Es gibt einen Händler, der hat zwei Shops, einen realen Onlineshop und
einen eBayShop, auf der eBayShop-Seite ist der Link zu der
Realshopseite.
Nun sind die Artikel in dem Webrealshop teurer als in dem eBayShop,
obwohl Absendeadresse etc. alles identisch sind.
Warum sind in dem Laden bei eBay die Sachen billiger? Normalerweise
würde der Händler doch eBay-Gebühren sparen, wenn er nicht bei eBay
verkaufen braucht, sondern in dem Webshop, aber das ist nicht der Fall.
Warum ist das so?
Weil bei ebay die Konkurrenz größer ist. Der Verkaufspreis richtet sich
in erster Linie danach, wieviel ein Kunde bereit ist zu zahlen. Hat der
Kunde den Privatshop des Anbieters bereits auf eigene Faust gefunden, so
ist er auch eher bereit dort hängenzubleiben und dann zu bestellen. ebay
dagegen brauch als Monopolist am Markt keine Akquise mehr wie kleine
unbekannte Shops betreiben.
Manche Vermarkter gehen sogar noch einen Schritt weiter und verlangen
für das gleiche Produkt, falls der Interessent nach einigen Tagen wieder
vorbeischaut, dann einen etwas erhöhten Preis gegenüber dem ersten
Ansurfen. Wenn der Kunde wiederkommt, so ist er am Produkt definitiv
recht interessiert bzw. hat es nirgendwo billiger bekommen. Da kann man
dann den Preis etwas anheben.
Das sind alles Marketinggrundlagen.
Achso vergessen: Du hattest ja gefragt was tun!
Einfach anschreiben und auf sein anderes Angebot hinweisen. Und schon
hast du es billiger und ohne ebay-Gehänsel.
Abdul K. schrieb:> und ohne ebay-Gehänsel
Nach meiner Erfahrung ist es für den Kunden nicht schlechter bei ebay zu
kaufen. Man bekommt die ware meist schneller (Bewertungsdruck mit den
Sternchen) und wenn etwas nicht stimmt hast du paypal und auch wieder
die Bewertung als "Druckmittel". Im normalen Shop bist du als
Privatkunde der Arsch (gerade wieder erlebt).
Abdul K. schrieb:> Achso vergessen: Du hattest ja gefragt was tun!> Einfach anschreiben und auf sein anderes Angebot hinweisen. Und schon> hast du es billiger und ohne ebay-Gehänsel.
Ich würd' ihm an der Stelle des Shopbetreibers mitteilen, dass er eben
bei EBay kaufen soll. EBay hat eindeutig den Vorteil, dass der Händler
da eine Bewertung bekommt und ein breites Publikum hat. Somit sind
Bewertungen, zumal positive, einiges wert. Der Mehrwert dürfte für den
Shopbetreiber höher sei, als die Gebühren und der Mindergewinn aus
niedrigerem Verkaufspreis. Möchte der Käufer den Ebaypreis haben, ohne
die Vorteile für den Händler zu gewähren, ist's für Letzteren das
schlechtere Geschäft.
Ja, nur wenn er ablehnt ist der Kunde eventuell so beleidigt das er
umgehend zur Konkurrenz weiterzieht. Dieser Schlingel aus der Jäger- und
Sammlerzeit, pöse pöse.
Der Händler kann geeignet argumentieren, so dass der Kunde nicht
verärgert ist.
Ausserdem, wär' ich der Händler und merke, dass der Kunde über den
Unterschied Ebay/Onlineshop-Preis rumnölt, statt sich gleich einen
anderen Lieferanten zu suchen, dann wär' ich mir sicher, dass dieser
Kunde so und so bei mir kaufen wird.
Wäre mir zudem die Geschichte mit den Bewertungen wichtig und für den
Fall dass ich auch nicht will, dass Kunden anfangen, meine
Geschäftsbedingungen zu diskutieren, dann ginge ich auch das Risiko ein,
dass mir dieser Kunde verlorengeht. Da kommt auch wieder ein neuer, der
weniger Stress macht.
Es kommt auch oft vor, dass der gleiche Artikel von einem Online Shop
niedriger ist, wenn man ihn über eine Preis-Suchmaschine aufruft, als
wenn man direkt in den Shop geht.
Manchmal lohnt sich der 'Umweg'
MWS schrieb:> Der Händler kann geeignet argumentieren, so dass der Kunde nicht> verärgert ist.>> ...> dass mir dieser Kunde verlorengeht. Da kommt auch wieder ein neuer, der> weniger Stress macht.
Offensichtlich hatten wir noch nicht das Vergnügen :-))
Wenn der Händler korrekt wirtschaftet, enthalten die Ladenverkaufspreise
sowohl die Kosten für Miete und Betrieb des Ladens, wie auch diejenigen
für die Zeit der Kommunikation mit dem Kunden.
Beide Kostenfaktoren sind beim Online-Verkauf erheblich günstiger (Lager
in der preiswerten "Prärie", kurze Emails statt zu Unzeit aufgedrängtem
"Geschwätz").
Das Warten auf Laufkundschaft und deren Bedienung in der Stadt straft so
jeden Händler längst mit einem größeren Kostenfaktor, als der "zehnte
Teil" an Ebay und die knapp "zwei Hunderstel" an PayPal.
Hatte mal einen ähnlichen Fall. Damals war der Artikel im ebay günstiger
als im webshop. Allerdings war der Versand im webshop inklusive, im ebay
musste man 40€ bezahlen. (es handelte sich damals um einen Ofen auf
Palette der als Sperrgut gewertet wurde).
Im ebay springt einem das Porto nicht so direkt ins Auge, ein günstiger
Preis ist hier der bessere eyecatcher, wärend man auf der direkten
Homepage von einem Komplettpreis geredet hat...
Somit war beides gleichteuer / gleichgünstig, ich habs dann über ebay
bestellt - wegen dem Käuferschutz und einer nachweisbaren Zahlung via
PayPal.