Hallo!
für das Platinen-Ätzen nehme ich bislang eine einfache Kunsstoffschale,
die ich in einem Wasserbad auf dem Herd erwärme. Neben der schwierigen
Temperaturregelung stört mich hier am meisten die Sauberkeit. Ich
reinige zwar hinterher alles gründlich aber ein mieses Gefühl bleibt
dennoch. Ich will die Schweinerei einfach nicht in der Küche haben und
denke daher über den Kauf eines Ätzgerätes nach
(http://www.reichelt.de/Aetzgeraete-Belichter/-TZGER-T-1/3/index.html?ARTICLE=23418).
Was ich mir verspreche sind sauberere und bequemere Handhabung und eine
effizientere Ätzung. Da ich nur alle paar Wochen mal was ätze und selten
mehr als halbes Euro-Format und dabei i.d.R. mit 200ml Lösung auskomme,
frag ich mich, ob sich das wirklich lohnt.
Hat jemand Erfahrung mit dem Gerät in dem o.a. Link?
Finanziell "lohnt" ein Hobby nie. Die Sauerei in der Küche verhindert
ein im Keller stehendes Gerät schon. Eine temperierte Platte auf der
eine Photoschale mit ebenem Boden steht aber auch.
Ich verwende zum entwickeln und ätzen die Schalen vom Conrad, in die
kleinen geht eine Eurokarte gerade so rein. Um Sauerei zu verhindern
habe ich mir eine große, flache Plastikbox mit Deckel gekauft. Da kann
man beim hantieren mit den Chemikalien alles bequem reinstellen und wenn
mal was daneben geht bleibt trotzdem alles in der Box. Gearbeitet wird
dann mit zimmerwarmen Lösungen auf dem Badezimmerfußboden. Am Ende kann
man den Kleinkram bequem in der Box lagern.
Die Idee kam mir nachdem ich das Bad mal mit Eisen-III-Chlorid geflutet
hatte. Ging zwar alles wieder schön sauber bis auf ein paar Flecken in
den Fugen, aber das muss nicht wieder sein.
EDIT: Gemeint ist oben natürlich, dass die Schalen beim arbeiten in der
Box stehen und nicht auf dem Fußboden direkt.
P.Kohlen schrieb:> Ich will die Schweinerei einfach nicht in der Küche haben
Mit welchem Ätzmittel arbeitest du? Ich nehme dazu Natriumpersulfat in
einer gewöhnlichen Plastikhaushaltdose und stelle sie in die Spüle, wo
zuvor heißes Wasser eingelassen wird. Hat bisher auch ohne
Temperaturregelung prima funktioniert und verursacht bis auf ein paar
kleine Spritzer durch das Schwenken keinerlei Dreck.
P.Kohlen schrieb:> Ich will die Schweinerei einfach nicht in der Küche haben und> denke daher über den Kauf eines Ätzgerätes nach
Wenn du das aber sauber machen mußt, hast du eine große Schweinerei.
Es muß total zerlegt werden.
Bleib bei deinem Bedarf bei den Schalen.
Hi,
P.Kohlen schrieb:> Was ich mir verspreche sind sauberere und bequemere Handhabung und eine> effizientere Ätzung. Da ich nur alle paar Wochen mal was ätze und selten> mehr als halbes Euro-Format und dabei i.d.R. mit 200ml Lösung auskomme,> frag ich mich, ob sich das wirklich lohnt.
Küvette ist auf jeden Fall bequemer und schneller als die
Schalenmethode.
Auch die Lösungsmenge ist jetzt nicht das größte Problem, denn die
kannst du ja wiederverwenden. Bei 200ml Lösung ist die halt schneller
Verbraucht als bei einem Liter. (oder hast du die bisher immer Entsorgt
und jedes mal neu angesetzt?). Einzig wenn du wirklich sehr sehr selten
Ätzt kann es zumindest bei Natriumpersulfat sein das es sich selbst
zersetzt, also rechne mal mit Mindestbedarf von 1L Lösung pro Jahr, auch
wenn nur ganz wenige Platinen gemacht werden, falls es durch vielnuzung
eher Verbraucht ist muss natürlich früher getauscht werden.
Von der Gesundheitlichen Seite würde ich das arbeiten in der Küche aber
jetzt nicht ganz so kritisch sehen. Bei Natriumpersulfat ist vor allem
der feine Staub der beim hantieren mit dem trockenen Pulver entstehen
kann das Problem. Den muss man vermeiden und sollte den möglichst nicht
einatmen. In den Mengen die man aber durch evtl. beim Putzen übersehene
Stellen aufnehmen kann ist es aber relativ unbedenklich. Nur bei
Säuglingen im Haushalt würde ich das definitiv eine ZEitlang sein
lassen.
( Gilt auch für die "verbrauchte Lösung" mit Kupferanteil.
Aber nochmal: Ich rede hier von kleinsten Rückständen, nicht vom Nuckeln
an der Pulle!)
So gesehen ist die größere Lösungsmenge der Küvette von Vorteil denn der
Arbeitsschritt bei dem Stäube entstehen können ist nun einmal das
Ansetzen der Lösung. Da sich dessen Abstände erhöhen verringert es die
Gesamtbelastung.
Wobei aber noch dazugesagt sei das eine Küvette selbst zu bauen keine
HExerei ist. Wenn nur eine halbe Europlatine gefordert ist kann man als
Küvette auch eine hohe schmale Frischhaltedose o.ä. nehmen. Falls man
dann noch eine Membranpumpe und HEizung herumliegen hat oder günstig
kaufen kann ist man deutlich günstiger dabei. Ob sich das lohnt hängt
aber sehr von den Beschaffungspreisen für Pumpe und Heizung ab. Wenn man
da erst horrende Versandkosten oder Apothekenpreise im teuersten
Zoofachgeschäft der Umgebung bezahlen muss wird der Selbstbau
uninteressant.
Also gründlich Preise vergleichen.
Gruß
Carsten
Ich hab' mir vor ein paar Jahren mal eine Küvette zugelegt und bin davon
wieder weg - um die Ätzlösung drin stehen zu lassen, ätze ich zu selten.
Und der Reinigungsaufwand ist zwar beherrschbar, aber trotzdem doof.
Kunststoffschalen im Wasserbad wären mir aber auch zu viel Gedöns. Ich
habe aktuell eine einfache Elektro-Kochplatte (ca. 12,- im Blödmarkt)
und eine hitzefeste Glas-Auflaufform (ca. 10,- vom Discounter oder Ikea)
im Einsatz - funktioniert prima mit Eisen III im Winter oder
HCL/H2O2/CuCl draußen im Sommer uns ist supereinfach zu reinigen.
"finanziell" muss sich die Sache nicht lohnen. In erster Linie geht's um
einen Gewinn bei Sauberkeit und Bequemlichkeit. Das Ätzen ist der
unangenehmste Prozessschritt für mich. Der Hinweis auf das aufwendige
Reinigen des Geräts trübt allerdings die Aussicht. Im Datenblatt lese
ich gerade, dass die Lösung bei längerem Nichtgebrauch in anderen
Gefäßen aufbewahrt und das Teil gereinigt werden muss. Das ist schon
lästig.
P.S.: ich verwende Natriumpersulfat und ich verwende die Lösung i.d.R.
so lange bis sie wirklich gar nicht mehr taugt.
Also ich finde das Ätzgerät von reichelt lohnt sich auf jeden Fall.
Sofern man keine Lust hat, sowas selber zu bauen, was natürlich recht
einfach geht.
Ansonsten bin ich damit sehr zufrieden. Die Lösung bleibt immer drin,
hält bei mir >1 Jahr und ab und an wird etwas Wasser nachgefüllt. Die
Heizung bringt die Lösung in ca. 15-20 min. auf 50°C. Das ist ok. Somit
ist das Gerät schnell bereit und erfordert auch keine große Arbeit nach
dem Ätzen, wie umfüllen von Lösung usw.
Gepansche in der Küche würde ICH nicht machen. Wobei hier viele sind,
die sind da sehr schmerzfrei. Da wird auch mal direkt in der Pfanne
geätzt.
gruß cyblord
Es geht auch etwas einfacher. Mir ist die heizerei im Wasserbad auf dem
Küchenherd auch schon sehr lästig. Mein nachdenken generierte folgende
Lösung.
Man nehme eine ausgewiesene wasserdichte Tupperbox und eine Styroporbox
welche die Tupperbox aufnehmen kann. Das Ätzmittel wird auf sechzig Grad
aufgeheizt und in die Tupperbox gefüllt.Leiterplatte dazu und
verschließen. Rein in die Isobox und Deckel drauf. So dass sollte
Temperaturmäßig solange im grünen Bereich sein bis die Platine fertig
ist. Ach ja ,bewegt soll das ja auch werden...da wäre eine sich drehende
Platte mit leichtem Schrägstand die sich mit einem Getriebemotor langsam
dreht. Es könnte auch eine kleine Wippvorrichtung sein...ist egal.
Sabbern scheidet dann aus und das jonglieren mit der Temperatur auch.
Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass ich die Einzelkochplatte auch
gekauft habe, um aus der Küche 'raus zu kommen und dass die Auflaufform
natürlich nicht mehr für Lebensmittel verwendet wird. Auch wenn das
vermutlich ginge, denn so eine Glasschale ist doch sehr einfach sehr
sauber zu bekommen...
cyblord ---- schrieb:> Also ich finde das Ätzgerät von reichelt lohnt sich auf jeden Fall.> Sofern man keine Lust hat, sowas selber zu bauen, was natürlich recht> einfach geht.>> Ansonsten bin ich damit sehr zufrieden. Die Lösung bleibt immer drin,> hält bei mir >1 Jahr und ab und an wird etwas Wasser nachgefüllt. Die> Heizung bringt die Lösung in ca. 15-20 min. auf 50°C. Das ist ok. Somit> ist das Gerät schnell bereit und erfordert auch keine große Arbeit nach> dem Ätzen, wie umfüllen von Lösung usw.>> Gepansche in der Küche würde ICH nicht machen. Wobei hier viele sind,> die sind da sehr schmerzfrei. Da wird auch mal direkt in der Pfanne> geätzt.>> gruß cyblord
ok. d.h. das Gerät hält auch ohne regelmäßiges Entleeren und Reinigen?
Wie lange hast du das Teil schon? Musstest du schonmal Ersatzteile
tauschen?
ich ätze mit Salzsäure, vom Ausdruck bis zur geätzten Leiterplatte
dauerts max 15 min. Da bleibt gar keine Zeit für Sauereien :-)
1 Folientasche zusammenkleben (für doppelseitige) 1min
2 Belichten 2x 3min
3 einen Teelöffel Natriumhydroxad in die Ätzschale, etwas heisses Wasser
dazu
(dann löst es sich sehr schnell)
4 in eine 2. Schale ca 100ml Wasser und die Leiterplatte, jetzt die
(überkonzentrierte)Natronlauge in kleinen Mengen in zur Platine
giessen.
Mit etwas Übung hat man die richtige Menge bald heraus, immer schön
schwenken, eventuell zwischendurch abspülen ,2min
5 Leiterplatte abspülen, Ätzschale ausspülen und wieder ca 100 ml Wasser
rein
dazu einen Schuss Salzsäure und einen Schuss Wasserstoffperoxyd, die
richtige Menge erkennt man an der Färbung, blau ist zuviel H2O2
(Salzsäure
nachgiessen, grün ist zuviel Salzsäure (H2O2 nachgiessen) Schale
ständig
schwenken Dauer max 5min
6 Platine abspülen und in die erste Schale mit der stark konzentrierten
Natronlauge zum strippen. 1min
7 Platine spülen, Ätzschalen spülen fertig
P.Kohlen schrieb:> ok. d.h. das Gerät hält auch ohne regelmäßiges Entleeren und Reinigen?> Wie lange hast du das Teil schon? Musstest du schonmal Ersatzteile> tauschen?
Habe es jetzt ca. 2,5 Jahre. Immer voll mit Lösung. Nur 1 mal die Lösung
komplett ausgetauscht und alles gereinigt. Jetzt wirds bald mal wieder
Zeit dafür.
Zwischendruch ist die Lösung im Winter auch mal eingefroren. Ging danach
immer noch zum ätzen. Erstaunlich eigentlich.
Ersatzteile brauchte ich bisher nur neue Befestigungsgummiringe für den
Blubberschlauch. Die haben sich langsam aufgelöst. So nach 12 Monaten.
Das wars. Heizung und Pumpe gehen noch ohne Probleme. Küvette ist nach
wie vor dicht.
gruß cyblord
Meine Meinung: Ich hab das Ätzgerät seit 7 Jahren und möchte nicht
wieder zum Eisen-III-Chlorid zurück. Das Schaumätzen hat zwar gut
funktioniert, aber die braune Brühe hat alles eingesaut.
Aber: Das Ätzgerät als Ganzes lohnt sich nicht.
- Der Gummischauch und die Ringe lösen sich im NaPS auf.
- Grünen Aquarienschlauch genommen.
- Mit einer Ledernadel (dreikantig) Löcher durchgestochen - wichtig,
die Nadel muss auf der anderen Seite wieder rauskommen.
- Mit Angelsehne festgebunden.
=> Hält seit Jahren, und blubbert gleichmäßiger als der Gummischlauch.
- Die Platinenhalterung ist Mist. Die Platinen werden am Rand gefasst,
dort kommt das Ätzmittel nicht richtig hin, es bleibt immer Kupfer am
Rand stehen.
- Halterung weggeworfen.
- Löcher in Platine und diese mit isoliertem Draht reinhängen.
=> Man kann flexibel mehrere Platinen reinhängen, und unabhängig
voneinander rausnehmen, wenn sie fertig sind.
- Die Schale ist zu klein.
- Eine Pflanzschale aus dem Obi geholt. Da passen gleich die Drähte zum
Einhängen und der Deckel* zum Abtropfen mit rein.
- Der Kasten mit der Pumpe lässt die ganze Konstruktion brummen.
- Den Kasten weggeworfen. Halt, stimmt nicht. Da passt ein 80er Lüfter
rein, in Verbindung mit einem Lüftergitter und Aktivkohlematte aus dem
Aquarienladen ergab das eine Lötdampfabsaugung.
- Die Pumpe separat aufhängen, reduziert die Geräusche erheblich.
Also kauf die Küvette und das NaPS bei Reichelt, und hol Dir eine
passende Schale, Heizer (100W), Thermometer (bis 50°C), Schlauch und
Pumpe aus dem Baumarkt bzw. Aquarienladen.
Achtung: Eisen-III-Chlorid geht mit dieser Küvette nicht.
*) Ein Deckel aus Kunststoff mit Griff verhindert das Rausspritzen und
übermäßige Verdunsten.
P.Kohlen schrieb:> für das Platinen-Ätzen nehme ich bislang eine einfache Kunsstoffschale,> die ich in einem Wasserbad auf dem Herd erwärme.
hab ich früher so ähnlich gemacht aber dann hab ich mir nen plasteimer
vom dönertürken organisiert.
dazu noch zwei deckel.
5l fecl3 / hcl lösung.
die lösung wird belüftet und beheizt.
als ausströmer für die luft verwende ich epoxidharzausströmer für
seewasseraquarien.
die verperlen die luft sehr fein.
mit ner schlauchklemme wird die luftmenge eingestellt.
beheizt wird mit 100w aquarienheizung + selber gestricktem thermostat.
ersatzteile?
nun ja der zweite deckel wenn man zweck´s lagerung mal dicht machen
will...
ach ja der eimer steht in ner babywanne die ich vom sperrmüll habe.
die kosten hielten sich sehr in grenzen.
Weil ich es gerade ausprobiert hab: Eisen(iii)chlorid bei
Zimmertemperatur in ein Gurkenglas, zwei Minuten schütteln, Platine
rausnehmen. Ich hab es das erste mal im Glas gemacht und war erstaunt
wie gut das funktioniert vs. Schale und schaukeln.
Zur Herdplatte: Die einzelnen Dinger kosten neu ~ 15 EUR bei ebay, ich
hab eine vom Flohmarkt fuer 3 EUR. Das ganze kann man für alles mögliche
brauchen, z.B. kochen auf dem Balkon \o/.