Hallo miteinander, Momentan bin ich dabei, eine Hausarbeit zu schreiben. Ich habe schon das Thema, weiß aber leider nicht genau wie man das nennt: Man hat ein (innovatives, neues) Produkt A entwickelt und möchte es verkaufen. Man merkt aber, dass es strategisch klüger wäre, zunächst ein schwächeres Modell (billiger, weniger Funktionen) auf dem Markt zu bringen, warten bis der Markt gesättigt ist um dann das bessere Produkt (also das Original entwickelte) zu vermarkten, um mehr Geld zu kassieren. Gibt es dafür einen Fachbegriff?
Grundsätzlich, wenn man seine Produktpalette oder sein Marketing für unterschiedliche Käufergruppen spezifisch anpasst, so nennt man es http://de.wikipedia.org/wiki/Marktsegmentierung . Vielleicht gibt es noch spezifischere Begriffe, die hängen dann aber wohl von deinem Motiv ab: Willst du das bessere Produkt erst später bringen... - ...damit die Kunden zweimal kaufen? - ...weil es aktuell noch zu teuer in der Herstellung ist und du wegen der Marge deshalb zunächst ein einfacheres Produkt lieferst? - ...weil du denkst, dass dein Produkt so dermassen gut oder innovativ ist, dass es aktuell noch nicht seinem Preis entsprechend geschätzt wird, und du dir den Markt deshalb zunächst mal mit einer günstigerer Variante "zum ausprobieren" aufbauen willst? - ...weil du in irgend einer Weise den Markt oder das Produkt testen willst, um die Kenntnisse dann für die Lancierung des "richtigen" Produkts zu nutzen?
Mark Eichtal schrieb: > Hallo miteinander, > > Momentan bin ich dabei, eine Hausarbeit zu schreiben. Ich habe schon das > Thema, weiß aber leider nicht genau wie man das nennt: > > Man hat ein (innovatives, neues) Produkt A entwickelt und möchte es > verkaufen. Man merkt aber, dass es strategisch klüger wäre, zunächst ein > schwächeres Modell (billiger, weniger Funktionen) auf dem Markt zu > bringen, warten bis der Markt gesättigt ist um dann das bessere Produkt > (also das Original entwickelte) zu vermarkten, um mehr Geld zu > kassieren. > > Gibt es dafür einen Fachbegriff? Klar! http://de.wikipedia.org/wiki/Verschwörungstheorie
Mark Eichtal schrieb: > Man hat ein (innovatives, neues) Produkt A entwickelt und möchte es > verkaufen. Man merkt aber, dass es strategisch klüger wäre, zunächst ein > schwächeres Modell (billiger, weniger Funktionen) auf dem Markt zu > bringen, warten bis der Markt gesättigt ist um dann das bessere Produkt > (also das Original entwickelte) zu vermarkten, um mehr Geld zu > kassieren. Gibt es dafür einen Fachbegriff? Ja, das nennt sich "kapitalistische Marktwirtschaft". Insbesondere geht's hier um "unternehmerisches Risiko" und "strategische Planung". Firma A hat dabei die Aufgabe zu lösen, daß das (das Unwort 'innovativ' hab' ich jetzt mal überlesen - davon wird mir nämlich immer übel) Produkt "gut genug" sein muß, um genügend Käufer zu finden, aber schlecht - und vor allem billig! - genug, als daß es sich für eine potentielle Konkurrenz lohnen würde, in diesem Markt am Wettstreit teilzunehmen. Insofern geht das also nur nur in dem Fall gut, wenn A der erste Anbieter für diesen Markt ist und A sicherstellen kann, mit dem verbesserten Nachfolgeprodukt schneller am Markt zu sein, als ein 'Mitbewerber' mit einem dann vermutlich überlegenen ersten Konkurrenzprodukt. [Oder Firma A hat eine dermaßenen Marktmacht, daß sie es sich leisten kann, immer nur halbfertigen Schrott zu liefern und die Kunden auf die nächste Generation zu vertrösten, aber dieser Fall war hier ja wohl nicht gemeint] Diese Strategie wird klassischerweise von Start-Ups angewandt, wenn die Führung davon überzeugt ist, daß das Unternehmen in diesem Bereich stark wachsen und Gewinn machen wird. Dann fehlt nämlich auch das Personal und man versucht mit dem (schrottigen) Erstlingsprodukt den Markt zumindest soweit zu penetrieren, daß man in der Zwischenzeit - also bis zum Auftreten einer Konkurrenz auf diesem Markt - einen genügend großen Fortschritt erzielt, um dann auch auf einem hart erkämpften Marktumfeld durch den eigenen Vorsprung mithalten zu können. Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Time-to-Market und http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Produktpolitik Genaueres dürfte sich in jedem besseren Schwurbelbuch für Management finden, allgemeiner in der betriebswirtschaftlchen Literatur zu den Thematiken "Optimierung und Entscheidungsfindung". LG, N0R
Hm.. Gibt es dazu ein Beispiel? Gegenbeispiel: Tesla Motors. Erst den Sportwagen, dann den Sedan, demnächst den kleineren SUV, Technik wandert von teuer Richtung Mainstream. Anderes Gegenbeispiel: Jolla Telefone. 399Euro. Verkaufen sich gut. Vielleicht ist auch sowas gemeint: http://en.wikipedia.org/wiki/Crippleware Die Strategie, erst mit einem billigen Produkt sich selber den Markt zu machen, geht gerne nach hinten los. Als einer der besten Tipps für erfolgreiche Produkte gilt: Kopiere ein anderes, erfolgreiches Produkt. So wie Zalando. Oder pizza.de. Alles Kopien. Egal was man auf den Markt schmeisst, sobald es Massenmässig im Consumerbereich ist, wird es in Massen kopiert. DVD Player kosten ein paar Euro in Produktion, dazu kommen nur noch Lizenzgebühren, Steuern und kaum mehr Gewinn. Apple hatte tolle Iphones, aber Androids und andere werden mehr verkauft. Aber Apple setzte seit Jobs Rückkehr auf Qualität mit zu rechtfertigenden Preis (ich habe nichts von der Firma). Ein anderer Weg wird bei den Spielkonsolen beschritten: subventionierte Hardware, dafür hohe Margen durch die Spiele. Nintendo hält daran fest, Xbox ist ähnlich, Sony's Playstation ist auch recht günstige Hardware. Wie man folgende Regel nennt weiss ich nicht: "Wenn es kostenlos ist, bist Du das Produkt" Diese Regel gilt für "Soziale Netzwerke" und ominöse Internetforen. mfg, Washington
Washington I. schrieb: > Gibt es dazu ein Beispiel? Das würde mich auch interessieren! Wo konnten denn derartig konstruiert wirkende Vorgehensweisen tatsächlich mal Erfolg verweisen?
Wenn das "bessere" Produkt nicht unbedingt soviel besser ist, evtl. http://de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenz#Psychische_Obsoleszenz
Norbert M. schrieb: > Diese Strategie wird klassischerweise von Start-Ups angewandt Oft ist es viel banaler, weniger Verschwörung. Wenn man die Entwickler darüber entscheiden lässt, wann ihr Produkt auf dem Markt kommen soll, dann geht diese Startup-Firma unterdessen pleite. Zu viel Perfektionismus. Immerhin arbeiten die anfangs nur auf Basis von Kredit und Hoffnung. Und unterschätzen regelmässig Aufwand und Entwicklungskosten. Also müssen jene Leute in der Firma, die Sinn für Geld haben, den Entwicklern irgendwann das halbfertige Produkt aus den Händen reissen und verkaufen, damit endlich mal Geld reinkommt und die weitere Entwicklung finanziert werden kann.
Aus der Softwareentwicklung: http://en.wikipedia.org/wiki/Release_early,_release_often bzw: http://en.wikipedia.org/wiki/Minimum_viable_product oder auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Bananenprinzip - bananen werden unreif geerntet, reifen dann unterwegs oder beim kunden.
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