Forum: Offtopic "Service" beim großen blauen C


von Gerald B. (gerald_b)


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Hallo,

ich brauchte mal eben schnell, um einen Aufbau sauber fertigzustellen, 
ne PG-Verschraubung mit Gegenmutter und Klebesockel für 
Hosenträgerkabel. Eine Bestellung lohnt nicht und es soll schnell gehen.
Vorrätige Teile aus der Filliale holen, wäre ideal. Sowas kann Conrad - 
theoretisch jedenfalls...
Die Verschraubungen gibt es von mehreren Herstellern, in mehreren Farben 
und mit mehreren Bestellnummern, sowohl im Buissenes Katalog, als auch 
im Katalog für Privatpampel. Es wäre schon mal wünschenswert, wenn man 
für einen nicht vorrätigen Artikel Alternativvorschläge gemacht bekommt, 
denn ich brauchte geschätzte 10 Versuche, bis ich eine vorrätige 
Verschraubung gefunden hatte.
Der nächste Hammer ist, das man nach Bezahlung nicht einfach losstürzen 
kann und das Zeug abholen, sondern auf den Rückruf der Filliale warten 
muß. Um selber die Initiative zu ergreifen, gibt es keine Telefonnummer. 
Die Filliale hat Mo-Sa. 10-20 Uhr offen - die Lagerwillis aber nur bis 
18 Uhr - das bekommt man aber erst nach der Bezahlung präsentiert.
Aaaarrrgggghhh!!!!
Dann wird man aufgefordert, die Bestellung für die Legitimation bei der 
Abholung auszudrucken. 3 Seiten mit Bildern der georderten Artikel. 
Wofür zum Geier das denn??? Ich weiß wie die Dinger aussehen. Wenn der 
Lagerwilli ein Bild braucht, meinetwegen, aber warum muß ICH auf meine 
Kosten das drucken???
Wofür muß ich auf den Rückruf warten???
Wenn ich nicht bestellt hätte, hätte der Thresenheiz mir das Zeug sofort 
rausgesucht. Eine Reservierung reicht doch, wofür der Rückruf?
Fazit: Die spinnen, die Blauen ;-)

von J. A. (gajk)


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Gerald B. schrieb:

> rausgesucht. Eine Reservierung reicht doch, wofür der Rückruf?
> Fazit: Die spinnen, die Blauen ;-)

Viele Bauelemente, die online verfügbar sind, sind dann auch NICHT mehr 
in den Filialen.

Dabei spreche ich nicht von Sonderbauteilen sondern von oft recht 
gewöhnlichen Dingen.

C macht halt Umsatz und Gewinn zusehends mit Heizdecken, Staubsaugern 
und Komplett-Modellautos.

Für den Elektronik-Freak ist da kaum noch Raum! Schade.

von Fatal E. (Firma: Fatal Error) (fatalerror)


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>Wenn ich nicht bestellt hätte, hätte der Thresenheiz mir das Zeug
>sofort rausgesucht.

Da stellt sich dann die Frage, wer hier der größere Heinz ist.

von Gerald B. (gerald_b)


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J. Ad. schrieb:
> Viele Bauelemente, die online verfügbar sind, sind dann auch NICHT mehr
> in den Filialen.

Es gibt ja die Suchfunktion, ob der aufgerufene Artikel in der gewählten 
Filliale verfügbar ist. Das sieht man sofort. Deshalb kapiere ich den 
ganzen Zauber, der da gemacht wird nicht

von Gerhard W. (gerhard86)


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Gerald B. schrieb:
> Es gibt ja die Suchfunktion, ob der aufgerufene Artikel in der gewählten
> Filliale verfügbar ist. Das sieht man sofort.

Ja eh. Man sieht sofort dass 20 Stück verfügbar sein sollen, und dann 
fährt man hin und es ist nix da.

von Justus S. (jussa)


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Gerald B. schrieb:
> Es gibt ja die Suchfunktion, ob der aufgerufene Artikel in der gewählten
> Filliale verfügbar ist. Das sieht man sofort. Deshalb kapiere ich den
> ganzen Zauber, der da gemacht wird nicht

und die bestellten Sachen beamen sich dann von ganz allein sofort in 
einen Warenkorb oder sowas? Auf die Idee, dass da jemand erst die Sachen 
zusammensuchen muss, und das etwas dauern kann (die Leute haben ja auch 
was anderes zu tun), kommst du nicht?

von Fatal E. (Firma: Fatal Error) (fatalerror)


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>...und dann fährt man hin und es ist nix da.

Komisch bei mir ist das noch nie passiert.

Das schöne am Conrad-Bashing ist, daß man dann dann immer Geborgenheit 
in einer großen Gemeinde findet.

Dafür, daß Conrad so unterirdisch ist, hält es sich aber verdammt lange 
am Markt.

von Dirk J. (dirk-cebu)


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"Lagerwilli", "Thresenheinz"... Bei der Einstellung muß man sich nicht 
wundern, wenn die so genannten auch keine große Lust haben.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Im Grunde genommen sind die, die da bei Conrad an der Warenausgabe 
arbeiten, zu bewundern.

Wenn man Depressionen bekommen will, muss man sich nur 'ne Zeit lang in 
der Nähe der Warenausgabe aufhalten und den Kunden zuhören, die ihre 
Probleme oder ihre vermeintlichen Probleme beschreiben. Das erfordert 
viel Langmut, und das prägt natürlich das dort beschäftigte Personal 
auch irgendwie.

von J. A. (gajk)


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Gerald B. schrieb:
> J. Ad. schrieb:
>> Viele Bauelemente, die online verfügbar sind, sind dann auch NICHT mehr
>> in den Filialen.
>
> Es gibt ja die Suchfunktion, ob der aufgerufene Artikel in der gewählten
> Filliale verfügbar ist. Das sieht man sofort. Deshalb kapiere ich den
> ganzen Zauber, der da gemacht wird nicht

Ja genau, es gibt die Suchfunktion. Und dann stellt man fest, dass sich 
der Gang in die Filiale nicht lohnt weil sie das Teil dort eh nicht 
vorrätig haben.

Klar, die GUTE Nachricht ist, dass du nicht stundenlang anstehst und 
dann ist das Teil nicht da.

Die SCHLECHTE Nachricht ist, dass du schon zu Hause feststellst, dass du 
kurzfristig nicht an der Teil rankommen wirst.

von Fatal E. (Firma: Fatal Error) (fatalerror)


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>...dass du kurzfristig nicht an der Teil rankommen wirst.

Ich weiß ja nicht, welche dringenden und kurzfristigen Hobbyprojekte du 
so termingerecht fertigstellen mußt. Online-Bestellungen sind 
üblicherweise in 2 Tagen da.

Der Anspruch, daß jede Filiale das komplette Sortiment vorrätig haben 
muß, spricht von einer gewissen weltfremdheit.

Aber wer krampfhaft irgendeinen Mangel finden will, der findet auch 
etwas.


Wer nich bei Conrad kaufen möchte, der kann es doch einfach lassen, 
anstatt regelmäßig diese unsäglichen Threads zu starten.
Oder ist das die einzige Möglichkeit für diese Leute überhaupt 
irgendeinen positiven Zuspruch im Leben zu bekommen?

von Jonny O. (-geo-)


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gibt es eigentlich noch den legendären Sprittsparstift bei Conrad? 
Meiner ist verbraucht und rappelt im Tank. :P

lg

von Michael B. (laberkopp)


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J. Ad. schrieb:
> Klar, die GUTE Nachricht ist, dass du nicht stundenlang anstehst und
> dann ist das Teil nicht da.
>
> Die SCHLECHTE Nachricht ist, dass du schon zu Hause feststellst, dass du
> kurzfristig nicht an der Teil rankommen wirst.

Die GUTE Nachricht ist: Wenn du das Teil im Internet suchst, findest du 
es bei irgendeinem anderen Anbieter wo es inklusive Porto weniger kostet 
als bei Conrad.

Die SCHLECHTE Nachricht für Conrad ist, wenn man dort ein nicht in der 
Filiale vorrätiges Teil im Internet vorbestellt, so daß man es im Laden 
abholen kann, weil das Teil viel weniger kostet als das Porto, dann 
schickt Conrad es per Post im ganz normalen Versandkarton der sonst auch 
zu dir nach Hause gehen könnte zur Filiale und zahlt das Porto für dich 
- mehr als sie am Teil verdienen, sie machen also miese. Wenn das 
genügend Leute machen, muss man sich um Conrad nicht mehr streiten.

von Michael H. (michael_h45)


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Gerald B. schrieb:
> die Lagerwillis aber nur bis
> 18 Uhr - das bekommt man aber erst nach der Bezahlung präsentiert.
einfach nur falsch.

von Fatal E. (Firma: Fatal Error) (fatalerror)


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>...sie machen also miese.

Ach du bist ja so schlau. Daran haben die Conrad-Leute bestimmt nicht 
gedacht.

Du gehörst vermutlich zu den Intelligenzlern, die glauben, daß 
Versandkosten nur aus Porto bestehen.

Auch schon mal daran gedacht, daß die Filialen vielleicht regelmäßig von 
der Zentrale beliefert werden und man Lieferungen zusammenfassen kann?

von J. A. (gajk)


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Michael Bertrandt schrieb:

> Wenn das
> genügend Leute machen, muss man sich um Conrad nicht mehr streiten.

Conrad war früher DER Laden wo man einfach hinging und die hatten das 
Zeugs einfach DA.

Und wenn im Katalog 5 verschiedenen Bananen-Einbaubuchsen aufgelistet 
waren, dann hatte der Teileheinz auch alle 5 Typen da.

Doch dann muss ein Unternehmensberater gekommen sein, der den Umsatz und 
Gewinn pro m² Conrad-Laden ausgerechnet hat und der dahintergekommen 
ist, dass nicht viel Umsatz und Gewinn rauskommt, wenn einer für 2 Euro 
Teile holt und der Teileheinz dafür 2 Minuten beschäftigt ist.

Dass der Teile-Käufer vielleicht a) noch andere Dinge in dem Laden kauft 
oder b) für sein Projekt auch noch andere Teile in dem Laden kauft, die 
in den Regalen verfügbar sind oder c) Folgekäufe z. B. für Batterien, 
Akkus etc. dann auch wieder bei C tätigt, wird man nicht berüchsichtigt 
haben weil man da die Leute hätte fragen müssen.

Da ist es einfacher zu sagen, dass nur noch die gängigsten Teile in 
einer Farbausführung vorhanden sind und die Teile-Theke zu einem 
Teile-Eckchen reduziert wird.

C gibt seine Alleinstellungsrolle für vor Ort verfügbare Teile 
leichfertig auf und nimmt mehr und mehr Baummarkt-, Modellbau- oder 
Unterhaltungselektronik-Artikel ins Programm, bei denen die Konkurrenz 
vor Ort und auch im Internet deutlich größer ist.

Das mag kurzfristig mehr Umsatz schaffen, langfristig wird auch ein C 
nicht gegen Saturn, Mediamarkt etc. anstinken können.

von Gerald B. (gerald_b)


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J. Ad. schrieb:
> Conrad war früher DER Laden wo man einfach hinging und die hatten das
> Zeugs einfach DA.
>
> Und wenn im Katalog 5 verschiedenen Bananen-Einbaubuchsen aufgelistet
> waren, dann hatte der Teileheinz auch alle 5 Typen da.
>
> Doch dann muss ein Unternehmensberater gekommen sein, der den Umsatz und
> Gewinn pro m² Conrad-Laden ausgerechnet hat und der dahintergekommen
> ist, dass nicht viel Umsatz und Gewinn rauskommt, wenn einer für 2 Euro
> Teile holt und der Teileheinz dafür 2 Minuten beschäftigt ist.

Stimme ich dir uneingeschränkt zu.
An diese Zeiten kann ich mich auch noch erinnern. 1990 habe ich in 
Berlin den ersten Conrad live erlebt. DAS war für mich damals DER Laden.
Außer Conrad gabs noch Völkner. Inzwischen ist Corad überregional quasi 
der einzige Ladenanbieter, sieht man mal von der Münchener 
Elektronikmeile und anderen Ausnahmen ab.
Aber die Leute bekommen, was sie verdienen. Früher gab es noch Bastler 
und Macher, heute größtenteils nur noch Konsumenten.
In sofern ist ein schlecht realisierter Service in meinen Augen 
schlechter, als wenn man diesen Punkt streichen würde.
Normalerweise sollte doch die Funktion in der Vor Ort Fillale verfügbare 
Teile anzuzeigen und zu reservieren eine Winwin Situation für Kunde und 
Händler sein.
- der Kunde weiß, was da ist, ohne unangenehme Überraschung
- der Händler entlastet die Bedientheke und kann die Ware schon vorher 
komisssionieren und über sein Warenwirtschaftssystem sogar schon 
nachordern.
Soweit die Theorie ;-)
Wenn ich nun im worst case mobil online reserviere und 5 min später in 
der Filliale aufschlage, hätte ich absolut kein Problem, auf mein Zeug 
zu warten. Nur so, wie es jetzt gelöst ist, ist es keine Lösung.
Das das Fillialpersonal "Prellbock" für Managmentfehler ist, ist leider 
so. Aber das ist ein branchenübergreifendes Problem (Hotline etc...)
Das in der Filliale alles verfügbar ist, erwartet niemand (ich 
jedenfalls nicht). Aber das ich an das was da ist, unkompliziert 
rankomme, das erwarte ich als Kunde.

von a. b. (andreb)


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Als Conrad noch Völkner war, gab es durchaus kompetentes Personal in 
Sachen Elektronik und man konnte an der Theke Bauteile bestellen ("15x 
100K, 2 Stück 1N4001...") ohne erstmal die Artikelnummern raussuchen zu 
müssen und es war eben auch fast alles da. Ab und an gab es auch 
fachmännischen Rat bei der Auswahl eines Alternativbauteils.

Als in Köln dann Völkner an der Bonner Str. durch Conrad an den Ringen 
ersetzt wurde war es das dann für mich.
Am Eröffnungstag feixten da zwei "Angestellte" rum, "das man hier jedem 
die Hände abschlagen solle, die klauen eh alle wie die Raben".

Als ich dann ein paar Tage später versuchte, ein paar Bauteile zu ordern 
und für eine Handvoll Silizium knapp eine Dreiviertelstunde warten 
musste, nachdem ich ich vorher gute 10 Minuten alles aus dem Katalog 
rausschreiben musste stellte ich ernüchternd fest, dass nur knapp die 
Hälfte lagernd war.
Der Laden entwickelte sich dann immer mehr zum Multimediaramschladen und 
war für ernsthafte Elektronikeinkäufe nun wahrlich ungeeignet und wenn 
ich mir
heute das Preis-Leistungsverhältnis ansehe dann noch viel weniger.

Ich erinnere mich noch lebhaft an eine Grafisches Messgeräte, das beim 
"C" verkauft wurde und Tasche, Messtrippen, Netzteil etc. separat als 
Zubehör angeboten wurden.
Beim Distributor gab es das gleiche Teil für 20% weniger und incl. des 
Originalzubehörs, welches nie zum Separatverkauf gedacht war!
Man kommt sich oft leicht verarxxxt vor  ...

von (prx) A. K. (prx)


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a. b. schrieb:
> Als Conrad noch Völkner war

IMHO hat Conrad Völkner in den 80ern übernommen. Davor war Conrad in 
groben Zügen das, was es heute immer noch ist, nur nicht so dick. 
Völkner war ein Konkurrent, ebenfalls Versand + Laden, aber kleiner, 
billiger und mit einem Hauch von Pollin.

von Johannes O. (jojo_2)


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a. b. schrieb:
> Als ich dann ein paar Tage später versuchte, ein paar Bauteile zu ordern
> und für eine Handvoll Silizium knapp eine Dreiviertelstunde warten
> musste, nachdem ich ich vorher gute 10 Minuten alles aus dem Katalog
> rausschreiben musste stellte ich ernüchternd fest, dass nur knapp die
> Hälfte lagernd war.

Ja das ist wirklich ein Problem. Das ist mir in München beim 
Isartorconrad auch schon passiert. Mittlerweile bestell ich gleich 
online.
Ansonsten ist der Laden wirklich zu nem "Multimediaramschladen" 
geworden.

von G. C. (_agp_)


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Gerhard W. schrieb:
> Gerald B. schrieb:
>> Es gibt ja die Suchfunktion, ob der aufgerufene Artikel in der gewählten
>> Filliale verfügbar ist. Das sieht man sofort.
>
> Ja eh. Man sieht sofort dass 20 Stück verfügbar sein sollen, und dann
> fährt man hin und es ist nix da.

Dann hast du ausnahmsweise Pech gehabt. Hat bei mir bisher immer 
funktioniert. Zuhause abgefragt, hingefahren, hat genau gestimmt mit der 
Restmenge.

Man kann sich die Bauteile auch zur Abholung reservieren lassen.

von G. C. (_agp_)


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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Im Grunde genommen sind die, die da bei Conrad an der Warenausgabe
> arbeiten, zu bewundern.
>
> Wenn man Depressionen bekommen will, muss man sich nur 'ne Zeit lang in
> der Nähe der Warenausgabe aufhalten und den Kunden zuhören, die ihre
> Probleme oder ihre vermeintlichen Probleme beschreiben. Das erfordert
> viel Langmut, und das prägt natürlich das dort beschäftigte Personal
> auch irgendwie.

Vor allem wenn "Freund Kunde" mal wieder so stinkfaul war sich nicht die 
Nummer vorher mal herauszusuchen und die Schlange immer länger wird ...

Oder wenn Spezies mit einer "Idee" an die Theke kommen und 
Schaltungsberatung erwarten, während der Rest einfach nur schnell sein 
Zeug mitnehmen möchte, was dann natürlich alle aufhält.

von G. C. (_agp_)


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Johannes O. schrieb:
> a. b. schrieb:
>> Als ich dann ein paar Tage später versuchte, ein paar Bauteile zu ordern
>> und für eine Handvoll Silizium knapp eine Dreiviertelstunde warten
>> musste, nachdem ich ich vorher gute 10 Minuten alles aus dem Katalog
>> rausschreiben musste stellte ich ernüchternd fest, dass nur knapp die
>> Hälfte lagernd war.

Das war auch in anderen Elektronikläden früher immer ein Problem. "Hama 
nich da. Müss' ma bestellen". Im Zeitalter Internet gibt es Mittel 
dagegen.

> Ja das ist wirklich ein Problem. Das ist mir in München beim
> Isartorconrad auch schon passiert. Mittlerweile bestell ich gleich
> online.
> Ansonsten ist der Laden wirklich zu nem "Multimediaramschladen"
> geworden.

Die haben halt kapiert womit Umsatz zu machen ist. Die Bauteiletheke 
allein wird Conrad mit seinen zig Häusern nicht mehr ernähren können 
(nicht annähernd).

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Gerald B. schrieb:
> An diese Zeiten kann ich mich auch noch erinnern. 1990 habe ich in
> Berlin den ersten Conrad live erlebt. DAS war für mich damals DER Laden.

Naja. Das dürfte schon lange nach deren Umzug in die Hasenheide gewesen 
sein, vorher waren sie in der Kurfürstenstraße.

Für mich war der Laden damals eindeutig Segor - die hatten vorrätig, 
wovon die bei Conrad noch nicht mal wussten, daß es das vielleicht geben 
könnte. Segor hat elektronische Baueelemente verkauft, Conrad damals 
schon viel Spielkram und einige wenige, dafür deutlich überteuerte 
elektronische Bauteile. So gegen Mitte der 80er gab es in der Nähe vom 
Nolli noch Plastronic - die hatten im Keller eine beeindruckend gut 
sortierte Buchabteilung, die Bauteile hingegen waren teilweise bizarr 
teuer; ich kann mich noch an Sub-D-Stecker für fünf DM erinnern, die bei 
Conrad deutlich unter 1 DM kosteten. Naja, vom Nolli bis zur 
Kurfürstenstraße waren ja nur fünf Minuten Fußweg.

Und dann gab es da noch, eher auf Audiobasteleien spezialisiert, WAB am 
Richard-Wagner-Platz. Haben sich recht lange gehalten, aber irgendwann 
waren sie dann einfach weg.

Jetzt gibt es noch drei Conrads, eine wirklich erbärmliche 
Atzert-Filiale (die in erster Linie Versandretouren des ETT-Versands zu 
verkaufen scheint) und ... Segor. Von allen Beteiligten haben die sich 
wohl am wenigsten verändert.

von Jörg P. R. (jrgp_r)


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Mir ist es in Düsseldorf auch schon öfter passiert, dass ich die Teile 
nicht bekommen habe. Aber mit der Kundenkarte, bekomme ich die fehlenden 
Teile umsonst nach Hause geschickt. Dauert ca. 2 Tage. Ist zwar 
bedauerlich, aber nicht abzuändern. Ich lege mir aber auch nicht 
deswegen hunderte von Teile auf Lager nur weil es mir gerade einfällt 
ein Projekt zu starten.
Ich habe aber auch den Vorteil dass ich hier in der Stadt einen 
Elektronik - Laden habe und Schukat im Nachbarort ist, wo ich innerhalb 
eines Tages die Teile bekomme.

von J. A. (gajk)


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Vor ca. 35 Jahren gab es in Offenbach einen kleinen Elektronikhändler, 
der stellte noch einzelne Transitoren im Schaufenster aus.

Der Laden war extrem klein und immer GESTOPFT VOLL. Alles Herren in 
fortgeschrittenem Alter, die sich ein paar Transistoren, Elkos oder nen 
Trafo kauften.

Der Chef selber hatte eine halbe Brille zum drübergucken und einen 
weißen Kittel an unter dem sein dicker Bauch hervorquoll.

Wenn man selber genau wusste was man wollte - Herr XX kannte garantiert 
noch 3 Ersatztypen oder Alternativen und nach kurzer Diskussion war 
klar, dass man sich (damals als Jugendlicher) wohl selber noch nicht 
klar war, was man haben wollte.

Dagegen waren die C-Filialen schon damals "Großindustrie".


Wo es noch ganz gut lief war Bürklin hier in München. Er hatte eine 
Warenausgabe direkt in der Innenstadt. Parken natürlich ne Katastrophe 
aber immerhin.

Man musste per Fax vorbestellen und konnte die Ware dann flugs abholen. 
Das Boha mit dem vorbestellen kam daher, dass man eigentlich nicht an 
Privatkunden verkaufen wollte. Es gab auch keinerlei Beratung oder so.


INzwischen ist die Warenausgabe irgendwo in den Münchner Süden verlegt 
worden. Schön für den Münchner Süden, mir ist es jetzt zu weit.

von Michael B. (loetmichel)


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Hi!
Ich habe vor ungefähr zwei Jahrzehnten in besagter Düsseldorfer Völkner-
Filliale gearbeitet, an der Bauteiletheke. Damals waren die auch schon
vom Conrad gekauft, hatten aber noch ihren eigenen Namen.
Die Theke bzw deren Lager war war noch recht brauchbar bestückt,
das restliche Sortiment allerdings schon heftig in die Multimediaecke
abgeglitten.

Folgende Begebenheit bringt vielleicht etwas  Licht in die damalige
"Geschäftspolitik": Als ich dort arbeitet war ich der Einzige der auch 
nur
entfernt mal was mit Elektronik zu tun hatte, die restlichen 15 
Angestellten
waren Kaufleute oder ungelernt. (Ich habe Informationselektroniker 
gelernt.)

Eines Tages stand ein ~80 jähriger Opi mit einem Transistorradio erster
Generation vor mir an der Theke und meinte das wäre kaputt, ob wir das
reparieren können. Ich musste ihm leider Mitteilen daß wir nur Teile 
ver-
kaufen. Nachdem er aber einen derartig bedröppelten Eindruck machte und
nicht zu wissen schien was nun zu tun sei habe ich ihm gesagt daß ich in
der Mittagspause ja mal hineinschauen könnte, aber privat, ohne daß die
Firma Völkner daraus irgendeine Verantwortung erwächst.
Er war begeistert, so wurde es gemacht. Ich hab meine Mittagspause dazu
verwendet den defekten Schalttransistor Auszutauschen. Nach der Pause 
kam
er wieder, bekam von mir das Radio und einen Zettel über 1,20DM für das
defekte Teil in die Hand gedrückt und ist glücklich abgezogen.

Chefin bekam das mit und machte mir (im Laden!) eine mega Szene. Sie
würden Laufkundschaft vorziehen und keine Stammkunden haben wollen und 
so
und ich hätte ihm ja ein neues Radio andrehen MÜSSEN!

Und das meinte die todernst.


(ok, eine Woche später kam besager Opa dann wieder rein und hat
explizit bei mir eine Stereoanlage für seinen Enkel für runde
2kDM gekauft, war ihr aber auch nicht gut genug.)

Michael.

von Bernd H. (geeky)


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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Wenn man Depressionen bekommen will, muss man sich nur 'ne Zeit lang in
> der Nähe der Warenausgabe aufhalten und den Kunden zuhören, die ihre
> Probleme oder ihre vermeintlichen Probleme beschreiben. Das erfordert
> viel Langmut, und das prägt natürlich das dort beschäftigte Personal
> auch irgendwie.

Ja, da schicken scheinbar z.B. Männer ihre Ehefrauen lediglich mit 
Angaben wie "Stiftleiste" hin - wovon es ja nicht unbedingt zig 
verschiedene Varianten gibt ;D
Oder Leute die Cinch-Buchsen möchten, Cinch-Buchsen bekommen und dann 
darüber streiten dass das keine Cinch-Buchsen wären, sondern 
Klinkenbuchsen :D

von a. b. (andreb)


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> IMHO hat Conrad Völkner in den 80ern übernommen. Davor war Conrad in
> groben Zügen das, was es heute immer noch ist, nur nicht so dick.
> Völkner war ein Konkurrent, ebenfalls Versand + Laden, aber kleiner,
> billiger und mit einem Hauch von Pollin.

Ich kenne die Conrad Kataloge aus den frühen 70ern noch. Klar.

Aber Völkner hatte wie erwähnt auch einen Hauch von Pollin, dem sich ein 
junger Bastler einfach nicht entziehen konnte.
Mit Resttaschengeld oder erstem Selbstverdientem interessanten 
Industrieausschuss wie Autoradios, Equalizer, halbgare Netzteile oder 
gar Commodore-Resterampe aus der Konkursmasse zu kaufen, hatte für mich 
damals was extrem seeligmachendes :-)
Ober das führt hier zu OffT. Sorry ...

von Michael B. (laberkopp)


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Michael Buchholz schrieb:
> ich hätte ihm ja ein neues Radio andrehen MÜSSEN!

Das haben die Mitarbeiter des hiesigen Conrads besser gelernt.

Ein Herr kam mit einer Ersa Sprint Lötpistole rein und wollte eine neue 
Lötspitze kaufen.

"Die gibt es schon lange nicht mehr", und er bekam teuer den übelsten 
Ramsch angedreht, so im Prinzip Engel Löter, aber NoName. Die gibt es 
natürlich schon heute nicht mehr bei Conrad, und natürlich auch keine 
dazu passenden Lötspitzen mehr.

Dabei gibt es zu Ersa Sprint passende Lötspitzen 162KD noch heute.

Da musste man den Herrn vor der Kasse abfangen und ihn informierten, 
damit er diesen Rmasch im Laden liegen liess und woanders seine 
Lötspitze für wenige Euronen kaufte.

von J. A. (gajk)


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Bernd H. schrieb:
> Rufus Τ. Firefly schrieb:
>> Wenn man Depressionen bekommen will, muss man sich nur 'ne Zeit lang in
>> der Nähe der Warenausgabe aufhalten und den Kunden zuhören, die ihre
>> Probleme oder ihre vermeintlichen Probleme beschreiben. Das erfordert
>> viel Langmut, und das prägt natürlich das dort beschäftigte Personal
>> auch irgendwie.
>
> Ja, da schicken scheinbar z.B. Männer ihre Ehefrauen lediglich mit
> Angaben wie "Stiftleiste" hin - wovon es ja nicht unbedingt zig
> verschiedene Varianten gibt ;D
> Oder Leute die Cinch-Buchsen möchten, Cinch-Buchsen bekommen und dann
> darüber streiten dass das keine Cinch-Buchsen wären, sondern
> Klinkenbuchsen :D

Ich war mal an der C-Rückgabetheke und vor mir war einer, der einen 
Modellbauhubschrauber gekauft hatte. Sein Sohn hat das Ding starten 
lassen und prompt sei es abgestürzt und zwar so, dass jetzt die 
Antriebswelle verbogen war.

Der Kamerad hatte allen Ernstes erwartet, dass ein Modellfluggerät 
selbstverständlich absturzsicher ist - wenn man schon 99 € inkl. 
Fernsteuerung dafür bezahlt hat.

von J. A. (gajk)


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Michael Buchholz schrieb:



> Chefin bekam das mit und machte mir (im Laden!) eine mega Szene. Sie
> würden Laufkundschaft vorziehen und keine Stammkunden haben wollen und
> so
> und ich hätte ihm ja ein neues Radio andrehen MÜSSEN!
>
> Und das meinte die todernst.

...unfassbar. Man meint immer, dass solche Platitüden und Klischees nur 
bei den konsumfeindlichen Mitbürgern durch die Köpfe kreisen - dabei ist 
es bittere Realität.

von Fatal E. (Firma: Fatal Error) (fatalerror)


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>...dabei ist es bittere Realität.


Wirklich unfassbar!!! Und das bei Conrad!!! Das ist in allen anderen 
Läden natürlich ganz anders, die haben nur das Wohl des Kunden im Blick 
und nicht den eigenen Umsatz.

von Michael B. (loetmichel)


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Fatal Error schrieb:

> Wirklich unfassbar!!! Und das bei Conrad!!! Das ist in allen anderen
> Läden natürlich ganz anders, die haben nur das Wohl des Kunden im Blick
> und nicht den eigenen Umsatz.

Na ja. Ich denke die Tante hatte eher Sorgen daß sie den "Standard"
nicht halten kann  wenn ich gehe weil dann keienr mehr da ist der
fähig zu so Aktionen ist. Umsatz generiert Freundlichkeit nämlich
auch, wenn der Kunde dann wiederkommt weil er sich gut behandelt
fühlt.

Michael.

von Xyz X. (Firma: xyz) (khmweb)


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a. b. schrieb:
> Als Conrad noch Völkner war

Hmmm... ich erinnere mich, dass C Völkner übernommen hat. Vorher gabs 
beide mit versch. Artikeln. Nach der Übernahme konnte man V leider 
vergessen. Wie C m. E. heute auch.

von Xyz X. (Firma: xyz) (khmweb)


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A. K. schrieb:
> IMHO hat Conrad Völkner in den 80ern übernommen.

Ja, das mein ich auch, leider war das so.

A. K. schrieb:
> Davor war Conrad in
> groben Zügen das, was es heute immer noch ist, nur nicht so dick.

Hatten die nicht erst sogar Miltärgeräte / Surplus verkauft? Oder war 
das noch ein Sub-Unternehmen vom C damals?

A. K. schrieb:
> Völkner war ein Konkurrent, ebenfalls Versand + Laden, aber kleiner,
> billiger und mit einem Hauch von Pollin.

Ich hab Unmengen Geld dort gelassen ;-) Wenn nach ca. 4 Wochen das 
Bestellte kam, so lang dauerte das seinerzeit, war das Auspacken für 
mich immer wie Weihnachten ;-))

a. b. schrieb:
> Mit Resttaschengeld oder erstem Selbstverdientem interessanten
> Industrieausschuss wie Autoradios, Equalizer, halbgare Netzteile oder
> gar Commodore-Resterampe aus der Konkursmasse zu kaufen, hatte für mich
> damals was extrem seeligmachendes :-)

Ja, genau so!!! :-))

Michael Buchholz schrieb:
> wenn der Kunde dann wiederkommt weil er sich gut behandelt
> fühlt.

Sorry, aber mittlerweile zweifle ich auch daran. Service etc. scheint 
heute auch nicht mehr wichtig zu sein, nur der Umsatz zählt - keine Zeit 
für Service am Kunden. Leider.

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