Forum: Offtopic Eneloops tief entladen, aber immer noch am Leben?


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von Dimitri R. (Firma: port29 GmbH) (port29) Benutzerseite


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Hallo Leute,

meine Eltern haben sich vor etwa 1,5 Jahren ein Kopfkissen mit LEDs 
gekauft, das per Fernbedienung gesteuert werden kann. Ich habe denen 
vier meiner Eneloops Akkus (die weißen) gegeben. Gestern habe ich die 
Akkus aus dem Kopfkissen wiederbekommen und wollte die einfach mal 
aufladen. Alle Akkus ins Ladegerät rein (ALC 2000), doch nur ein Schacht 
fing an, die Dinger zu laden.

Also die anderen drei wieder raus und ins Labor damit. Alle hatten eine 
Spannung von ca. 30mV. Also anscheinend hat die Elektronik des Kissens 
die Dinger so richtig tief entladen. Experimentierfreudig wollte ich die 
Akkus mal manuell laden, also habe ich durch einen über vier Stunden 
100mA durchgejagt und siehe da, er hat die Spannung gehalten. Also ab 
ins Ladegerät in den Testmodus, in dem der Akku vollgeladen wird, dann 
entladen und dann wieder vollgeladen wird. Test sagt über 2Ah (1.9Ah 
nominal). Und genauso war es bei jedem der drei anderen Akkus. Die haben 
jetzt anscheinend wieder die volle Kapazität.

Kann es sein, dass die Eneloops einen Schutz gegens Tiefentladen haben? 
Ich dachte, dass der Akku dann komplett zerstört wird, wenn über eine 
lange Zeit tiefentladen rumliegt.

von Helge A. (besupreme)


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Ich hatte vor ein paar Jahren einen Haufen überlagerter Akkus bekommen, 
alle hatten 0V. Nach Reaktivieren (mehrere A für ein paar Sekunden) und 
normaler Aufladung hatten die auch wieder etwa die aufgedruckte 
Kapazität, allerdings eine etwas erhöhte Selbstentladung.

Die Akkus waren NiCd und NiMH.

von Jeffrey L. (the_dude)


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Anders als die gängigsten LiXX-Zellen sind NiXX-Zellen nicht so Kritisch 
was Tiefentladung betrifft.

Nickel-Zellen (eneloops sind nichts anderes) kann man durch Pushen 
wieder fit bekommen. Als ich meine Modellflieger noch mit NiCd-Zellen 
bestromt habe, konnte man mit den Zellen machen was man will. die waren 
wirklich unkaputtbar. Interessanter Weise stieg die Performance mit dem 
Strom.

Einfache Empfängerakkus welche nur wenige mAh liefern mussten, waren 
nach einiger Zeit nicht mehr so Leistungsstarkt wie die "gequälten" 
Antriebsakkus welche mit 11A entladen wurden.

Bei NiMh-Akkus war dieser Effekt schon nicht mehr so stark zu 
beobachten, der höhere Innenwiederstand ließ ein solches pushen erst 
garnicht zu - dennoch konnte man auch die wieder fit bekommen, formiert 
habe ich die meist mit 4..5 Ampere.

Schlechter sind Lithium-Zellen (egal ob LiPo, LiFe oder sonst irgendwas) 
- die haben schon bleibenden Leistungseinbrüche bei der ersten 
Tiefentladung.

Dass aber Tiefentladene Nickelzellen kaputt gehen ist ein Trugschluß - 
fahr' einfach mal mehrere Ladezyklen. Anfangs mit geringem Entladestrom, 
dann langsam an die Maximalwerte der Zelle annähern. Ladegeräte mit 
Refresh-Funktion machen ja nichts anderes, nur dass diese meist nicht 
über 1A entladestrom gehen, und immer die Temperatur im Auge behalten...

: Bearbeitet durch User
von Dimitri R. (Firma: port29 GmbH) (port29) Benutzerseite


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Hmmm.. Wieso macht es denn Sinn, da kurzzeitig 4-5A durchzujagen? Ich 
hätte da ehrlich gesagt Angst, dass mir der Akku um die Ohren fliegt. 
Okay, bei wenigen Sekunden ist es eher unwahrscheinlich.

Aber ich bin davon ausgegangen, dass beim Tiefentladen der chemische 
Prozess beschädigt wird. Und da würde es imho eher Sinn machen, den Akku 
eher mit kleinem Strom zu laden, um den chemischen Prozess wieder 
langsam in Gang zu bringen. So etwas, wie eine Art erste Stufe, die ich 
mit einem höheren Strom überwinden musste, gab es anscheinend nicht, der 
Akku hat gleich angefangen das zu schlucken, was ich ihm vorgeworfen 
habe.

Jeffrey Lebowski schrieb:
> und immer die Temperatur im Auge behalten...

Wo fängt es denn an, kritisch zu werden?

von Harald W. (wilhelms)


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Dimitri Roschkowski schrieb:

> Aber ich bin davon ausgegangen, dass beim Tiefentladen der chemische
> Prozess beschädigt wird.

Typisch bei Nickelakkus ist die Ausbildung von kurzschliessenden
Whiskers, die man wegbrennen muß.

von Icke ®. (49636b65)


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Daß die Eneloops einen speziellen Schutz haben, glaube ich nicht. 
Tatsache ist jedoch, daß sie Mißhandlungen wesentlich besser wegstecken 
als alle anderen NiMH, die ich je im Einsatz hatte. Zellen von Ansmann 
waren meist schon nach einmaliger Tiefentladung nicht mehr zu 
gebrauchen, auch nicht nach diversen Regenerationsversuchen.

Dimitri Roschkowski schrieb:
> Test sagt über 2Ah

Eingeladene oder entnommene Kapazität?

von Dimitri R. (Firma: port29 GmbH) (port29) Benutzerseite


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Icke ®. schrieb:
> Eingeladene oder entnommene Kapazität?

Tatsächlich die entnommene Kapazität.

von Icke ®. (49636b65)


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Dimitri Roschkowski schrieb:
> Tatsächlich die entnommene Kapazität.

Na dann herzlichen Glückwunsch, die Zellen sind offensichtlich OK.

von Stefan M. (derwisch)


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Was "Icke" schreibt, kann ich bestätigen.
Ich habe schon viel mit alten NiMh´s experimentiert und festgestellt, 
dass sie zwei verschiedene Tode sterben können.
Entweder sie bekommen einen internen Kurzschluss und sind auf 0,00 Volt, 
oder sie haben einen dramatisch zu hohen Innenwiderstand und es fliesst 
kaum Ladestrom.

Die erste Variante lässt sich tatsächlich mit sehr hohem, kurzzeitigem 
Strom "wegbrennen". Der Akku wird dabei auch warm und lässt sich 
anschliessend wieder laden.
Aber er hat danach tatsächlich eine hohe Eigenentladung.
Wahrscheinlich sind durch die Whisker dann schon Isolationsschichten 
beschädigt.

Die zweite Variante ist nicht zu retten.

Und Eneloops habe ich noch nie defekt gesehen. Die taugen was...

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