Hallo zusammen Ich habe eine grundsätzliche Frage zur Fail-Safe Terminierung von RS-485. Dass der Bus an beiden Enden mit 120 Ohm terminiert werden muss und dass/warum es die Pullups bzw. Pulldowns braucht ist mir klar. - Braucht es die beiden Pullups/Pulldowns (2 x 390 Ohm) an beiden Enden? - Wenn ja, warum reicht ein Pullup/Pulldown Paar nicht (müsste ja auch mit einem Paar Failsafe sein)? - Wenn nein, kann ich an den beiden Enden auch nur mit 120 Ohm terminieren und die beiden Pullups/Pulldowns irgendwo auf dem Bus anschliessen (an den Enden habe ich VCC ja nicht zwingend zur Verfügung). Viele Grüsse Claude
Claude M. schrieb: > - Braucht es die beiden Pullups/Pulldowns (2 x 390 Ohm) an beiden Enden? Nein, prinzipiell reichen die einmal pro Bus. Die Frage ist eher, wie der Bus aussieht. Wir verwenden in der Regel einen RS485-Bus mit einem Master. Dieser besitzt auch die Failsafe-Widerstände, da ohne diesen keine Kommunikation stattfindet. Wenn es unterschiedliche Baugruppen und Konstellationen sind, dann ist es wahrscheinlich sinnvoll, die Failsafe-Widerstände auf mehreren Baugruppen vorzusehen aber wahlweise nicht zu bestücken oder abschaltbar zu machen. Ansonsten, mit zu vielen Failsafe-Widerständen kann es irgendwann passieren, dass die Treiber die Last nicht mehr treiben können.
Um den Pegel im RX / TX Umschaltmoment definiert zu halten reicht ein Paar. Bei Bus disconnect hat dann aber auch nur ein Ende die failsafe Rs. 390R finde ich arg niedrig. Ich nehme für den Abschluss 1nF+120R & 2*4k7 für die failsafe das entlastet den Sender ganz ungemein. Mit kurzen Fehlern kann ich leben, das packt die CRC schon. Es darf nur nicht die ganze Zeit der Bus vor sich hinflimmern bis irgendwann wieder ein gültiges Datenpaket dabei entsteht.
Die 390 Ohm kenne ich von Profibus. Dort nimmt man allerdings auch Abschlußwiderstände mit 220 Ohm
Vielen Dank für Eure Antworten. Das hilft mir weiter. Christoph Budelmann schrieb: > Die Frage ist eher, wie der Bus aussieht. Wir verwenden in der Regel > einen RS485-Bus mit einem Master. Dieser besitzt auch die Ich habe mehrere Komponenten am Bus im Multimaster-Betrieb. Michael Knoelke schrieb: > Bei Bus disconnect hat dann aber auch nur ein Ende die failsafe Rs. Was meinst du mit disconnect? Meinst du damit, wenn keine der Komponenten auf TX steht oder meinst du, wenn der Bus unterbrochen wird? Im ersten Fall sehe ich das Problem nicht und im zweiten Fall ist ja sowieso keine der beiden Bus-Strecken mehr richtig terminiert. > 390R finde ich arg niedrig. > Ich nehme für den Abschluss 1nF+120R & 2*4k7 für die failsafe das Ja, ich weiss, da gehen die Meinungen in den Foren stark auseinander (von 0 bis 10k ist alles zu finden). Die 390 Ohm hatte ich aus dem Artikel RS-485 als ich meinen Prototypen aufgebaut hatte und bin bis jetzt gut damit gefahren. Aber deine Variante wäre sicher auch mal einen Versuch wert...
Claude M. schrieb: > Was meinst du mit disconnect? Meinst du damit, wenn keine der > Komponenten auf TX steht oder meinst du, wenn der Bus unterbrochen wird? > Im ersten Fall sehe ich das Problem nicht und im zweiten Fall ist ja > sowieso keine der beiden Bus-Strecken mehr richtig terminiert. Disconnect, nicht verbunden = Kabel ab. Die fehlende Terminierung ist dabei egal. Der offene Teilnehmer bekommt Signal-Reflektionen wenn er selber sendet. Kein Drama, bekommt der gar nicht mit. Ohne failsafe Rs, also Widerständen die den Fehlerfall sicher machen sollen, fängt sich der RS485 das Programm von Radio Eriwan ein. Ab da hängt es von der Stärke Deiner CRC Fehlererkennung ab wann bei dem Quatsch ein gültiges Datenwort rausfällt das zu einer Aktion in der Software führt. Kann man sich ausrechnen wie lange der Bus bei welcher Datenrate offen sein muss damit bei einer Fehlererkennungsrate von X etwas wirklich dummes von der Software gemacht wird. Klar kann man alles abfangen mit genug Aufwand, aber hast Du das ? Kannst Du einen permanenten Strom von wirren Zeichen verarbeiten oder kackt da was ab ? Das sind so die Fragen die man sich bei RS485 alle selbst beantworten muss. Deswegen hat Bosch CAN erfunden.
Ja, ich sehe Deinen Punkt. Du sagst mir, dass mein Problem nicht darin besteht, dass bei nur einer Failsafe Terminierung der abgetrennte Bus nicht mehr funktioniert, sondern dass er ev. falsch funktioniert. Und CRC und dergleichen nur die Wahrscheinlichkeit reduzieren, dass das System dann Dinge tut, die es nicht tun sollte. Womit du natürlich recht hast.
Ich hänge mich an diesen "alten Thread" mal mit einer weiteren Frage zum Failsafe-Biasing an: Angenommen ich bin das Device das die Failsafe-Widerstände drin hat. Besteht nicht theoretisch die Gefahr, dass über die Failsafe-Widerstände meine Spannungsversorgung durch andere Geräte am Bus über das übliche Niveau angehoben werden könnte und ggf. Schäden verursacht? Ich hätte eigentlich damit gerechnet, dass die Pullup-/Pulldown-Widerstände eher über Dioden mit VCC/GND verbunden werden statt direkt - Sowas scheint aber niemand zu machen?
Die übliche billige Herstellungsweise von ICs führt dazu, daß man immer parasitäre Thyristoren mit drinnen hat. Damit diese nicht ansprechen, darf ein bestimmter Eingangsstrom nicht überschritten werden in Kombination mit einer Mindestspannung. Wenn du nun den Spannungsteiler der Terminierung mit Dioden nach VCC/GND entkoppelst, erhöht sich Strom und Spannung im Fehlerfall. Im Endeffekt hast du mehr Ärger als Nutzen. Es gibt auch ICs mit dielektrischer Isolation, die sind wesentlich unempfindlicher. Speziell für RS485 kenne ich aber keinen Typ damit.
Hmm, um den Treiberbaustein selbst machte ich mir dabei weniger Sorgen, sondern eher um sonstige ICs die an der gleichen 5V-Quelle hängen an der auch der RS485-Treiber hängt ;D
Bedeutungslos. Keramikkondensatoren sind niederohmig und haben genug Kapazität um Transienten aufzusaugen. Ist eigentlich nur ein Thema bei externem Kurzschluß z.B. an 230V-Leitung.
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