>ich versuche derzeit eine 200 MHz Wechselspannung deren Amplitude zw. 0
>und 300 mV schwankt zu verstärken.
Du brauchst ein Layout mit einer durchgehenden Massefläche, die nur im
Bereich der verstärkungsbestimmenden Widerstände Aussparungen hat. Im
Anhang ist ein Beispiel gezeigt.
Dann mußt du jeden Versorgungsspannungsanschluß einwandfrei entkoppeln.
Setze besser keine Parallelschaltung von unterschiedlichen Caps ein,
weil das die Gefahr von Resonanzen in sich birgt. Verwende lieber eine
große keramische Kapazität in einer kleinen Bauform (0603 oder 0805),
die du direkt von den Anschlüssen zur Massefläche lötest. Wenn das nicht
reicht, schalte eine weitere identische Kapazität parallel und sorge für
gleich lange (oder besser gleich kurze!) Anschlüsse.
Der Grund der Schwingung ist aber wahrscheinlich der direkte Anschluß
des Tastkopfs mit seiner unzulässigen kapazitiven Last an den Ausgang
des OPamp. Das mögen diese OPamp garnicht. Die korrekte Art ist der
Anschluß einer korrekt terminierten 50R-Leitung, wie in figure 52 des
Datenblatts gezeigt. Wenn du dennoch einen hochohmigen Tastkopf
anschließen willst, dann mußt du in den Ausgang noch einen Widerstand
einlöten. So 22...33R sollten genügen, hängt aber bei einer "current
feedback" Geschichte ganz vom OPamp ab.
Desweiteren empfehle ich immer Pi-Filter in den Zuleitungen der
Versorgungsspannungsanschlüsse, damit längere Leitungen zum
Labornetzteil nicht zur Antenne werden oder wiederum ungesunde
Resonanzen bilden können.
Natürlich ist auch der Anschluß des Eingangs nicht unkritisch. Da sollte
eigentlich auch eine korrekt terminierte 50R-Leitung sitzen, es sein
denn du hast den Treiber wirklich direkt vor den Eingang gelötet.
Diese ultraschnellen OPamps verlangen HF-mäßige Aufbauten mit sauber
terminierten "transmission lines" und Platinen mit durchgehenden
Masseflächen. Die kannst du nicht wie normale Opamps beschalten oder
irgendwo dein Oszi in die Schaltung hängen.