Falsches Studium zum gewollten Beruf.

Gast #3509742
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Hallo Leute!
Bin sehr deprimiert. Habe vor ein paar Jahren ein Studium in Informatik 
absolviert,  eigentlich gute Noten, Diplomarbeit war ein 1er, wo die 
Firma (Automobilindustrie) sogar ein Patent anmeldete.

Schrieb eine Diplomarbeit in Robotik/techn. Informatik.

Damals war Wirtschaftskrise und sie nahmen mich nicht auf. Auch weil sie 
angeblich Angst hatten das jemand auf sein Patent Anspruch erhebt. Aber 
im Diplomarbeitsvertrag war sowieso eine Klausel drin, mit der man alles 
was man im Rahmen des Konzerns erfindet, Rechte abgibt.

Das Thema hat mich sehr interessiert und einmalig im Leben machte mir 
die Arbeit sogar Spaß. Das Thema Robotik/Automobil kam gar nicht so im 
Studium vor, sondern eher Software, das hab ich mir autodidaktisch 
beigebracht mit den Leuten dort, fragen etc.

War während des Studiums auch immer auf Montage in Stahlwerken. Im 
Studium kam viel Web Engineering vor, Betriebssysteme, das als Hobby 
ganz interessant ist, aber als Beruf ist mir das zuwenig, langweilig und 
nicht anspruchsvoll.

Hab dann danach ein Angebot bekommen in ner anderen Stadt und geheiratet 
(...), MES/Leitsysteme zu programmieren inkl. Inbetriebnahme. War ganz 
interessant aber die Leute wurden ausgenutzt, teils Spesen nicht richtig 
ausgezahlt,  14 Std. Schichten etc. Habs dort sogar 3 Jahre ausgehalten.

Hab dann ein anderes, besser bezahltes Angebot angenommen, da ich in ner 
Notlage war, geht um Java programmieren, teilweise auch Websachen, viel 
Administration etc. also ein richtig langweiliger Bürojob!

Will da raus obwohl die Kollegen eigentlich recht nett sind, aber ich 
bin halt wie immer unterfordert.

Meiner Frau gefällts ganz gut, die denkt schon an Familie etc. Ich denke 
in Wirklichkeit an ganz was anderes.

Mir fällt es wie Schuppen von den Augen! Ich hätte Maschinenbau 
studieren sollen! Wusste ja nie was ich wirklich wollte. Mein 
Geometrielehrer hat auch gesagt damals dass ich da gut wäre (2er).

Und jetzt ists schon zu spät für ein zweites Studium (Maschinenbau)?

Denn für solche Jobs, die ich will, suchen sie eher ET und MB Ing. Keine 
Informatiker :-( obwohl ich Erfahrung hätte.

Alternativ eine Promotion in Produktionsplanungssysteme, Optimierung 
etc. das hätte mich auch immer interessiert. Dann komm ich viell. in die 
Richtung die ich will.

Aber dafür müssten wir wieder umziehen in ihre kleine Whg. (Wenn sie 
dann noch zusammen sein will mit mir), und ich verdiene auf der Uni 
nicht so viel dann. Zum Überfluss haben die Schwiegereltern auch 
dazugezahlt zur neuen Whg. das ich natürlich zurückzahle (will das nicht 
geschenkt, sonst ist man der dauernde Schuldige und abhängig,  wenn ihr 
wisst was ich meine..)

Also bin in ner verzwickten Lage, eigentlich nicht dort wo ich sein 
wollte schlussendlich,  grüble und überlege jeden Tag.. darf mich nicht 
kaputtgruebeln.

Sorry war lang musste mir das mal von der Seele reden.
Gast #3509772
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unentschlossen30 schrieb:
> Denn für solche Jobs, die ich will, suchen sie eher ET und MB Ing. Keine
> Informatiker :-( obwohl ich Erfahrung hätte.

Es gibt Firmen, die suchen Mitarbeiter mit Kenntnissen auf mehreren 
Gebieten. Die Kombination Informatik/Maschinenbau sollte auch dabei 
sein.

Als Beispiel: Überlege mal, was in dieser Fima www.lk-ag.com so alles an 
Fähigkeiten (auch in Kombination) benötigt wird?
Gast #3510176
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unentschlossen30 schrieb:
> Denn für solche Jobs, die ich will, suchen sie eher ET und MB Ing. Keine
> Informatiker :-( obwohl ich Erfahrung hätte.

Hast du dich denn überhaupt schon einmal auf einen solchen Job beworben? 
Natürlich schreiben die solche Jobs nicht für Informatiker aus, aber das 
heißt noch lange nicht, dass sie einen mit der passenden Erfahrung nicht 
nehmen. Man muss es nur gut herüber bringen, wieso man als Informatiker 
für die Aufgabe geeignet ist.

Eine andere Alternative wäre ein Fernstudium Maschinenbau. An privaten 
Hochschulen (WBH) geht das relativ leicht nebenbei.
#3510194
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Wäre es möglicherweise ein Kompromiss, noch ein Masterstudium 
(beispielsweise in techn. Informatik / ET) zu machen? Dann hättest du 
den Abschluss, der zu deinem Wunschberuf passt, müsstest aber 
gleichzeitig nicht nochmal die gesamte Studiendauer für ein Grundstudium 
aufbringen.

Die Aufnahme in den entsprechenden Master dürfte auch mit rein 
informatischem Hintergrund klappen.
Gast #3510222
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unentschlossen30 schrieb:

> Sorry war lang musste mir das mal von der Seele reden.

Weiter suchen, Firmen notfalls wie das Hemd wechseln, wenn es geht, man 
schon in einer guten Gegend lebt, und nicht zu beschwerlich ist.

Was soll ein weiteres Studium bringen? Drei von zehntausend 
Spezialkenntnissen drauf bekommen, die am Ende auch kein Mensch braucht?
Gast #3510289
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Red doch mal mit Deiner Frau darüber, statt in einem Forum. So eine Ehe 
sollte ja für länger sein, da sind 3 Jahre Studium nicht relevant. Und 
sie ist die am meisten Leidtragende, andererseits würde meine Frau mich 
durchaus unterstützen bei sowas.

Gruss
Axel
Gast #3510352
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Mein Prof hat mal gesagt, dass du gesetzlich immer ein Recht auf das 
Patent hast. Auch wenn die so schlau sind und den armen und in Not 
geratenen Studenten aus dem Patent ausschließen.
Ich würde hier mal die Bombe platzen lassen und die mal schön zu Kasse 
bitten.
Gast #3510355
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Ing. schrieb:
> Mein Prof hat mal gesagt, dass du gesetzlich immer ein Recht auf das
> Patent hast. Auch wenn die so schlau sind und den armen und in Not
> geratenen Studenten aus dem Patent ausschließen.
> Ich würde hier mal die Bombe platzen lassen und die mal schön zu Kasse
> bitten.

Ich denke nicht wenn du das Patent vertraglich abtrittst.
Was glaubst du wo die ganzen Patente herkommen die Firmen halten?!

Mit dem was da ein Professor erzählt, der im besten Falle mal 5 Jahre 
Industrie gesehen hat, wäre ich vorsichtig!
Gast #3510366
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Arno Nym schrieb:
> Ich denke nicht wenn du das Patent vertraglich abtrittst.
> Was glaubst du wo die ganzen Patente herkommen die Firmen halten?!

Man muss schon unterscheiden. Man hat auf jeden Fall das Recht darauf, 
dass man als Erfinder genannt wird. Als Arbeitnehmererfindung muss man 
aber sämtliche Nutzungsrechte an die Firma abtreten.
Gast #3510370
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Es gibt einen Unterschied zwischen Erfinder und Patentträger. Das muss 
nicht zwangsläufig ein und derselbe sein. Bei der Patentanmeldung z.B. 
eines Unternehmens kann die Firma den Mitarbeiter als Erfinder eintragen 
lassen bzw u.U. als Teilpatenthalter, falls das ausgehandelt wurde.
Gast #3510391
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Möchte auch gern patentieren schrieb:
> Es gibt einen Unterschied zwischen Erfinder und Patentträger. Das muss
> nicht zwangsläufig ein und derselbe sein. Bei der Patentanmeldung z.B.
> eines Unternehmens kann die Firma den Mitarbeiter als Erfinder eintragen
> lassen bzw u.U. als Teilpatenthalter, falls das ausgehandelt wurde.

Kenne das beispielsweise so, dass das Patent an das Unternehmen 
abgetreten wird und der/die Erfinder eingetragen werden und bei jedem 
Einsatz des Patents im Produkt einen gewissen Betrag von der Firma 
erhalten. Scheidest du aus der Firma aus, siehst du allerdings kein Geld 
mehr soweit ich weiß.
Gast #3510442
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unentschlossen30 schrieb:
> Und jetzt ists schon zu spät für ein zweites Studium (Maschinenbau)?
>
> Denn für solche Jobs, die ich will, suchen sie eher ET und MB Ing. Keine
> Informatiker :-( obwohl ich Erfahrung hätte.

Warum Maschinenbau, wenn auch ET geht? Maschinenbau Einer unter Vielen, 
ET Einer von Wenigen, überspitzt gesagt. Wenn du damals Maschinenbau 
studiert hättest, wärst du in der Krise mit guter Wahrscheinlichkeit 
lange arbeitsuchend gewesen, evtl. durch die Lebenslauflücke komplett 
aus dem 1. Arbeitsmarkt rausgeschossen worden! In der IT ging es nach 
der Krise ruckzuck wieder aufwärts, konnte man auch an den Stundensätzen 
der Freelancer sehen. Maschinenbau ewig rumkrepiert und selbst heute 
noch mau, vor allem die Verdienstmöglichkeiten, größtenteils ein Graus. 
Eine kapitalintensive Branche, die deshalb um jeden Cent bei den 
Lohnkosten feilscht. Deshalb trommelt der VDI und VDMA ja ständig 
Maschinenbauermangel. Die wollen auf den 1-Euro-Maschinenbauabsolvent 
hinaus, der sich dann  langsam zum Midijobber-Ingenieur hocharbeitet, 
überspitzt gesagt.
Das Gegenstück zum deutschen Maschinenbau ist die deutsche Pflege. Gut 
muss es sein, darf aber nix kosten.
#3510458
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Axel schrieb:
> Red doch mal mit Deiner Frau darüber, statt in einem Forum. So eine Ehe
> sollte ja für länger sein, da sind 3 Jahre Studium nicht relevant. Und
> sie ist die am meisten Leidtragende, andererseits würde meine Frau mich
> durchaus unterstützen bei sowas.

Wenn die Frau Kinder will und ihre biologische Uhr tickt, dann wird die 
alles tun, aber ihn nicht dabei unterstützen für drei Jahre kaum 
Einkommen zu haben! Da wird auf Kinder und Hausbau gedrängt, letzteres 
muss über eine Bank finanziert werden und mit einem 6stelligen 
Bankkredit im Nacken studiert es sich auch ganz schlecht.

Mit mir zusammen haben so irre viele ein berufsbegelitendes Studium 
angefangen, aber die Männer, die das als Zweitstudium gemacht haben, 
sind alle ausgeschieden. Wenn es kein Motivations- oder Zeitproblem 
gewesen ist, dann weil die Freundin/ Frau mit "Du brauchst doch kein 
Zweitstudium, du hast doch schon einen tollen Job!" ständig genervt und 
auf Studienabbruch gedrängt hat.

Klar soll er mit der Frau reden, aber unter anderem um herauszufinden, 
ob sie die Richtige an seiner Seite ist!

Leider sind da gerade die Nerds immer die naiv-Dummen. Die sind zu oft 
froh überhaupt eine Frau gefunden zu haben und tun dann alles, um sie, 
die Falsche, zu halten.
#3510768
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Kolophonium schrieb:
>>...und tun dann alles, um sie, die Falsche, zu halten.
>
> Siehst du Andy, du bist nicht allein. Das sollte dich doch etwas
> trösten.

Wozu brauche ich Trost? Mein Frau passt hervorragend zu mir und hatte 
mit meinem Zweitstudium kein Problem. Jetzt bin ich Beamter (zwar nur 
auf Zeit) und kann auch noch im Bereich meines Zweitstudiums 
promovieren.

Der TE schreibt: "... die denkt schon an Familie etc. Ich denke in 
Wirklichkeit an ganz was anderes." Wenn er jetzt schon und unabhängig 
von seinem Zweitstudium weiß, dass seien Alte eine völlig andere 
Vorstellung vom Leben hat, dann wird es höchste Zeit sie zu entsorgen. 
Man wird nicht glücklich wenn man ein Leben lebt, das man nicht leben 
will!
Gast #3513722
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Abiturient1 schrieb im Beitrag #3513716:

> Ist das wahr? Es sitzen angeblich die meisten im Büro, kontrollieren
> Angebote oder programmieren/konstruieren etwas. Aber als Akademiker ist
> man ein Kopfarbeiter und da ist man halt hauptsächlich im Büro.


Dein Aufgabe ist es, die Zielvorgaben des Managements (BWLer) zu 
erfüllen. Office solltest du gut können. Programmieren/konstruieren tut 
man am Anfang noch, aber da will eigtl keiner für immer bleiben.

Lern was gescheites. Studier Medizin, werd Lehrer oder was weiß ich was. 
Aber mach dich nicht zum Sklaven der Kaufleute. Was du als Ingenieur de 
facto bist: Ein Produktionsfaktor.
Gast #3513887
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Abiturient1 schrieb im Beitrag #3513716:
> im Büro und wie oft ist
> er live bei Anlagen?

Sehr viele sind CAD-Äffchen.
Die ganze Zeit Büro. Ende.
In größeren Betrieben: Auftragsführer sind dann meist nur in Meetings. 
Lustreise für ein paar Tage auf die Baustelle.
Wenige Leute sind Berechnungsingenieure oder Technologen, ist aber auch 
nur Büro, aber halt etwas anspruchsvoller.
Gast #3553517
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fork32 schrieb:
> Sehr viele sind CAD-Äffchen.
> Die ganze Zeit Büro. Ende.
> In größeren Betrieben: Auftragsführer sind dann meist nur in Meetings.
> Lustreise für ein paar Tage auf die Baustelle.

So habe ich das auch erlebt.

Großkonzern, langweilige Meetings, und wenn mal Action ist, ist man im 
Büro.  Das höchste der Gefühle war mal eine Anlagenbesichtigung und dann 
gleich Meetings für 1 - 2 Tage vorort beim Kunden.

Für was ist man Ing. wenn man dann dauernd im Büro hockt (entweder man 
geht auf IBN oder man ist einfach in der Instandhaltung, auch 
interessant, musste gar nicht studiert haben dafür)
Gast #3553548
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klausi schrieb:
> Für was ist man Ing. wenn man dann dauernd im Büro hockt (entweder man
> geht auf IBN

Grad im Maschinenbau ist es für Automatisierer üblich auch auf IBN zu 
gehen. Das heißt 80% Büro und 20% IBN im Normalfall. Seidenn man setzt 
sich wie einige Kollegen für IBN ein, dann ist man auch schonmal 40% 
draußen. Dann gibt es natürlich noch reine IBN-Arbeitsplätze.

Ich komme aus dem Großmaschinenbau, da sieht es dann meist so aus, dass 
2 Jahre der Auftrag abgewickelt wird und man dann 6 Monate auf IBN in 
der heißen Phase ist, wenn Programmierer und Monteure das Ding kurz vor 
dem Laufen haben. Je nach Projekt und Kunde variiert das aber. Und wenn 
du 3 Monate raus sollst, kannst du immer mit Faktor 2 rechnen. ;-)

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