Immer häufiger sehe ich Kinder Teslaspulen bauen - etwa http://www.youtube.com/watch?v=mFNLvD8O5Gg Ich - 31 - habe noch keine gebaut und auch kein Interesse daran, ständig mit dem Tod zu spielen nur um ein bißchen einstimmige Musik zu hören und kleine Blitze zu sehen. Wie steht ihr zu Teslaspulen - Interesse, eine zu bauen oder lieber bei 5V und darunter bleiben?
Erstens mal sind das sicher keine Kinder, die in dem verlinkten Video zu sehen sind. Zweitens gehört da schon einiges an Professionalität und Können dazu, einen musikalischen Teslatrafo zu bauen, wie dort im Video zusehen. Ich bin heute Anfang Fünfzig. Ich habe als Kind und Teenager noch mit Chemiekästen experimentiert, die diesen Namen noch verdient haben und die es heute in dieser Form wegen garstigem und ach so gefährlichem Inhalt nicht mehr zu kaufen gibt. Ich habe ebenfalls als Kind und Teenager Funkeninduktoren gebaut. Ich habe mit dem Funkeninduktor, selbstgebauten Kondensatoren und TV-Gleichrichtern eine Spannungsverdopplerschaltung mit ca. 150 kV gebaut (15 cm Schlagweite zwischen Spitzen). Ich habe mir mit ca. 9 Jahren das erste mal den Finger an meinem ersten Lötkolben verbrannt, mit 13 Jahren Platinen geätzt, etc. Ich lebe heute noch. Die Erfahrungen während meiner Basteleien sehe ich heute noch als einen wertvollen Teil meines Erwachsenwerdens. Wenn man mit entsprechendem Sachkenntnis oder mit entsprechender Unterstützung einer/eines Sachkundigen oder zumindest mit Lernwillen, Eigeninitiative und nötiger Vorsicht sowas bauen will ist doch dagegen nichts einzuwenden.
Ernsthaft? Was hältst Du denn von den ganzen halb so alten Kindern, die auf Youtube mit Sprengsätzen spielen?
Hei, was hält ihr von den unter 10 Jährigen, die in der Gosse leben und schon Drogen nehmen, weil ihnen sonst nichts geboten werden kann? Grüße, Tom
Tom P. schrieb: > was hält ihr von den unter 10 Jährigen, die in der Gosse leben und schon > Drogen nehmen, weil ihnen sonst nichts geboten werden kann? Thema verfehlt, 6, setzen.
Hallo, scheint sich wohl um ein Generationen(-eltern) Problem zu handel. Der Erfahrung/Meinung von Andreas kann ich zu 100% zustimmen, nur so lehrnt man die Natur/Physik im weitesten Sinne kennen - Simulationen mit der neusten (natürlich von einer Firma entwickelten) App sind kein Ersatz von praktischen Versuchen und auch Fehlschlägen bei den es mal zwickt oder die eventuellen negativen Folgen auch mal einige Wochen "genossen" werden dürfen. Ich bin etwa 10 Jahre jünger als Andreas und durfte auch noch mit einen Chemiekasten experimentieren der Stoffe enthielt die mann heute teilweise nur mit Fachkundenachweis oder nervigen nachfragen erhält (die Hobbykollegen welche Wasserstoffperoxyd zum ätzen brauchen werden das kennen). Ich habe noch an (schon damals nicht mehr aktuellen) Röhrenradios herumgebastelt und mehr als einmal bekanntschft mit geladenen Kondensatoren gemacht - aber nur so lehrnt man Gefahren kennen und hat dann auch einen natürlichen Respekt vor z.B. einer Kondensatorbatterie des Zwischenspannungskreises eines Frequenzumrichters. Die kurze Antwort von Alexander entspricht genau der Einstellung die uns seit so etwa den 90er Jahren eingetrichtert wird : Nichts riskieren, keine eigene Erfahrung sammeln, fertige Produkte kaufen, verantwortung den Hersteller / Gesetzgeber überlassen, keine neugier darauf wie etwas funktioniert (GPS - Mobilfunk usw. ist einfach eine selbstverständliche Blackbox die von Natur aus vorhanden sind) Wenn mal aus eigener Dummheit/ Ungeschicklichkeit etwas passiert direkt versuchen auf gerichtlichen Weg den Hersteller/Produzenten/Nachbarn/Verwaltung usw. zu verklagen. Die Macher/Entwickler/Forscher im Technologiebereich im besseren Falle einfach zu ignorieren oder dirkt als Nerds zu bezeichnen. (Würde die Sitcom "The Big Bang Theory" bei der werberelevanten Zielgruppe auch so gut funktionieren wenn die Protagonisten Freizeitsportler, Clubgänger und Büromenschen aus der Führungsetage wären... ?) Das mag jetzt viele hier übertrieben negativ klingen, aber hier sind halt Forenthemenbedingt sowieso ehr die Leute zu treffen die noch was selbst machen, die mit der Blackbox nicht zufrieden sind usw. Also Alexander: den Verstand einschalten, mitdenken, die Grundlagen erlernen und dann=> Machen ! mfg Mittelalter Sack
Hallo! Ich kann meinem Vorschreiber nur zustimmen. Insbesondere was die Chemie betrifft. Bin selbst Chemiker und in meiner Jugend (vor ca 15-20 Jahren) so zur Chemie gekommen. Ich betreibe auch die Chemie (neben jetzt Elektronik) auch heute noch als Hobby und es ist ziemlich umständlich auch nur an die harmlosesten Sachen zu kommen... Kein Wunder also, dass sich die heutige Jugend nicht mehr für die Wissenschaften interessiert (natürlich ist das nicht der einzige Grund, aber das ist eine andere Geschichte). Kann also nur zustimmen. Probieren, probieren, probieren... Allerdings vorher gründlich informieren und dann mit dem nötigen Respekt und der Vorsicht an die Sache herangehen. LG
Andreas schrieb: > Ich lebe heute noch. Die, die nicht mehr leben, werden hier kaum posten. Was fuer ein selten daemliches Argument. Ich kannte auch einen, der hat das immer als Argument fuer's nicht anschnallen im Auto benutzt. Er hatte Unrecht, aber das kann ich ihm heute nicht mehr sagen.
Quack schrieb: > Andreas schrieb: >> Ich lebe heute noch. > > Die, die nicht mehr leben, werden hier kaum posten. Was fuer ein selten > daemliches Argument. Ich kannte auch einen, der hat das immer als > Argument fuer's nicht anschnallen im Auto benutzt. Er hatte Unrecht, > aber das kann ich ihm heute nicht mehr sagen. Das kann halt auch nicht wirklich vergleichen. Autofahren ohne anschnallen ist immer fahrlässig. Wenn jemand Versuche durchführt und informiert ist und vorsichtig ist, macht es keinen Unterschied ob dies im Forschungslabor oder im Hobbyraum passiert...
Harald Nagy schrieb: > Wenn jemand Versuche durchführt und > informiert ist und vorsichtig ist, macht es keinen Unterschied ob dies > im Forschungslabor oder im Hobbyraum passiert... Wir sprachen hier unter Anderem von gefaehrlichen Chemikalien in frei verkaeuflichem Kinderspielzeug.
Quack schrieb: > Harald Nagy schrieb: >> Wenn jemand Versuche durchführt und >> informiert ist und vorsichtig ist, macht es keinen Unterschied ob dies >> im Forschungslabor oder im Hobbyraum passiert... > > Wir sprachen hier unter Anderem von gefaehrlichen Chemikalien in frei > verkaeuflichem Kinderspielzeug. Wie gesagt, ich bin Chemiker, und ich denke ich weiss wovon ich rede.
Quack schrieb: > Die, die nicht mehr leben, werden hier kaum posten. Was fuer ein selten > daemliches Argument. Ich kannte auch einen, der hat das immer als > Argument fuer's nicht anschnallen im Auto benutzt. > Er hatte Unrecht, Natürlich hatte er Unrecht. Wie er leicht herausgefunden hätte, wenn er sich bei einem Autofahrerclub mal in die Aufprallsimulation gesetzt hätte, bei der man auf einer schrägen Rampe am unteren Ende Tempo 30 erreicht und man erst mals spürt, welche Wucht einen bereits bei diesem Tempo nach vorne reißt. Dann einfach hochinterpolieren und die Frage "Anschnallen oder nicht" stellt sich nicht mehr. > Wir sprachen hier unter Anderem von gefaehrlichen Chemikalien > in frei verkaeuflichem Kinderspielzeug. 'gefährlich' aus heutiger Sicht. Ich hab schon in jungen Jahren gelernt, nicht einfach alles in den Mund zu stecken, mich voll zu sappern oder in die Augen kommen zu lassen. Dann sind diese sog. gefährlichen Chemikalien dann nämlich gleich gar nicht mehr so gefährlich. 3/4 von dem Zeugs in den (damaligen) Chemiekästen war bei einigermassen sorgfältigem Umgang nicht halb so gefährlich, wie jeder banale Haushaltsreiniger. Wenn ich aber sehe, dass Jugendliche aus Spass auf einer Eisenbahn reiten und dabei immer wieder mal einer der Oberleitung zu nahe kommt, dann muss ich mich schon fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Die Frage ist doch nicht, ob man alles zulassen will/soll oder ob man alles unterbinden will/soll. Die Fragen die sich jeder einzelne persönlich stellen muss, lautet doch: Wo liegt meine persönliche Grenze? Kann ich xyz noch beherrschen und was sind die ganz persönlichen Konsequenzen, wenn ich mich überschätzt habe? Von ein paar Tropfen Salzsäure auf der Haut stirbt man nicht. Von einem Stromschlag der Eisenbahnoberleitung aber schon. Auf der anderen Seite: Wie soll man denn in brenzligen Situationen ganz spontan zu recht kommen, wenn man nie gelernt hat, in jungen Jahren auch mal mit etwas Herzklopfen die ersten 'gefährlichen' Dinge durchzustehen? http://www.youtube.com/watch?v=R0wLasqLcCw
Karl Heinz schrieb: > Youtube-Video "Wenn Du vor 1980 geboren wurdest" Gibt es das auch mit Untertitel?
Alexander schrieb: > Wie steht ihr zu Teslaspulen - Interesse, eine zu bauen oder lieber bei > 5V und darunter bleiben? Wie sang schon Roberto Blanco? Ein bißchen Spaß muß sein. Wir drifteten früher mit dem frisierten Auto quer durch Kurven, heute geht das glaube ich dank ESP und so Dingen gar nicht mehr, man ist fremd gezähmt. :-( Wie watteweiche Plüschfernsehsessel. So ein Manta oder Rallye-Kadett oder Escort RS2000 (Fernsehserie: Die Profis) forderten aber geradezu heraus. OK, der Straßenverkehr war gegen heute noch gering, und auf dem Land sowieso. Übrigens lebe ich nach all dem noch, und unversehrt. Zwei KFz-Zündspulen habe ich auch hier, und alle Bauteile, um da mal ne ordentliche Bratzelei draus zu machen. Ich habs bisher nicht gemacht. Wahrscheinlich aber aus der Erkenntnis, daß ich es binnen einer Stunde hier jederzeit könnte, wenn ich es wollte. Aber ich werde mit sowas entsprechend Alter und Lebenserfahrung stets besonnen genug um gehen.
Karl Heinz schrieb: > Wenn ich aber sehe, dass Jugendliche aus Spass auf einer Eisenbahn > reiten und dabei immer wieder mal einer der Oberleitung zu nahe kommt, > dann muss ich mich schon fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Da fehlt eindeutig der Respekt. Ich war früher im Fahrleitungsbau tätig und habe selbst gesehen, was Hochspannung mit einem Menschen anstellt. Und deswegen stockte mir diesem Video der Atem (Szene ab 18:59): http://www.youtube.com/watch?v=BS7FZBgOqgw#t=18m59s
Karl Heinz schrieb: > Wenn ich aber sehe, dass Jugendliche aus Spass auf einer Eisenbahn > reiten und dabei immer wieder mal einer der Oberleitung zu nahe kommt, > dann muss ich mich schon fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Wehe, es kommt ein Tunnel. Da geht der Stromabnehmer ziemlich bis eine Handbreite über Dachnähe runter, die Leitung ist abgesenkt. Zumindest sieht man es so in der Kölner U-Bahn. Wobei auf DB-Bahngeländen immer entsprechende Schilder stehen, gelb, mit rot, wo ein Männlein einen Waggon hoch klettert, und groß rot durchgekreuzt. Der Vater eines früheren Kollegen war Invalide, der sowas mal überlebte. Damals noch keine 50 Jahre alt. Ich lernte ihn als Invaliden persönlich kennen. Energietechniker, Mittelspannungsleitungsbauer. Er war 20cm kleiner als vorher. Vermutlich stauchen beim Stromschlag extreme Muskelkontraktionen die Wirbelsäulenlänge, und die Zwischenlagen der Wirbelsäule, was nicht aus Knochen besteht, sind auch eingedampft. Beim Stromschlag stimmte bei dem dann eines der Argumente: Strom macht klein, schwarz und häßlich. Komm jetzt bloß keiner mit dem Argument, 20cm Schrumpfung gibt es doch gar nicht. Doch, 6cm Schrumpfung waren beim Notausstieg aus dem Kampfjet bei einem Piloten erlaubt, also maximal drei mal den Schleudersitz ziehen, jedes mal 2cm Stauchung. Dann war er noch nicht Invalide, aber das kommt ja bei weiterer Nichtbeachtung erst.
Wilhelm F. schrieb: > Doch, 6cm Schrumpfung waren beim Notausstieg aus dem Kampfjet > bei einem Piloten erlaubt, also maximal drei mal den Schleudersitz > ziehen, jedes mal 2cm Stauchung. Das halte ich für eine Legende. Kampfpiloten müssen medizinisch dermaßen hohe Anforderungen erfüllen, daß sie beim geringsten Wehwehchen fluguntauglich geschrieben werden. Aus meiner NVA-Zeit bei der Luftwaffe (ähh Luftstreitkräften) habe ich noch in Erinnerung, daß i.d.R. der Notaustieg mit dem Schleudersitz bzw. die damit verbundenen Verletzungen das Ende der Karriere bedeuteten. Die meisten Piloten durften zwar noch fliegen, aber nicht mehr auf Jets, sondern sie wurden zu den Transportfliegern oder den Hubschraubern versetzt.
Es gibt aber auch Grenzen. Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich als Dreijähriger die Drahtspirale aus dem Schreibblock gefummelt und dann beide Enden in die Steckdose gebracht hätte. Wegen den Verbrennungen an den Händen wäre ein Arztbesuch nötig gewesen. ( Ich kann mich da nicht so recht dran erinnern. :) Grüße Bernd
Harald Nagy schrieb: > Wenn jemand Versuche durchführt und > informiert ist und vorsichtig ist, macht es keinen Unterschied ob dies > im Forschungslabor oder im Hobbyraum passiert... Dann stellt sich die Frage, warum Forschungslaboratorien so umfangreiche Sicherheitsrichtlinien haben. >Wie gesagt, ich bin Chemiker, und ich denke ich weiss wovon ich rede. Darüber ließe sich wahrscheinlich streiten.
Kara Benemsi schrieb: > Harald Nagy schrieb: >> Wenn jemand Versuche durchführt und >> informiert ist und vorsichtig ist, macht es keinen Unterschied ob dies >> im Forschungslabor oder im Hobbyraum passiert... > > Dann stellt sich die Frage, warum Forschungslaboratorien so umfangreiche > Sicherheitsrichtlinien haben. Naja, der Zweck der Richtlinien wird wohl sein, auch uninformierte und unvorsichtige Experimentatoren zu schützen. Aber jetzt mal ehrlich: In welchem /Forschungs/labor (abgesehen von größeren, kontrollierten und zertifizierten industriellen Einrichtungen) wird denn wirklich konsequent und dauerhaft nach solchen weitgehenden Sicherheitsrichtlinien gearbeitet?
Icke schrob: >Aus meiner NVA-Zeit bei der Luftwaffe >(ähh Luftstreitkräften) habe ich noch in Erinnerung, daß i.d.R. der >Notaustieg mit dem Schleudersitz bzw. die damit verbundenen Verletzungen >das Ende der Karriere bedeuteten. So ist es (gewesen). >Ich war früher im Fahrleitungsbau tätig >und habe selbst gesehen, was Hochspannung mit einem Menschen anstellt. Ja, bei solchen Aktionen kann man sich das ganze Hemd versauen... MfG Paul
>In welchem /Forschungs/labor (abgesehen von größeren, kontrollierten und >zertifizierten industriellen Einrichtungen) wird denn wirklich >konsequent und dauerhaft nach solchen weitgehenden >Sicherheitsrichtlinien gearbeitet? Du kannst mit dem Begriff Berufsgenossenschaft etwas anfangen? >Naja, der Zweck der Richtlinien wird wohl sein, auch uninformierte und >unvorsichtige Experimentatoren zu schützen. Ach so, und der Hobbyist ist üblicherweise ein erfahrener, informierter Experimentator. Danach sind die VDE-Richtlinien also auch nur als unverbindliche Ratschläge für unerfahrene Elekriker anzusehen.
Kara Benemsi schrieb: > Du kannst mit dem Begriff Berufsgenossenschaft etwas anfangen? Papier ist geduldig. Als Student habe ich noch nie jemand von denen in den Uni-Laboren gesehen. Solange nichts passiert... > Ach so, und der Hobbyist ist üblicherweise ein erfahrener, informierter > Experimentator. Mitnichten. Aber die in der Aussage von Harald Nagy, auf die Du angesprungen bist, bezog sich nunmal exakt auf diese Teilmenge.
>Solange nichts passiert...
Dann warte mal ab, was passiert, wenn etwas passiert.
Kara Benemsi schrieb: > Dann warte mal ab, was passiert, wenn etwas passiert. Tja, dann passiert halt was passiert. Das ändert aber nichts daran, wie vorher (bevor etwas passiert) jahre- oder teilweise jahrzehntelang gearbeitet wird. Bist Du tatsächlich der Meinung die Installationen in allen Uni-Laboren entsprechen den einschlägigen Richtlinien und werden durch die HiWis, Diplomanden und halben Doktorenden richtliniengemäß betrieben?
> Naja, der Zweck der Richtlinien wird wohl sein, auch uninformierte und > unvorsichtige Experimentatoren zu schützen. Aber jetzt mal ehrlich: In > welchem /Forschungs/labor (abgesehen von größeren, kontrollierten und > zertifizierten industriellen Einrichtungen) wird denn wirklich > konsequent und dauerhaft nach solchen weitgehenden > Sicherheitsrichtlinien gearbeitet? Exakt, erlebe ich selber jeden Tag und auch ich selbst KANN die Richtlinien nicht einhalten, weil dann effizientes Arbeiten schlicht unmöglich ist. Wie gesagt, eigene Erfahrung. > Dann stellt sich die Frage, warum Forschungslaboratorien so umfangreiche > Sicherheitsrichtlinien haben. Aus dem gleichen Grund, aus dem die lächerlichsten Substanzen heute verboten sind - Kontrolle. >Wie gesagt, ich bin Chemiker, und ich denke ich weiss wovon ich rede. >Darüber ließe sich wahrscheinlich streiten. Was qualifiziert dich? Und zusätzlich: wenn jemand etwas bestimmtes will, dann bekommt er das... das Wissen exisitiert in frei zugänglicher Form im Netz. Beispiel: Nur weil alle irgendwie Sprengstoff tauglichen Substanzen verboten sind, hört man trotzdem immer wieder von abgesprengten Fingern und Händen... Und im Alter von 3 Jahren (wie oben beschrieben) denke ich nicht, dass man derartige "Experimente" durchführen (lassen) sollte. Das ist kein Beispiel, dass hierher passt. Und eigentlich finde ich, dass Kinder, Jugendliche, Erwachsene (jetzt insbesondere auf dem Gebiet der Chemie) aktiver sind, weils teilweise verboten ist. Die eigentliche Förderung des analytischen Denkens, frühe Förderung von Interessen kommt heutzutage zu kurz, weil eben die heutigen Experimentierkästen zu nichts taugen, ausser das sie vergleichsweise teurer sind. Naja, ich geh mal davon aus, dass man bei diesem Thema ohnehin auf keinen grünen Zweig kommt...
J.-u. G. schrieb: > Kara Benemsi schrieb: >> Du kannst mit dem Begriff Berufsgenossenschaft etwas anfangen? > > Papier ist geduldig. Als Student habe ich noch nie jemand von denen in > den Uni-Laboren gesehen. Solange nichts passiert... Exakt so ist es. Will jetzt keine Details ausbreiten, aber man weiss wann kontrolliert wird... > >> Ach so, und der Hobbyist ist üblicherweise ein erfahrener, informierter >> Experimentator. > > Mitnichten. Aber die in der Aussage von Harald Nagy, auf die Du > angesprungen bist, bezog sich nunmal exakt auf diese Teilmenge. Das war ein Vergleich. Und ein ernsthafter Hobbyist verwendet auch keine andere Methoden und kein anderes Equipment als der Forscher im Labor.
>Tja, dann passiert halt was passiert. Ja, ich weiß, wir werden alle sterben. >Bist Du tatsächlich der Meinung die Installationen in allen Uni-Laboren >entsprechen... Ich weiß nicht, wo dein Problem liegt. Nur weil sich deiner Meinung flächendeckend niemand an die allgmein geltende Richlinien hält, sind diese völlig irrelevant? Im übrigen sind seriöse Industrielaboratorien deutlich besser organisiert. >Das ändert aber nichts daran, wie vorher (bevor etwas passiert) jahre- >oder teilweise jahrzehntelang gearbeitet wird. Das zeigt, daß man manche Leute offenbar sehr wohl vor sich selbst schützen muß. In dem Falle heißt Erfahrung, daß man Sachen auch jahrelang falsch machen kann. Ich weiß nicht, warum es Leute gibt, die sich besonders clever und toll vorkommen, wenn bewußt gegen sinnvolle Regeln verstoßen wird. Das hat irgendwie etwas von Kleinkindgehabe.
Kara Benemsi schrieb: > Ich weiß nicht, warum es Leute gibt, die sich besonders clever und toll > vorkommen, wenn bewußt gegen sinnvolle Regeln verstoßen wird. Das hat > irgendwie etwas von Kleinkindgehabe. Da liegt dein Problem. Du gehst anscheinend stillschweigend davon aus, dass alle Richtlinien auch Sinn machen...
>...weil dann effizientes Arbeiten schlicht unmöglich ist. Wie gesagt, >eigene Erfahrung. Die übliche Entschuldigung für Bequemlichkeit und Ignoranz. >Was qualifiziert dich? Ca. 15 Jahre als Laborleiter.
Bezüglich Richtlinien. Gibt es eigentlich ein Reglementarium, welche Sachen man als Privatmensch in seinem Keller machen darf bzgl. der Elektronik? In der Art eines Chemikaliengesetzes für die Chemie?
Kara Benemsi schrieb: >>...weil dann effizientes Arbeiten schlicht unmöglich ist. Wie gesagt, >eigene > Erfahrung. > > Die übliche Entschuldigung für Bequemlichkeit und Ignoranz. > >>Was qualifiziert dich? > > Ca. 15 Jahre als Laborleiter. Du willst mir jetzt aber nicht wirklich erklären, dass in allen Laboratorien streng nach Richtlinie gearbeitet wird? Das mag für (manche, vielleicht auch die meisten) industriellen Labore gelten, aber das wars dann schon.
>Das mag für (manche, vielleicht auch die meisten) industriellen Labore >gelten, aber das wars dann schon. Das dürfte seinen Grund haben. Weil professionelle Labore erkannt haben, daß Sicherheit unverzichtbar ist udn im Endeffekt kein Geld oder Zeit kosten. >Du willst mir jetzt aber nicht wirklich erklären, dass in allen >Laboratorien streng nach Richtlinie gearbeitet wird? Wenn du dich an den Krautern orientieren willst, ist das deine Sache. Spricht trotz deiner Ausbildung nicht für Professionalität. >Du gehst anscheinend stillschweigend davon aus, dass alle Richtlinien >auch Sinn machen... Jetzt fehlen nur noch Obrigkeitshörigkeit und Kadavergehorsam. Wenn du in Statistiken nachsiehst, wirst du feststellen, daß die Unfallquoten in er chemischen Industie in DE mit zu den niedrigsten aller Berufssparten gehören. Und das dürfte nicht daran liegen, daß die Regeln unsinnig sind. Die meisten Unfälle sind übrigens Stoperunälle, Unfälle mit "Chemie" sind äuerst selten. Das dürfte auch daran liegen, daß Experten, die glauben, daß sie alles besser wüßten, da sehr schnell aussortiert werden. Wenn ich Sicherheit Vorrang gebe, dann schon aus Eigeninteresse. Ich möchte nämlich abends gesund nach Hause gehen und in den nächsten Jahren bei Neubildungen nicht vor Arzt hören: da hätten Sie aber aufpassen müssen.
Kara Benemsi schrieb: > Nur weil sich deiner Meinung > flächendeckend niemand an die allgmein geltende Richlinien hält, > sind diese völlig irrelevant? Nun unterstelle mir mal bitte nichts, was ich nicht geäußert habe. Ich habe doch einen Punkt angeführt, für den ich die Richtlinien für relevant halte. Ich sehe aber auch nicht, dass allein aufgrund der Existenz solcher Richtlinien pauschal bei allen Forschungs -Laboren von irgendeinem höheren Sicherheitsstandard auszugehen ist. > Im übrigen sind seriöse Industrielaboratorien deutlich besser > organisiert. Zustimmung. Exakt das ist auch meine Erfahrung. Genau deshalb habe ich diese ja auch in meinem ersten Beitrag ausgeklammert. > Das zeigt, daß man manche Leute offenbar sehr wohl vor sich selbst > schützen muß. Der beste Schutz ist meiner Meinung nach Sachkenntnis und Umsicht. Allein dadurch ergibt sich üblicherweise eine beträchtliche Schnittmenge mit den Vorgaben der Richtlinien, und zwar unabhängig davon ob Bastler oder Laborant. > Ca. 15 Jahre als Laborleiter. Darf ich fragen, in welchem Bereich? Ich vermute Industrie. Ich habe nämlich genug Hochschlullabore (wobei ich weniger für Chemie- sondern eher für Physiklabore sprechen kann) kennen gelernt, in denen es de facto gar keinen Laborleiter gab.
>Ich sehe aber auch nicht, dass allein aufgrund der >Existenz solcher Richtlinien pauschal bei allen Forschungs -Laboren >von irgendeinem höheren Sicherheitsstandard auszugehen ist. Das habe ich auch nie behauptet. Zumindest hat jeder die Chance, sich Informationen zu verschaffen, um sicher zu arbeiten. >...mit den Vorgaben der Richtlinien, und zwar unabhängig davon ob >Bastler oder Laborant. Da wären wir uns einig. >Darf ich fragen, in welchem Bereich? Ich vermute Industrie. Korrekt. Ich reagiere nur allergisch auf Aussagen, daß man bei Einhaltung der Regeln nicht effizeint arbeiten könnte. Von neuen, jungen Laboranten höre ich diese Sprüche auch. Dann stelle ich mich daneben und sage, daß man mir doch bitte die Probleme konkret vorführen möge. Bisher mußte ich mich noch nicht korrigieren.
Kara Benemsi schrieb: >>Das mag für (manche, vielleicht auch die meisten) industriellen Labore >>gelten, aber das wars dann schon. > > Das dürfte seinen Grund haben. Weil professionelle Labore erkannt haben, > daß Sicherheit unverzichtbar ist udn im Endeffekt kein Geld oder Zeit > kosten. Im Schluss heisst das, an der Uni wird nicht professionell geforscht? Zwecks den industriellen Laboratorien geb ich dir recht. Trotzdem, um auf das eigentliche Thema zurückzukommen, ich finde die Regulatorien bzgl. Chemikalien teilweise ziemlich sinnlos. Wie gesagt, alles ist beschaffbar. Und warum soll man denjenigen, die interessiert sind, nicht die Möglichkeit bieten Naturwissenschaften früh kennenzulernen, eine gewisse Substanzkenntniss zu erlangen usw.? Ich hab mir selbst aktuelle Experimentierkästen angesehen. Die Möglichkeiten hierbei sind sehr beschränkt.
>Im Schluss heisst das, an der Uni wird nicht professionell geforscht? Um es zuzuspitzen: die Ergebnisse mögen professionell sein, über die Art und Weise hinsichtlich Sicherheit ließe sich oft diskutieren... >ich finde die Regulatorien bzgl. Chemikalien teilweise ziemlich sinnlos Daß da im Rahmen des Terrorwahns sicher übertrieben wird, dem stimme ich völlig zu. Wo jetzt die gesunde Balance liegt ist ein schwieriges Feld.
Kara Benemsi schrieb: > Das habe ich auch nie behauptet. Gut. Dann sind wir ja bis auf Weiteres in dieser Hinsicht quitt. :)
Kara Benemsi schrieb: > Ich weiß nicht, warum es Leute gibt, die sich besonders clever und toll > vorkommen, wenn bewußt gegen sinnvolle Regeln verstoßen wird. Weil nicht jede Regel überall sinnvoll ist. Die Hygiene-Regeln eines Krankenhauses zu Hause anzuwenden, ist bis auf wenige Ausnahmen kontraproduktiv.
>Die Hygiene-Regeln eines Krankenhauses zu Hause anzuwenden, ist bis auf >wenige Ausnahmen kontraproduktiv. Das wäre nach den Hygiene-Regeln auch gar nicht erforderlich. Üblicherweise hat man zu Hause keinen Umgang mit Frischoperierten, offen Wunden, MSRA-Infektionen, Immungeschwächten etc. Die Anwendung der 5 Sicherheitsregeln bei Umgang mit "Strom" sollte man hingegen auch zu Hause anwenden. Mindestens Freischalten und gegen Wiedereinschalten sichern. Spannugnsfreiheit festzustellen it auch kein Hexenwerk. Begraben wir das Kriegsbeil. Wir liegen hoffentlich näher beisammen als ursprünglich gedacht.
Kara Benemsi schrieb: > Begraben wir das Kriegsbeil. Wir liegen hoffentlich näher beisammen als > ursprünglich gedacht. Ich bin sogar davon überzeugt. Ich bin ja durchaus bei dir, wenn du sagst, dass es gewisse Mindest-Sicherheits Standards geben muss, wenn jemand mit Chemikalien experimentiert. Schutzmantel, Schutzbrille, Hände waschen, für den Notfall zumindest schon mal probiert zu haben wie Augen auswaschen geht, seine Nase nicht überall reinhalten (auch nicht wenns qualmt). Du darfst gerne noch ein paar mehr Grundregeln dazu mit aufnehmen auf die ich momentan nicht mehr komme. Beachtet man diese, und die sind nun wirklich nicht so schwer einzuhalten, dann konnte einem mit einem Chemiebaukasten aus den 70-er Jahren nicht viel passieren. Und so aberwitzig abartig sind diese Basisregeln nicht, dass man da nicht von alleine drauf kommen könnte. J.u.G. hat es weiter oben gut formuliert, wenn er sagt > Der beste Schutz ist meiner Meinung nach Sachkenntnis und Umsicht. Exakt. Mit ein bischen Hausverstand lassen sich viele Probleme von vorne herein vermeiden, selbst wenn man das Regelwerk nicht kennt. Irgendwo schlägt die Reglementierungswut dann nämlich auch mal ins Gegenteil um. Es wird nur noch sinnlos reglementiert und den Leuten zum einen die Lust am experimentieren und weiterbilden genommen und zum anderen werden sie aus der Eigenverantwortung entlassen. Die Frage lautet dann nicht mehr: "Was hat er sich dabei bloss gedacht?" sondern "Welche Regel können wir aus dem Hut zaubern?". Und trotz aller Chemikalien-Reglementierung: Wer sich in die Luft sprengen will, der schafft das auch heute noch problemlos. Die Zutaten dafür gibt es in jeder Gartenabteilung bzw. Lebensmittelhandel. Nach dem was ich so weiß, kann man damit einen ganz ordentlichen Bums erzeugen.
Dann sind wir alle am Ende ja eh der gleichen Meinung.
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.