Hallo,
ich baue einen Class-D Verstärker mit dem IR2110 Brückentreiber. Um
diese Endstufen-Schaltung von der Logik zu entkoppeln will ich das ganze
mit einem Optokoppler machen.
Allerdings bietet mir ein single-Koppler ja nur einen Ausgang, der
IR2110 will 2 Eingänge beliefert haben.
Ergo hab ich mir noch nen Transistor dazugenommen um die low-Seite auch
noch anzusteuern.
Kann die Schaltung so funktionieren? Gibt es noch einfacherere Lösungen?
Der IR2110 braucht für einen zuverlässigen High-Pegel ca. 3,2V nach
Datenblatt. Ich habe keine Möglichkeit gesehen das mit dem Koppler
alleine hinzubekommen aber wenn da jemand ne Schaltung zu hat, immer her
damit.
Gruß, Sascha
Sascha schrieb:> ich baue einen Class-D Verstärker mit dem IR2110 Brückentreiber.
Mit welcher Frequenz soll der denn schalten? Mehr als 1kHz? Wenn ja,
vergiss die Schaltung. So bekommst du nie sauber invertiertes Verhalten
hin.
Q5 wird in die Sättigung getrieben und beim Ausschalten wird die Basis
wegen der 6k8 nicht ausgeräumt, es dauert ewig bis der sperrt. Die
Flanken an HIN und LIN driften mit der Frequenz immer weiter
auseinander.
Ok ich überlege mal laut:
- R6 müsse eigentlich 330 Ohm groß sein, das war ein Copypaste Fehler
- Das macht dann 11mA Strom durch den OK
- Laut http://www.mikrocontroller.net/articles/Optokoppler ist R7
richtig dimensioniert
- R5 kann ich nicht kleiner wählen für einen ordentlichen Ausräumfaktor
weil sonst der High-Pegel für HIN verwässert wird
- Ich kann aber R8 auf 100 Ohm verkleinern dann wird Q5 nicht mehr hart
in die Sättigung gefahren.
War das einigermaßen richtig? Meine Elektronik-Vorlesungen sind alle ein
bischen her und ich studiere eigentlich IT ;)
Gruß, Sascha
Sascha schrieb:> Mh ist das echt so kompliziert sich aus einem Pegel einen zweiten,> invertierten abzuleiten?
Was ist denn an 2 Gattern mit je 2 Eingängen kompliziert? Das ist ein
halber Logik-IC ohne weiteren Aufwand.
oder du nimmst einen IR2183.
Der hat nur einen "Wechsler"-Eingang, d.h. man entscheidet ob der Low-
oder Highside-Treiber aktiv ist. Zusätzlich gibt es einen Enable-Eingang
um beide Treiber abschalten zu können.
Nebenbei ist ein 4N35 auch nicht unbedingt das Mittel der Wahl wenns um
ne Schaltrequenz von 30kHz geht. Da gibts besseres .. HCPL-xxx usw.
Jo den Enable hat der 2110 ja auch, heisst nur Shutdown. Den brauche ich
allerdings gar nicht, liegt bei mir auf Masse.
So wie ich das sehe hat der 2183 einfach nen Inverter mit eingebaut.
Kann nicht verkehrt sein, dann kümmert sich der IC darum und ich brauche
keine zusätzlichen Bauteile.
Sehe ich das richtig, dass der 2183 mindestens 10V braucht, und zwar für
Low Side und Logik gemeinsam? Cool, spart mir noch nen 7805 ^^
Als Arbeitswiderstand für den Optokoppler-Ausgang würde ich dann 4700
Ohm nehmen weil der dann ja auch mit 12V läuft. Spricht da bei dem 4N35
was gegen?
Gruß, Sascha
Jo im Grunde genommen wäre das das beste (oder auch die "Gate Driver
Optocoupler") aber das bischen Aufwand würde ich dann doch gern treiben
um einfach mal ne Optokoppler-Schaltung aufgebaut zu haben. Hatte ich
noch nie was zu tun mit.
Nehm bloss keinen IR2183 o.ä, die internen 500ns Deadtime hören sich
grauslig an. Es muss zwingend ein Treiber ohne interne Deadtime sein.
Ich habe schon selber einen Vollbrücken-ClassD Verstärker gebaut. Ich
habe das PWM-Signal mit einem 74HC86 XOR in ein differenzielles Signal
gewandelt (also einmal invertieren und einmal nicht), so müssen beide
Signale durch je ein Gatter und sind damit nicht durch die
Gatterlaufzeit versetzt. Anstelle des stinklangsamen 4N35 solltest du
einen schnellen OK wie den 6N137 nehmen, der für Digitalbetrieb gedacht
ist.
Wie erzeugt du die PWM? Kann dir vlt. noch Tipps geben.
Mein 3-Phasen-FU nimmt HCPL3120/3180 - teuer aber sauschnell.
http://www.mikrocontroller.net/articles/3-Phasen_Frequenzumrichter_mit_AVR
Was allerdings viel wichtiger ist: Der IR2110/2112/2113 hat keine
interne Totzeit, sondern ist auf eine externe erzeugte angewiesen. Mit
jeder Verzögerung eines der Eingangssignale riskierst du hier einen
Shoot-Through.
Ich empfehle dir, HIN und LIN sauber getrennt aus einer Hardware
anzusteuern, bei der du Kontrolle über die Totzeit hast, um sie an die
MOSFet anzupassen.
Wenn du mal den PWM Modulator postest, gibts da vllt. noch ein paar
Tipps.
Die Totzeit erzeugt man durch Parallelschaltung einer (Schottky)Diode zu
den Gatewiderständen. Beim Anschalten wird die Gatekapazität durch die
Gatewiderstände "langsam" aufgeladen, beim abschalten schnell über die
Diode. Mosfets sollten spezielle von IRF sein, ich habe die IRFI4212H im
Einsatz, gibts günstig bei Reichelt.
Oh das ist doch schonmal ein Haufen guter Tipps. Die PWM kommt von nem
m32, dann werde ich wohl die Totzeit nehmen die dort schon eingebaut
ist. Die XOR Gatter meinetwegen auch, auf die paar Lötstellen kommts
mittlerweile auch nicht mehr an.
Die Verbindung über OK will ich deswegen machen, weil die beiden
H-Brücken (stereo im Idealfall) dann Potentialgetrennt sind. Die werden
nämlich über einen eigenen 60V Ringkerntrafo versorgt.
Ich war mir da nicht sicher ob mir nicht ggf. ein beachtlicher
Ausgleichstrom über die Steckerleiste auf die Logikplatine fließt.
Aber sind 500ns Totzeit bei einer 30kHz PWM nicht vernachlässigbar? Das
eine sind MHz, das andere kHz.
Gruß, Sascha
Bei 30kHz dauert eine Periode 33us.
Die 0,5 us Totzeit passen da schon ganz gut.
Die Zeit kommt ja auch nicht von ungefähr.
Es ist ein guter Kompromiss für die sich einstellende Slew Rate am Gate.
Zu schnelles schalten erzeugt nämlich n Haufen Schwingungen am Gate.
Treiber so nah wie möglich an die Mosfets, dicke Leiterbahnen wegen der
Induktivität, Gate-Widerstand irgendwas zwischen 1 und 100 Ohm
experimentell ermitteln, hängt natürlich auch von der Gate Kapazität des
verwendeten Fets ab.
Hab mit den IR2183 etliche Brushless-Steller gebaut. Funktioniert
vollkommen problemlos wenn auch teuer.
Ich geh mal davon aus, dass du an diesen Class-D Verstärker einen
Lautsprecher anschliessen willst. Wenn daraus etwas herauskommen soll,
was auch nur entfernt an Musik erinnert, musst du mit dem PWM-Takt um
den Faktor 10 nach oben. Deadtime MUSS im Bereich einiger 10 ns liegen,
sie ist vergleichbar mit der Übernahmeverzerrung bei analogen
Verstärkern. Man erzeugt sie daher analog, durch die passende
Kombination aus Gatewiderstand, der internen Gatekapazität und einer
Diode (wie ich oben schon beschrieben habe). Ich setze IR2011S zusammen
mit den IRFI4212H ein, als Gatewiderstand habe ich etwa 33R ermittelt.
47R kann aber auch nicht schaden.
Ich habe vor einiger Zeit einen Wikiartikel darüber geschrieben. Leider
noch über eine ältere, nicht ganz ausgereifte Hardwareversion. Trotzdem
kannst du dir mal die am Ende verlinkten Appnotes durchlesen, wichtige
Infos.
http://www.fingers-wiki.de/class-d_verstaerker