Hallo,
mal eine spezifische Frage, kann mir jemand Links zu "Branch
Prediction(Sprungvorhersagen) und spekulativer Befehlsausführung bei
modernen Prosessoren" geben. Die Infos sollten möglichst aktuell und in
deutsche Sprache verfügbar sein. Der Prof. hat den Tipp gegeben, dass
ich bei Heise.de nachschauen sollte. Aber da finde ich gar nichts, vor
allem aktuelleres. Eventuell kennt jemand irgendwelche ähnlich Seiten
wie Heise.de, wo man es finden könnte.
Es sollte so ähnlich sein wie das hier:
http://www.heise.de/ct/meldung/Hot-Chips-Effizienz-statt-Taktfrequenz-bei-AMD-1677747.html
Nur halt bisschen allgemeiner und etwas mehr Text.
PS: Ich hoffe, dass ich in den richtigen Thread gepostet habe.
Danke
Christian schrieb:> PS: Ich hoffe, dass ich in den richtigen Thread gepostet habe.
Der Thread mag richtig sein, aber das Forum falsch. Die im Forum
relevanten Mikrocontroller haben nichts, was man ernsthaft als
Sprungzielvorhersage bezeichnen könnte.
> möglichst aktuell und in deutsche Sprache
Das wird hart. Ich fürchte, dass detallierte und aktuelle Information
dazu oberhalb von Studienarbeiten weitestgehend in Englisch verfasst
ist.
Für Heise ist das zu speziell. Zu wenig Interessierte.
kopfkratzer schrieb:> Kannst auch gleich mal nach TLBs suchen und AssoCaching oder so :-P
Dazu müsste man erst einmal wissen, wie TLB und AssoCaching auf Deutsch
heisst. ;-)
Apropos Deutsch: Das klingt ja doch etwas nach Informatik oder
Nachbarbereiche. Und da fährt man ohne Englisch ungefähr so weit wie mit
einem Auto ohne Räder.
Wenns dann doch Englisch sein darf: Der bereits genannte Link auf Agner
Fog ist zu empfehlen. "Brandaktuell" wird aber trotzdem schwierig, weil
die Hersteller bei Details dazu recht wenig redselig sind.
Christian schrieb:> Hallo,>> mal eine spezifische Frage, kann mir jemand Links zu "Branch> Prediction(Sprungvorhersagen) und spekulativer Befehlsausführung bei> modernen Prosessoren" geben. Die Infos sollten möglichst aktuell und in> deutsche Sprache verfügbar sein. Der Prof. hat den Tipp gegeben, dass> ich bei Heise.de nachschauen sollte. Aber da finde ich gar nichts, vor> allem aktuelleres. Eventuell kennt jemand irgendwelche ähnlich Seiten> wie Heise.de, wo man es finden könnte.>> Es sollte so ähnlich sein wie das hier:> http://www.heise.de/ct/meldung/Hot-Chips-Effizienz-statt-Taktfrequenz-bei-AMD-1677747.html> Nur halt bisschen allgemeiner und etwas mehr Text.>> PS: Ich hoffe, dass ich in den richtigen Thread gepostet habe.>> Danke
Also ich hab in google eingetragen:
Branch Prediction(Sprungvorhersagen) und spekulativer Befehlsausführung
bei
modernen Prosessoren
Erster Treffer ist dieser thread, brauchbar scheint Treffer Nr. drei zu
sein:
http://www.ra.informatik.tu-darmstadt.de/fileadmin/user_upload/Group_RA/rmp/Dynamic_Scheduling.pdf
MfG,
Christian schrieb:> Der Prof. hat den Tipp gegeben, dass> ich bei Heise.de nachschauen sollte. Aber da finde ich gar nichts, vor> allem aktuelleres. Eventuell kennt jemand irgendwelche ähnlich Seiten> wie Heise.de, wo man es finden könnte.
Also, das funktioniert bei heise so:
Du durchforstet die Artikelsuche nach Stichworten oder du schaust die
Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Hefte nach interessanten Artikel
durch.
Dann gehst du in die Unibibliothek und holst die interessanten Hefte aus
dem Regal und überfliegst die vorgewählten Artikel. Unter der Rubrik
"Prozessorgeflüster" sollte einiges zu finden sein.
Wenn Du schon mal in der Bibliothek bist, hol dir Patterson, Hennessy
"Rechnerorganisation und Rechnerentwurf". Die handeln Befehlspipeline
und Probleme damit an modernen Prozessoren recht ausführlich ab.
MfG,
Ja. Ich bin Informatik Student. Bezüglich Englisch ist schon klar. d.h.
nicht das ich es überhaupt nicht kann, nur halt bei solchen Sachen
bevorzuge ich Sprachen, die ich deutlich besser verstehen kann. Aktuell
sind das leider nur Deutsch und Russisch. An Englisch arbeite ich
gerade.
Bei Google habe ich schon mehrmals versucht, etwas passendes zu finden.
Aber es kommt ziemlich oft die veraltete Infos, die man eher in den
Bücher für die Rechnerarchitektur finden könnte.
Allg. zum Thema: Die Info soll nicht auf dem Niveau von Bachelorarbeit
sein. Es handelt es sich eher um die Prüfung im Nebenfach. Aber das
heißt nicht, dass es auf dem untersten Niveau sein sollte. Es wird
eigentlich nur ein Zuhörer sein und zwar der Prof selber. Aber ich
möchte möglichst besser bei dem Fach abschneiden.
Deswegen dachte ich mir, dass ich eine Power Point Präsentation machen
würde und Intel vs. AMD vergleiche. (Wie sie jeweils das Ganze auf ihren
aktuellen CPUs gelöst hatten). Aber es sieht nicht danach aus, dass es
so leicht wäre. Da es öfters nur steht, "ja wir haben einige Sachen bei
unseren Prozessoren verbessert. Jetzt könnten sie effizienter arbeiten
usw..." Aber wie es erreicht wurde, steht da gar nichts.
Deswegen hatte ich mich an Forum gewendet. Eventuell gibt es Leute, die
die Seiten kennen, wo es eventuell etwas ausführlicher stehen könnte. Es
ist nicht so, dass sie alles für mich finden sollten. Ich wollte halt
nur paar Tipps holen, wo ich am besten suchen sollte.
Danke
Christian schrieb:> Deswegen hatte ich mich an Forum gewendet. Eventuell gibt es Leute, die> die Seiten kennen, wo es eventuell etwas ausführlicher stehen könnte. Es> ist nicht so, dass sie alles für mich finden sollten. Ich wollte halt> nur paar Tipps holen, wo ich am besten suchen sollte.
Wenn Du Intel mit AMD vergleichen willst, dann suche nach den aktuellen
Cores Haswell und A10.
Da finden sich mehr als genügend Testberichte und PDFs mit
Blockschaltbild und Erklärungen.
Das Prinzip hat sich allerdings nicht geändert ...
Ich will sie nur an dieser Stelle vergleichen: "Branch
Prediction(Sprungvorhersagen) und spekulativer Befehlsausführung bei
modernen Prosessoren"
..,dass das Prinzip sich im Großen und Ganzen nicht verändert hat, ist
schon klar. Mich interessiert halt diese Verfeinerung bei der
Befehlsausführung und Sprungvorhersagen, die Intel oder auch AMD gemacht
hatten, um ihre CPUs zu verbessern.
Ich würde unter Umständen auch etwas runter gehen und z.ß. Intel (Sandy
Bridge) mit AMD (Bulldozer) vergleichen.
PS: Unter Sandy Bridge wollte ich eigentlich nicht gehen.
Christian schrieb:> PS: Unter Sandy Bridge wollte ich eigentlich nicht gehen.
Dummerweise gibts dazu m.W. keine belastbaren Details, zumindest nicht
vom Hersteller. Coca Cola verrät ja auch nicht deren Rezept.
Ich fürchte viel genauer als hier wirds nicht:
http://www.agner.org/optimize/microarchitecture.pdf
Warum? Weils weltweit eine Handvoll Neugierige gibt? Solches Tuning ist
Betriebsgeheimnis.
Ich hatte das vom K7 auch nicht aus AMD Dokumenten. Der MPR hatte dazu
Unfug veröffentlicht, wo auch immer er den her hatte. Ich hatte in AMDs
offiziellem Performance-Analyzer den in der Entwicklungsphase
verwendeten recht geschwätzigen Simulator entdeckt, in dem Code aus
allerlei Versuchen steckte. Das half.
Agner versucht es offenbar rein aus dem Verhalten abzuleiten. Was bei
Prediktoren mit globalem Anteil ein ziemlich anspruchsvoller Ansatz ist.
Erst recht, wenn der, wie heute häufig, hybrid arbeitet. Deshalb sind
frühe CPUs dort deutlich detaillierter aufgeführt als späte. Das Zeug
ist mittlerweile zu komplex dazu.
Manchmal geben auch Patente konkrete Information. Allerdings ist es da
nicht leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Manche enthalten recht
konkretes Material, andere irgendwelche eingestampften Ideen. In manchen
älteren AMD Patenten findet sich ein in epischer Breite beschriebener
Core, der genau zwischen K5 und K7 liegt und nie realisiert wurde.
Ok. Dann muss ich mir was einfallen lassen. Eventuell allgemeineren
Sachen aus den älteren Architekturen nehmen (sozusagen als
Grundbaustein)und dann einfach prozentual erwähnen wie es bei neuen CPUs
verbessert wurde. Solche Informationen sollten eigentlich auffindbar
sein. Das wäre wahrscheinlich die beste Lösung für meine Präsentation.
Danke an alle
A. K. schrieb:> Die im Forum> relevanten Mikrocontroller haben nichts, was man ernsthaft als> Sprungzielvorhersage bezeichnen könnte.
Noch haben sie das nicht, aber wenn man den Aussagen einiger
Protagonisten auf der Messe trauen darf, kommen in Kürze kleine
Monsterrechner mit ungeahnter Performance. Nun glaube ich zwar nicht an
den Weihnachtsmann, aber andererseits kriege ich jedes Jahr im Dezember
tolle Geschenke. Warten wir also auf den Quantensprung bei den MC.
>Ja. Leider. Aber etwas genauer hätten sie(AMD & Intel) auch erläutern>könnten.
Da steckt, in der tatsächlichen Umsetzung, wohl sehr viel Knowhow, und
geht Dich (die Konkurrenz) nichts an, drin.
Ist ja auch logisch, wenn man sich mal anschaut wo hier angesetzt wird.
Das Füllen der prefetch-queue und damit indirekt der CPU, wird ja durch
die Speicherbandbreite begrenzt. Die ganze Arbeit unnötig zu machen bzw.
zu verwerfen kostet sehr viel Zeit und kann Dir einen Vorteil gegenüber
der Konkurrenz verschaffen, selbst wenn alles andere gleich ist.
Ich habe einen Blick in meine obsolete Studienbibliothek geworfen und
ein Buch "Mikrocontroller und Mikroprozessoren" von Brinkschulte/Ungerer
gefunden und von Märtin "Rechnerarchitekturen". Beide Werke behandeln
die Sprungvorhersage. Die neuesten Mikroprozessoren werden aber nicht
beschrieben. Die Bücher sind von Anfang 2000. :-(
Bist Du sicher, daß Du hier nicht nach einer Art Betriebsgeheimnis der
Hersteller fragst? :-P
Das einzige was wirklich helfen wird, ist einen älteren CPU mit
Auflichtmikroskop und SEM auseinanderzunehmen und mithilfe
Bilderkennung/Feature Detection wieder zusammenzusetzen, analog zum
Visual6502-Simulator und dem Schaltplan von Beregnyei Balazs.
Bei den neueren (32 und 22nm) CPUs wird man wahrscheinlich selbst mit
modernen SEMs an die Auflösungsgrenze kommen, aber bei den älteren P1-P4
bis ca. 90nm könnte ich mir gut vorstellen, dass man die Stukturen mit
einem gut eingestellen älteren SEM so gut erkennen kann, dass man diese
mittels (Matlab)-Bilderkennung zu einem Schaltplan zurückverfolgen kann.
Ein weiteres Problem dürften die vielen Metall/PolySi und
SiO2-Isolationslagen sein und die Tatsache das es tricky ist, den CPU
planar zu den Layern schichtweise abzuschleifen/ätzen/ionenätzen. Eine
Alternative könnte sein, den CPU gleichmässig schichtweisse mittels
Ionenätzen/reverse sputtering abzutragen und diesen nach jeder Stufe
einmal komplett mit dem SEM einzuscannen und die Lagen dann mit
Bildbearbeitung zusammenzufügen.
Sicher ein aufwändiges Projekt, aber auch sehr interessant für all jene
die sich interessieren, wie ein moderner CPU wirklich funktioniert, da
die Si-Strukturen eines Chips Fakten und keine auf diverse Dokumente
gestützten Spekulationen über den Aufbau eines Chips sind.