Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Absicherung der Primärseite eines Trafos und daraus resultierende Leiterbahnbreite


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von Sascha V. (sasvoe)


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Hallo Kollegen,

ich entwerfe gerade die Spannungsversorgung für eine Schaltung. Leider 
sind ein paar Verständnisprobleme bei der Recherche aufgetreten, welche 
durch fleißiges Beiträge lesen, nicht ganz ausgeräumt wurden.

Verwendet wird ein Printtrafo: 10VA, 24V, 416mA
http://www.reichelt.de/EI-48-16-8-124/3/index.html?&ACTION=3&LA=446&ARTICLE=27486&artnr=EI+48%2F16%2C8+124&SEARCH=Trafo+24v

Die Beschriftung gibt Aufschluss, wie die Sekundär-Seite abgesichtert 
werden soll.

Wie errechnet sich der Strom für die Primärseite?

Sollte das geklärt sein ist die nächste Frage: Wieviel größer wird die 
Sicherung gewählt?

Faustformeln aus einem anderen Beitrag:
Eisenkern: 2-3fachen Nennstrom
Ringkern: 5fachen Nennstrom

Desweiteren interessiert mich der Strom der fließen kann für die 
Auslegung meiner Leiterbahnen. Hierfür existieren Tabellen, wo der 
zulässige Strom in Abhängigkeit von Kupferdicke und Erwärmung zur 
Umgebung angegeben ist.

Gibts für die zulässige Erwärmung zur Umgebung einen empfohlenen Wert?

Vielen Dank schonmal an euch!

Grüße
Sascha

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Sascha V schrieb:
>Wieviel größer wird die
>Sicherung gewählt?

Ich würde die Sicherung überhaupt nicht größer wählen.
Wenn der Hersteller sagt: "10VA, 24V, 416mA"
würde ich mich daran halten. Eine träge Sicherung verwenden,
wenn ein Elko beim einschalten geladen werden muß.
Falls du dich nicht daran hältst, wird die Thermosicherung
ansprechen die der Hersteller noch eingebaut hat,
damit dein Trafo nicht zu brennen anfängt.

Sascha V schrieb:
>Desweiteren interessiert mich der Strom der fließen kann für die
>Auslegung meiner Leiterbahnen.

Wieviel Spannungsabfall möchtest du Zulassen?
Den Widerstand der Leiterbahn kannst du berechnen:

Widerstand = SpezifischerWiderstand * Leitungslänge / Querschnitt

Der SpezifischeWiderstand von Kupfer = 0,0172 Ohm * mm^2 / m

von Wilhelm F. (Gast)


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Ich hab gerade interessenhalber mal nach geschaut, wie die Netzsicherung 
in einem alten Audio-Receiver ausgelegt ist.

Schnittbandkerntrafo 240VA, sekundär Ladeelko 80V/3300µF an 76V 
Betriebsspannung der Endstufen. Das ist am Netzschalter mit T 2A 
abgesichert, was ungefähr der doppelten Nennleistung des Trafos 
entsprechen würde. Vor 30 Jahren vergrößerte ich den Ladeelko mal auf 
10000µF, das machte überhaupt nichts, und verbesserte die 
Geräteeigenschaften. Beim Einschalten gibt es nach der Elkovergrößerung 
auch einen größeren Rumms im Netz, was man am kurz flackernden Licht 
sieht. Eine flinke Sicherung wäre da bestimmt draußen. Sekundärseitig 
arbeitet man hinter Gleichrichter und Elko wieder mit flinken 
Sicherungen.

Bei einem "Kurzen" auf der Sekundärseite schafft der Trafo bestimmt 
primärseitig die 2A, was in diesem Falle dann die Sicherung auslösen 
würde.

Bei Nennlast fließen 1A. Bei Defekt sollten die 2A erreicht werden, die 
dann auch auslösen. Bleibt der Bereich zwischen 1 und 2A, der 
statistisch durch Defekte wohl eher selten erreicht wird. Die einzelnen 
Schaltungsteile sind ja sekundär noch mal flink abgesichert. Bliebe ein 
Trafodefekt, z.B. Windungsschluß, oder ein "Kurzer" im 
Brückengleichrichter.

Ansonsten: Mal eine Messung machen, was der Trafo primärseitig bei 
sekundärseitigem Kurzschluß zieht. Ein kurz dauernder Kurzschluß von 
z.B. einer Sekunde wird ihn in der Regel nicht zerstören.

von Sascha V. (sasvoe)


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Vielen Dank schonmal für die Antworten.

@Günter:
Die Herstellerangaben sagen für mich aus, wie ich die Sekundär-Seite 
absichern muss. Nun fehlt mir wohl Erfahrung und/oder Wissen über 
Trafos, damit ich weiß, ob und wie die Primär-Seite abgesichert werden 
muss.

@Wilhelm:
War die Ausführung zu den Sicherung alleine auf deinen Audio-Receiver 
bezogen? Also komme ich nur auf den Ampere-Wert wenn ich den 
Kurzschluss-Strom messe?

Kann mir nicht vorstellen, dass der Hersteller keine Werte hierfür 
beilegt.

Wie kann ich da sonst noch rangehen?

von Wilhelm F. (Gast)


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Sascha V. schrieb:

> Kann mir nicht vorstellen, dass der Hersteller keine Werte hierfür
> beilegt.

Bei Trafomustern hatte ich im Datenblatt nie Daten für sekundären 
Kurzschluß. Aber man kann das ja dann selbst messen, wenn man das 
Bauteil zur Verfügung hat. Auch Einschaltpeaks bei Sekundärkurzschluß.

Der Receiver war zufällig was, was hier gerade griffbereit lag. Und wie 
gesagt, der hat einen Schnittbandkern, was bestimmt ein gutes Mittelding 
zwischen gewöhnlichem Kern und Ringkern ist.

Ansonsten haben einige Geräte hier bei mir auch gar keine Sicherung vor 
dem Trafo, und billigere Konsumgeräte haben sogar überhaupt gar keine 
Sicherungen weder primär noch sekundär.

von Dominik J. (d-r-j)


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Manche Geräte haben eine dünne Leiterbahn die als Sicherung wirkt, bei 
Problemen brennt sie einfach weg.
Schon öfter bei EVG in Leuchtstofflampen gesehen.
Billiger als eine richtige Sicherung.

von Reinhard Kern (Gast)


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Dominik J. schrieb:
> Billiger als eine richtige Sicherung.

und äusserst bequem auszuwechseln.

Gruss Reinhard

von Sascha V. (sasvoe)


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Was wär denn nun die korrekteste Variante? Trafo vermessen? Kann mir 
nict vorstellen, dass jeder, der eine Spannungsversorgung aufbaut, den 
Trafo neu durchmisst. Muss doch zu berechnen sein.

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Wilhelm F schrieb:
>Ansonsten haben einige Geräte hier bei mir auch gar keine Sicherung vor
>dem Trafo, und billigere Konsumgeräte haben sogar überhaupt gar keine
>Sicherungen weder primär noch sekundär.

Da verlassen sich die Gerätehersteller auf die Thermosicherung
die sich mit in der Wicklung befindet. Leider läßt die sich
schlecht auswechseln wenn die mal defekt ist.

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Sascha V schrieb:
>Was wär denn nun die korrekteste Variante? Trafo vermessen? Kann mir
>nict vorstellen, dass jeder, der eine Spannungsversorgung aufbaut, den
>Trafo neu durchmisst. Muss doch zu berechnen sein.

Was wilst du neu messen oder berechnen?
Du hast doch die Daten vom Hersteller.

von hinz (Gast)


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Myrra schlägt bei einem vergleichbaren Trafo 63mA träge vor.

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Ach so, wenn es darum geht den Strom bei gegebener Leistung
zu berechnen:

Strom = Leistung / Spannung

I = P / U

P = U * I

von Sascha V. (sasvoe)


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Für mich sind die Angaben 10VA, 24V, 416mA für die Sekundär-Seite oder 
nicht?

Nehm ich die 10VA und die 230V und errechne mir meine 43mA? Empfehlung 
dann 63mA Sicherung?

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