Nordamerika hat ein völlig anderes Stromnetz, daher auch völlig andere
Zulassungsrichtlinien. Drehstrom ist dort in Privathaushalten unbekannt,
220V zählt als "Starkstrom".
Der Durchlauferhitzer wäre für den europäischen Markt nur interessant,
wenn er mit Drehstrom betrieben werden könnte. Die Amis müssen mangels
Drehstrom mit der Stromstärke hochgehen auf 48A. Das auf einer Phase
hier würden die E-Werke gar nicht gern sehen - die drei Phasen sollen
möglichst gleichmäßig belastet werden.
fchk
Da "erfindet" jemand einen Durchlauferhitzer??
Übrigens fährt man hier kostengünstiger mit Nachtstrom bzw. mit durch
das E-Werk gesteuerten Speichern. Wie das in USA aussieht, weiß ich nit.
Der Witz an dem Teil scheint zu sein, dass das Wasser nicht über die
üblichen Widerstandsdrähte erhitzt wird, sondern über
Elektrolyse-Verluste mit Graphitelektroden. Braucht halt eine gewisse
Leitfähigkeit des Wassers. Trotz Wechselstrom werden wohl auch ein paar
Elektrolyse-Restprodukte im Wasser sein... Die Graphitelektroden werden
vermutlich auch mal verkalken...
Helge A. schrieb:> Da "erfindet" jemand einen Durchlauferhitzer??
Ja. Bedenke, die USA sind technisch gesehen kaum von einem
Dritte-Welt-Land zu unterscheiden. Das Stromnetz dort ist so miserabel,
daß üblicherweise nur mit Heißwasserspeichern gearbeitet werden kann
(die brauchen geringere Anschlussleistung als ein Durchlauferhitzer und
kommen auch mit gelegentlichen Stromausfällen zurecht).
Das ist mir schon bekannt. Jedes Häuschen hat seinen eigenen Trafo am
Strommast hängen. Und schaltest du eine Mikrowelle ein, wird das Licht
dunkel. Statt 110 gibt dann halt nur noch 70V.
Ich weiß nur nit, ob es dort Nachtstrom-Tarife gibt.
Und ja es ist befremdlich, wenn du dir deine Gasflaschen immer im
Supermarkt holen mußt. Besonders wenn morgens die Dusche kalt bleibt.
Aber auch dafür haben sie ja jetzt eine "Patentlösung" - Gas kommt ja
bei manchen gleich mit dem Wasser (und der Fracking-Chemie) aus dem
Wasserrohr ;)
Helge A. schrieb:> Da "erfindet" jemand einen Durchlauferhitzer??
Ja, aber eben einen der ohne Heizelemente auskommt.
> Übrigens fährt man hier kostengünstiger mit Nachtstrom bzw. mit durch> das E-Werk gesteuerten Speichern. Wie das in USA aussieht, weiß ich nit.
Das muss nicht zwingend so sein. Mit einem Durchlauferhitzern spart man
sich die Warmwasserleitung und es wird immer nur On-Demand erhitzt, das
heißt keine Speicher- und Leitungsverluste.
Dafür muss halt die Elektro-Installation "stärker" ausgelegt werden und
die kurzfristigen Hohen Belastungen wird das EVU nicht so toll finden.
Man muss sich das natürlich von Fall zu Fall ansehen, aber ein
Durchlauferhitzer kann da schon mal die günstigere Lösung sein.
Ich hätte auch echt Sorgen, wenn phasenanschnittgesteuerte 20-30A
Verbraucher an meiner Leitung hingen. Das und die direkte Verbindung
meines Duschwassers mit dem Stromnetz wären meine Killerkriterien gegen
das Teil. Wasserzuleitungen müssen ja nit zwingend niederohmig nach Erde
ableiten.
Helge A. schrieb:> Das und die direkte Verbindung> meines Duschwassers mit dem Stromnetz wären meine Killerkriterien gegen> das Teil.
das ist bei aktuellen Durchlauferhitzern aber auch der fall. Die
Heizspiralen hängen direkt im Wasser.
Helge A. schrieb:> Ich hätte auch echt Sorgen, wenn phasenanschnittgesteuerte 20-30A> Verbraucher an meiner Leitung hingen. Das und die direkte Verbindung> meines Duschwassers mit dem Stromnetz wären meine Killerkriterien gegen> das Teil. Wasserzuleitungen müssen ja nit zwingend niederohmig nach Erde> ableiten.
Das ist bei fachgerechter E-Installation und Anschluss des
Durchlauferhitzers überhaupt kein Problem.
Peter II schrieb:>> das ist bei aktuellen Durchlauferhitzern aber auch der fall. Die> Heizspiralen hängen direkt im Wasser.
nur daß sie noch von einem mit Keramik oder änlichem gefüllten,
geerdeten Metallrohr umgeben sind ...
Bastler schrieb:> Peter II schrieb:>>>> das ist bei aktuellen Durchlauferhitzern aber auch der fall. Die>> Heizspiralen hängen direkt im Wasser.>> nur daß sie noch von einem mit Keramik oder änlichem gefüllten,> geerdeten Metallrohr umgeben sind ...
Kann zwar möglich sein, aber habe ich noch nie gesehen. I.d.R einfach
nur eine Edelstahlwendel im Kunstoffkanl hängend, ggf auf einem Trager
zur aufrechterhaltung der mechanischn spannung.
Beispiel
http://www.clage.de/cms_downloads/de/produkte/ersatzteillisten/MH-MDH-ETL-DE.pdf
Bzw.
http://www.clage.de/cms_downloads/de/produkte/bedienungsanleitungen/MDH-GMA-11-Sprachen.pdf
Es war mir zu müssig den ganzen Text der o.g. Website zu lesen, wenn man
es nicht schafft aussagekräftigere Bilder als 14mal das gerät von aussen
zu poten-pech gehabt.
Bastler schrieb:> nur daß sie noch von einem mit Keramik oder änlichem gefüllten,> geerdeten Metallrohr umgeben sind ...
Nein, die Heizdrähte liegen blank direkt im Wasser. Und werden demnach
auch keine 1000°F warm.
Die Erhitzung über die Stromleitung im Wasser ist totaler Schwachsinn,
weil Wasser sehr unterschiedliche Leitwerte haben kann. Mit etwas Pech
erreicht man nichtmal den nötigen Strom. Und 1,5kW Heizleistung ist
absolut nix für einen DLE, 13kW reicht für Händewaschen, aber nicht zum
Duschen.
Aber ein Patent anmelden. Naja, was will man von einem Land erwarten, in
dem man abgerundete Frühstücksbrettchen patentieren kann...
Georg A. schrieb:> Der Witz an dem Teil scheint zu sein, dass das Wasser nicht über> die> üblichen Widerstandsdrähte erhitzt wird, sondern über> Elektrolyse-Verluste mit Graphitelektroden. Braucht halt eine gewisse> Leitfähigkeit des Wassers. Trotz Wechselstrom werden wohl auch ein paar> Elektrolyse-Restprodukte im Wasser sein... Die Graphitelektroden werden> vermutlich auch mal verkalken...
Elektrolyse bei Wechselstrom? Du hast weder Ahnung von Chemie, noch von
Elektronik, und Englisch kannst du auch nicht. Auf der Seite steht doch
klipp und klar dass das die Hitze durch den Widerstand des Wassers
selbst erzeugt wird (I^2R Verluste). Da die Elektrode selbst nicht heiss
wird, wird sie auch nicht verkalken.
Leitwertunterschiede des Wassers werden durch Einstellung der
Stromstärke ausgeglichen. Die muss ja sowieso auch in Abhängigkeit der
Durchflussrate geregelt werden.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Helge A. schrieb:>> Da "erfindet" jemand einen Durchlauferhitzer??>> Ja. Bedenke, die USA sind technisch gesehen kaum von einem> Dritte-Welt-Land zu unterscheiden.
Mensch, du bist ja ein richtiger Intellektueller. Deine Weltgewandtheit
ist aus jedem Buchstaben deiner ausgefeilte Argumentation zu lesen. Ein
echter Kenner der USA - von A bis B.
Timm Thaler schrieb:> Die Erhitzung über die Stromleitung im Wasser ist totaler Schwachsinn,> weil Wasser sehr unterschiedliche Leitwerte haben kann.
Einen solchen Boiler hatten wie zu meiner Kinderzeit. Anscheinend
leitet warmes Wasser besser als kaltes. Wenn der 10A-Schraubautomat
raussprang, wussten wir, es ist Zeit zum Duschen.
> in dem man abgerundete Frühstücksbrettchen patentieren kann...
Du meinst, wenn ein angebissener Apfel drauf ist? :-)
Gruss
Harald
Davis schrieb:> Mensch, du bist ja ein richtiger Intellektueller. Deine Weltgewandtheit> ist aus jedem Buchstaben deiner ausgefeilte Argumentation zu lesen. Ein> echter Kenner der USA - von A bis B.
Du schon auch gell. Nach 2 1/2 kompletten Arbeitsjahren und vielen
kürzeren Aufenthalten in den USA kann ich Dir sagen das ist wirklich so.
80% der Einwohner in den USA sind auf ihrem Bildungsniveau jenseits von
Gut und Böse. Technik sieht entweder toll aus, funtioniert aber eher
mäßig oder aber sie funktioniert sieht dann aber schlimmer aus als
manche Bastlerware hier.
Schau mal einen alten Schwarz-Weiß Lassie aus den 60er Jahren und einen
"neuen" Film, dann vergleich mal die Lichtschalter. Tja 50 Jahre
keinerlei Neuerungen, weder in Design noch in der Funktion. Der
durchscnittliche Mensch in dem Land ist leider in der 60er Jahren hängen
geblieben.
Kleine Anekdote: Als ich damals 1994 das erst mal in den USA war, dachte
ich das ich in dem "High Tech Land" für mein Auto ein RDS Radio kaufe.
Selbst im Fachhandel hat keiner gewußt was ich mit RDS meine während ich
sowas bereits im Auto hatte. Und das war kein Einzelfall.
Rufus ist mit seiner Aussgage da schon bei der Wahrheit, auch wenn
manche Ami-Gläubige das so nicht sehen wollen.
aGast schrieb:> Schau mal einen alten Schwarz-Weiß Lassie aus den 60er Jahren und einen> "neuen" Film, dann vergleich mal die Lichtschalter. Tja 50 Jahre> keinerlei Neuerungen, weder in Design noch in der Funktion.
Manchmal wünsche ich mir auch in unserem Land die zuverlässigen
Kippschalter der 60er Jahre zurück. :-)
Was mich in den USA immer wieder irritiert hat, ist die "Gläubigkeit",
das 110V völlig ungefährlich sind.
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Was mich in den USA immer wieder irritiert hat, ist die "Gläubigkeit",> das 110V völlig ungefährlich sind.
Stammt wahrscheinlich noch von Edison. Gleichspannung 110V = gut,
Wechselspannung > 110V = Boese.
Bewissen durch einen Harold P. Brown mit seinen markaberen Experimenten.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Ja. Bedenke, die USA sind technisch gesehen kaum von einem> Dritte-Welt-Land zu unterscheiden.
OT: Was mich dann dennoch immer wieder erstaunt ist, dass ein Großteil
der bekannten und weit verbreiteten Premium-Messtechnik aus den USA
stammt (und z.T. auch immer noch kommt), wie z.B. hp, Tek, Fluke,
Keithley, Wavetek, LeCroy... um mal einige Hersteller zu nennen.
Mal abgesehen von vielleicht R&S sind die Europhäer weit weniger
bekannt.
egal² schrieb:> OT: Was mich dann dennoch immer wieder erstaunt ist, dass ein Großteil> der bekannten und weit verbreiteten Premium-Messtechnik aus den USA> stammt (und z.T. auch immer noch kommt), wie z.B. hp, Tek, Fluke,> Keithley, Wavetek, LeCroy... um mal einige Hersteller zu nennen.
Du verwechselst einige Hersteller und die Infrastruktur dort.
Man kann auch in der Pampa eine Hightech Fabrik bauen auch wenn die Wege
dahin nur Schotterpisten sind.
egal² schrieb:>> Ja. Bedenke, die USA sind technisch gesehen kaum von einem>> Dritte-Welt-Land zu unterscheiden.>> OT: Was mich dann dennoch immer wieder erstaunt ist, dass ein Großteil> der bekannten und weit verbreiteten Premium-Messtechnik aus den USA> stammt
Das ist das, was den Unterschied zu einem echten Dritte-Welt-Land
ausmacht. Aber als Normalsterblicher wird man mit dieser Technik eher
selten konfrontiert, bekommt dafür aber die bizarre Infrastruktur und
Haushaltstechnik zu spüren.
Ein Beispiel sind Waschmaschinen, die ihre Trommel um eine vertikale
Achse drehen. Da das hundsmiserable Waschresultate liefert, wird mit
hochgradig aggressiven Waschmitteln gegengesteuert, und natürlich mit
Unmengen von Wasser.
"Europäische" Waschmaschinen gelten als Luxusartikel.
Ist es Zulässig? Wenn CE vorhanden ja, wenn nicht, dann nicht.
Dann kommen noch TAB hinzu.
Zum 1Ph-Betrieb gibt es unterschiedliche Möglichkeiten z.B. Trafo, FU.
Ich selbst baue gerade ein 1 Familienhaus mit neuer Heizung und
Warmwasseraufbereitung.
Hört sich das Produkt interessant an?
-Nein.
Helmut Lenzen schrieb:> Du verwechselst einige Hersteller und die Infrastruktur dort.> Man kann auch in der Pampa eine Hightech Fabrik bauen auch wenn die Wege> dahin nur Schotterpisten sind.
Ich verwechle da gar nichts. Es geht mir den Premium-Anspruch und die
Gegensätze die sich daraus ergeben.
Auf der einen Seite "genügen" den AMI's die bereits erwähnte schlechte
Infrastruktur, beschissene Straßen, NYer U-Bahnhöfe die aussehen als
wäre es die U-Bahn von Krasnoyarsk, billig zusammengekloppte Autos,
Stromnetz etc... Auf der anderen Seite sind (waren) sie dennoch so
anspruchsvoll um in der Lage zu sein, z.B. eine solche Messtechnik
entwickeln und produzieren zu können.
aGast schrieb:> Schau mal einen alten Schwarz-Weiß Lassie aus den 60er Jahren und einen> "neuen" Film, dann vergleich mal die Lichtschalter. Tja 50 Jahre> keinerlei Neuerungen, weder in Design noch in der Funktion. Der> durchscnittliche Mensch in dem Land ist leider in der 60er Jahren hängen> geblieben.
In Deutschland kenne ich auch niemanden, der in seiner Wohnung/Haus alle
50 Jahre die Lichtschalter und Leuchten tauscht. Technik die
funktioniert, belässt man so. Ausnahmen mögen Elektriker sein, die Spaß
an der Technik haben und gelegentlich glauben etwas neues zu brauchen.
Paul M. schrieb:> In Deutschland kenne ich auch niemanden, der in seiner Wohnung/Haus alle> 50 Jahre die Lichtschalter und Leuchten tauscht.
In den USA werden Häuser zu 90% gerade mal 50 Jahre alt bevor sie
abgerissen werden.
Bestehen ja auch nur aus Fichtenholz, etwas Glaswolle und Putz und
Farbe.
egal² schrieb:> Auf der einen Seite "genügen" den AMI's die bereits erwähnte schlechte> Infrastruktur, beschissene Straßen, NYer U-Bahnhöfe die aussehen als> wäre es die U-Bahn von Krasnoyarsk, billig zusammengekloppte Autos,> Stromnetz etc... Auf der anderen Seite sind (waren) sie dennoch so> anspruchsvoll um in der Lage zu sein, z.B. eine solche Messtechnik> entwickeln und produzieren zu können.
Du siehst ein Land voller Krasser Gegensaetze.
> beschissene Straßen,
Weit weg davon sind wir hier auch nicht mehr.
>NYer U-Bahnhöfe die aussehen als> wäre es die U-Bahn von Krasnoyarsk,
Die sieht vielleicht besser aus.
> billig zusammengekloppte Autos,
Was das Auto an Sprit braucht soll es auch bekommen...
>Auf der anderen Seite sind (waren) sie dennoch so> anspruchsvoll um in der Lage zu sein, z.B. eine solche Messtechnik> entwickeln und produzieren zu können.
Im Bereich Konsumelektronik waren sie aber nicht so erfolgreich (NTSC).
egal² schrieb:> Auf der anderen Seite sind (waren) sie dennoch so> anspruchsvoll um in der Lage zu sein, z.B. eine solche Messtechnik> entwickeln und produzieren zu können.
Ich habe dann auch mal amerikanische Messtechnik aufmachen dürfen (nicht
Elektronik, sondern chemische Sensorik): Abgesehen davon, dass die
Gehäuse schon aussahen wie Retro '50er, waren die innen auch nicht
überzeugend. Man fragte sich dann schon, wie die mit derartigen
technischen Standards bis zum Mond gekommen sind. Oder vielleicht gerade
weil sie derart niedrige Standards hatten...
Allerdings wie gesagt Sensorik, wie es in einem Tek Oszi aussieht, weiss
ich nicht - das hab ich mir nicht getraut aufzumachen. ;-)
egal² schrieb:> Auf der anderen Seite sind (waren) sie dennoch so> anspruchsvoll um in der Lage zu sein, z.B. eine solche Messtechnik> entwickeln und produzieren zu können.
Das brauchten sie fürs Militär.