ausland. Der Ton ist denen egal, die Masse machts.
Schön ist auch immer: "Was ist letzte Preis?" oder "Passt du auf, ist momentan nischt Zeit für Kombis! Mach isch dir Angebot:[...]" Aber da muss man durch, wenn man seine Kiste loswerden will - oder du fährst zu einem Autohaus und lässt dich höflich und in korrektem Deutsch übers Ohr hauen.
Alles was bei mir anruft mit "Was ist letzte Preis" bekommt den inserierten Preis zu hören. 90% haben dann kein Interesse mehr. Die anderen 10% haben nach der Nennung des um 100 € gesenkten Preis auch keine Lust mehr. Wenn mir einer sagt das es keine Zeit für Kombi's ist, frage ich ihn wie so er dann anruft oder ob er blind über die Strasse geht. Wenn man im Internet ein Auto verkaufen will, braucht man Zeit um den Wagen reell zu verkaufen. Sonst hilft nur das Örtliche Käseblättchen oder auch I-Bäh. Sinnvoll ist es auch nur per Mail zu Inserieren und nicht auf SMS zu Antworten.
Wie bzw. wo machen die Autohändler da eigentlich das Geschäft? Wir haben hier von der Firma zwei alte Schrottkarren verkauft(TÜV war abgelaufen, den wieder da durchzubringen hätte ne ganze Stange Geld gekostet). Da kamen auch immer zwei Kerle an, einer setzt sich ins Auto, schaut obs anspringt, schiebt nen Batzen Bargeld rüber(jeweils um die 1000chf), Nummernschild wird drangepappt und ab gehts. Keine weiteren Tests, genauere Besichtigung oder ähnliches. Was passiert mit solchen Karren? Werden die ins Ausland verschoben? In Einzelteile zerlegt? Die Schrotthaufen durch den Tüv zu bringen machte jedenfalls wirtschaftlich keinen Sinn mehr
A. B. schrieb: > Werden die ins Ausland verschoben? Zum größten Teil. In Länder, wo kein TÜV existiert und auch für Schrott viel Geld gezahlt wird, weil dort Mangel an Fahrzeugen herrscht. Vorwiegend Afrika. > In Einzelteile zerlegt? Auch das bringt hohen Gewinn. In seine Bestandteile zerlegt und verkauft, kann ein Schrottauto durchaus noch mehrere 1000€ abwerfen. Da muß man sich nur mal in der Bucht die Preise für Gebrauchtteile anschauen. Eine gut erhaltene Tür wird bspw. um die 100€ gehandelt, Achsschenkel 60€, diverse Steuergeräte 50-100€ usw.
vielleicht wird mit den nach Afrika exportierten Schrottkarren auch Drogengeld gewaschen? Das Auto wird hier um z. B. 3k gekauft (mit Drogengeld) Das Gefährt wird exportiert (wobei nur der Schrottpreis angegeben wird) Unten wird das Auto wieder ganz offiziell verkauft und schwupps ist das Geld sauber.
Icke ®. schrieb: >> In Einzelteile zerlegt? > > Auch das bringt hohen Gewinn. insbesondere die Fahrgestell-Nummer und saubere Papiere sind interessant, da die Schrott-Kisten ja dann perfekt "matchen" zu geklauten Karren in deutlich besserem Zustand.
Das wichtigste ist aber immer noch das Auto ordentlich selber abzumelden. Das wird gerne mal vergessen, oder gesagt "Ich mach das für dich." Da kommt man dann in Teufels Küche wenn damit weiter gefahren wird, oder das illegal zerlegt wird und die Polizei dann mal vorbei schaut. Ansonsten sind die gewerblichen Schrottkisten wohl wirklich für den Export, die werden dicht an dicht auf ein Schiff gepackt und segeln dann nach Afrika, da gibts ja auch oft genug wiederholte Dokus dazu.
Dave B. schrieb: > Das wichtigste ist aber immer noch das Auto ordentlich selber > abzumelden. > > Das wird gerne mal vergessen, oder gesagt "Ich mach das für dich." Deswegen schickt man seiner Zulassungsstelle auch eine sog. "Veräußerungsanzeige", in der Du und der Käufer erklären, dass das Fahrzeug den Eigentümer gewechselt hat. Ab diesem Zeitpunkt bist Du dann raus aus der Nummer. Ebenso sollte man einen Wisch an die Versicherung senden. Oder man fährt direkt zusammen hin und meldet die Kiste ab/um. Fertig. > Da kommt man dann in Teufels Küche wenn damit weiter gefahren wird, oder > das illegal zerlegt wird und die Polizei dann mal vorbei schaut. Daher: siehe oben > Ansonsten sind die gewerblichen Schrottkisten wohl wirklich für den > Export, die werden dicht an dicht auf ein Schiff gepackt und segeln dann > nach Afrika, da gibts ja auch oft genug wiederholte Dokus dazu. Ja, und dort freut man sich über fahrbare Untersätze :-)
Bei Anzeigen in mobile.de gibt man gar keine TelNr. an und verwendet eine "Wegwerf"-Emailadresse... . Alles andere Wichtige ist schon gesagt. Grüße Löti
Chris D. schrieb: > Oder man fährt direkt zusammen hin und meldet die Kiste ab/um. Fertig. Man merkt, daß Du nicht in Berlin lebst. Da ist die Zulassungsstelle so ... daß sie über die Verhältnisse dort schon Filme gedreht haben. Wer in Berlin ein Auto an- oder ummelden möchte, beauftragt damit einen Dienstleister, denn man kommt dort nur noch mit vorher ausgemachtem Termin hin: http://www.berlin.de/labo/kfz/dienststelle/ Die Vorlaufzeit ist zwar deutlich kürzer als beim "Bürgeramt", aber mehrere Tage sind es dann halt schon (zur Zeit 4). Das ist beim spontanen Autoverkaufen schon hinderlich; welcher Autoverkäufer will vier Tage auf sein Auto warten? Die Dienstleister schaffen das an einem Vormittag, die werden gesondert abgefertigt ... toll, nicht?
> Das ist beim spontanen Autoverkaufen schon hinderlich; welcher > Autoverkäufer will vier Tage auf sein Auto warten? Das Problem in Berlin kenn' ich aber Du kannst ja das Auto auch vorher abmelden oder nach der Probefahrt die Nummernschilder abschrauben und den Käufer den Brief erst nach der Abmeldung übergeben. Ausländische Aufkäufer lassen die Autos sowieso von einen Autotransporter abholen und benötigen dazu nur das Auto und einen Schlüssel. Inländische Gewerbetreibende haben eine "rote Nummer" und inländische Privatkunden sollen sich doch bitte ein Überführungskennzeichen besorgen um das Auto abzuholen. Grüße Löti
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Chris D. schrieb: >> Oder man fährt direkt zusammen hin und meldet die Kiste ab/um. Fertig. > > Man merkt, daß Du nicht in Berlin lebst. Da ist die Zulassungsstelle so > ... daß sie über die Verhältnisse dort schon Filme gedreht haben. Oha :-) Ich weiss schon, warum ich nicht in einer Großstadt leben möchte (Köln ausgenommen). > Wer in Berlin ein Auto an- oder ummelden möchte, beauftragt damit einen > Dienstleister, denn man kommt dort nur noch mit vorher ausgemachtem > Termin hin: > > http://www.berlin.de/labo/kfz/dienststelle/ > > Die Vorlaufzeit ist zwar deutlich kürzer als beim "Bürgeramt", aber > mehrere Tage sind es dann halt schon (zur Zeit 4). > > Das ist beim spontanen Autoverkaufen schon hinderlich; welcher > Autoverkäufer will vier Tage auf sein Auto warten? > > Die Dienstleister schaffen das an einem Vormittag, die werden gesondert > abgefertigt ... toll, nicht? Da lobe ich mir die Zulassungsstellen in den kleineren Städten, die ich bisher kennenlernen durfte. Maximale Wartezeit war zuletzt eine Stunde. Auf die Jungs und Mädels hier lasse ich jedenfalls nichts kommen - die müssen sich ihr Geld echt hart verdienen. Da gibt es keinerlei Leerlauf. Ok, dann bleibt in Berlin also wirklich nur der Wisch an die Zulassungsstelle/Versicherung.
> Ok, dann bleibt in Berlin also wirklich nur der Wisch an die > Zulassungsstelle/Versicherung. Das machen nur Dummys totale Grüße Löti
Wegstaben Verbuchsler schrieb: > Icke ®. schrieb: >>> In Einzelteile zerlegt? >> >> Auch das bringt hohen Gewinn. > > insbesondere die Fahrgestell-Nummer und saubere Papiere sind > interessant, da die Schrott-Kisten ja dann perfekt "matchen" zu > geklauten Karren in deutlich besserem Zustand. Deshalb ist es wichtig, sich die Papiere (Ausweis/Pass) zeigen zu lassen, da man sich sonst mitschuldig macht. Gruss Harald
Dave B. schrieb: > auf ein Schiff gepackt und segeln dann nach Afrika, Kann man die ganzen Automotore nicht zusammen an die Schiffsschraube koppeln? :-) Gruss Harald
Chris D. schrieb: > warum ich nicht in einer Großstadt leben möchte (Köln ausgenommen). Naja, in Köln gibts ja auch Heinzelmännchen. :-) Gruss Harald
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Man merkt, daß Du nicht in Berlin lebst. Da ist die Zulassungsstelle so > ... daß sie über die Verhältnisse dort schon Filme gedreht haben. > > Wer in Berlin ein Auto an- oder ummelden möchte, beauftragt damit einen > Dienstleister, denn man kommt dort nur noch mit vorher ausgemachtem > Termin hin: > > http://www.berlin.de/labo/kfz/dienststelle/ > > Die Vorlaufzeit ist zwar deutlich kürzer als beim "Bürgeramt", aber > mehrere Tage sind es dann halt schon (zur Zeit 4). Kann ich so nicht bestätigen. Mir haben sie vor einiger Zeit ein Nummernschild geklaut - ich hab einen Termin für den nächsten Tag übers Internet vereinbart, den Wisch ausgedruckt und war innerhalb einer halben Stunde fertig, inklusive den 10 Minuten fürs Schilder prägen bei den Wohnwagen Typen in der Jüterboger Strasse. Das ging alles ruck-zuck, die Endziffer meiner Terminvereinbarung stand immer nach höchstens 3 Minuten aufm Display.
Rolf R. schrieb: > Es rufen nur Handynummern > an. Alle bis auf den Käufer sprechen kein gutes Deutsch, was ja so > erstmal nicht so schlimm ist, wenn man sich verständigen kann, aber der > Ton macht dann doch oft die Musik. Das sind wieder mal die Vorurteile gegenüber ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Die sind kaum 10 oder 20 Jahre in Deutschland und du verlangst, dass sie die Sprache und die Telefongewohnheiten bei uns drauf haben. Integrier dich mal und verschenke das nächste Mal dein Auto: DAS ist Gastfreundschaft!
Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Die versuchen auf dreiste Art den Preis zu drücken. Die wollen keine Freunde gewinnen, die wollen einfach nur so wenig Geld wie möglich ausgeben. Auf gar keinen Fall deine Adresse geben! Sonst stehen sie wenig später zu zweit vor deiner Tür um anschließend dein Auto so schlecht wie nur möglich zu reden. So hab ich es mehrfach schon gehört. Bei mir selber ist es wie folgt gelaufen: 4 Winterreifen mit Felge bei Ebay Kleinanzeigen reingesetzt. Der Zustand war ok. Ich wollte sie aber einfach los werden weil ich Platz brauchte.Ich wollte 50Euro, das ist meiner Meinung nach schon sehr günstig. Natürlich mit Selbstabhohlung. Am nächsten Tag klingelte das Handy: Ich: <Name>. Er: Rufe wegen Reifen. Ich: OK. Die sind noch da. Er: Wie weit ist das von <sein Ort> weg? Ich: (Die Stadt stand eigentlich in der Anzeige, hätte er also selber nachschauen können) Das ist circa 40km von Ihnen entfernt. Ich schätze mal 45Minuten. Er: Ach weist du, Sprit teuer. Weg weit. Gibst du 20 Euro. Ich: Also für 20Euro verkaufe ich die nicht. 50Euro sind schon mehr als fair. Ich fahre aber manchmal in Ihrem Ort vorbei, da könnte ich vielleicht... (leider habe ich nicht nachgedacht als ich den Satz angefangen habe) Er: OK. Bringst du Reifen morgen. Straße... Ich habe ihn dann auf ein späteres Telefonat verdröstet. Ich fand das schon sehr frech. Für 4 Winterreifen 20Euro zu bieten. Die Reifen habe ich ihm bei dieser Dreistheit natürlich nicht vorbei gebracht. Sonst hätte ich den Aufwand gehabt und er hätte mir dann Betrag xx gegeben oder ich hätte die Reifen wieder mitnehmen müssen. Ein paar Tage später hat ein anderer angerufen, war freundlich, hat ein paar Fragen gestellt, wir haben uns ein Termin ausgemacht, er kam vorbei, hat sie sich angesehen, Geld gegeben und mitgenommen. So hab ich mir das gewünscht.
Matthias Sch. schrieb: > Kann ich so nicht bestätigen. Ich habe, als ich das geschrieben habe, nachgesehen, wann der nächste Termin in der Jüterboger Straße zu bekommen war. Ich würd' sagen: Du hast einfach Glück gehabt. Kann man bei dem Verein auch; ich habe mal ein Auto in der Keibelstraße umgemeldet, einfach so mit hingehen und die Aktion ging in zwei Stunden über die Bühne. Das hat mir damals schon keiner glauben wollen. Ist allerdings schon 15 Jahre her.
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Ich würd' sagen: Du hast einfach Glück gehabt. Kann natürlich sein. 1995 habe ich da auch mal 6 oder 7 Stunden verbracht in den Vor-Internet Zeiten. So eine Geschichte kann wahscheinlich jeder erzählen, der öfter mal zum KVA musste. Wenn du allerdings den Internet Termin hast und pünktlich da bist, geht das wirklich flott.
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