Hallo Gemeinde,
nachdem ich hier im Forum schon oft erhellende Antworten auf meine
Fragen bekommen habe, wende ich mich einmal mehr an euch.
Ich habe öfter große rar-Archive zum entpacken, z.B. 7GB, verteilt auch
7 rar-Dateien. Laut Windows Taskmanager ist die Prozessorauslastung
dabei immer zwischen 15% und max 20%. Zusätzlich habe ich in der Regel
meine Satreceiverkarte am Laufen, die alleine zwischen 5% bis max 10%
belegt. Die Frage ist: Ich verstehe nicht, warum das Betriebssystem
(Win7) dem Winrar-Prozess nicht mehr Leistung zuteilt. Warum wird der
Prozessor (AMD Athlon II, 6000) nicht einmal zur Hälfte ausgelastet? Ist
vielleicht die Festplatte der begrenzende Faktor? Fragen über Fragen. Es
würde mich freuen, wenn jemand eine Antwort oder Vermutung hätte.
Gruß Manne
Sowas steht für Wartezeiten, z.B. auf Disk oder Netzwerk, wenn du die
Auslastung eines Prozessor-Cores betrachtest. Denk ausserdem dran, dass
RAR&Co i.d.R. nur einen Core verwendet. Wenn du also einen Quadcore
haben solltest, dann wird RAR kaum über 25% Gesamtauslastung kommen.
A. K. schrieb:> Sowas steht für Wartezeiten, z.B. auf Disk oder Netzwerk
Das bedeutet also, dass die Festplatte dem Winrar nicht genug Daten
liefern kann, um sie schneller zu entpacken. Sehe ich das richtig? Dann
wäre ja vielleicht eine SSD das Mittel der Wahl.
Hi Technischer Laie,
meinst Du die Processorauslastung gemittelt für alle Cores zusammen?
Dann ist Dein Entpacker nicht multitasking fähig.
Bei mir ist es zum Beispiel ein Octacore der in dem Fall genau 12,5%
Auslastung anzeigt.
Hat Deine CPU 4 Cores? Dann kommen 20% Auslastung doch hin...
Gruß
Olaf
Edit: Ich sollte vor dem Posten den ganzen Thread lesen :-(
Ich gehe jetzt besser ins Bett. Guts Nächtle...
Wenn das Archiv auf der Platte liegt, auf die auch die entpackten
Dateien geschrieben werden sollen, sind wahrscheinlich die
Kopfpositionierungszeiten der limitierende Faktor.
Die Platte muß ja ständig zwischen dem Archiv und den entpackten Dateien
hin- und herspringen. Bei relativ kleinen Datenmengen fängt das der
Plattencache des Betriebssystems und der Cache der Platte noch
einigermaßen ab, aber bei 7GB sind die nach relativ kurzer Zeit am
Anschlag und dann verhält sich das System u.U. so, als wäre gar kein
Cache vorhanden.
R. Max schrieb:> Wenn das Archiv auf der Platte liegt, auf die auch die entpackten> Dateien geschrieben werden sollen, sind wahrscheinlich die> Kopfpositionierungszeiten der limitierende Faktor.>> Die Platte muß ja ständig zwischen dem Archiv und den entpackten Dateien> hin- und herspringen. Bei relativ kleinen Datenmengen fängt das der> Plattencache des Betriebssystems und der Cache der Platte noch> einigermaßen ab, aber bei 7GB sind die nach relativ kurzer Zeit am> Anschlag und dann verhält sich das System u.U. so, als wäre gar kein> Cache vorhanden.
Bingo! Auf die Idee bin ich nicht gekommen. Werde ich morgen gleich mal
checken. Vielen Dank!
Das entpacken ist, für heutige Prozessoren, keine besondere Belastung.
Das Hauptproblem wird sein, das ein zweifacher Datenstrom im Spiel ist.
Logik hin oder her, es werden Daten gelesen, mit ihren Spur- und
Sektoraktivitäten, während gleichzeitig im "Rückwärtsgang" das gleiche
geschieht.
Bei einer Minidatei könnte das ohne Überschneidungen vonstatten gehen.
Bei großen Dateien "springt" die Kopfpositionierlogik aber zwischen den
Positionen von zwei Dateien rum.
Hast Du in dem RAR viele kleine Dateien? Dann kommt nämlich noch das
Dateisystem dazu, welches beim Schreiben der vielen kleinen Dateien mehr
Klimmzüge machen muss und dadurch noch mehr Kopfrepositionierungen
braucht.
A. K. schrieb:> Sowas steht für Wartezeiten, z.B. auf Disk oder Netzwerk, wenn du die> Auslastung eines Prozessor-Cores betrachtest. Denk ausserdem dran, dass> RAR&Co i.d.R. nur einen Core verwendet. Wenn du also einen Quadcore> haben solltest, dann wird RAR kaum über 25% Gesamtauslastung kommen.
bei so großen archiven und regelmäßiger nutzung wäre es sinnvoll auf ein
anderes, parallel arbeitendes, kompressionsprogramm umzusteigen - pbzip,
pigz, pixz, oder wenn nur windows verwendet wird ein entsprechendes
windows-programm.
das rockt dann so das man sich jedesmal einnässt vor freude :)
Technischer Laie schrieb:> Ist> vielleicht die Festplatte der begrenzende Faktor?
Mit Sicherheit.
Besonders, wenn es viele kleine Dateien sind.
Es könnte was bringen, wenn Du 2 HDD hast, das Archiv von einer HDD auf
die andere zu entpacken.
Peter Dannegger schrieb:> Technischer Laie schrieb:>> Ist>> vielleicht die Festplatte der begrenzende Faktor?>> Mit Sicherheit.> Besonders, wenn es viele kleine Dateien sind.> Es könnte was bringen, wenn Du 2 HDD hast, das Archiv von einer HDD auf> die andere zu entpacken.
Oder von einer SSD auf eine andere SSD ;-)
X2 schrieb:> Oder von einer SSD auf eine andere SSD ;-)
Dürfte nichts bringen.
Bei der SSD entfällt die Zeit zum Umpositionieren auf einen anderen
Sektor. Alle Zugriffe sind gleich schnell.
Bei USB-Sticks ist es sogar langsamer, wenn man von einem liest und auf
den anderen schreibt.
Peter Dannegger schrieb:> Bei USB-Sticks ist es sogar langsamer, wenn man von einem liest und auf> den anderen schreibt.
hast du dafür eine Erklärung? Auch ein USB-Stick wird langsamer wenn man
2 Dinge gleichzeitig auf ihm macht.
Peter Dannegger schrieb:> X2 schrieb:>> Oder von einer SSD auf eine andere SSD ;-)>> Dürfte nichts bringen.> Bei der SSD entfällt die Zeit zum Umpositionieren auf einen anderen> Sektor. Alle Zugriffe sind gleich schnell.
Prinzipiell geht es doch nur darum das die Daten nicht schnell genug vom
Medium in den Speicher und wieder zurückkommen. Wenn ich von einer SSD
mit z.B. 400 MByte/s lesen und mit 250 MByte/s schreiben kann, bin ich
doch trotzdem schneller als wenn ich bei einer guten Platte 150Mbyte/s
schreiben und lesen kann.
Vorrausgesetzt natürlich der Rechner kann die Daten so schnell
verarbeiten.
Peter II schrieb:> Peter Dannegger schrieb:>>> Bei USB-Sticks ist es sogar langsamer, wenn man von einem liest und auf>> den anderen schreibt.>> hast du dafür eine Erklärung? Auch ein USB-Stick wird langsamer wenn man> 2 Dinge gleichzeitig auf ihm macht.
USB ist ein shared Medium, das heist alle USB Geräte teilen sich die
Bandbreite. Jede ms kommt das nächste Device dran, wenn man nun 2
USB-Sticks einsteckt (und sonst keine anderen USB Geräte eingesteckt
hat) kommen diese immer nur abwechselnd dran. 1ms der eine, 1ms der
andere. Wenn man nur einen einsteckt wird dieser jede ms abgefragt. So
würde ich mir das erklären.
Das es langsamer wird mit nur einem Stick und 2 Tasks könnte dann vllt
noch am Overhead der Mass Storage Class liegen.
X2 schrieb:> USB ist ein shared Medium, das heist alle USB Geräte teilen sich die> Bandbreite.
teilweise, 2 Ports teilen sich einen Hostdevice. Ein PC hat aber meist 3
oder 4 Hostdevice. Und die Teilen sich nicht die Bandbreite.
Peter II schrieb:> X2 schrieb:>> USB ist ein shared Medium, das heist alle USB Geräte teilen sich die>> Bandbreite.> teilweise, 2 Ports teilen sich einen Hostdevice. Ein PC hat aber meist 3> oder 4 Hostdevice. Und die Teilen sich nicht die Bandbreite.
Das ist richtig, wobei ich drauf wetten würde das z.B. 2 Front-USBs am
gleichen Rootport hängen.
Neuere Versionen von WinRar sind übrigens Multicoretauglich
Ob deine Festplatte der limitierende Faktor ist, kannst du ja mal mit
einem Benchmark Programm testen. Dort ermittelst du die maximalen
Geschwindigkeiten und über die Windows ressourcenanzeige siehst du dann,
wieviel MB gelesen/geschrieben werden, während du ein Archiv entpackst.