Forum: Offtopic Wie nennt man das?


von Mark E. (markeich)


Lesenswert?

Hallo miteinander,

Momentan bin ich dabei, eine Hausarbeit zu schreiben. Ich habe schon das 
Thema, weiß aber leider nicht genau wie man das nennt:

Man hat ein (innovatives, neues) Produkt A entwickelt und möchte es 
verkaufen. Man merkt aber, dass es strategisch klüger wäre, zunächst ein 
schwächeres Modell (billiger, weniger Funktionen) auf dem Markt zu 
bringen, warten bis der Markt gesättigt ist um dann das bessere Produkt 
(also das Original entwickelte) zu vermarkten, um mehr Geld zu 
kassieren.

Gibt es dafür einen Fachbegriff?

von Marek N. (Gast)


Lesenswert?

Apple

von Harald W. (wilhelms)


Lesenswert?

Marek N. schrieb:

> Apple

Ja, wie man am Markensymbol sieht, fehlt da immer ein wichtiges Stück.

von P. M. (o-o)


Lesenswert?

Grundsätzlich, wenn man seine Produktpalette oder sein Marketing für 
unterschiedliche Käufergruppen spezifisch anpasst, so nennt man es 
http://de.wikipedia.org/wiki/Marktsegmentierung .

Vielleicht gibt es noch spezifischere Begriffe, die hängen dann aber 
wohl von deinem Motiv ab:
Willst du das bessere Produkt erst später bringen...
- ...damit die Kunden zweimal kaufen?
- ...weil es aktuell noch zu teuer in der Herstellung ist und du wegen 
der Marge deshalb zunächst ein einfacheres Produkt lieferst?
- ...weil du denkst, dass dein Produkt so dermassen gut oder innovativ 
ist, dass es aktuell noch nicht seinem Preis entsprechend geschätzt 
wird, und du dir den Markt deshalb zunächst mal mit einer günstigerer 
Variante "zum ausprobieren" aufbauen willst?
- ...weil du in irgend einer Weise den Markt oder das Produkt testen 
willst, um die Kenntnisse dann für die Lancierung des "richtigen" 
Produkts zu nutzen?

von Timm R. (Firma: privatfrickler.de) (treinisch)


Lesenswert?

Mark Eichtal schrieb:
> Hallo miteinander,
>
> Momentan bin ich dabei, eine Hausarbeit zu schreiben. Ich habe schon das
> Thema, weiß aber leider nicht genau wie man das nennt:
>
> Man hat ein (innovatives, neues) Produkt A entwickelt und möchte es
> verkaufen. Man merkt aber, dass es strategisch klüger wäre, zunächst ein
> schwächeres Modell (billiger, weniger Funktionen) auf dem Markt zu
> bringen, warten bis der Markt gesättigt ist um dann das bessere Produkt
> (also das Original entwickelte) zu vermarkten, um mehr Geld zu
> kassieren.
>
> Gibt es dafür einen Fachbegriff?

Klar!

http://de.wikipedia.org/wiki/Verschwörungstheorie

von Norbert M. (Gast)


Lesenswert?

Mark Eichtal schrieb:
> Man hat ein (innovatives, neues) Produkt A entwickelt und möchte es
> verkaufen. Man merkt aber, dass es strategisch klüger wäre, zunächst ein
> schwächeres Modell (billiger, weniger Funktionen) auf dem Markt zu
> bringen, warten bis der Markt gesättigt ist um dann das bessere Produkt
> (also das Original entwickelte) zu vermarkten, um mehr Geld zu
> kassieren. Gibt es dafür einen Fachbegriff?

Ja, das nennt sich "kapitalistische Marktwirtschaft". Insbesondere 
geht's hier um "unternehmerisches Risiko" und "strategische Planung".

Firma A hat dabei die Aufgabe zu lösen, daß das (das Unwort 'innovativ' 
hab' ich jetzt mal überlesen - davon wird mir nämlich immer übel) 
Produkt "gut genug" sein muß, um genügend Käufer zu finden, aber 
schlecht - und vor allem billig! - genug, als daß es sich für eine 
potentielle Konkurrenz lohnen würde, in diesem Markt am Wettstreit 
teilzunehmen.

Insofern geht das also nur nur in dem Fall gut, wenn A der erste 
Anbieter für diesen Markt ist und A sicherstellen kann, mit dem 
verbesserten Nachfolgeprodukt schneller am Markt zu sein, als ein 
'Mitbewerber' mit einem dann vermutlich überlegenen ersten 
Konkurrenzprodukt. [Oder Firma A hat eine dermaßenen Marktmacht, daß sie 
es sich leisten kann, immer nur halbfertigen Schrott zu liefern und die 
Kunden auf die nächste Generation zu vertrösten, aber dieser Fall war 
hier ja wohl nicht gemeint]

Diese Strategie wird klassischerweise von Start-Ups angewandt, wenn die 
Führung davon überzeugt ist, daß das Unternehmen in diesem Bereich stark 
wachsen und Gewinn machen wird. Dann fehlt nämlich auch das Personal und 
man versucht mit dem (schrottigen) Erstlingsprodukt den Markt zumindest 
soweit zu penetrieren, daß man in der Zwischenzeit - also bis zum 
Auftreten einer Konkurrenz auf diesem Markt - einen genügend großen 
Fortschritt erzielt, um dann auch auf einem hart erkämpften Marktumfeld 
durch den eigenen Vorsprung mithalten zu können.

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Time-to-Market und 
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Produktpolitik

Genaueres dürfte sich in jedem besseren Schwurbelbuch für Management 
finden, allgemeiner in der betriebswirtschaftlchen Literatur zu den 
Thematiken "Optimierung und Entscheidungsfindung".

LG, N0R

von Washington I. (washington_i)


Lesenswert?

Hm..

Gibt es dazu ein Beispiel?

Gegenbeispiel: Tesla Motors. Erst den Sportwagen, dann den Sedan, 
demnächst den kleineren SUV, Technik wandert von teuer Richtung 
Mainstream.

Anderes Gegenbeispiel: Jolla Telefone. 399Euro. Verkaufen sich gut.

Vielleicht ist auch sowas gemeint:
http://en.wikipedia.org/wiki/Crippleware

Die Strategie, erst mit einem billigen Produkt sich selber den Markt zu 
machen, geht gerne nach hinten los. Als einer der besten Tipps für 
erfolgreiche Produkte gilt:
Kopiere ein anderes, erfolgreiches Produkt.

So wie Zalando. Oder pizza.de. Alles Kopien.

Egal was man auf den Markt schmeisst, sobald es Massenmässig im 
Consumerbereich ist, wird es in Massen kopiert. DVD Player kosten ein 
paar Euro in Produktion, dazu kommen nur noch Lizenzgebühren, Steuern 
und kaum mehr Gewinn.

Apple hatte tolle Iphones, aber Androids und andere werden mehr 
verkauft.
Aber Apple setzte seit Jobs Rückkehr auf Qualität mit zu 
rechtfertigenden Preis (ich habe nichts von der Firma).

Ein anderer Weg wird bei den Spielkonsolen beschritten: subventionierte 
Hardware, dafür hohe Margen durch die Spiele. Nintendo hält daran fest, 
Xbox ist ähnlich, Sony's Playstation ist auch recht günstige Hardware.

Wie man folgende Regel nennt weiss ich nicht:
"Wenn es kostenlos ist, bist Du das Produkt"
Diese Regel gilt für "Soziale Netzwerke" und ominöse Internetforen.

mfg, Washington

von J.-u. G. (juwe)


Lesenswert?

Washington I. schrieb:
> Gibt es dazu ein Beispiel?

Das würde mich auch interessieren! Wo konnten denn derartig konstruiert 
wirkende Vorgehensweisen tatsächlich mal Erfolg verweisen?

von Mike M. (mikeii)


Lesenswert?

Wenn das "bessere" Produkt nicht unbedingt soviel besser ist, evtl.

http://de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenz#Psychische_Obsoleszenz

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Norbert M. schrieb:
> Diese Strategie wird klassischerweise von Start-Ups angewandt

Oft ist es viel banaler, weniger Verschwörung. Wenn man die Entwickler 
darüber entscheiden lässt, wann ihr Produkt auf dem Markt kommen soll, 
dann geht diese Startup-Firma unterdessen pleite. Zu viel 
Perfektionismus. Immerhin arbeiten die anfangs nur auf Basis von Kredit 
und Hoffnung. Und unterschätzen regelmässig Aufwand und 
Entwicklungskosten.

Also müssen jene Leute in der Firma, die Sinn für Geld haben, den 
Entwicklern irgendwann das halbfertige Produkt aus den Händen reissen 
und verkaufen, damit endlich mal Geld reinkommt und die weitere 
Entwicklung finanziert werden kann.

von Washington I. (washington_i)


Lesenswert?

Aus der Softwareentwicklung:

http://en.wikipedia.org/wiki/Release_early,_release_often
bzw:
http://en.wikipedia.org/wiki/Minimum_viable_product

oder auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bananenprinzip - bananen werden unreif 
geerntet, reifen dann unterwegs oder beim kunden.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.