Guten Abend,
vor einigen Tagen habe ich eine LED an eine Spannungsquelle
angeschlossen (LED mit Vorwiderstand an geladenen Elko gehängt).
Erwartungsgemäss nahm die Leuchtkraft der LED dabei sehr stark ab,
allerdings war ich dann doch sehr verwundert, daß die LED auch nach weit
über 5 Minuten in vollständig abgedunkelten Werkstatt-Raum zumindest
noch leicht geglimmt hat.
Ich würde hiermit daher gerne nachfragen, bis zu welchem Mindeststrom
man eine Standard-Led in einen völlig duklem Raum noch leuchten sehen
kann (das Diagramm in den Datenblättern ist dazu natuerlich nicht
brauchbar und ich habe den Strom - mangels passendem Messgerät - auch
nicht messen können, würde aber bei der langen Glimmzeit schon vermuten,
daß der Mindeststrom eher im Bereich von Mikroampere liegen sollte).
LG, N0R
wenn man bedenkt, dass man unter optimalen Bedingungen ein einzelnes
Photon¹ sehen kann und 1 pA schon 6 Millionen Elektronen/s sind... dann
ist die Frage nur, ob es einen Dreckeffekt gibt, durch den der
Wirkungsgrad der LED bei kleinen Strömen überproportional abnimmt.
1) PDF-Seite 34:
http://www.f07.fh-koeln.de/imperia/md/content/personen/blendl_christian/granzer.pdf
Im Prinzip leuchtet die bis hin zu fast 0 nA. Einen wirklichen Threshold
gibt es nicht, irgendwann flackert sie aufgrund des Schrotrauschens aber
zunehmend (flackern tut sie immer). Integriert über die Zeit wird sie
aber weiterhin dunkler.
>Bedingungen ein einzelnes Photon
Das würde ich gern mal "sehen". Man mag es wahrnehmen können, aber das
Hintergrundrauschen des Auges ist erheblich stärker als 1 Photon. Man
wird es nie und nimmer zuverlässig detektieren können.
Makatonka schrieb:> Im Prinzip leuchtet die bis hin zu fast 0 nA.
Wirklich? Na dann: Danke für die Auskunft!
> Einen wirklichen Threshold gibt es nicht, irgendwann flackert sie> aufgrund des Schrotrauschens aber zunehmend (flackern tut sie immer).
Hmm, ich hätte eigentlich vermutet, daß es da ein - verzeihe den
lauehnaften Ausdruck - Schmitt-Trigger-haftes verhalten gibt, also sowas
wie "über 5.001 nA glimmt es merklich, unter 4.999 nA tut sich nichts",
Das mit dem Flackern sollte ich mal überprüfen, das hab' ich nämliczh
nicht gesehen (was aber auch dran liegt, daß ich nicht ständig
draufgeguckt habe). Man sollte da mal experimentieren, eventuell mit
einer hochempfindlichen Photozelle oder einem CCD.
Jedenfalls schon interessant, daß LEDs auch noch bei sehr geringem
Strom leuchten (wenn auch wohl nicht mit der 'richtigen Lichtfarbe').
Das wusste ich nämlich bis dato nicht, wenn ich ehrlich bin.
LG, N0R
Norbert M. schrieb:> Das mit dem Flackern sollte ich mal überprüfen, das hab' ich nämliczh> nicht gesehen (was aber auch dran liegt, daß ich nicht ständig> draufgeguckt habe).
Wenn man statt Flackern, Rauschen sagt wird's eventuell verständlicher.
Das is wesentlich schneller, als Dein Auge es wahrnehmen kann.
Nachtrag: im nA Bereich könnte es anders anders sein?!
Norbert M. schrieb:> mm, ich hätte eigentlich vermutet, daß es da ein - verzeihe den> lauehnaften Ausdruck - Schmitt-Trigger-haftes verhalten gibt, also sowas> wie "über 5.001 nA glimmt es merklich, unter 4.999 nA tut sich nichts",
Und wie stellst du dir den Mechanismus für die Strommessung mit einer
Genauigkeit von 0.4e-3 vor?
LEDs leben von Elektronen, die eben ein Photon erzeugen oder auch nicht.
Die Elektronen purzeln nacheinander durch die LED durch und je nach dem,
wieviele solcher Einzelblitze dein Detektor pro Sekunde braucht, um das
als "Leuchte" zu erkennen, hast du eine scheinbare Schwelle. Mit einem
PMT kannst du dir sogar die Einzelphotonen angucken.
Ich hab das auch schonmal wo anders gelesen mit dem schwachen leuchten
der LED, das ist zwar wirklich unglaublich aber die LED senden auch noch
bei wirklich sehr geringen Strömen Licht aus, ich hab das auch mal mit
einer low Current LED (typ 5mA) probiert, selbst bei Strömen im uA
Bereich war in abgedunkeltem Raum deutlich Licht in der LED zu erkennen.
Leider konnte mein billig Taschenmultimeter nicht besser Anzeigen. Du
kannst Dir ja mit einem Poti, einer Spannungsquelle und einem Multimeter
mit geeignetem Messbereich ja mal selber eine kleine Testschaltung
aufbauen und dann selber mal messen wie weit es geht.
Wenn er das Licht einschaltet, wirkt die LED doch als Solarzelle,
eventuell hat sie den Kondensator wieder ein stück aufgeladen. Damit
kann Tagen noch ein Licht feststellen wenn man das licht nur kurz
ausschaltet.
Michael schrieb:> Norbert M. schrieb:>> mm, ich hätte eigentlich vermutet, daß es da ein - verzeihe den>> lauehnaften Ausdruck - Schmitt-Trigger-haftes verhalten gibt, also sowas>> wie "über 5.001 nA glimmt es merklich, unter 4.999 nA tut sich nichts",> Und wie stellst du dir den Mechanismus für die Strommessung mit einer> Genauigkeit von 0.4e-3 vor?
Gar nicht. Weil ich's gar nicht messen kann habe ich ja nachgefragt :-p
> LEDs leben von Elektronen, die eben ein Photon erzeugen oder auch nicht.> Die Elektronen purzeln nacheinander durch die LED durch und je nach dem,> wieviele solcher Einzelblitze dein Detektor pro Sekunde braucht, um das> als "Leuchte" zu erkennen, hast du eine scheinbare Schwelle.
Ich bin eben davon ausgegangen, daß die Energie der Elektronen bei
geringer Kondensatorspannung einfach nicht mehr ausreicht, um da ein
Photon herauszuschlagen. Allerdings habe ich gerade nachgelesen, daß das
Photon erst bei Rekombination auftritt, also im p-Substrat, nach dem die
Sperrschicht überwunden wurde.
Als "einfacher Bastler" habe ich mich mit Halbleiterphysik nicht
wirklich auseinandergesetzt, aber daraus schließe ich, daß unter
Idealbedingungen prinzipiell jedes Elektron, das es über die Sperrzone
schafft, ein Photon aussenden könnte. Damit wäre dann natuerlich auch
meine Frage nach einem Mindeststrom hinfällig.
> Mit einem PMT kannst du dir sogar die Einzelphotonen angucken.
Weder Photomultiplier noch ein einfacher Sekundärelektronenvervielfacher
sind in meiner bastelstube vorhanden. :)
Danke jedenfalls an alle für die Auskünfte, mir ist jetzt einiges
klarer.
LG, N0R
Norbert M. schrieb:> Ich bin eben davon ausgegangen, daß die Energie der Elektronen bei> geringer Kondensatorspannung einfach nicht mehr ausreicht, um da ein> Photon herauszuschlagen.
Das ist so auch richtig. Begrenzung ist also die Spannung und
nicht der Strom. Wenn die Spannung unter dem Wert der Energie
der entsprechenden Lichtfarbe in Elektronenvolt sinkt, ist m.W.
keine Lichterzeugung mehr möglich.
Gruss
Harald
Auch unter der Spannung, die der Photonenenergie entspricht ist noch ein
Leuchten möglich. Bei einigen älteren (roten und IR) LEDs war die
Spannung sogar im Normalfall darunter. Es gibt dann allerdings eine
obere Grenze für die maximale Leuchtdichte die erreicht werden kann.
Bei den neuen super effizienten LEDs ist die Spannung meist etwas höher,
da könnte es tatsächlich schwer sein die noch unter der Gapspannung
deutlich leuchten zu lassen. Bei einfachen Rote sollte das mit kleinem
Strom aber kein Problem sein.
Es ist auch nicht einmal so, dass der Wirkungsgrad einer LED prinzipiell
unter 100% sein muss - bei geringer Intensität darf er sogar darüber
liegen, weil das Licht geringer Intensität halt auch Entropie
transportiert, also nicht als Arbeit im Sinne der Thermodynamik zu sehen
ist, sondern eher als Wärmestrom bei relativ hoher Temperatur.
Nur mal so als Beispiel:
eine Kinbright L53IT (Reichelt SLH56rt) leuchtet mit ca. 1 mA und 1,65 V
(Diodentest am DMM). Die 625 nnm nominelle Wellenlänge entsprechen 1,98
eV.
Getestet habe ich mit einer (nominal 400nm, 3.2V, 30mA) UV-LED an einem
auf 5V geladenen 5.000uF-Kondensator mit einem Vorwiderstand von 150
Ohm. Beides lag eben zufällig grade so rum. UV erhält man bei geringen
Strömen erwartungsgemaess natuerlich keines mehr, eher geht das in
Richtung orange-rotes Glimmen.
Welche Farbe hat die LED?
Wenns eine weiße LED ist, ist das Nachleuchten ganz plausibel. Nach dem
Ausschalten leuchtet die (weiße) Fluoreszenzmasse nach, genau so wie
auch die Zeiger einer Uhr, die mit Leuchtmasse beschichtet sind. Da ist
noch nach vielen Stunden ein Leuchten erkennbar.