Vierleitermessung

Gast #3629348
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Hallo,
das Bild von Wikipedia zeigt eine Vierleitermessung.
Als Erklärung steht da:

Wenn bei der Vierleitermessung der Strom durch den Spannungsmesser 
vernachlässigbar klein ist, was in guter Näherung durch den sehr großen 
und im Idealfall unendlich hohen Innenwiderstand des Spannungsmessers 
erfüllt ist, gilt:
Iu << I

Wie kann man denn Spannung messen wenn der Strom der durch das Messgerät 
fließt 0A ist (im Idealfall)?

Wie funktioniert denn so ein Messgerät allgemein? Ich habe immer gedacht 
durch den fließenden Strom und dem bekannten Innenwiderstand wird die 
Spannung ausgerechnet, aber dann wäre die Spannung ja nur vom 
Innenwiderstand abhängig.

Ich stehe gerade auf dem Schlauch.

Danke :)
Angehängte Dateien:
Gast #3629370
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sandmann schrieb:

> Wie kann man denn Spannung messen wenn der Strom der
> durch das Messgerät fließt 0A ist (im Idealfall)?

Wie kann man den Wasserdruck messen, wenn kein Wasser
fließt?

Wie kann man den Luftdruck messen, wenn kein Wind ist?

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? :)
Gast #3629410
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@sandmann

So dumm ist die Frage gar nicht.
Früher zur Zeit der Zeigerinstrumente benötigte nahezu jedes Messgerät 
Strom um einen Zeigerausschlag zu erzeugen, denn der Strom ist die 
Ursache für das Magnetfeld. Um mit solch einem Instrument Spannung 
messen zu können, musste man die Wicklung extrem hochohmig auslegen 
(also dünner Draht und viele Windungen) um einen Spannungsmesser (der in 
wirklichkeit ein vesteckter Strommesser war) zu realisieren. Heute 
verwendet man wie schon gesagt AD-Wandler oder einfach Messverstärker um 
dann ein Zeigerinstrument oder ein sonsiges Anzeigeinstrument 
anszusteuern. Diese Geräte habe aber immer eine Hilfsenergie (Batterie, 
Netz) die die heute nahezu verlustlose Spannungsmessung ermöglichen.

Gruß

Transi
#3629414
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Gemessen werden soll der Widerstand mithilfe des Stroms I aus der 
Stromquelle.

Diese Stromquelle soll eine möglichst genauen Strom liefern, von z.B. 1 
A

Dann wird je mOhm des Widerstands 1 mV Spannung entstehen.

Ein übliches Digital-Wandlermodul zeigt dann zwar mV an, aber wegen der 
1A-Stromquelle weiß man dann genau den Wert des Widerstands in mOhm.

Der Eingangsstrom des Spannungsmessgeräts IU ist hier nur als Störgröße 
erörtert. Die Bedingung, dass er wesentlich kleiner ist als der 
"Teststrom" ist im Allgemeinen sehr gut erfüllt.
Gast #3629462
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sandmann schrieb:

> Ja ok,
> gibt Sinn.
> Wie wird die Spannungsmessung dann technisch umgesetzt?

Die Standardmethode heutzutage ist eine Spannungs-Zeit-Umsetzung.
Stichworte zum Suchen sind: Integrierender Umsetzer, Dual-Slope-
Verfahren (=Zweiflankenumsetzer), indirekter Umsetzer, Umsetzer
mit Zwischengröße.

sandmann schrieb:
> Wie funktioniert denn so ein Messgerät allgemein? Ich habe
> immer gedacht durch den fließenden Strom und dem bekannten
> Innenwiderstand wird die Spannung ausgerechnet, aber dann
> wäre die Spannung ja nur vom Innenwiderstand abhängig.

... und vom Strom, ja. - Auf die von Dir beschriebene Weise
baut man heute einen Strommesser.

Deine Frage wird dadurch kompliziert, dass Du unterscheiden musst
zwischen dem, was das Messgerät anzeigt, und dem, was es intern
tatsächlich misst.

Früher, in der "guten alten Zeit", als man noch richtige Drehspul-
instrumente mit Zeiger verwendet hat, war die echte interne
Messgröße der Strom. Nur der Strom kann über sein Magnetfeld
den Zeiger auslenken.
Um einen Spannungsmesser zu bauen, hat man einen genau bekannten,
großen Vorwiderstand in Reihe vor das Messwerk geschaltet. Dieser
Vorwiderstand macht dann aus der Mess-Spannung von z.B. 10V einen
Strom von z.B. genau 100µA. Das Messwerk misst in Wahrheit im
Innern immer noch den Stom - aber auf der Skala aufgedruckt ist
"10V". Durch den bekannten Vorwiderstand sind Strom und Spannung
genau proportional. - Diese Drehspulinstrumente benötigen daher
auch zur Spannungsmessung (!) einen bestimmen Strom; sie belasten
das Messobjekt etwas.
Drehspulinstrumente sind Strommesser, die man aber mit Tricks auf
Spannung umskalieren kann.

Heute macht man das anders. Die Technik der integrierten
Schaltkreise (ICs) macht es möglich, dass man preiswerte
und gleichzeitig genaue Spannungsmesser bauen kann.
( Intern vergleichen diese ICs eigentlich zwei Zeiten, die
zur Eingangs- und zur Referenzzspannung genau proportional
sind, aber das soll jetzt mal nicht interessieren.)
Einer der großen Vorteile der integrierten Wandler liegt
darin, dass sie durch Impedanzwandlerstufen sehr hohe Eingangs-
widerstände erreichen und dadurch das Messobjekt viel weniger
belasten als ein klassisches Drehspulinstrument. - Im Prinzip
ist aber richtig: Ein winzig kleiner Mess-Strom fließt dennoch,
ja. Das ist so. Für sehr viele praktische Zwecke ist das aber
zu vernachlässigen.

Die Strommessbereiche an Digitalmultimetern funktionieren genau
so, wie Du es oben beschrieben hast: Man schickt den Strom durch
einen Parallelwiderstand (den Shunt) und misst den Spannungsabfall.
Ein ähnlicher Trick wie beim Drehspulinstrument - nur andersherum:
Man nimmt einen Spannungsmesser und skaliert ihn auf Strom um.

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