Forum: Offtopic iPAD als Zweit-Tablet ?


von Sebastian E. (s-engel)


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Hallo zusammen.

Ich habe hier ein "Luxusproblem".

Immer wieder lese ich das es eine App für ein Produkt (BluRay, 
Zeitschriften, Set-Top-Boxen, ...) im Apple AppStore gibt und für 
Android wird vorraussichtlich eventuell mal eine nachgelegt.

Hier auch ein Artikel zu dem Thema:
http://www.welt.de/wall-street-journal/article114532164/Warum-Apple-Kunden-alle-guten-Apps-bekommen.html

Ich hab im Netz auch gelesen das entwicklung von Apple-Apps einfacher 
und schneller (damit günstiger) sein soll. Es gibt einfach eine deutlich 
geringe Variationen von Geräten, worauf getestet werden muss.

Was mich jetzt zu der Überlegung, ein iPAD als zweittablet zuzulegengen, 
getrieben hat ist die Horizon Box von Unity Media.
Diese wird von Samsung gebaut und gesteuert über eine iPAD App.
Das passt irgendwie nicht ganz in mein Weltbild rein.

Das ist natürlich nicht der einzige Fall.
Leichte verärgerung gab es schon bei BluRay Features, Astronomie Apps 
und der "'ct Hardware Hacks App" welche schon seit ca einem Jahr für 
Android verfügbar sein sollte.

Nun Frage ich mich aber selbst, macht es sinn als Ergänzung zu meinem 
10" Android Tablet ein 8" iPad Mini anzuschaffen?

Wie seht ihr das?

Gruß! Sebastian

von Läubi .. (laeubi) Benutzerseite


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Absolution für Luxuskäufe gibt es nicht in Internetforen, das musst du 
schon mit dir selbst ausmachen.

Sebastian Engel schrieb:
> Das ist natürlich nicht der einzige Fall.

Ja krass, voll erschreckend ich bin erschüttert. Da sollte man mal eine 
EU Richtlinie erlassen, oder zwei ;-)

Wie konnte die Menscheit nur bisher ohne die "richtige" App überleben?

von Peter K. (peter_ph)


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Nächstes Jahr kommt offiziell Ubuntu für mobile Geräte raus.
Also wenn du das Ipad nicht dieses Jahr kaufst, hast du im nächsten 2 
Luxusprobleme ;)


Nee, also mir wäre das Handling der Daten zwischen den einzelnen Geräten 
schon zu stressig.
Man hat sie dann nämlich nie auf dem Gerät, auf dem man sie gerade haben 
möchte.

Ohne dropbox wäre ich schon aufgeschmissen, aber das ist auch nicht ohne 
Aufwand.

von Sebastian E. (s-engel)


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Läubi .. schrieb:
> Absolution für Luxuskäufe gibt es nicht in Internetforen, das musst du
> schon mit dir selbst ausmachen.

Und besonders nicht in diesem ;-)
Villeicht sollte ich mal in nem Appleforum fragen :-D


Läubi .. schrieb:
> Wie konnte die Menscheit nur bisher ohne die "richtige" App überleben?

Die "richtige" App gibt es ja. Nur eben nicht auf allen Plattformen.
Das geniale Werner Soundboard gibt es nur für Android.


Peter K. schrieb:
> Nächstes Jahr kommt offiziell Ubuntu für mobile Geräte raus.
> Also wenn du das Ipad nicht dieses Jahr kaufst, hast du im nächsten 2
> Luxusprobleme ;)

Und mit Windows Phone oder Windows 8 Mobile oder wie das jetzt heißt 
sogar 3!


Peter K. schrieb:
> Nee, also mir wäre das Handling der Daten zwischen den einzelnen Geräten
> schon zu stressig.

Das ist natürlich das Hauptproblem.
Ich hab schon stunden damit verbracht einen Weg zu finden Outlook und 
Android Phone übers Internet zu synchronisieren.

-----------------------------------------------------------------------

Das Grundproblem ist ja das Apps zu bestimmten Produkten erstmal für 
Apple geschrieben werden. Das sind dann ja alles Spezialapps, welche 
keine Daten mit Windows oder Android austauschen können, da es für 
andere Systeme keine Software gibt.

Prinzipiell bin ich gegen die Philosophie von Apple alles einzukapseln.
Daher sehe ich das iPad in meinem Fall als "Erweiterte 
Superfernbedienung mit Touchscreen" und nicht als Produktivplattform.

VG!

von Peter K. (peter_ph)


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Sebastian Engel schrieb:
> Das ist natürlich das Hauptproblem.
> Ich hab schon stunden damit verbracht einen Weg zu finden Outlook und
> Android Phone übers Internet zu synchronisieren.
>

Bei mir ist das Problem eher die Fotos, die ich jemandem zeigen möchte, 
die aber nie da sind, wo ich sie brauche, oder Musik, oder auch 
schriftliche Dokumente. Und alles immer synchron zu halten ist auch 
Arbeit.


> Prinzipiell bin ich gegen die Philosophie von Apple alles einzukapseln.
> Daher sehe ich das iPad in meinem Fall als "Erweiterte
> Superfernbedienung mit Touchscreen" und nicht als Produktivplattform.

Ich bin kategorisch gegen diese Einkapselung.

Die antwort ist ja an sich ganz einfach, und nur du kannst sie dir 
beantworten :)

Hast du genug Kohle für die erweiterte Fernbedienung?
Willst du sie dafür ausgeben?
Fällt dir nichts besseres ein, wofür du das ausgeben willst?

Alles ja? Wo ist das Problem.
Eine Originalfernbedienung für meinen Fernseher kostet auch 120€ 
(krank!!).
Und das ist nicht mal eine "erweiterte Superfernbedienung mit 
Touchscreen" ;)

von Borislav B. (boris_b)


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Ich habe auch ein Nexus 10 und ein iPad daheim. Ist ganz praktisch, wenn 
mal ein Familienmitglied eines der tablets in Beschlag genommen hat ;-)

Und wenn man mal eine speziel App braucht die es tatsächlich nur für 
eine der Platformen gibt ist man fein raus...

von Läubi .. (laeubi) Benutzerseite


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Sebastian Engel schrieb:
> Das Grundproblem ist ja das Apps zu bestimmten Produkten erstmal für
> Apple geschrieben werden

Nicht unbedingt, Apple gilt aber als "hipp" und wird von den Leuten die 
die Zielgruppe solch "exklusiver" Gadgets sowieso nahezu ausschließlich 
eingesetzt (bzw. behaupten das die Leute die dann dem Kunden eine "wir 
machen erstmal Apple App" verkaufen wollen) und die paar armen 
Android-Hungerleider ... ist aber das gleiche wie zu Anfang des 
Internets, wo es immer hieß: Ach wir "optimieren" das nur für IE, die 
paar (20) Prozent Netscape User. Um dann für irrsinnig viel Werbe-Geld 2 
-3 % mehr Benutzer auf die Plattform zu locken.

Wer also nur für die vermeintlich beste Plattform entwickelt sagt doch 
das ihm der Rest der Welt egal ist, ob man dann dort Kunde werden will 
muss man sich eben überlegen.

von Sebastian E. (s-engel)


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Läubi .. schrieb:
> Nicht unbedingt, Apple gilt aber als "hipp"

Das unterschreibe ich sofort!
Und da viele entscheidungsträger ebenfalls Hipp sind, ist das ist wohl 
nicht selten ein Grund für "Apple first" entwicklungen.

Weitere Gründe habe ich auf diesen Seiten gefunden:

---------------------------------------------------------------------
"Nur ein Drittel der Android-Geräte haben die neueste Version, über ein 
Drittel eine hoffnungslos veraltete Version[...]"

"Da brauchen wir gar nicht mehr mit den unterschiedlichen Gerätetypen 
und ihren zahllosen Hardware-Ausstattungen und Displaygrößen anzufangen, 
um das Android-Dilemma aufzuzeigen. Das kommt natürlich noch erschwerend 
hinzu."

"[...] Apples App Store generiert 74 Prozent aller Umsätze mit mobilen 
Apps[...]"

"Einen Entwickler interessiert nur:

- Welches ist die Plattform, die mir die beste Funktionalität bietet?
- Wo kann ich meine App-Idee am einfachsten umsetzen?
- Wo habe ich den meisten Umsatz zu erwarten?

Und diese drei Fragen haben heute in vielen Fällen noch immer die 
gleiche Antwort: iOS."

https://plus.google.com/+JanTi%C3%9Fler/posts/7S1cWsf7gje

----------------------------------------------------------------------
In die gleiche Richtung geht dieser Artikel:

http://netzwertig.com/2013/08/21/ios-first-warum-apple-der-koenig-der-apps-bleibt/

----------------------------------------------------------------------
Laut dieser Seite kommen die Android Apps ca. 418 Tage später:

http://www.areamobile.de/news/18716-untersuchung-android-apps-kommen-erst-1-jahr-nach-ios-version

----------------------------------------------------------------------

Die offenheit des Android systems ist anscheinend auch das problem der 
entwickler.

Aber grade diese offenheit alles machen zu können schätze ich sehr.
Auch aus diesem Grund habe ich damals (tm) ein Tablet gekauft mit USB 
OTG unterstützung.

Der kosten-nutzen-Faktor ist mir noch zu schlecht beim iPad (mini) als 
zweitgerät.

von Georg A. (georga)


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> Ich hab im Netz auch gelesen das entwicklung von Apple-Apps einfacher
> und schneller (damit günstiger) sein soll. Es gibt einfach eine deutlich
> geringe Variationen von Geräten, worauf getestet werden muss.

Mein Kollege macht Apps für beides und hat davon noch nichts gemerkt. Im 
Gegenteil, die iOS-Entwicklung ist extrem schmerzhaft aufgrund der 
unzähligen Regularien für die SW an sich und das "GUI-Feeling". Mal ganz 
abgesehen von Objective-C. Wenn C ein Makro-Assembler ist, ist 
Objective-C ein Makro-Assembler mit Objektorientierung. Dagegen ist C++ 
wirklich eine Hochsprache ;)

iOS selbst ist Steinzeit-Technologie, auch was die GUI-Widgets angeht. 
Vor iOS6 (AFAIR) gab es nichtmal automatisch ausrichtende Layouts, 
musste alles absolut in Pixel angegeben werden (fürs iPad halt dann 
nochmal anders). Ist ja schön, dass Apple die Sache mit den 
GUI-Ressourcen vor 30 Jahren erfunden hat, aber sie sind dann auch dabei 
stehengeblieben...

Der Review-Prozess ist eine einzige Verarschung. Die 
Zurückweisungsgründe sind ungefähr so objektiv wie "dukommsthiernetrein" 
beim Disco-Türsteher. Unsere App brachte nach erfolgreichem Login eine 
Message-of-the-Day vom Server. Da stand unter vielem anderem auch kurz 
was von Android -> Reject.

Bei Updates geht das Review zwar schneller. Für kritische 
Sicherheitsupdates sind die 3-5Tage aber immer noch gefährlich lang.

Deswegen ist der Preis für iOS bei uns dann auch doppelt so hoch 
(Schmerzensgeld).

Man darf auch nicht vergessen, dass gefühlte >50% aller Apps nur 
Webview-Wrapper sind, also einfach nur Webseiten eines Anbieters 
"bequemer"/touch-tauglich anzeigen. Das kann man mit HTML5 und ein paar 
Webview-Callbacks recht schnell zusammendengeln.

Die Android-App mit deutlich mehr Funktionalität war bei uns jedenfalls 
viel schneller fertig... Probleme mit der Diversität gabs eigentlich 
nicht.

von Borislav B. (boris_b)


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Georg A. schrieb:
> iOS selbst ist Steinzeit-Technologie, auch was die GUI-Widgets angeht.
> Vor iOS6 (AFAIR) gab es nichtmal automatisch ausrichtende Layouts,
> musste alles absolut in Pixel angegeben werden (fürs iPad halt dann
> nochmal anders).

Wenn ich mir einige Apps auf meinem Nexus 10 anschaue scheint genau das 
auch bei Android zu passieren. Da ist dann die ganze App klitzeklein und 
nur oben links in der Ecke, der Rest des Bildschirms ist leer (nur ein 
Beispiel von vielen, es gibt auch noch andere lustige Layoutfehler).

Georg A. schrieb:
> iOS selbst ist Steinzeit-Technologie, auch was die GUI-Widgets angeht.

Ich erinnere mich noch mit Schaudern daran, wie ich vor einiger Zeit 
vergeblich versucht habe unter Android Listen mit Ein- und 
Aus-füge-Animationen hinzubekommen. Das war quasi unmöglich. Die iOS 
Widgets hingegen haben das problemlos erlaubt. Das kann man also so 
nicht verallgemeinern.

Georg A. schrieb:
> Mal ganz
> abgesehen von Objective-C. Wenn C ein Makro-Assembler ist, ist
> Objective-C ein Makro-Assembler mit Objektorientierung. Dagegen ist C++
> wirklich eine Hochsprache ;)

Du kannst iOS Apps übrigens auch in C++/C#/JS schreiben, wenn du objC 
nicht magst ;-)

von Georg A. (georga)


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> Wenn ich mir einige Apps auf meinem Nexus 10 anschaue scheint genau das
> auch bei Android zu passieren. Da ist dann die ganze App klitzeklein und
> nur oben links in der Ecke, der Rest des Bildschirms ist leer (nur ein
> Beispiel von vielen, es gibt auch noch andere lustige Layoutfehler).

Dann hat der App-Entwickler Mist gemacht. Gerade die Diversität der 
Geräte hat von Anfang an die dynamischen Layoutelemente in der API nötig 
gemacht. Eine iOS-App vor 6 hatte ohne extra iPad-Layout überhaupt keine 
Möglichkeit, das "offiziell" anzupassen. Von Hand konnte man natürlich 
immer über die Strukturen drüber, aber das tut erst recht weh.

> Ich erinnere mich noch mit Schaudern daran, wie ich vor einiger Zeit
> vergeblich versucht habe unter Android Listen mit Ein- und
> Aus-füge-Animationen hinzubekommen. Das war quasi unmöglich. Die iOS
> Widgets hingegen haben das problemlos erlaubt. Das kann man also so
> nicht verallgemeinern.

Naja, Apple war schon immer aufs gefällige Äussere spezialisiert. Dass 
man alle möglichen Übergänge nutzen kann, ist zwar schon toll, lenkt 
halt von der minimalen Funktionalität ab. Das neue iOS7-Standarddesign 
sieht inzwischen ja richtig grottig aus. Back to 2D wie in den frühen 
80ern... Ich warte nur noch darauf, dass die wenigen verbliebenen 
Strukturelemente auch wieder als ASCII-Art dargestellt werden...

> Du kannst iOS Apps übrigens auch in C++/C#/JS schreiben, wenn du objC
> nicht magst ;-)

Aber UI muss doch in Objective-C sein, also Sprachenmischmasch (nervt 
mich schon genug bei Webanwendungen, JS, CSS, HTML im Client + XML/JSON 
zwischendrin + php/perl im Server, was für ein Quark). Und wenn man 
UI-Wrapper ala Qt einsetzt, wird die Fehlersuche bei Problemen sicher 
nicht einfacher... Und die Macken von Xcode machen es nicht besser.

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