Kondensator selbst bauen mit hoher Kapazität

Gast #3553639
Lesenswert?

Hallo Leute,
ich möchte mir auch einen ganz einfach Kondensator mit wenn möglich viel 
Kapazität aufbauen.

Zwei Elektroden habe ich (in dem Fall 2 Aluminiumplatten), zwischen 
diesen Platten möchte ich nun ein Dieelektrikum.

Welches wäre am besten ? Ich habe gedacht mir vll. eine Alu-Folie und 
eine Plastikfolie als Isolator zwischen den Elektroden.

Gibt es alternativ etwas, was ich mir vll. bestellen könnte im Internet, 
wodurch ich eine Kapazitätserhöhung erreiche ?

Wenn ja, ein Link wäre gut =).

Ich freu mich auf eure Antworten.
Gast #3553660
Lesenswert?

Ooch, soll er/sie doch trollen, wenn überhaupt.

Falls nicht: Die Formel für die Berechnung der Kapazität eines 
Plattenkondensators gibt an, daß für die Erhöhung der Kapazität durch 
Einbau eines anderen Dieelektrikums als Luft eben dessen 
Dieelektrizitätskoeffizient maßgeblich ist. Dieses (gesprochen) "Epsilon 
r" ist entscheidend und sollte daher möglichst hoch sein. Viel Spaß beim 
Suchen...

Gängige Folienkondensatoren industrieller Fabrikation benutzen dazu 
eben: Polypropylen, Polycarbonat,"Mylar", früher auch sehr viel: Papier 
(trocken, speziell behandelt)...
Gast #3553687
Lesenswert?

Ja, sowas hab ich (aus Spaß an der Freude) auch schonmal probiert:
zwei lagen Haushalts-Alufolie und dazwischen ein Backpapier.
Das alles aufwickeln und ankabeln.
Ergebnis: Kapazität minimal, Leckstrom viel zu hoch.
Wissenszuwachs: Ich weiß nicht, WIE die Firmen es schaffen, die 
Kapazität in so kleinen Raum zu stopfen, aber sie machen es GUT.

Theoretisch soll man ja mit Graphen irgendwelche tollen Kondensatoren 
herstellen können. Ist aber entweder noch nicht marktreif oder doch 
Mumpitz.
Auf jeden Fall nichts für einen langen Samstagnachmittag in der 
Werkstatt.
Gast #3553693
Lesenswert?

>Gibt es alternativ etwas, was ich mir vll. bestellen könnte im Internet,
>wodurch ich eine Kapazitätserhöhung erreiche ?

Du könntest zwischen die zwei Alu-Platten ein paar Dutzend Elkos 
einbauen, das erhöht die Kapazität ganz erheblich.
Gast #3553705
Lesenswert?

>fast unendliche Spannungsfestigkeit

welche durch die thermische Emmision und die Feldemmision der 
Kondensatorplatten erheblich reduziert wird.

Außerdem lässt sich Vakuum schlecht in Folienform erzeugen.
Gast #3553733
Lesenswert?

... und noch eins: Selbstgebaute Kondensatoren in der Anfangszeit der 
Elektrotechnik hatten den schönen Namen: "Leydener Flaschen", ein paar 
davon parallelgeschaltet konnten sogar lebensgefährlich werden, gerade 
wegen der Durchschlagsfestigkeit des verwendeten Dielektrikums. Das 
sollte nun Recherche-/Lesestoff genug sein.
#3554070
Lesenswert?

Man hier wird wieder mal jemand im Regen stehen lassen :(

Konstruktiver Vorschlag: es wurde schon genannt, dass die Fl"ache 
erh"oht werden muss. Das geht am besten mit ganz, ganz, ganz vielen 
kleinen Bohrungen, d.h. alle 1mm (Raster in X un Y-Richtung) eine 
Bohrung von sagen wir 0.8mm Durchmesser. Wenn Du das vollfl"achig hast, 
machen wir mit dem Dielektrikum und dem Aufbau der Oxidschicht weiter, 
OK?
Gast #3554149
Lesenswert?

Hallo
Wenn ich mich richtig an meine Radiomann-Experimente erinnere, war da 
ein Alu-Röhrchen mit Stöpsel dabei, um Eisenfeilspäne für einenen 
Funkensender aufzubewahren.
Aus diesem Röhrchen konnte man einen Elko machen, indem als Zentrale 
Elektrode ein Metallstab in den Stöpsel gesteckt wurde, das ganze mit 
(Salz?)-Wasser gefüllt und einige Zeit mit geringem Strom "formiert" 
wurde. + war der Metallstab - das Röhrchen. Hat damals am 
Transistorverstärker funktioniert.
So müsste man das wohl auch angehen. Der Vorschlag von Marc P geht ja in 
diese Richtung.

mfG GroberKlotz
#3554167
Lesenswert?

Wenn ich eine 10mm starke Stahlplatte habe, dort ein Loch mit 10mm 
Durchmesser rein bohre verringert sich die Oberfläche wie folgt.

5 x 5 x 3,14 = 78,5mm² mal 2 weil das ja auf beiden Seiten passiert, 
also 157mm²

Durch das Loch entsteht aber eine eine weitere Oberfläche
Lochumfang 10 x 3,14 = 31,4 x 10mm Stärke(Höhe) = 314mm²

Hier würde es also zu einer Erhöhung der Oberfläche kommen.

Wenn wir das aber mit einer Folie durchspielen die 0,2mm stark ist. Dann 
würde die Innenseite des Lochs nur 6,28mm² bringen und der Verlust durch 
das Loch 157mm² Fläche kosten.

Also Pauschal Löcher rein machen könnte kontraproduktiv sein. Musst dir 
schon genau ausrechnen welchen Bohrdurchmesser du nimmst und wieviel 
Aufwand das wäre da zig tausend Löcher rein zu machen.

Da nimmt man lieber ein paar Lagen mehr und wickelt das ganze zu einem 
Becherelko.

Legst du eigentlich nur auf eine hohe Kapazität wert oder soll das ganze 
sehr niederohmig für möglichst hohe Ströme sein?
Gast #3554261
Lesenswert?

Was soll das genau sein ?

Ich habe zwei einfache Aluplatten mit einem Durchmesser von 8cm.

Zwischen diesen Platten möchte ich nun irgendeine Isolierung derart, 
dass die Kapazität erhöht wird.

Daher, meine Frage:

Wasserfolie scheint interessant zu sein, gibt es sonst noch 
alternativen, die leicht beschaffbar sind ?
#3554284
Lesenswert?

Wie groß soll denn die Kapazität werden?
Die Kapazität eines Plattenkondensators ist einfach zu berechen, siehe 
hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kondensator_%28Elektrotechnik%29
Rechne doch einfach mal und schreibe hier was du rauskriegst.

Übrigens hat Eis ein eine recht hohe rel. Permittivität, also kühle 
deine Kondensator so, daß du eine dünne Eisschicht zwischen den Platten 
haben kannst.
Gast #3555290
Lesenswert?

erstmal:
Du lässt uns ja nur eine Wahl des Dielektrikums.

Deine Aluminiumplatten, wenn sie denn eine stabile Oxidschicht bilden 
können, kann man in Nitrat, evtl. mit etwas Salpetersäure tauchen.
Die Lösung soll oxidieren und die dünnen Oxidschichten an beiden 
Elektroden sind  dann das Dielektrikum.
So sind Elkos aufgebaut, allerdings mit Folie statt Blech. Die genaue 
Lösung sollte man vielleicht besser noch mal erkunden. In Elkos ist die 
Lösung in Papier/Pappe aufgesaugt.

Eine Möglichkeit könnte auch eine Hydrierung mit Wasserstoff sein, es 
ergibt Wasserstoffhydrid an der metallischen Al-Oberfläche, und das hat 
auch gute Kondensatoreigenschaften. Zersetzt sich allerdings spätestens 
bei 100°.

Ansonsten bin ich auch der Meinung, das man einen Kondensator besser 
kauft statt selber baut.

MfG

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren