Forum: Offtopic Zukunft als Elektroniker für Audiotechnik?


von Thomas S. (irfp450)


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Hallo,

ich bin derzeit auf der suche, was ich nach meinem Fachabi (wenn man das 
denn so nennen darf) mache. Studium ist nichts für mich, daher lieber 
eine Ausbildung. Da ich gerne im Bereich der analogen NF-technik arbeite 
(auch hobbymaßig) würde ich gerne z.B. bei einem Reparatur-shop für 
Verstärker und ähnlichem meine Ausbildung absolvieren. Ich weiß, dass 
ich mich ohne Studium lieber mit allem zu frieden geben sollte, aber 
wenn die Möglichkeit besteht, würde ich schon gerne den Bereich 
auswählen.

Vor einigen Jahren hatte ich bereits ein Praktikum als 
Kommunikationselektroniker für mobile Funkgeräte. Leider ist diese 
Branche am aussterben.

Daher frage ich, ob eine Ausbildung in dem Bereich der NF-Audiotechnik 
eine Zukunft hat. Auch im Hochleistungs-PA Bereich wäre ich gerne, 
allerdings geht da nichts ohne Studium und 5 Jahren Berufserfahrung 
(z.B. Crown, Monacor,...) Was meint Ihr, wie sieht das ganze in 20/30/40 
Jahren aus? Welche Möglichkeiten bestehen? Umziehen wäre kein Problem 
(deutschlandweit).


MfG
Thomas

von Lothar S. (loeti)


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> Daher frage ich, ob eine Ausbildung in dem Bereich der NF-Audiotechnik
> eine Zukunft hat.

Wohl eher nein.

Grüße Löti

von J. A. (gajk)


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Lothar S. schrieb:
>> Daher frage ich, ob eine Ausbildung in dem Bereich der
> NF-Audiotechnik
>> eine Zukunft hat.
>
> Wohl eher nein.
>
> Grüße Löti

NF-Audiotechnik: Da fallen mir deutsche Traditionsfirmen wie Burmester, 
ADAM, Gauder (ehem. Isophon) ein, nur um einige zu nennen. Die bauen 
teure Spitzengeräte und stehen auch im internationalen Vergleich sehr 
gut da.

Der Trend dürfte aber auch bei der NF-Audiotechnik in Richtung 
elektronische Steuerungen, Filter etc. gehen.

Wenn dich der Bereich wirklich interessiert, würde ich an deiner Stelle 
bei solchen Firmen mal anfragen und um einen Gesprächstermin bitten.

von Oliver S. (phetty)


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Ohne großen Aufwand bei ahnungsbefreiten Audioten vergoldete 
Telefonkabel in alten Seidenstrümpfen installieren, linksdrehende 
Netzfilterstecker einbauen und eine Mörderkohle verdienen...
Es kann eigentlich kaum was schöneres geben.

von J. A. (gajk)


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Oliver Stellebaum schrieb:
> Ohne großen Aufwand bei ahnungsbefreiten Audioten vergoldete
> Telefonkabel in alten Seidenstrümpfen installieren, linksdrehende
> Netzfilterstecker einbauen und eine Mörderkohle verdienen...
> Es kann eigentlich kaum was schöneres geben.

Hör dir die Sachen erst mal an bevor du hier wieder die ewige Leier der 
Kofferradiohörer durchnudelst.

Die Firma ADAM z. B. ist einer der führenden Ausrüster, wenn es um 
professionelle Studiotechnik geht. Da kannst du dir deinen Seidenstrumpf 
sonstwo drüberziehen, die Leute, die dort arbeiten und Ausrüstung 
kaufen, wissen schon was sie tun.

von Gerd E. (robberknight)


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Auch im professionellen Audio-Bereich geht der Trend immer mehr weg vom 
Teile individuell ausmessen und defekte Bauteile gezielt tauschen hin zu 
komplette Module tauschen. Ist einfach schneller, kann leichter vor Ort 
gemacht werden, weniger Know-How nötig und man muß keine detaillierten 
Service Manuals mehr rausgeben die der Konkurrenz einen leichten 
Einblick in die Schaltung erlauben.

Und nur Module umstecken bietet keine tolle berufliche Zukunft. Den 
Fokus aufs Reparieren halte ich daher für keine gute Idee.

Die spannenden Jobs sind dort, wo entwickelt oder etwas individuell für 
den Kunden angepasst, zusammengestellt oder in Betrieb genommen wird. 
Doch ich geh davon aus daß dafür nen Studium Voraussetzung ist.

Schau Dich mal nach für Dich interessanten Firmen um und schau Dich bei 
denen bei den Stellenanzeigen um. Oder ruf dort bei den 
Personalverantwortlichen an und frag. Die beißen normalerweise nicht.

von Wilhelm F. (Gast)


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Thomas Schlegel schrieb:

> Was meint Ihr, wie sieht das ganze in 20/30/40
> Jahren aus? Welche Möglichkeiten bestehen? Umziehen wäre kein Problem
> (deutschlandweit).

Nach Möglichkeit kein regionales Radio-Fernseh-Geschäft wählen. Da wärst 
du etwas verkehrt, die gehen schon mal Sonntags Sat-Schüsseln auf 
Hausdächern montieren, oder Photovoltaik-Teile, und das ist ja im 
Prinzip wie Baukram beim Elektriker.

Die Leute, die in solchen Klitschen die schönen Arbeiten haben, wie ein 
Gerät reparieren, das sind auch die besseren Angestellten, die sich da 
über Jahre zu der Position hoch arbeiten mußten, oder die Lieblinge des 
Chefs, und dann aber immer noch Geselle sind.

von J. A. (gajk)


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Gerd E. schrieb:

> Die spannenden Jobs sind dort, wo entwickelt oder etwas individuell für
> den Kunden angepasst, zusammengestellt oder in Betrieb genommen wird.
> Doch ich geh davon aus daß dafür nen Studium Voraussetzung ist.
>
> Schau Dich mal nach für Dich interessanten Firmen um und schau Dich bei
> denen bei den Stellenanzeigen um. Oder ruf dort bei den
> Personalverantwortlichen an und frag. Die beißen normalerweise nicht.

Seh ich auch so. Die Musik spielt bei den Herstellern, nicht beim 
0815-Service, der eh unbezahlbar ist.

Andererseits: Wir waren vor ca. 15 Jahren mal bei Loewe, im Rahmen eines 
Regionalprojektes. Unsere Fragen nach der Produktpalette und möglicher 
Konkurrenz aus Fernost wurden mit einem 
"teuer-Geräte-finden-immer-einen-Käuferkreis-wenn-sie-nur-gut-aussehen"- 
Achselzucken  abgetan.

Heute sieht man, dass man dort die Entwicklung verschlafen hat und nun 
viele Arbeitsplätze in Gefahr sind.

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