Warum können Sender ohen Antenne Kaput gehen?

Gast #3460368
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Wenn ein Ausgang einfach offengelassen wird, treten dort Reflektionen 
auf. Und viele Verstärker können beschädigt werden, wenn zu viel 
Leistung in den Ausgang zurückgespeist wird.

Daher verwendet man zum Testen von solchen Sendeverstärkern auch eine 
"Dummy Load". Das ist einfach nur ein Widerstand, der der Impedanz des 
Ausgangs entspricht. Dann treten keine Refelxionen mehr auf, und die 
Sendeleistung wird im Widerstand verheizt.
Moderator Persönliche Seite #3462276
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ich schrieb:
> Warum können Sender ohne Antenne kaputt gehen?

Es gehen übrigens keineswegs nur Sender ohne Last kaputt.  Ein Generator
in einem Kraftwerk, dem du plötzlich die Last wegnimmst, würde dir
das mindestens genauso übelnehmen wie ein Sender.  Ist alles eine Frage
der Leistung, ab einem bestimmten Leistungsbereich gibt es keine
"automatische" Ausregelung mehr zwischen dem Fall "keine Last" und
"Vollast".

Andererseits wiederum: einem Sender kleiner Leistung ist es genauso
egal wie deiner 230-V-Steckdose, ob da eine Last dran ist.
Gast #3462286
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Da muss ich dir widersprechen Jörg. Einem Kraftwerk ist es tatsächlich 
(beinahe) egal, wenn plötzlich die Last weg ist. Es mag das zwar nicht 
(Torsionsschwingungen in der Generatorwelle, Überspannung bis Erregung 
weg, und vieles mehr), aber es wird dafür ausgelegt.
Der Vergleich hinkt insbesondere deswegen, weil der Lastsprung an sich 
unschön ist, ohne Last am Generator an und für sich aber kein Problem. 
Ohne Last anfahren ist ja der Normalfall und bis das Ding synchron ist, 
gehts doch eine Weile...
Moderator Persönliche Seite #3462326
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KKW schrieb:
> Es mag das zwar nicht (Torsionsschwingungen in der Generatorwelle,
> Überspannung bis Erregung weg, und vieles mehr), aber es wird dafür
> ausgelegt.

OK, ich hatte den Unfall im Kraftwerk Boxberg in Erinnerung, aber
bei dem kam es zu einer Rückspeisung.  Die daraus resultierenden
Torsionsschwingungen hat der Generator dann nicht verkraftet.

Kommerzielle Sender verkraften übrigens auch den Komplettausfall der
Last.  Sowas passiert beispielsweise, wenn bei einem Mittelwellensender
ein Blitz in die Antenne einschlägt.  Dass sie es verkraften, klappt
aber nur, indem auf die Situation reagiert wird und die Ansteuerung
zurückgenommen wird, damit keine HF-Energie mehr erzeugt wird.
#3463140
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Viele Funkgeräte haben zum Schutz der Endstufe eine eingebaute 
Stehwellenbrücke und Steuerelektronik welche bei schlechter 
Leistungsanpassung oder Leerlauf die Ansteuerung der Endstufe auf einen 
ungefährlichen Wert reduziert. Außerdem sind moderne BJT 
HF-Leistungstransistoren durch Multi-Emitter Konstruktion bis zu einem 
bestimmten Grad schon durch ihre Konstruktion anpassungsgeschützt.

Vor vielen Jahren konstruierte ich einen 72Mhz 700W Laser 
Leistungsgenerator für eine Luftfahrtanwendung. Mittels eingebauten 
Reflektometer (SAGE Wireline) und Schutzelektronik konnte man sogar bei 
Vollast ohne Besorgnis die Last abziehen. Der Leistungsteil war mit 
Leistungsteiler zusammengeschalteten UKW Gegentakt MOSFETs bestückt. Der 
Leistungsteil funktionierte von 10-150MHz. Dieses Modul hatte übrigens 
die Größe eines 1l Milchkarton. Der Leistungsteil war wassergekühlt mit 
1.2l/min. Wasserdurchfluß. Die Kühlung wär so effektiv dass das Gehäuse 
keine merkbare Erwärmung zeigte. Stromverbrauch lag bei 45A und 28VDC. 
Es ist also schon möglich "unkapputtbare" HF-Leistungstufen zu bauen. 
Beim testen ist mir allerdings ein Endstufentransistor durch nicht 
erkannt, schlechten Flansch Montiertorque kaputt gegangen. Es ist sehr 
wichtig darauf zu achten.


Mfg,
Gerhard

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