Hallo Elektronikfreunde,
Ich habe 'ne Frage zu Isolationsschutz von gefährlichen Spannungen. Im
Grunde weiß ich schon bescheid über das Thema bezüglich der Gefahr.
Jedoch werden Gummihandschuhe, -matten und Ähnliches auf dem Markt
beworben. Ab wann sollte das angewendet werden?
Ich würde jetzt sagen, dass man z.B. bei einem geöffneten
Kompressorgehäuse mit 380V Spannung Vorkehrungen treffen sollte. Gerade
bei Systemen (bei uns auf Arbeit), die nicht abgeschaltet werden dürfen.
Wenn man da jetzt hantiert mit Werkzeugen, Messinstrumenten wie
Stromzange, etc. dann kann das doch wichtig werden, oder? Ich rede mal
vom konkreten Fall von einer Person als Leiter über die Erde (Fußboden).
Hilft da so eine Isolationsmatte oder diese Handschuhe?
Also ab wann macht so etwas Sinn und wie macht Ihr es?
Vielen Dank schonmal.
Hallo Leute,
danke für die schnelle Antwort.
Ich würde mich freuen wenn ich ein paar genauere Informationen bekommen
würde. Werden diese Anzüge wirklich auch von Personen angezogen, die an
380V Geräten, im laufenden Betrieb, arbeiten?
marty mf schrieb:>> Ich würde mich freuen wenn ich ein paar genauere Informationen bekommen> würde. Werden diese Anzüge wirklich auch von Personen angezogen, die an> 380V Geräten, im laufenden Betrieb, arbeiten?
Aber klar doch.
Insbesondere, seit dem 380V nicht mehr 380V sind, sondern seit mehr als
8 Jahren 400V.
Overengineer schrieb:> zum Einstieg:>> http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiten_unter_Spannung
Na toll, die Bilder in dem Artikel sind das beste Beispiel, wie man es
NICHT machen soll. Eine isolierende Bühne ist schön und gut, aber außer
normalen Gummihandschuhen und Helm erkenne ich dort keinerlei wirksame
Schutzkleidung oder sonstige Maßnahmen. Und das bei Mittelspannung. Mir
wird gleich schlecht...
Nachtrag, das hier sieht schon besser aus:
http://www.youtube.com/watch?v=fKbaRPmVel4
Alle sagen was aber ich vermute der marty will auf eine ganz bestimmte
Situation hinaus, vielleicht sogar bezüglich seiner Arbeit, stimmt's?
;-)
Also ein schutzanzug ist völlig übertrieben, das war ein scherz oder
quatsch.
Generell bist du mit den Links gut beraten, auch wenn nicht ins detail
gegangen wird. Da steht z.b., daß du unter einen kV nichts tun musst
außer aufzupassen, nen lichtbogen wird es da nicht geben, wenn du dich
nicht gerade in einem sehr feuchten Raum aufhältst.
Bei einer stromzange solltest du schauen, das die Isolierung nicht
beschädigt ist, ansonsten kein Thema, auch wenn du ne stromzange mit
kleinerem messbereich nimmst für größere Maschinen, da kannst du nur
nicht mehr auf den Toleranz bereich vertrauen.
Also keine Angst.
dkah schrieb:> "...Heranführen von Prüf-, Mess- und Justiereinrichtungen bei> Nennspannungen bis 1000 V,..."
Aber nur wenn die Isolierung/Berührschutz des Geräts nicht angetastet
wird oder bei der Erstmessung wenn die Spannungslage nicht klar ist.
Ist der Berührschutz nicht mehr gegeben und ist von vorneherein klar das
es Spannungen >50V AC sind ist es sofort AuS.
dkah schrieb:> "...Heranführen von Prüf-, Mess- und Justiereinrichtungen bei> Nennspannungen bis 1000 V,..."
Da stehen übrigens ein paar Punkte als Voraussetzung mit drüber,
Energiebegrenzt oder Eigensicher etc.
Arbeiten unter Spannung ist nur von befähigtem Personal auszuführen, und
muß separat beim fachlichen und persönlichen Vorgesetzten beantragt und
nachgewiesen werden,
dann gibt es noch die 5 Sicherheitsregeln, die natürlich in dem Fall
nicht greifen, aber schon mal eine gute Vorstellung für den Fall geben
wenn dann noch mechanische Teile > Kompressor < in Bewegung sind, holla
die Waldfee - das wäre ein Fressen für die BG
wenn dann noch etwas dabei passiert, kann ich jetzt schon sagen, wer die
Schuld trägt - der Verletzte garantiert selber, der hat sich um seine
Sicherheit zu kümmern, Arbeitsprobleme hin oder her
> Ich würde jetzt sagen, dass man z.B. bei einem geöffneten> Kompressorgehäuse mit 380V Spannung Vorkehrungen treffen sollte.
die Vorkehrung wäre in dem Fall das die richtigen Leute machen zu lassen
oder dem Fachvorgesetzten zu melden!
aber nicht nach Hilfsmitteln selber zu suchen, dafür gibt es Chefs und
Personal- wie Fachverantwortliche !
> Gerade bei Systemen (bei uns auf Arbeit), die nicht abgeschaltet werden> dürfen.
wer legt denn das fest, wann was abgeschaltet werden darf? sicherlich
keine VEFK!
... Dem jungern wird immer noch nicht gesagt, ob er nun eine
isoliermatte benutzen soll oder nicht :-/
Würde mich nun auch interessieren. Also nach rcc zu urteilen -> ja. Aber
Gummi Handschuhe und matten um ne stromzange an einem L-Leiter
anzuschließen?
rcc schrieb:> Da stehen übrigens ein paar Punkte als Voraussetzung mit drüber,> Energiebegrenzt oder Eigensicher etc.
Die "oder" Verknüpfungen sind dir entgangen? Auch die Einrückung der
Punkte? Wenn ich mit einem isolierten schlagstock arbeite oder einem
geeigneten isolierten Messgerät, dann sind 400V AC nicht mehr wichtig.
wolf schrieb:> ... Dem jungern wird immer noch nicht gesagt, ob er nun eine> isoliermatte benutzen soll oder nicht :-/
Egal wie die Antworten ausfallen wuerden, niemand sollte so dumm sein
und in dem Bereich Antworten aus einem Internetforum vertrauen.
Ohne vernuenftige Ausbildung oder Unterweisung ist das russisches
Roulette.
wendelsberg
dkah schrieb:> Also ein schutzanzug ist völlig übertrieben, das war ein scherz oder> quatsch.
...
> Da steht z.b., daß du unter einen kV nichts tun musst> außer aufzupassen, nen lichtbogen wird es da nicht geben, wenn du dich> nicht gerade in einem sehr feuchten Raum aufhältst.
Ich gehe mit viel gutem Willen davon aus, daß dies ein Trollversuch oder
ironisch gemeint ist. Ansonsten müßte dir mindestens völlige Inkompetenz
bescheinigt werden. Zum Thema Lichtbogen bei Niederspannung:
http://www.youtube.com/watch?v=sGeM7EHwmo0http://www.youtube.com/watch?v=45F91mKHI34
Diese Diskussion ist im Grunde genommen unsinnig. Wie schon bemerkt
wurde, dürfen Arbeiten unter Spannung AUSSCHLIESSLICH von entsprechend
geschultem Personal durchgeführt werden. In diesen Lehrgängen erfährt
man alles, was dafür nötig ist. Ich verstehe grundsätzlich, daß für den
Erhalt des Arbeitsplatzes manchmal über den Vertrag hinausgehende
Bemühungen erforderlich sind. Es hört allerdings auf, wenn Leben oder
Gesundheit gefährdet sind. Und das ist hier zweifellos der Fall. Wenn
der Arbeitgeber Arbeiten unter Spannung verlangt, dann MUSS er den
Beschäftigten entsprechend ausbilden und ausrüsten. PUNKT.
Icke ®. schrieb:> Zum Thema Lichtbogen bei Niederspannung:
Sehr gut, gehen Sie davon aus, dass der Herr mit Blankleitern an einer
Mittelspannung arbeitet, am besten noch wie im Video mit 10kA. Es wird
sich hier höchstwahrscheinlich um isolierte Leiter im Kompressor mit dem
üblichen 380-400V Drehstrom handeln! Er sprach ja auch nicht vom
Kompressoraufbau, sondern von einer Messung am Kompressor.
Und geben Sie auf gar keinen Fall eine konstruktive Kritik/Referenz an
wie Lehrwerk, VDE Norm, etc.
Jodlerfred schrieb:> wer legt denn das fest, wann was abgeschaltet werden darf? sicherlich> keine VEFK!
Hallo, meistens der Betrieb selber aus Kosten- bzw. Zeitgründen.
dkah schrieb:> Sehr gut, gehen Sie davon aus, dass der Herr mit Blankleitern an einer> Mittelspannung arbeitet, am besten noch wie im Video mit 10kA. Es wird> sich hier höchstwahrscheinlich um isolierte Leiter im Kompressor mit dem> üblichen 380-400V Drehstrom handeln!
Man darf Lichtbogen nicht mit Schlagweite verwechseln. Ein Lichtbogen
kann auch im Niederspannungsbereich auftreten, z.B. durch Auslösen
eines Kurzschlusses infolge unvorsichtigen Hantierens mit Werkzeug. Für
in unmittelbarer Nähe befindliche Menschen sind die Auswirkungen dieses
Lichtbogens (Verbrennungen) nicht minder gefährlich als bei
Mittelspannung.
> Und geben Sie auf gar keinen Fall eine konstruktive Kritik/Referenz an> wie Lehrwerk, VDE Norm, etc.
DIe Art und Weise der Fragestellung im Eingangspost legt nahe, daß der
TE nicht nur mal fix die Spannung messen will. Ich würde hier von
"Wartungsarbeiten" ausgehen.
Icke ®. schrieb:> Na toll, die Bilder in dem Artikel sind das beste Beispiel, wie man es> NICHT machen soll. Eine isolierende Bühne ist schön und gut, aber außer> normalen Gummihandschuhen und Helm erkenne ich dort keinerlei wirksame> Schutzkleidung oder sonstige Maßnahmen. Und das bei Mittelspannung. Mir> wird gleich schlecht...
Das Bild ist aus den USA, wo noch Mittelalter in Bezog auf E-Technik
herrscht :-)
>Siehe http://www.arbeitssicherheit.de/de/html/library/document/4989081,2
der war wirklich lesenswert. Insbesondere die Ausnahmen:
*Heranführen von Prüf-, Mess- und Justiereinrichtungen bei
Nennspannungen bis 1000 V,
*Arbeiten in Prüfanlagen,
*Prüfarbeiten bei der Fehlereingrenzung in Hilfsstromkreisen,
und
*Funktionsprüfungen an Geräten und Schaltungen, Inbetriebnahme und
Erprobung,
geben recht viel Spielraum. Im Bereich Entwicklung, Prüfung, Reparatur
also eigentlich der gesamten Elektronik hat man praktisch keine
Einschränkungen. Erst für grössere Anlagentechnik, Energieverteilung,
Installationswesen usw. soll man sich einpacken. Ich kenne Vorgesetzte
die sind da durchaus restriktiver.
besten Dank
Hauspapa