Hallo Leute,
mein Auto leidet an der Softlack-Krankheit: Einige Zeit lang wurden bei
VAG-Fahrzeugen beleuchtete Plastik-Taster (Klimabedienteil,
Fensterheberschalter, Radio...) mit einem Lack versehen, der schon nach
wenigen Monaten durch Benutzung abgerieben wird.
Die Taster sind aus diffus weißem, halbtransparentem Plastik und werden
von hinten mit roten LEDs beleuchtet. Der Softlack ist aufgebracht,
allerdings sind die Symbole ausgespart. Dadurch ist der Taster schwarz
und nur das Symbol leuchtet. Jetzt, nach dem Abrieb, kommt das weiße
Plastik zum Vorschein, das Symbol ist weg und die ganze Taste leuchtet
rot. Das sieht natürlich äußerst bescheiden aus.
Ich suche jetzt nach einer Möglichkeit, diese Art der Beschriftung zu
replizieren. Es gibt von einigen Anbietern schlicht Aufkleber für die
Tasten, das sieht aber ziemlich bescheiden aus.
Meine Frage wäre, wie bei der Originallackierung die Symbole ausgespart
wurden. Wurde der Lack gedruckt, war da eine Art Aufkleber drauf, der
später wieder abgezogen wurde? Kann man so etwas mit Hausmitteln
replizieren? Ich denke nicht nur an die optische Renovierung meines
Autos, sondern auch an Elektronik-Bastelprojekte, bei denen beleuchtete
und beschriftete Taster auch gut aussehen würden.
Da es nur ein + und - war, tippe ich drauf, daß es während der
Lackierung mit einem Gummistempel abgedeckt wurde.
Lack auf Tastern hält sowieso nicht, ganz allgemein reibt sich Lack auf
Kunststoff immer ab, egal was Balda gerne möchte. Auch mein blödes
silber lackiertes Panasonic Telefon ist nicht nur abgeschabt wo es in
die Ladeschale kommt, sondern leidet sogar schon dort, wo man es
anfasst, und die haben sicherlich gute Qualität verlangt. Beim Siemens
S45 ist der Lack auf den Tasten schon lange beschädigt. Und beim Gigaset
ist der silberne Menüknopf schon lange nicht mehr silbern.
Daher würde ich deine Tasten mit einer zähen schwarzen Folie abdecken,
und in diese Folie dann die Ausparungen für # und - hineingravieren.
Nimm also die fertigen Aufkleber.
Nachtrag: Dauerhaft abriebfeste durchscheinende Symboltasten kann man
nur machen, in dem erst das transparente Plastik gespritzt wird, dann
mit einer grösseren Form schwarz umspritzt wird, so wie es früher (tm)
mit guten Tasten von Schreibmaschinen gemacht wurde. Meine PC-Tastatur
hat schon Tasten mit nur noch schwachem Aufdruck, Aufdruck taugt halt
nicht, auch wenn er von Cherry kommt.
Hi,
Autobastler schrieb:> Meine Frage wäre, wie bei der Originallackierung die Symbole ausgespart> wurden. Wurde der Lack gedruckt, war da eine Art Aufkleber drauf, der> später wieder abgezogen wurde? Kann man so etwas mit Hausmitteln> replizieren? Ich denke nicht nur an die optische Renovierung meines> Autos, sondern auch an Elektronik-Bastelprojekte, bei denen beleuchtete> und beschriftete Taster auch gut aussehen würden.
Wie die Lackierung im Original aufgerbracht wurde kann ich auch nicht
sicher sagen. Denkbar ist beispielsweise Siebdruck. Auch eine
komplettlackierung in Schwarz mit anschließendem Wegbrennen der
schwarzen Farbe mit Laser ist denkbar. Und es gibt noch einige
Möglichkeiten mehr. Die sind aber jenseits aller Möglichkeiten von noch
so gut ausgestatteten Hobbyisten.
Die Frage des Replizierens ist in erster Linie eine Frage wie viel
Aufwand du bereit bist zu treiben. Alles andere als die
Aufklebervariante oder Ersatzbeschaffung der Tasten ist schon mit etwas
Arbeit verbunden. Eine originalgetreue Reparatur ist aber auch für
Hobbyisten durchaus möglich!
Sollte dich der Aufwand nicht schrecken so hängt es von deinen
Möglichkeiten ab wie du weiter vorgehen kannst.
Es haben ja schon einige Bastler durchaus brauchbare Geräte zum
Gravieren (und teilweise schneiden) einfach zu bearbeitender Materialien
gebaut.
Auch sind kommerzielle Geräte mittlerweile teilweise billiger als CNC
Fräsen. Somit ist es zumindet nicht mehr undenkbar das ein Hobbyist
zugriff auf solche ein Gerät hat.
Ist dies bei dir der Fall so würde ich zumindest mal versuchen ob ein
komplettes Lackieren und Wegbrennen möglich ist. (Aber unbedingt vorher
Verträglichkeitstests machen!)
Falls kein Lasergerät im Bekanntenkreis zugägnglich ist bliebe noch der
Siebdruck. Das ist keinesfalls so kompliziert wie viele zu glauben
scheinen. Auch sind damit gebogene Oberflächen gut zu bearbeiten.
Es ist allerdings etwas Übungssache. Wenn man sich selber Informiert ist
für eine erste Grundausstattung (Sieb, Rakel, Farbe und Fotoemulsion)
mit etwa 100 Euro zu rechnen... Belichten des Siebes geht notfalls mit
einem billigen 500Watt Halogenstrahler. Es muss aber ein Drucker
vorhanden sein der gute Belichtungsvorlagen erzeugt. (Was fürs
Platinenfertigen reicht sollte auch hier funktionieren)
Das Aufwendige ist hier die Vorbereitung des Siebes...
Gesamtarbeitszeit für einen Tastensatz (wenn geübt) etwa eine Stunde.
Gesamtarbeitszeit für 10 Tastensätze etwa eine Stunde und fünf
Minuten...
Ob dir das Ergebniss diesen Aufwand wert ist kannst nur du selbst
entscheiden.
Als Letztes könnte man noch das "wirkliche" Gravieren mit einer CNC
Fräse in betracht ziehen. Allerdings wird das auf den meisten
Hobbygeräten nur sehr mäßige Ergebnisse bringen wenn die Oberflächen
gekrümmt sind.
Auf 3-Achs Fräsen wird man bei solch gebogenen Tasten im Ergebniss
unterschiedlich breite/tiefe Fräsbahnen erhalten.
Hast du dich denn schon einmal erkundigt ob die Tastenkappen nicht evtl.
für eine "verträgliche" Summe als Ersatzteil lieferbar sind. Auch wenn
das jetzt natürlich für eigene Projekte keine Lösung ist.
Gruß
Carsten
Ach Ja - Als Nachtrag:
Für GANZ EINFACHE Symbole, also nur Plus und Minus beispielsweise, da
kann es durchaus mit der Methode:
-> Symbol aus Folie Ausschneiden und Aufkleben,
-> Lackieren,
-> und Maske abziehen
funktionieren.
Man muss allerdings den richtigen Zeitpunkt fürs Abziehen der Maske sehr
gut appassen. Der Lack muss gut angetrocknet, aber keinesfalls
durchgetrocknet sein. Auch muss die Dicke der Lackschicht stimmen, Zu
dünn oder zu dick und das Ergebniss ist mist. Ausserdem hat es sich bei
mir als Vorteilhaft herausgestellt wenn die Symbole "zweigeteilt" waren,
also ich mit dem Skalpel in der Mitte des Symbols ansetzen konnte wo eh
keine Farbe bleiben soll.
Bei einem einzelnen Aufkleber wird bei Abziehen schnell der Lackierte
Rand and an der Stelle zum Ansezen des Skalpels beschädigt...
Aber das ist eine echte Fummelarbeit und der Erfolg auch von etwas Glück
abhängig.
Gruß
Carsten
MaWin schrieb:> Meine PC-Tastatur> hat schon Tasten mit nur noch schwachem Aufdruck, Aufdruck taugt halt> nicht, auch wenn er von Cherry kommt.
Cherry-Tastaturen sind i.d.R. nicht bedruckt, sondern lasergraviert.
(Ganz alte hatten zweifarbig gespritzte Tastenkappen, aber damit haben
sie so gegen Anfang der 90er Jahre aufgehört)
Allerdings gibt es auch sehr widerstandsfähige Bedruckungen; IBM hat das
Modell M schon immer nur bedruckt.
Keine Ahnung, was die da für Spezialfarben und Spezial-Kunststoffe
verwendet haben, aber auch meine seit bald 20 Jahren benutzte Modell M
hat zwar Abnutzungserscheinungen (glänzende Stellen auf den
vielbenutzten Tasten), die Beschriftung aber ist davon nicht betroffen.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> (Ganz alte hatten zweifarbig gespritzte Tastenkappen, aber damit haben> sie so gegen Anfang der 90er Jahre aufgehört)
Das war noch die gute Qualität, leider DIN Anschluss, liegt im Keller.
Der moderne Schrott ist zwar graviert, aber die Farbe sieht nach einiger
Zeit so aus.
Die Tasten ein paarmal im Gardinen-Beutelchen in der Spülmaschine
waschen lassen - davon kommt die Beschriftung zwar auch nicht wieder,
aber die Tasten sind erstens schön sauber und sehen zweitens gleichmäßig
aus... ;-)
EIne schöne alte Tastatur mit DIN-Stecker habe ich auch noch, und der
aktuelle PC hat noch eine PS/2-Buchse für die Tastatur. Da ich wegen
extratiefer Schreibtischplatte ohnehin eine Stecker-Box oben auf dem
Schreibtisch habe, konnte ich den DIN-PS/2-Adapter in die Box
integrieren und auch die DIN-Tastaturen ohne Gefummel weiter betreiben -
einen Din-Stecker mit Adapter in die kleine Hosiden-Buchse eines
PS/2-Ports zu stecken und dort längere Zeit kontaktsicher zu betreiben,
erfordert IMHO einen Bereich abgesenkter Schwerkraft...
Carsten Sch. schrieb:> Als Letztes könnte man noch das "wirkliche" Gravieren mit einer CNC> Fräse in betracht ziehen.
Hab ich schon für unzählige Tasten so gemacht, allerdings nicht zum
Durchleuchten, sondern gefüllt mit Farbe. Qualität und Haltbarkeit waren
immer einwandfrei, allerdings wurde das nicht hobbymässig gemacht,
sondern von einem Graveur-Meisterbetrieb, der auch die Pokale für
ansässige Sportvereine, Namenschilder usw. fräst. Kosten für kleine
Stückzahlen waren so 1..2 Euro pro Taste, das ist für das Aussehen eines
Autos wohl gerade noch verkraftbar, wenn man bedenkt was sonst so für
pimp my car ausgegeben wird.
Gruss Reinhard
Danke schonmal für die zahlreichen Ideen...
Ich habe jetzt ein Originalteil in Einzelteile zerlegt und mir die
Blende genauer angeschaut. Es handelt sich um ein Spritzgussteil aus
weißem Platik, das anschließend mit dem schwarzen Softlack überlackiert
wurde. Der Lack ist definitiv gespritzt worden, man sieht den Farbnebel
an den nicht sichtbaren, abgeschatteten Kanten.
Das heißt, die Symbole waren entweder beim Lackieren maskiert oder
wurden nachher irgendwie wieder freigestellt. Man spürt auch die
Lackkante mit dem Fingernagel. Die Symbole sind ziemlich filigran und
haben sehr saubere Kanten.
Das Gravieren scheidet für mich aus, da die meisten Teile (betroffen
sind Lichtschalter, Fensterheberschalter, Klimabedienteil, Radio, Taster
in der Mittelkonsole) eine ziemliche Wölbung aufweisen, außerdem ist die
Strichbreite sehr gering. Laser ist für den Hobbyisten wohl außer
Reichweite.
Weiß jemand, wie es bei den Originalteilen gemacht wurde? Gibt es
eigentlich Aufreibesymbole, die man sich irgendwie selbst herstellen
kann nach einem photochemischen Verfahren? Oder eine Maske, die man auf
das Teil selbst aufbringen kann? Ich habe schon daran gedacht, Positiv
20 auszuprobieren. Nur wahrscheinlich wird das mit Lack abgedeckte
Positiv 20 vom Entwickler gar nicht erreicht. Man bräuchte eine Art
"Wachsmaske", die man mit einem photochemischen Verfahren aufbringen
kann. Dann würde der Lack einfach abperlen und man könnte das Wachs mit
Lösemitteln entfernen. Hat hier noch jemand Ideen?
Was mich persönlich wirklich ärgert, ist die mangelhafte
Qualitätssicherung des Autoherstellers und das völlige Unvermögen, mit
diesem Mangel vernünftig umzugehen. Er könnte ja einen Satz Tastkappen
zu einem vernünftigen Preis anbieten oder zumindest ein Angebot für die
Aufarbeitung der betroffenen Teile machen. Tut er aber nicht. Die
betroffenen Teile komplett auszutauschen, geht komfortabel in den
vierstelligen Eurobereich.
Ja. Weiß ich. durchscheinender Kunststoff, schwarzer Lack, und.... tata
! Ein Laser, der den schwarzen Lack weg brennt. Ist heute Standard,
funktioniert super, wenn man es richtig macht. Wir haben sogar
durchsichtige teile, die erst weiß, dann schwarz lackiert werden, wo der
Laser nur dem schwarzen Lack weg brennt. Durchsichtig leitete dass licht
weiß streut schön. MAN macht sogar noch klarlack drauf. Aber unser Lack
hält hundert tausend Wischzyklen. Zu wenig für eine Tastatur, genug für
einem bedienschalter.
Wir haben einen lackierer der uns dass ganze auch für Einzelteile
gemacht hat. Aber ich denke, dass ist so teuer, das lohnt nicht für den
privatmann.. Ich kann dir den Kontakt aber gen raus suchen.
Meinst du nicht, dass es billiger ist, sich die entsprechenden Taster
gebraucht zu besorgen? Die Türgriffe etc. bekommt man z.B. für den Golf
IV schon für relativ schmales Geld neu vom Händler. Da würde ich nicht
groß mit Basteln anfangen...
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
MaWin schrieb:> Das war noch die gute Qualität, leider DIN Anschluss, liegt im Keller.
Dann hol sie da wieder raus und verwende einen DIN-auf-Mini-DIN-Adapter,
dann kannst Du sie auch in einen "PS/2"-Anschluss stecken. Elektrisch
ist das exakt das gleiche:
Matthias L. schrieb:> einen Din-Stecker mit Adapter in die kleine Hosiden-Buchse eines> PS/2-Ports zu stecken und dort längere Zeit kontaktsicher zu betreiben,> erfordert IMHO einen Bereich abgesenkter Schwerkraft...
Hängt vom Adapter ab. Es gibt auch welche mit einem Stück Kabel.
Ansonsten: Seitenschneider, DIN-Prömpel abschneiden, Mini-DIN-Stecker
dranlöten. Ist das hier ein Forum, das Elektronik im Titel führt?
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Ansonsten: Seitenschneider, DIN-Prömpel abschneiden, Mini-DIN-Stecker> dranlöten. Ist das hier ein Forum, das Elektronik im Titel führt?
Ein passiver Adapter ist aber keine Elektronik... ;-)
Seit ich mal an einem Kopfhörerkabel gescheitert bin, in dem die
Signaladern aus einem $&'!?<#*-Geflecht aus hauchzarten Kupfer-Häärchen
und Kunststofffasern bestanden, was nicht anständig gelötet werden
konnte, bin ich mit der spontanen Abschnippelei ein wenig vorsichtiger
geworden, aber grundsätzlich hast du natürlich Recht. In meiner
Breakout-Box war aber genug Platz, sodass ich an der Front eine DIN- und
eine Hosiden-Buchse in trauter Zweisamkeit nebeneinander habe, die auf
den gemeinsamen PS/2-Ausgang der Box führen, da kann ich einfach jede
Tatstur anklemmen, die mir in die Finger kommt. Ja, eine USB-Buchse habe
ich dort auch noch in Reserve...
Autobastler schrieb:> da die meisten Teile (betroffen> sind Lichtschalter, Fensterheberschalter, Klimabedienteil, Radio, Taster> in der Mittelkonsole) eine ziemliche Wölbung aufweisen
Das hat meinen Graveur nicht gestört, und filigran ist relativ - siehe
Bild. Die Tasten sind graviert und mit weisser Farbe ausgelegt.
Man muss sein Handwerk halt beherrschen.
Gruss Reinhard
Matthias L. schrieb:> bin ich mit der spontanen Abschnippelei ein wenig vorsichtiger> geworden
Die Alternative wäre der Tausch des Tastaturkabels. Bessere Tastaturen
--und um die geht es hier ja wohl-- sind a) zerstörungsfrei zu öffnen
und b) mit einem nach dem Öffnen auswechselbaren Kabel ausgestattet.
Jedenfalls kein unlösbares Problem.
Gibt noch genug Bastler die beschriften ihre Frontplatten mit Aufreibe
buchstaben und Symbole. Danach Klarlack drüber oder mit einer geeigneten
Folie beschichten.Das könntes mal ausprobieren. Tasten vorher gut sauber
machen....