EPROM wird heiß, defekt?

OP #3622949
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Hallo zusammen,

ich habe hier eine µC-Schaltung aus den 80er Jahren, die leider nicht 
mehr funktioniert. Die Schaltung hat eine 10er Tastatur und ein 
LED-Display und sollte mal grob gesagt die eingegebene Ziffernfolge auf 
dem Display anzeigen.

Leider reagiert die Schaltung auf keinerlei Eingaben. Beim Anlegen der 
Versorgungsspannung werden willkürliche Zeichen angezeigt.

Herz der Schaltung ist ein MAB8039HL, ein 8-Bit µC ohne eigenen ROM. Das 
Programm wird aus einem MBM2732 EPROM geladen.

Meine erste Vermutung ist nun, dass das Programm im EPROM futsch ist und 
der Controller deshalb nichts mehr tut. Rund um den Controller sind nur 
noch TTL-Logikbausteine, die ich als Fehlerursache erstmal ausschließen 
würde.

Kurioserweise wird der eingesetzte EPROM aus mir unerklärlichen Gründen 
nach kurzer Zeit recht heiß. Auch die Stromaufnahme ist mit EPROM 
deutlich höher als ohne EPROM. Die Versorgungsspannung wird über einen 
7805 geregelt und ist nach Messung auch bei genau 5V.

Kann mir einer erklären, warum der EPROM so heiß wird? Und ist der nun 
hinüber? Ich würde ich gerne noch auslesen, weil ich sonst an das 
Programm nicht mehr herankomme.

Ich hab bei Ebay schon entsprechende Ersatztypen besorgt und würde den 
EPROM gerne erstmal tauschen um zu schauen, ob der "neue" dann auch heiß 
wird.

Danke und Gruß
Joachim
Gast #3622953
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Z.B. dadurch, dass es einen Konfilikt auf dem Datenbus gibt. 
Microcontroller gibt z.B. 0xFF auf dem Datenbus aus, während am 
Addressbus eine Adresse anliegt, an welcher ein 0x00 auf dem EPROM 
steht. Das gibt dann zwangsweise Kurzschluss, was eine oder beide Teile 
heiss werden lässt.

Kann aber auch sein, das dein Board mal heftig Überspannung gekriegt hat 
und daduch mehrere Teile hin sind. Dann werden erfahrungsgemäss auch nur 
ein paar Teile heiss, und zwar jene die sich mit einem Kurzschluss 
verabschiedet haben.
Gast #3622964
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> Kann mir einer erklären, warum der EPROM so heiß wird?

Weil es kaputt ist.

> Und ist der nun hinüber?

Ja.

> Ich hab bei Ebay* schon entsprechende Ersatztypen besorgt
> und würde den EPROM gerne erstmal tauschen um zu schauen,
> ob der "neue" dann auch heiß wird.

Ich haette es ja einfacher gefunden mal nach der erlaubten 
Leistungsaufnahme im Datenblatt zu schauen, aber jeder wie er mag.

Olaf
#3622965
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Tomate schrieb:
> Z.B. dadurch, dass es einen Konfilikt auf dem Datenbus gibt.
> Microcontroller gibt z.B. 0xFF auf dem Datenbus aus, während am
> Addressbus eine Adresse anliegt, an welcher ein 0x00 auf dem EPROM
> steht. Das gibt dann zwangsweise Kurzschluss, was eine oder beide Teile
> heiss werden lässt.
Blödsinn.
Wenn der Controller auf den Bus schreibt ist /PSEN high und das EPROM 
abgeschaltet.

Das Gerät ist nach 30 Jahren einfach kaputt. Irgendwann muß jeder dran 
glauben.

mfg.
#3622972
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Hi, nach ca. 30 Jahren Lagerzeit sind gesockelte ICs gern mal an den 
Anschlüssen korrodiert. D.h. der/die Fehler können irgendwo liegen, 
falls du gesockelte IC verbaut hast.

Aber auch sonst kann in dem alten Aufbau alles mögliche defekt sein.
Ich würde versuchen, das EPROM über eine als funktionierend getestete 
Umgebung auszulesen, z.b. ein funktionierendes Programmiergerät oder 
eine mal eben kurz aufgebaute µC-Schaltung.

Aber selbst wenn du damit was auslesen kannst, dann muss das nicht 
unbedingt der originale Inhalt sein, ich glaube die garantierte data 
retention time von diesen alten EPROMs lag irgendwo bei 10+ Jahren, 
vorausgesetzt, der Chip war von UV-Licht abgeschirmt.

Gruss, Rainer
Gast #3623010
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>Wenn der Controller auf den Bus schreibt ist /PSEN high und das EPROM
>abgeschaltet.
Aber nur bei einem korrekt funktionierenden System. Wenn es Probleme mit 
Timing (gealterte Elkos), korrodierte Pins, kaputte uCs, EPROMs oder 
RAM-Chips oder eine geleaktes EPROM hat und dadurch ungültige Befehle 
ausgeführt werden, bekommt man schnell mal Konflikte auf dem Bus, weiss 
das aus Erfahrung.

Letzendlich wird dem OP nur ein Logikanalysator oder systematisches 
Wechseln der Komponenten helfen.

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