Für eine u.a. batteriegetriebene Schaltung die so im Bereich 4-15 Volt
arbeiten können sollte, brauche ich eine Referenzspannung. Wegen der
Batterie soll sie natürlich extrem wenig Strom verbrauchen. Außerdem
soll sie sehr kostengünstig sein.
Als erstes hatte ich es mit einer Diode in Durchlassrichtung versucht.
Den niedrigen Strom von ca. 50 Mikroampere mochte die Diode nicht so
gern. Sie reagierte sehr heftig auf Temperaturschwankungen und auf
Schwankungen in der Spannungsversorgung und driftete auch sonst recht
wild. Zuviel für mich, auch wenn die Anforderungen nicht sehr hoch sind.
Nun habe ich eine Z-Diode eingesetzt. Diese mag natürlich genausowenig
diesen niedrigen Strom und reagierte darauf mit einer Spannung von ca.
1,35 Volt statt ihr nominellen Zenerspannung von 2,7 Volt.
Allerdings war sie bzgl. Drift und Temperaturdrift sehr angenehm,
insbesondere weil ihr Temperaturdrift sich mit dem nachgeschalteten
Transistor so etwa grob ausglich.
Nicht, daß ich hohe Temperaturen durch die Schaltung habe, es geht nur
um passablen Betriebsbereich.
Jedenfalls mache ich mir etwas Sorgen, wegen der doch sehr abweichenden
Zenerspannung (1,35 Volt statt 2,7 Volt). Habe auch noch keine
Bauteilstreuungen untersucht.
Die Anforderungen sind ansonsten gering. Der Betrag der Referenzspannung
selbst ist mir eigentlich so mehr oder weniger egal, ob es nun 0,4 Volt
/ 1,35 Volt oder 2,7 Volt sind, ist Nebensache. Ich passe dann einfach
einen Widerstand an anderer Stelle an. Aber es sollte idealerweise +/-
5% genau sein, wenn wir mal von einer +/- 2% Zenerdiode ausgehen. Den
Genauigkeitsverlust nehme ich gerne hin, wenn es nicht viel Strom
verbaucht. Die gesamte Schaltung verbraucht gerade mal 1 mA im Betrieb
(davon 50 uA durch die Referenzspannung), da will ich nicht noch 5 oder
10 mA durch die Z-Diode jagen.
Die Schaltung ist also wie folgt: Spannungsteiler an Betriebsspannung
(Batterie: 4,5 Volt oder 9 Volt oder 12 Volt +/-20%) mit eben der 2,7
Volt Zenerdiode (oder 3 / 3,3 ist auch egal) und einem 100KOhm
Widerstand (1% genau). Die Spannung an der Diode wird abgegriffen mit
einem "Impedanzwandler", will heißen es gibt praktisch gesehen nur eine
geringe Strombelastung.
Die Zenerdiode war eine BZX83 (wird aber später eine 2% SMD-Ausführung
sein)
Der Widerstand: Metallfilm 100 KOhm, 1%, 0,6 Watt, 25 ppm Tc (später SMD
0603, 1%, 0,1 Watt, Tc=100 ppm)
Oder sollte ich es nochmal mit zwei oder mehr normalen Dioden in
Durchflußrichtung versuchen, parallel oder seriell?
Ich meine wegen dem niedrigen Strom bin ich im U/I-Kennlinienfeld bei
der Diode in einem Bereich mit relativ starker Steigung, daher die
starken Schwankungen. Wie ist das bei der Z-Diode? Sie scheint mir weit
weniger Steigung in diesem Niedrigstrombereich zu haben, oder täusche
ich mich?
Ist die BZX83 nur so "gutmütig" oder gilt das eher allgemein?
Was meint ihr dazu, eine Zenerdiode mit so wenig Strom zu betreiben,
bzw. habt ihr da Erfahrungen damit?
Frank schrieb:> Oder sollte ich es nochmal mit zwei oder mehr normalen Dioden in> Durchflußrichtung versuchen, parallel oder seriell?
Sowas ist bei den Strömen am ungenauesten. Könntest stattdessen eine LED
als Referenz nehmen, z.B. eine low-current. Dürfte besser und sehr
billig sein, bleibt aber auch Pfusch. Wurde früher gern mal so genutzt.
Die LED muss natürlich in Durchlassrichtung, also ganz normal betrieben
werden.
Es gibt etliche Referenzen mit z.B. 10µA Minimalstrom. Dazu kann man nur
raten. Falls sowas zu teuer ist, suche nach Zener/LEDs/Dioden usw. mit
der kleinstmöglichen nominellen Verlustleistung/Strom/Baugröße.
Z.B. eine (alte) Ref25Z, die macht ab 60 uA stabile 2,5V , und wird
standardmäßig mit 1% Toleranz geliefert (erspart dem TE evtl. den
Abgleich der restlichen schaltung).
Frank schrieb:> Was meint ihr dazu, eine Zenerdiode mit so wenig Strom zu betreiben,> bzw. habt ihr da Erfahrungen damit?
Z-Dioden sind bei 5-7V Nennspannung erst richtig gut (Übergang vom Zener
zum Avalache-Effekt). Dort ist auch der dynamische Innenwiderstand am
geringsten (so 10 Ohm) und außerdem der Temperaturkoeffizient am
niedrigsten.
Z-Dioden bis etwa 2.7V sind in Wirklichkeit meistens mehrere normale
Dioden in Reihe geschaltet. (Läßt sich mit Diodentester messen -> keine
0.7V in "Vorwärtsrichtung" vorhanden).
Ich würde eine LM385 Bandgap-Referenz verwenden.
Die ist explizit für Batterieanwendungen konzipiert.
Weitere Einsparungen an Strom lassen sich auch getakteten Betrieb
erreichen.
siehe Batteriewächter
Gruß Anja
Also erstmal Danke für die bisherigen Kommentare.
Der LT1389 wäre technisch super, aber totaler Overkill (+/- 0,05%).
Allein dieses Bauteil würde ein mehrfaches der restlichen Schaltung
kosten.
@0815
Das mit der LED klingt sehr interessant, das werde ich mal testen.
@Andrew Taylor
Die Ref25 wird nicht mehr hergestellt und kann ich deshalb nicht
verwenden.
Gut die BZX83 auch nicht, aber die wird durch einen genaueren Typ (+/-2%
ersetzt).
@Anja
Ein guter Vorschlag. Der LM385 wäre zwar recht teuer im Vergleich zu
einer Z-Diode, aber von den Referenzen noch recht günstig.
>"Z-Dioden bis etwa 2.7V sind in Wirklichkeit meistens mehrere normale>Dioden in Reihe geschaltet. (Läßt sich mit Diodentester messen -> keine>0.7V in "Vorwärtsrichtung" vorhanden)."
Das glaube ich nicht, sie verhielt sich doch anders. Das andere
Verhalten könnte theoretisch natürlich die Reihenschaltung sein, aber
ich bezweifle das. Hast Du dafür Quellen, oder einen Versuch mit dem man
das prüfen könnte? Allein die Umkehr des Temperaturkoeffizienten vermag
mich nicht zu überzeugen.
@Allgemein
Die Schaltung muß nicht abgeglichen werden. Die nachfolgende Schaltung
tut auch nichts zur Sache, es geht um die Fragestellung, ob man in einem
Spannungsteiler mit niedrigem Strom eine Z-Diode zur Kompensation
unterschiedlicher Betriebsspannung einsetzen kann, auch wenn ihr
Spannungswert dann stark von der Nennspannung abweicht. Es geht auch um
Alternativlösungen. Dies ist ein allgemeines Problem und von der
nachfolgenden Schaltung nur insofern abhängig, daß die
Genauigkeitsanforderungen klein sind und es kostengünstig sein soll. Die
Vorschläge LED und LM385 passen ja dazu.
Der Vorschlag LT1389 passt zwar nicht für mich, aber vielleicht für
andere Interessierte, die es extrem genau brauchen.
Eine Niedrigstrom-LED muß ich erst noch bestellen, ebenso wie den LM385.
Habe gedacht, ich hätte einen LM385 rumliegen, aber dem war nicht so.
Ich werde es mal mit einer normalen LED versuchen.
Ich habe jetzt alles vermessen mit sehr interessanten Ergebnissen.
Folgende Bauteile wurden jeweils mit einem 1% 100KOhm Tc=25ppm
Widerstand vermessen:
1N4448 -> Flußrichtung
BZX83 2,7 Volt -> Sperrrichtung
LED rot -> Flußrichtung
(Kingbright oder Liteon, weiß ich grad nicht mehr genau, jedenfalls eine
Standard-5mm LED)
Erwartungsgemäß regelt die Z-Diode mit Abstand am besten, die Spannung
ist supersauber und driftet nur sehr langsam in extrem kleinem Bereich.
Die LED driftet merklich hin und her, aber akzeptabel. Die Diode driftet
wie irre innerhalb weniger Sekunden. Das war ja der Grund mich für die
Z-Diode zu entscheiden.
Jetzt zum Temperaturdrift. Hier liegt die LED mit Abstand vorne, gefolgt
von Z-Diode und wiederum dem Schlußlicht der normalen Diode. Allerdings
kann das Gehäuse der LED auch zum Vorteil beim Temperaturdrift geführt
haben und ich habe einfach zu kurz geheizt für den thermischen
Widerstand der LED.
Jetzt aber der Knaller: Der Einfluß des Durchflußstromes durch die
Betriebsspannung. In den Bildern die Stufen sind jeweils Schritte von 1
Volt von jeweils ca. 4,5 Volt bis 15 Volt.
Ergebnis dazu:
Diode 1N4448: +/- 7%
ZD-Diode BZX83: +/- 10%
LED rot (Typ unbekannt): +/- 2,6% (!)
Zu den Anhängen: Die Bilder zeigen den Spannungsverlauf. In den eher
"horizontalen Phasen" der Kurve wurde nichts gemacht, das Bauelement
driftete eben mehr oder weniger vor sich hin. Die vertikalen Sprünge
sind jeweils ein Schritt der Betriebsspannung von ca. 1 Volt im Bereich
4,5 Volt bis 15 Volt. Am Ende des jeweiligen Diagramms ist der
Temperaturdrift bei Erwärmung zu sehen.
Im Prinzip könnte ich alle drei Lösungen verwenden. Die Diode wäre die
billigste, die Z-Diode die stabilste, aber da sollte ich wohl noch 50
Mikroampere draufgeben und eine genauere nehmen (was ja eh geplant war)
und die LED wäre die genaueste bzgl. Betriebsspannung.
Blieben da noch die Streuungen innerhalb der Baureihe, aber das kann ich
jetzt nicht auf die schnelle messen. Ja eigentlich war das mein
wichtigster Punkt ...
So hab den Typ der LED in den Bestellunterlagen nachgesehen, sollte eine
Kingbright L-53ID sein.
Anbei noch ein Bild der "Eigendrift" der LED, also ohne
Betriebsänderung. Theoretisch könnte auch mein Netzteil beteiligt sein,
aber die Z-Diode driftet bei gleichem Netzteil nicht so stark.
Onkel Dittmeyer schrieb:> LM4040 - Kostet in kleinen Stückzählen ~0,50 EUR.> 75 µA reichen zum Betrieb, TK ist ~150ppm/°C und 1% Präzision hat sie> auch.
Danke. Ist auf den ersten Blick mit ca. 0,16 Cent ein klein bißchen
günstiger als die LM385 mit ca. 0,17 Cent (in Stückzahlen). Immer gut
Alternativen zu haben.
1% Genauigkeit brauche ich zwar nicht, aber andere sicherlich. Und
preislich zwar für meine Anwendung am Limit, aber überlegenswert.
Frank schrieb:> Jetzt aber der Knaller: Der Einfluß des Durchflußstromes durch die> Betriebsspannung. In den Bildern die Stufen sind jeweils Schritte von 1> Volt von jeweils ca. 4,5 Volt bis 15 Volt.>> Ergebnis dazu:> Diode 1N4448: +/- 7%> ZD-Diode BZX83: +/- 10%> LED rot (Typ unbekannt): +/- 2,6% (!)
Diese hohen Spannungsunterschiede entstehen, weil all diese Bauteile
noch weit unterhalb ihres üblichen Stroms betrieben werden. Daher der
Ansatz, entweder eine LED oder eine Zener mit dem kleinstmöglichen
Nennstrom zu suchen.
Die 1N4148 hat beispielsweise 100mA, und ist damit ein "riesiges"
Bauteil im Vergleich zur low-current-LED...
Frank schrieb:> Erwartungsgemäß regelt die Z-Diode mit Abstand am besten, die Spannung> ist supersauber und driftet nur sehr langsam in extrem kleinem Bereich.> Die LED driftet merklich hin und her, aber akzeptabel. Die Diode driftet> wie irre innerhalb weniger Sekunden. Das war ja der Grund mich für die> Z-Diode zu entscheiden.
WAS für eine Drift soll das denn sein, wenn nicht temperaturabhängig?
Exemplarstreuungen? Betreibe ich egal was als Referenz, und halte Strom
und Temnperatur gleich, so gibt es eigentlich nur noch
Alterungserscheinungen (alle 1000 Jahre mal messen ;-)
Bei Diode und LED könnten noch Lichtänderungen einen Einfluss haben,
ggf. einfach mal die Gehäuse schwärzen.
Denke dran, dass manche LEDs und Glasdioden lichtempfindlich sind
und Dich aus diesem Grund bei µA-Messungen narren können.
Eine LED (es geht fast jede, (testen))
eignet sich ganz gut für ne µPower Ref, die nicht hypergenau sein muss.
Die LED funktioniert (meist) auch noch bei 1µA und weniger.
Den TC von ca. -2mV/°C kann man weitgehend kompensieren,
indem man nen Emitterfolger (mit großem Arbeitswiderstand) nachschaltet.
Die Ube des Emitterfolgers hat ja ebenfalls ca. -2mV/°C.
Ein TC von 0,05%/°C ist gut erreichbar.
Der Emitterfolger wirkt ausserdem als Impedanzwandler.
@Achim
Auch an Dich Danke, wäre eine Lösung mit noch kleineren Strömen.
Interessant für eine Ultra Low Power Version.
Habe gerade nochmal mit dem doppelten Strom gemessen. Ich habe dazu den
Widerstand von 100 KOhm auf 51 KOhm geändert.
Ergebnis:
Diode 1N4448: +/- 6,25%
Eine kleine Verbesserung.
ZD BZX32: +/- 10% wie zuvor
Interessant. Keine Veränderung und die BZX83 ist nominell +/-10% genau.
Ich muß mal genauere Z-Dioden besorgen, ein höherer Strom scheint der
Z-Diode was die relative Abweichung anbelangt fast vollkommen egal zu
sein. Die durchschnittliche Spannung stieg auf ca. 1,65 Volt dabei.
LED Kingbright rot: +/- 2%
Die LED reagiert ebenfalls mit einer etwas höheren Genauigkeit.
Die LED drängt sich da irgendwie auf.
Mal sehen, wie die LED auf noch weniger Strom reagiert:
Nun mit 470 KOhm, also ca. 1/5 des Stromes, so ca. 10 uA bei 5 Volt:
Oh ja: +/- 4,8% Abweichung, aber das bei dem kleinen Strom und wie
gesagt, mit +/-5% bin ich zufrieden. Ich glaube die LED ist der
Gewinner, auch wenn ich ihren Drift etwas unschön finde, aber dafür ist
sie sehr tolerant bzgl. der Betriebsspannung. Und sie driftet auch bei
weitem nicht so schlimm, wie eine normale Diode.
Ein Dankeschön an 0815 für den LED-Vorschlag. Und das war noch nicht mal
eine Niedrigstrom-LED.
@0815
Es ist eine 1N4448, aber hat natürlich auch 75 oder 100 mA (weiß gerade
den Wert nicht, glaube 75 mA).
Ja der Drift ist wohl Temperatur + Rauschen + Störungen +
Netzteilschwankungen + .... Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen,
daß ich nichts an der Schaltung mache, außer messen.
@RoJoe
Für +/-5 % scheint das Limit wohl bei 10 Mikroampere bei dieser LED zu
liegen. Bei ca. 100 Mikroampere bekommt man +/- 2 % Genauigkeit.
Vielleicht kommt man mit Niedrigstrom-LEDs auf 1 Mikroampere.
Die LED ist eine verhältnismäßig leuchtstarke, vielleicht 2-3 mal heller
als die einfachste.
Wenn man genau hinsieht leuchtet sie auch ein wenig, selbst bei den
kleinen Strömen.
Ich werde mal ein paar Niedrigstrom-LEDs bestellen, aber das dauert ein
bißchen.
RoJoe schrieb:> Denke dran, dass manche LEDs und Glasdioden lichtempfindlich sind> und Dich aus diesem Grund bei µA-Messungen narren können.
Mag sein, ich glaube das wenigste stammt vom Licht. Sie ist ja auch viel
besser als die Diode.
> Eine LED (es geht fast jede, (testen))> eignet sich ganz gut für ne µPower Ref, die nicht hypergenau sein muss.> Die LED funktioniert (meist) auch noch bei 1µA und weniger.> Den TC von ca. -2mV/°C kann man weitgehend kompensieren,> indem man nen Emitterfolger (mit großem Arbeitswiderstand) nachschaltet.> Die Ube des Emitterfolgers hat ja ebenfalls ca. -2mV/°C.> Ein TC von 0,05%/°C ist gut erreichbar.> Der Emitterfolger wirkt ausserdem als Impedanzwandler.
Ich habe ja schon am Anfang geschrieben, daß später noch ein Transistor
folgt (Impedanzwandler), durch den ich eine gewisse
Temperaturkompensation bekomme, habe dazu auch eine Messaufnahme. Es
funktioniert aber nicht so gut wie man denkt, weil der Transistor erst
später reagiert als die Diode. Die Gehäuseabweichungen sind da eben ein
Problem.
Man bekommt da zunächst Ausreißer, die erst etwas später wieder zum Teil
kompensiert werden, wegen der unterschiedlichen thermischen Widerstände.
Ein Verlust an Genauigkeit bekommt man darüber hinaus noch durch den
größeren Temperaturgradienten, man sollte die also möglichst thermisch
auf der Platine koppeln, oder wenigstens eng zusammenlegen um das zu
reduzieren.
Die geringen Temperaturkoeffizienten bekommt man also nur, wenn beides
im gleichen Gehäuse ist, wie bei den Spannungsreferenzen.
Aber natürlich ist es besser als ohne Temperaturkompensation.
Frank schrieb:> Sie reagierte sehr heftig auf Temperaturschwankungen
Das sind die für alle normalen Dioden geltenden ca. 2mV pro Grad.
Die wirken sich bei einer niedrigeren Durchlassspannung prozentual
natürlich stärker aus als bei der höheren von LEDs. Z-Dioden haben
andere TKs, siehe Datenblatt.
> Sie reagierte sehr heftig auf Schwankungen in der Spannungs-> versorgung
Das verhindert man normalerweise, indem man die Referenz mit
einer Konstantstromquelle betreibt.
> Was meint ihr dazu, eine Zenerdiode mit so wenig Strom zu betreiben,> bzw. habt ihr da Erfahrungen damit?
Erfahrungsgemäß ist der differentielle Widerstand bei Z-Dioden
deutlich grösser als bei LEDs mit gleicher Spannung.
Gruss
Harald
gk schrieb:> Keine Ahnung was Du vor hast, aber vielleicht suchst du ja sowas:>> ICL7665>> gk
Nein, das ist ein Niedrigstromkomparator mit eingebauter Referenz. Der
niedrige Stromverbrauch ist sehr nett, der Preis aber nicht. Und eine
Ausgangsspannung liefert er ebenfalls nicht. Dieser IC hat ja auch einen
gänzlich anderen Anwendungszweck. In dieser Preisklasse bekommt man
schon die extrem präzise LT1389, die hier schon vorgeschlagen wurde.
Wenn die Batterie leer ist, ist sie eben leer, das bekommt der Benutzer
schon mit, weil dann die Schaltung nicht mehr funktioniert.
Harald Wilhelms schrieb:> Frank schrieb:>>> Sie reagierte sehr heftig auf Temperaturschwankungen> Das sind die für alle normalen Dioden geltenden ca. 2mV pro Grad.> Die wirken sich bei einer niedrigeren Durchlassspannung prozentual> natürlich stärker aus als bei der höheren von LEDs. Z-Dioden haben> andere TKs, siehe Datenblatt.
Die LED profitiert wohl auch vom höheren thermischen Widerstand.
>> Sie reagierte sehr heftig auf Schwankungen in der Spannungs->> versorgung> Das verhindert man normalerweise, indem man die Referenz mit> einer Konstantstromquelle betreibt.
Ja nur braucht man dafür erst einmal eine Referenzspannung, womit wir
wieder beim Thema sind.
>> Was meint ihr dazu, eine Zenerdiode mit so wenig Strom zu betreiben,>> bzw. habt ihr da Erfahrungen damit?>> Erfahrungsgemäß ist der differentielle Widerstand bei Z-Dioden> deutlich grösser als bei LEDs mit gleicher Spannung.> Gruss> Harald
Das kann ich für kleine Ströme bestätigen (siehe Messungen oben).
Zumindest für den Niedrigstrombereich, denn die LED liegt da
interessanterweise bereits in ihrem Bereich mit kleinem differentiellen
Widerstand, die Zenerdiode ist erst "auf dem Weg" dahin (also weit unter
ihrer Nennspannung). Bei Nennströmen wird es sehr auf das jeweilige
Baumuster ankommen. Die normalen Dioden holen bei Nennströmen ebenfalls
auf. Die Zenerdiode spielt ihre Stärken dann bei hohen Strömen aus, kann
ja im Vergleich zu einer LED ganz ordentlich liefern. Eine LED ist also
nicht in jedem Fall einer Zenerdiode vorzuziehen.
Man muß eben sehen, auf was es einem ankommt, Eingangsspannungsregelung,
Drift, Lastregelung, Rauschen.
Der differentielle Widerstand der LED ist also nicht per se besser
sondern nur in einem theoretisch beliebigen Strombereich gleich, weil er
vom Wirkungsquantum abhängt.
Alle anderen Dioden starten mit einem sehr schlechten differentiellen
Widerstand, der aber immer geringer wird, je größer die Ströme sind.
Interessant wäre übrigens auch eine simple Bandlückenreferenz diskret
aufzubauen (statt einer fertigen).
Frank schrieb:>> Das verhindert man normalerweise, indem man die Referenz mit>> einer Konstantstromquelle betreibt.> Ja nur braucht man dafür erst einmal eine Referenzspannung, womit wir> wieder beim Thema sind.
Im Prinzip ja, praktisch aber nicht. Die Referenz vieler KSQs ist eine
Basis-Emitterstrecke. Ist zwar grottig, aber um Längen besser als ein
reiner Vorwiderstand.
Und nun habe ich nochmal bei ca. Nennströmen gemessen. Widerstand war 1
KOhm, somit der Strom ca. 5 mA und größer.
Die Abweichungen in diesem Fall:
Diode 1N4448: +/- 5,2%
LED rot: +/- 5,7%
BZX83: +/- 11%
Sehr interessant. Die Diode ist jetzt besser als die LED.
Die Diode wurde genauer und LED/Zener ungenauer. Nicht unbedingt, was
man nach Studium der Kennlinien erwarten würde.
Um Auszuschließen, daß die Zenerdiode einfach nur schlecht ist habe ich
sie durch eine BZX85 ersetzt.
Ergebnis bei 1 KOhm:
BZX85: +/- 10%
Irgendwie scheint die Zenerdiode egal welchen Typs und bei welchem Strom
einen Fehler von +/-10% bei dem gegebenen Eingangsspannungshub
aufzuweisen.
Der Vorteil der Zenerdiode und wohl ihr Einsatzgebiet ist die
Lastregelung und der geringe Drift bei konstanter Versorgungsspannung.
Die LED ist anscheinend sehr gut für Eingangsspannungsregelung bis 2%
bei geeignetem Strom.
Und die normale Diode ist mit der LED zu vergleichen nur, daß sie höhere
Ströme mag/braucht, als die LED.
Frank schrieb:>> Das verhindert man normalerweise, indem man die Referenz mit>> einer Konstantstromquelle betreibt.> Ja nur braucht man dafür erst einmal eine Referenzspannung, womit wir> wieder beim Thema sind.
Nein, da reicht eine Einfach KSQ, bestehend aus LED, Transistor,
und zwei Widerständen völlig aus. Selbst ein Fet plus Widerstand
wird vermutlich reichen.
> Interessant wäre übrigens auch eine simple Bandlückenreferenz diskret> aufzubauen (statt einer fertigen).
Wohl kaum, da man die genaue Übereinstimmung von zwei Bauelementen
nur auf ICs hinbekommt.
Gruss
Harald
Eine weitere Möglichkeit wäre ggf. noch eine JFET mit einem Widerstand
als Stromquelle. Es gibt da einen Widerstandswert wo der TK recht klein
wird. Allerdings ist der Strom bei den meisten JFETs eher im mA Bereich.
Ein erster versuch wäre ggf. ein 2N5460 (sollte bei etwa 150 µA ganz gut
gehen - der passende Widerstand (und damit die Spannung) ist aber stark
vom Exemplar abhängig.
Frank schrieb:> Interessant wäre übrigens auch eine simple Bandlückenreferenz diskret> aufzubauen (statt einer fertigen).Harald Wilhelms schrieb:> da man die genaue Übereinstimmung von zwei Bauelementen> nur auf ICs hinbekommt.
Mach mal ein Vor-Experiment, das schneller aufgebaut ist:
Einen Differenzverstärker mit gleichen Widerständen
in den Kollektorleitungen.
Dann miss die Spannung zwischen den Kollektoren.
Offset-Balance bekommst Du hin, indem Du eine der Basen mit einem
Spannungsteiler, zB. 1000:1, über ein an +/- Ub angeschlossenes Poti
justierst.
Dann puste mal leicht gegen die Transistoren...
Es gibt übrigens auch Festspannungregler, die MCP 170x-Reihe,
mit nur 2µA Eigenstromverbrauch:
MCP 1702-3002 3,0 V
MCP 1702-3302 3,3 V
MCP 1702-5002 5,0 V
Bei Reich..t ca. 0,50 €
0815 schrieb:> Frank schrieb:>>> Das verhindert man normalerweise, indem man die Referenz mit>>> einer Konstantstromquelle betreibt.>> Ja nur braucht man dafür erst einmal eine Referenzspannung, womit wir>> wieder beim Thema sind.>> Im Prinzip ja, praktisch aber nicht. Die Referenz vieler KSQs ist eine> Basis-Emitterstrecke. Ist zwar grottig, aber um Längen besser als ein> reiner Vorwiderstand.
Interessanter Ansatz, Du meinst wohl diese Schaltung:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/26/UBE-Referenzstromquelle.svg.
Werde ich vielleicht morgen ausprobieren. Man braucht ja eigentlich nur
zwei Transistoren dafür. Mal sehen wie das bei niedrigen Strömen
funktioniert.
Harald Wilhelms schrieb:> Frank schrieb:>>>> Das verhindert man normalerweise, indem man die Referenz mit>>> einer Konstantstromquelle betreibt.>> Ja nur braucht man dafür erst einmal eine Referenzspannung, womit wir>> wieder beim Thema sind.>> Nein, da reicht eine Einfach KSQ, bestehend aus LED, Transistor,> und zwei Widerständen völlig aus. Selbst ein Fet plus Widerstand> wird vermutlich reichen.
Die LED ist ja die Spannungsreferenz dabei.
>> Interessant wäre übrigens auch eine simple Bandlückenreferenz diskret>> aufzubauen (statt einer fertigen).>> Wohl kaum, da man die genaue Übereinstimmung von zwei Bauelementen> nur auf ICs hinbekommt.> Gruss> Harald
Ja, aber vielleicht reicht es für bescheidene Anforderungen.
Ulrich H. schrieb:> Eine weitere Möglichkeit wäre ggf. noch eine JFET mit einem Widerstand> als Stromquelle. Es gibt da einen Widerstandswert wo der TK recht klein> wird. Allerdings ist der Strom bei den meisten JFETs eher im mA Bereich.>> Ein erster versuch wäre ggf. ein 2N5460 (sollte bei etwa 150 µA ganz gut> gehen - der passende Widerstand (und damit die Spannung) ist aber stark> vom Exemplar abhängig.
Habe im Moment nur J111 und MPF4393 zur Verfügung, den 2N5460 müßte ich
erst noch bestellen.
Mit einem geeigneten Widerstand kann man den Strom schon entsprechend
abschnüren, nur wird die Steuerspannung über diesen Widerstand wiederum
von der Betriebsspannung abhängen und der JFET könnte da mit starker
Abschnürungsänderung reagieren. Könnte man aber probieren.
@RoJoe
Für den Versuch ist es mir heute zu spät. Was den MCP1702 anbelangt. Bei
3,3 Volt wird meine Schaltung nicht mehr funktionieren und bei 5 Volt
schränke ich die Versorgungsspannung nach unten hin ein. Hab auch mal
kurz daran gedacht, aber hauptsächlich wegen dem Eigenstromverbrauch und
Drop eines 78LXX wieder verworfen. Insofern Danke für den
MCP1702-Hinweis, werde ich wohl bestellen und ebenfalls prüfen, auch
wenn ich diese Lösung nicht favorisiere. Der Grund ist, daß für die
restliche Schaltung 4,5 Volt eigentlich schon das Operationslimit ist.
Und Batterien werden ja auch leer und es soll so viel wie möglich aus
der Batterie rausgeholt werden.
RoJoe schrieb:> Es gibt übrigens auch Festspannungregler, die MCP 170x-Reihe,> mit nur 2µA Eigenstromverbrauch:>> MCP 1702-3002 3,0 V> MCP 1702-3302 3,3 V> MCP 1702-5002 5,0 V> Bei Reich..t ca. 0,50 €
Dem dampfen bei 15V Eingangsspannung des TE aber schon ganz schön die
Ohren:
"Wide input operating voltage range: 2.7V to 13.2V"
Gruß Anja
Die JFETs J111 oder 4393 sind gerade keine passenden Typen um mit wenig
Strom eine Ref. zu erzeugen (eher so bei 5-10 mA). Der von mit oben
genannte 2N5460 ist als P-Kanal Typ auch eher ein Exot.
Eine passender Typ wäre so etwas wie 2SK545 (halt ein sehr kleiner Typ):
da sollten etwa 15 µA passen, mit größenordungsmäßig 50 K Ohm wären das
dann etwa 0,5 - 1 V je nach Exemplar und dazu passendem Widerstand.
Wegen der oft großen Schwankungen der Werte würde ich aber auch einen
Low drop Regler vorziehen.
Wenn für den MCP1702 die Eingangsspannung zu hoch ist, gäbe es als
Alternative den MCP1703, bis 16 V - sonst fast gleich (ggf. etwas
teurer). Die Versionen für kleine Spannung (z.B. 2,5 V) sollten schon ab
2,7 V gehen.
Anja schrieb:> Dem dampfen bei 15V Eingangsspannung des TE aber schon ganz schön die> Ohren:> "Wide input operating voltage range: 2.7V to 13.2V"
Stimmt!
Ist ja auch ein LDO:
Lange, Dampfende Ohren
Mit einer 15V-Batterie
darf man das kleine Kerlchen nicht direkt betreiben.
So mir ist ein sehr gutes Datenblatt zu Zenerdiode in die Hände
gefallen. Es ist von Motorola. Der Vorteil dieses Datenblatts sind die
logarithmischen I-/U-Diagramme (Strom logarithmisch, Spannung linear)
auf denen man erstens sehr genau den Verlauf erkennt und der auch bis
hinab zu 1 Mikroampere und darunter reicht.
Interessanterweise gibt es da zwei Typen von Z-Diode. Die einen
reagieren praktisch nicht auf Stromänderungen und die anderen schon.
Meine Z-Diode war vom Typ "reagiert auf Stromänderungen heftig". Deshalb
auch die halbe Nennspannung. Dies liegt aber wohl dem Bauelement zu
Grunde, so daß meine ursprüngliche Sorge bzgl. von
Bauelementabweichungen nicht gegeben ist.
Allerdings hatte meine (s.o.) eben dafür auch die heftige Stromreaktion
und war daher unbrauchbar um bei zwei verschiedenen Betriebsspannungen
eine ungefähr gleiche Spannung zu liefern.
Dabei ist diese Typeinteilung nicht abhängig davon ob Zenereffekt oder
Lawinendurchbruch überwiegt. Die eine hat eine kerzengerade Kennlinie
bis hinab zu 1 Mikroampere, die mit der nächsthöheren Spannung reagiert
stark auf Stromänderungen und die nächste hat wieder eine kerzengerade
Kennlinie.
Die besten bzgl. Stromänderungen scheinen dabei oft die mit 6,2 Volt,
9,1 Volt oder 12 Volt zu sein. Ob 100 mA oder 1 uA, sie liefern
praktisch die gleiche Spannung. Die Werte dazwischen sind da nicht so
gut. Es gibt auch ambivalente Kennlinien: Die 200 Volt-Z-Diode ist z.B.
ganz schlecht im mA-Bereich, aber fast perfekt im uA-Bereich.
Das war äußerst aufschlußreich. Die Z-Dioden mit der starken
Stromreaktion kann man also nur verwenden, wenn man bereits eine
konstante Spannung besitzt, was ja in vielen Schaltungen der Fall ist.
Zur Spannungsregelung eignen sich je nach Typ nur ganz bestimmte
Z-Dioden. Selbst kann man das eigentlich ganz einfach prüfen mit meinem
Versuchsaufbau. Man schaltet Z-Diode in Serie mit einem 100+ KOhm
Widerstand. Hat die Z-Diode dann ca. ihre Nennspannung reagiert sie
wenig auf Strom. Falls nicht kann man sie nicht zur Spannungsregelung
verwenden.
Leider sind eher die Z-Dioden im niedrigen Spannungsbereich, diejenigen,
die sich nicht für den Betrieb an unterschiedlicher Betriebsspannung
eignen.
Das ist sehr interessant, denn bisher glaubte ich, daß die Kennlinien
der Z-Dioden alle gleich sind und nicht völlig verschieden, abhängig vom
Typ und der Nennspannung.
So jetzt muß ich noch die passende Z-Diode finden. Bin auch für
Vorschläge dankbar.
Die Kennlinien haben auch interessante Knicke: Eine 1N747A mit 3,6 Volt
ist z.B. bei 5 Mikroampere besser als bei 50 Mikroampere und bei 5 mA
ebenfalls besser. Es gibt also Bereiche in den der Steigung besonders
klein ist, auch bei denen, die auf Stromänderungen stark reagieren.
Daß in diesem Zusammenhang die meisten Datenblätter so ungenau sind ist
eigentlich nicht hinnehmbar.
RoJoe schrieb:> Anja schrieb:>> Dem dampfen bei 15V Eingangsspannung des TE aber schon ganz schön die>> Ohren:>> "Wide input operating voltage range: 2.7V to 13.2V">> Stimmt!> Ist ja auch ein LDO:> Lange, Dampfende Ohren>> Mit einer 15V-Batterie> darf man das kleine Kerlchen nicht direkt betreiben.
Ja eine 12 Volt Autobatterie hat ja typischerweise 14,4 Volt, auch wenn
der Betrieb an einer Autobatterie eher unwahrscheinlich ist. Ich könnte
also den Betriebsbereich einschränken oder den 15 Volt Typ nehmen.
LM385 und LM4040 habe ich bestellt, daß die hervorragend funktionieren
steht aber auch außer Frage. Allerdings fahnde ich immer noch nach einer
geeigneten Z-Diode (s.o.).
Das mit der einfachen Doppeltransistorstromquelle habe ich nochmal
angeschaut, hilft aber nichts, weil die Referenzspannung dann nicht auf
Masse bezogen ist.
Diskret aufgebaute Bandlücke ist aber noch etwas, daß mich interessiert
und was ich testen möchte.
@Ulrich H.
2SK545 wäre aber wieder ein n-Kanal und auch nicht so einfach
erhältlich.
Bei J-FETs muß man immer die Angst haben, daß der Baustein morgen schon
nicht mehr hergestellt wird. Ich weiß nicht wieviele Tausende J-FETs
bereits vom Markt verschwunden sind.
Frank schrieb:> @Andrew Taylor> Die Ref25 wird nicht mehr hergestellt und kann ich deshalb nicht> verwenden.
Wenn du maximal 1800 Stück benötigst, kann ich mit der Ref25Z
weiterhelfen.
Falls du natürlich mehr verbauen willst, hast Du recht.
Falls bei Dir also Bedarf besteht: PN über das Forum, kannst mich
erreichen.
> Gut die BZX83 auch nicht, aber die wird durch einen genaueren Typ (+/-2%> ersetzt).
Zu welchem Preis?
Frank schrieb:> Die eine hat eine kerzengerade Kennlinie> bis hinab zu 1 Mikroampere, die mit der nächsthöheren Spannung reagiert> stark auf Stromänderungen und die nächste hat wieder eine kerzengerade> Kennlinie.
Hast Du da vielleicht einen Link auf Datenblatt?
Ansonsten kann man Deinen Ausführungen nur schwer folgen.
Wenn ich mir Figure 7 in folgendem Datenblatt anschaue ....
http://www.onsemi.com/pub_link/Collateral/BZX84C2V4LT1-D.PDF
... habe ich den lauten Verdacht daß die "Kennlinien" maximal aus 3-4
Punkten je Zenerspannung sind.
-> die Aussagekraft ist da sehr beschränkt wenn dann auch noch
"Messfehler" eine Rolle spielen.
Daß die 6.2V Diode eine so gerade Kennlinie hat liegt ganz einfach am
geringen differentiellen Widerstand. (s.o.)
Gruß Anja
Anja schrieb:> Frank schrieb:>> Die eine hat eine kerzengerade Kennlinie>> bis hinab zu 1 Mikroampere, die mit der nächsthöheren Spannung reagiert>> stark auf Stromänderungen und die nächste hat wieder eine kerzengerade>> Kennlinie.>> Hast Du da vielleicht einen Link auf Datenblatt?> Ansonsten kann man Deinen Ausführungen nur schwer folgen.>> Wenn ich mir Figure 7 in folgendem Datenblatt anschaue ....> http://www.onsemi.com/pub_link/Collateral/BZX84C2V4LT1-D.PDF
Da fehlen zwar etliche Werte in den Kennlinien, aber an Figure 7 und 8
kann man es auch andeutungsweise sehen.
Hier das Motorola Datenblatt von dem ich sprach:
http://www.reichelt.de/index.html?&ACTION=7&LA=3&OPEN=0&INDEX=0&FILENAME=A400%252FZF%2523MOT.pdf
Hier ist es bspw. in Figure 11-14 im ersten Datenblatt zu sehen. Weiter
unten in einem anderen Datenblatt sogar noch besser.
> ... habe ich den lauten Verdacht daß die "Kennlinien" maximal aus 3-4> Punkten je Zenerspannung sind.> -> die Aussagekraft ist da sehr beschränkt wenn dann auch noch> "Messfehler" eine Rolle spielen.
Die Aussagekraft ist sehr hoch, selbst wenn sie nur aus wenigen
Meßpunkten bestehen, da ja die Kennlinie stetig ist. Insofern kann man
den differentiellen Widerstand in verschiedenen Strombereichen gut
ablesen. Manche eignen sich in jedem Strombereich, manche in nur
bestimmten und andere in gar keinem Strombereich. All das läßt sich
ablesen. Im Motorola-Datenblatt (s.o.) noch etwas besser.
> Daß die 6.2V Diode eine so gerade Kennlinie hat liegt ganz einfach am> geringen differentiellen Widerstand. (s.o.)
Einem differentiellen Widerstand, der ziemlich genau der Stromänderung
folgt (idealerweise dR / dI = 1), ja. Aber das ist ja nicht typisch. Die
differentiellen Widerstände sind bei jedem Z-Spannungswert anders und
folgen keiner offensichtlichen Regel.
Ich kann z.B. daraus ablesen, daß meine 2,7 Volt Z-Diode die falsche
Wahl war. Eine 3,3 oder 3,6 Volt wäre etwas besser, eine 4,3 Volt wieder
schlechter. Eine 4,7 oder 5,1 noch schlechter, eine 6,2 optimal
u.s.w.u.s.f.
Man sieht auch, daß die Z-Diode mit Spannungen kleiner 6 Volt alle einen
verhältnismäßig kleineren differentiellen Widerstand ggü. der
differentiellen Stromänderung haben.
Da mein Betriebsspannungsbereich eben bis ca. 4,5 Volt reicht ist eine
6,2 Volt Z-Diode aber leider nicht möglich. Ich werde mal die 3,3 Volt
und 3,6 Volt Z-Dioden vermessen.
Frank schrieb:> Da mein Betriebsspannungsbereich eben bis ca. 4,5 Volt reicht ist eine> 6,2 Volt Z-Diode aber leider nicht möglich. Ich werde mal die 3,3 Volt> und 3,6 Volt Z-Dioden vermessen.
Würde ein einfaches Vorstabilisieren mit einer weiteren Zenerdiode nicht
schon weiter helfen?
Oder, wie schon angedeutet, Stromquelle anstatt Widerstand.
Gruß
Frank schrieb:> Für eine u.a. batteriegetriebene Schaltung die so im Bereich 4-15 Volt> arbeiten können sollte, brauche ich eine Referenzspannung. Wegen der> Batterie soll sie natürlich extrem wenig Strom verbrauchen.
Der Stromverbrauch ist bei Batteriebetrieb nicht das wirkliche Problem
(bis auf den Innenwiderstand). Die Batterie wird dadurch geleert, dass
man vergißt den Verbraucher nach Benutzung wieder abzuschalten.
Also überlege dir, wann du die Referenzspannung benötigst und schalte
sie danach wieder ab. Dann kannst du dir auch eine
Referenzspannungsquelle leisten, die den Namen zu recht trägt.
Anbei mal ein einfacher Ansatz.
Die Spannung V1 steigt linear an. 1 ms entspricht 1 V.
Ausgabe ausdrücklich an R1, weil sich dort die Temperatureffekte der LED
und der BE-Strecke quasi aufheben.
Gruß
Hallo,
interessante Schaltung. Ich frage mich gerade wieso die überhaupt
"startet".
Wenn kein Kollektorstrom am NPN -> kein Basisstrom am PNP.
Wenn kein Basisstrom am PNP -> kein Basisstrom am NPN
Kein Basisstrom am NPN -> kein Kollektorstrom.
Startet die Schaltung jetzt wegen der Leckströme oder wegen der
Millerkapazität zusammen mit der Spannungsanstiegsgeschwindigkeit?
Wenn die Basis des NPN über einen open Collector kurzgeschlossen wird
müßte also kein Strom mehr fließen. Schwingt die Schaltung dannach auch
wieder an?
Gruß Anja
Anja schrieb:> Startet die Schaltung jetzt wegen der Leckströme oder wegen der> Millerkapazität zusammen mit der Spannungsanstiegsgeschwindigkeit?
In der Simu hws. durch beides. In der Realität dürften die Leckströme +
Rauschen reichen.
Ansonsten kann man ja über die C-E-Strecke des PNP einen großen
Widerstand legen, als Starhilfe. Der Widerstand darf nur nicht zu klein
werden, so dass ein negativer Widerstand entsteht und das ganze
schwingt.
Gruß
Wenn man an der REFERENZ spart , dann wird auch der Rest nichts.
Zener Dioden sind für viele ein Märchenbauteil. Zu der Kategorie gehören
auch die GoldCaps ;-)
Sparen , bis es keine Rüben mehr gibt !
Man könnte den Kennlinienverlauf außerdem auch noch korrigieren, da er
ja bekannt ist.
Soweit ich das sehe, kann man aber nicht einfach einen Widerstand zur
Z-Diode parallelschalten, man braucht einen negativen differentiellen
Widerstand parallelgeschaltet (oder in Serie) zur Kompensation.
Die Z-Dioden mit 3,9 Volt und 5,1 Volt waren leider keinen Deut besser
als die mit 2,7 Volt.
Ich habe jetzt mal was anderes gemacht. Die LED allein liefert eine
Abweichung von +/-3% bei sehr kleinem Strom (5-26 uA, also weniger als
zuvor). Damit betreibe ich nun eine ca. 7,5 Mikroampere
Konstantstromquelle, die die besagte 2,7 Volt Z-Diode treibt (mit einem
BC557C).
Ergebnis bei 4,5-15 Volt: +/- 0,567% Abweichung
Gesamtstromverbrauch: 13-34 Mikroampere
Die Spannungsinvarianz ist jetzt exzellent. Interessanter dürfte die
Reaktion auf die Bauelementestreuungen sein.
Weitere Daten:
LED-Spannung: ca. 1,1 Volt
Z-Diodenspannung: ca. 1,073 Volt = Referenzspannung
Rv-LED = 470 KOhm
RStromsteuerung = 150 KOhm
Temperaturdrift ist schätzungsweise ca. 100 ppm/K oder besser
(Spannung genau gemessen, Temperatur geschätzt)
Bauteilkosten ca. <12 Cent netto für die 5 Bauteile (1000 Stück).
Bauteilkosten ca. 21-34 Cent brutto (1 Stück).
Die LM385 ist etwas teurer (ca. 20 Cent netto, 1000 Stück), aber
natürlich genauer.
Ich habe auch mal eine super high Efficiency LED getestet, aber das hat
keinerlei Vorteil gebracht.
Die LM385 werde ich wohl nächste Woche erhalten, bis dahin untersuche
ich nochmal die Bauelementestreuungen.
Joachim schrieb:> Anbei mal ein einfacher Ansatz.>> Die Spannung V1 steigt linear an. 1 ms entspricht 1 V.>> Ausgabe ausdrücklich an R1, weil sich dort die Temperatureffekte der LED> und der BE-Strecke quasi aufheben.>> Gruß
Sieht in der Simulation gut aus. Ich habe (s.o.) die Sparvariante davon
getestet, also ein Transistor weniger und statt der zweiten LED eine
Z-Diode.
Frank schrieb:> ... Ich habe (s.o.) die Sparvariante davon> getestet, also ein Transistor weniger und statt der zweiten LED eine> Z-Diode.
In dieser Version ist der Strom durch die LED noch zu sehr von der
Betriebsspannung anhängig. Besser wäre eine Strombegrenzung wie im
Anhang, ist aber temperaturempfindlicher.
Gruß
Joachim schrieb:> Frank schrieb:>>> ... Ich habe (s.o.) die Sparvariante davon>> getestet, also ein Transistor weniger und statt der zweiten LED eine>> Z-Diode.>> In dieser Version ist der Strom durch die LED noch zu sehr von der> Betriebsspannung anhängig. Besser wäre eine Strombegrenzung wie im> Anhang, ist aber temperaturempfindlicher.>> Gruß
Sieht in der Simulation gut aus (ich nehme mal an die braune Kurve ist
Deine Schaltung, die rote meine). Werde jetzt Mittag essen und es danach
mit den zwei Transistoren testen. Danke schon mal.
So viel zu Simulation und Wirklichkeit.
Die Schaltung mit den zwei Transistoren ist nicht so spannungstabil wie
die mit einem Transistor und einer LED.
Abweichung ist nun +/- 0,69% über Ub = 4,5-15 Volt
Für mich gut genug, aber nicht ganz so gut wie in der vorigen Schaltung
und entgegen der Simulation.
Der Temperaturkoeffizient hat sich umgedreht und ist auch stärker ca.
300 ppm/K.
Die Doppeltransistorschaltung ist besser als Diode/Transistor, aber
schlechter als LED/Transistor. Dafür ist sie geringfügig günstiger, weil
der Transistor günstiger als die LED ist.
Die absolute Spannung weicht auch drastisch von der Simulation ab. Und
zwar erstens weil sie ca. auf der Hälfte liegt und zweites ist die
Referenzspannung von LED/Transistor größer als von Doppeltransistor
ebenfalls entgegen der Simulation. Gut, es sind nicht exakt die Bauteile
in der Simulation, trotzdem denke ich, daß SPICE mit den niedrigen
Strömen allgemein nicht richtig klar kommt. Es kann auch sein, daß SPICE
die Z-Diode falsch einschätzt.
Alle Bauteile wie gehabt:
Widerstände 1% 0,6Watt Tk=25 ppm/K
LED: Kingbright L-53ID, rot diffus, effizient
Transistor: BC557C
Z-Diode: BZX83 2,7Volt
(Diode: 1N4448)
Eine Schaltung mit doppelter Z-Diode könnte auch interessant sein. Ist
zwar in dem Fall mit 2,7 Volt Z-Diode schlechter als die LED, könnte
aber bei zwei Z-Dioden mit jeweils 6,2 Volt sicherlich einige
integrierte Referenzen schlagen.
Wobei die integrierten Referenzen wohl mehr oder weniger ähnliche
Schaltungen aufweisen.
Eigentlich geht es ja nur darum, den Strom durch die Z-Diode möglichst
konstant zu halten. Da wäre es fast egal, wie diese modelliert wird.
Dass LTSpice bei kleinen Strömen insbesondere Transistoren schlecht
modelliert glaube ich auch.
Der Widerstand R4 in meiner Simu muss natürlich angepasst werden, so daß
durch die Z-Diode wieder der gleiche Strom fließt.
Die Version mit den 2 Transistoren mag ich auch nicht so sehr, weil voll
temperaturabhängig.
Die LED in der Simu war ja auch nur eine Hausnummer, die könnte den
meisten Unterschied ausmachen.
Gruß
Frank schrieb:> Kingbright L-53ID, rot diffus, effizient
Das dürfte die Ursache sein.
Früher (TM) waren "rote" LEDs noch relativ gut für
Spannungsstabilisierung. Die neumodischen "hellroten" effizienten LEDs
dürften nicht ganz so gut sein.
-> versuch mal irgendwo eine rote LED aus den 80ern aufzutreiben.
Gruß Anja
Anja schrieb:> Frank schrieb:>> Kingbright L-53ID, rot diffus, effizient>> Das dürfte die Ursache sein.
Die Ursache für was?
> Früher (TM) waren "rote" LEDs noch relativ gut für> Spannungsstabilisierung. Die neumodischen "hellroten" effizienten LEDs> dürften nicht ganz so gut sein.
Ist eher normalrot würde ich sagen.
> -> versuch mal irgendwo eine rote LED aus den 80ern aufzutreiben.
Wozu? Zumal es in der Serie sowieso eine SMD-LED sein muß, wegen der
automatischen Bestückung.
Ich habe die effiziente Kingbright L-53ID mit einer hocheffizienten LED
verglichen, dies hat keinerlei Verbesserung gebracht. Ich vermute, daß
niedrigeffiziente LEDs ebenfalls keine Verbesserung/Verschlechterung
bringen, auch wenn in der Theorie die hocheffizienten besser sein
könnten, wie hier ja mal vorgeschlagen wurde (als Niedrigstrom-LED).
Natürlich könnte eine LED mit niedrigerer Wellenlänge ungünstiger sein,
aber den Farbton kann man sich ja immer noch aussuchen (ob effizient
oder nicht).
Ich habe die im Anhang dargestellte Schaltung mal real aufgebaut und
nachgemessen.
Widerstände 1%, Metallfilm
LED Osram LSK376
Transistoren wie angegeben.
Ich musste ca. 15 Minuten warten, bis sich stabile Verhältnisse
einstellten.
Dann bei 4V: 1,541 V an der LED
Bei 15V: +4 mV.
Das entspräche wohl +/- 0,13 % nach Deiner Rechnung.
Innerhalb von gut 1/2 Stunde variierten die Spannungen jeweils um
weniger als 1 mV.
Gruß
Joachim schrieb:> Ich habe die im Anhang dargestellte Schaltung mal real aufgebaut> und> nachgemessen.>> Widerstände 1%, Metallfilm> LED Osram LSK376> Transistoren wie angegeben.
Wieso hast Du die BC327 genommen? Einfach nur so, oder hatte das einen
speziellen Grund? Die BC557C sind besser geeignet weil der hFe zwischen
400 und 820 liegt, beim BC327-40 nur zwischen 250 und 600. Und bei den
niedrigen Strömen braucht man jedes bißchen hFE. R2 ist meiner Meinung
nach auch zu groß mit 1 MOhm, da wird der Strom schon verdammt klein.
> Ich musste ca. 15 Minuten warten, bis sich stabile Verhältnisse> einstellten.
Wie meinst Du das? Hat es geschwungen?
> Dann bei 4V: 1,541 V an der LED> Bei 15V: +4 mV.>> Das entspräche wohl +/- 0,13 % nach Deiner Rechnung.
Genau, Ich lege den Arbeitspunkt in die Mitte des Fehlers (+/- 2mV).
> Innerhalb von gut 1/2 Stunde variierten die Spannungen jeweils um> weniger als 1 mV.
Das ist der Grund warum ich die Z-Diode bevorzuge. Die driftet so in
einer Stunde um ca. 0,1 mV. Obwohl mit der Doppeltransistorschaltung und
der Z-Diode habe ich gar keinen "Langzeit"-drift gemessen (nur mit
LED/Transistor/Z-Diode). Mit den 2 Transistoren und Z-Diode könnte es
auch mehr als 0,1 mV sein.
Ich werde das mal mit BC557C testen.
Frank schrieb:> Z-Diodenspannung: ca. 1,073 Volt = Referenzspannung
Ja, und zwar über ner 2,7V Zener. DAS ist das eigentliche Problem, die
Diode wird vollkommen außerhalb ihrer Nennwerte betrieben. Es ist eher
eine Thermo-Bauteilstreuungs-Leckstrom-Foto-Rauschdiode. Die KSQ würde
mit einem simplen Widerstand statt der Zener besser funktionieren!
Zumindest gäbe es so ganz sicher geringere Streuung.
Solange Du keine Zener mit z.b. nur 5mW Nennleistung findest, kann eine
low-current-LED nur besser sein. Also vergiss´ einfach die Z-Dioden.
Joachim schrieb:> Ich habe die im Anhang dargestellte Schaltung mal real aufgebaut und> nachgemessen.
Deine letzte Schaltung hat mich inspiriert. Ja die
Doppeltransistorlösung gefällt mir jetzt doch wieder viel besser. Ich
habe jetzt statt der LED nur einen Widerstand eingesetzt und voila, ich
habe mein Ziel erreicht.
Der Fehler ist nun bei ca. +/-4% und ich sagte ja eingangs, daß mir
+/-5% reichen. Dafür kann ich ein paar Bauteile einsparen, insbesondere
die LED.
Bei der Schaltung mit LED statt Transistor sind es zwar nur ca. +/-3%,
aber der Unterschied ist nicht groß und der Transistor günstiger.
Man hat also viele Möglichkeiten mit der Stromuqelle. Man kann
LED/Transistor/LED schalten und hat maximale Regelung der
Eingangspannung, vmtl. <0,1%. Oder man möchte minimalen Temperaturdrift
und nimmt LED/Transistor/Z-Diode. Oder man will es günstiger und nimmt
Transistor/Transistor/Z-Diode. Die LED kann man immer durch einen
Transistor austauschen.
@0815
Ich weiß gar nicht, was Du gegen die Z-Dioden hast. Bestimmte Werte, wie
die 2,7 Volt Variante sind zwar nicht gut um eine
Eingangsspannungsänderung zu kompensieren. Aber es gibt andere
Regelungsqualitäten, bei der die Z-Diode der LED überlegen ist.
Und die niedrige Spannungen abweichend vom Nennwert, die mir
ursprünglich Sorgen bereiteten, sind sehr wohl spezifiziert (siehe oben
bzgl. Datenblätter).
Frank schrieb:> Joachim schrieb:>> Transistoren wie angegeben.> Wieso hast Du die BC327 genommen?
Weil er da war. Ich hatte keine anderen PNP mit größerem hFe. Ansonsten
nur noch 2N3906 und ein paar ältere (BC312 u.ä.)
>> Ich musste ca. 15 Minuten warten, bis sich stabile Verhältnisse>> einstellten.> Wie meinst Du das? Hat es geschwungen?
Es ist gewandert. Dieses Verhalten habe ich immer wieder beobachtet, was
einer der Gründe ist, warum die die Doppeltransistor-Lösung nicht mag.
Bisher habe ich das immer auf Eigenerwärmung zurückgeführt, aber im
µW-Bereich?
Gruß
Frank schrieb:> Die LED kann man immer durch einen> Transistor austauschen.
Jain. Der Verteil der LED ist ja, dass sie eine gegenüber dem Transistor
deutlich höhere Flussspannung hat, so daß noch Spielraum für den
Widerstand "zur Reglung" da ist und halt auch dass ihr TK sehr ähnlich
ist, weil gleiches Halbleiterprinzip.
Gruß
Joachim schrieb:>>> Ich musste ca. 15 Minuten warten, bis sich stabile Verhältnisse>>> einstellten.>> Wie meinst Du das? Hat es geschwungen?>> Es ist gewandert. Dieses Verhalten habe ich immer wieder beobachtet, was> einer der Gründe ist, warum die die Doppeltransistor-Lösung nicht mag.> Bisher habe ich das immer auf Eigenerwärmung zurückgeführt, aber im> µW-Bereich?
Muß man bei einer LED nicht auch Umgebungslicht berücksichtigen? Denn
ich meine, schon mal gelesen zu haben, daß sie auch als Fotodiode wirkt.
Frank schrieb:> Deine letzte Schaltung hat mich inspiriert. Ja die> Doppeltransistorlösung gefällt mir jetzt doch wieder viel besser. Ich> habe jetzt statt der LED nur einen Widerstand eingesetzt und voila, ich> habe mein Ziel erreicht.
Dann müsstest Du mit einer einfachen Diode (oder Transistor als Diode)
auch zufrieden sein.
Es geht doch in beiden Fällen um die Variation der Flusspannung mit dem
Strom. Die Doppeltransistorlösung bringt nur noch eine Verstärkung im
Verhältnis der beiden Widerstände. TK ist der gleiche.
Gruß
Ein Elektroniker schrieb:> Joachim schrieb:>> Es ist gewandert. Dieses Verhalten habe ich immer wieder beobachtet, was>> einer der Gründe ist, warum die die Doppeltransistor-Lösung nicht mag.>> Bisher habe ich das immer auf Eigenerwärmung zurückgeführt, aber im>> µW-Bereich?>> Muß man bei einer LED nicht auch Umgebungslicht berücksichtigen? Denn> ich meine, schon mal gelesen zu haben, daß sie auch als Fotodiode wirkt.
Dieses Verhalten habe ich schon oft ganz ohne LED beobachtet. Ansonsten
glaube ich, dass der Photostrom eher im nA-Bereich liegen dürfte.
Gruß
Joachim schrieb:> Frank schrieb:>>> Die LED kann man immer durch einen>> Transistor austauschen.>> Jain. Der Verteil der LED ist ja, dass sie eine gegenüber dem Transistor> deutlich höhere Flussspannung hat, so daß noch Spielraum für den> Widerstand "zur Reglung" da ist und halt auch dass ihr TK sehr ähnlich> ist, weil gleiches Halbleiterprinzip.
Ja. Ich habe gerade die Messungen gemacht:
2 Transistoren: +/- 4,2% vs. Spannung 4,5-15 Volt
Transistor/LED: +/- 3,6% vs. Spannung 4,5-15 Volt
Jetzt nach einer Stunde Driftmessung der beiden Schaltungen (Stromquelle
gesteuert durch Transistor bzw. durch LED) bin ich wieder klar für die
LED/Transistorkombination.
T-Drift 2 Transistoren: ca. 5%
T-Drift LED/Transistor: ca. <0,5%
Die Temperaturdrift der 2 Transistoren ist größer als der Fehler gegen
die Betriebsspannung. Wirklich übel groß und das ist wohl das "Wandern"
was Du beobachtet hast.
Diode 1N4448 Flußrichtung/Transistor habe ich auch getestet, ist aber
hoffnungslos ggü. der Betriebsspannung.
Bei diesen niedrigen Spannungen (4 Volt), bei denen es an
spannungstabilen Z-Dioden mangelt, ist die LED zur Spannungsregelung die
beste Lösung.
Ebenfalls habe ich ein 3-stufiges System getestet. Eine NPN-Stromquelle
speist eine Z-Diode, welche als Referenzspannung für eine
PNP-Stromquelle dient. Da ich ja keine Stromentnahme mache, sondern bei
der PNP-Stromquelle wiederum auf die Betriebsspannung zurückgreife hat
das sogar eine Verschlechterung gebracht.
LED/Transistor/Z-Diode ist das stabilste und T-Driftärmste was man mit
drei Bauteilen aufbauen kann. Temperaturdrift von LED und Transistor
gleichen sich etwa aus und die Z-Diode hat praktisch keinen merklichen
Temperaturdrift.
LED/Transistor/LED ist zwar einen Tick besser bei Spannungsänderungen,
dafür aber im Drift schlechter.
Mit vier Bauteilen könnte man LED/T/T/ZD oder LED/T/T/LED schalten, wie
Du ja schon vorgeschlagen hast. Durch die gerade Anzahl von Transistoren
und LED ist die LED-Variante vmtl. auch sehr Temperaturstabil.
> Ein Elektroniker schrieb:>> Muß man bei einer LED nicht auch Umgebungslicht berücksichtigen? Denn>> ich meine, schon mal gelesen zu haben, daß sie auch als Fotodiode wirkt.> Dieses Verhalten habe ich schon oft ganz ohne LED beobachtet. Ansonsten> glaube ich, dass der Photostrom eher im nA-Bereich liegen dürfte.
Und in einem dunklen Gehäuse ist das auch egal. Mir ist diesbezüglich
außerdem auch bei allen Messungen nichts aufgefallen, und ich habe mich
auch öfters drübergebeugt und das Licht weggenommen, ich konnte da nie
etwas feststellen, was über den Temperaturdrift ging. Und das war
jeweils ohne Gehäuse auf dem Steckbrett. Wenn dann spielt sich das im
Nanovoltbereich ab.
Aus Interesse mal eine simple "Studie".
Die Spannung variert wieder von 0 .. 15 V in 15 ms, aufgezeichnet wird
aber erst ab 4 ms, also ab 4 V.
Im Diagramm ist jeweils die mittels Cursor-Funktion ermittelte Spannung
bei 4 V abgezogen.
Der als Diode geschaltete Transistor ist fast um den Faktor 2 besser.
Das dürfte am Emissionskoeffizienten in der
http://de.wikipedia.org/wiki/Shockley-Gleichung liegen.
Gruß
Joachim schrieb:> Ansonsten glaube ich, dass der Photostrom eher im nA-Bereich liegen> dürfte.
Gerade gemessen: gelbe LED der 90er Jahre vor liefert locker 10µA
(direkt vor eine weiße 500mW LED gehalten.
Frank schrieb:> ist die LED-Variante vmtl. auch sehr Temperaturstabil.
und auch sehr spannungsstabil hinzukriegen
siehe auch hier:
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/curr2pol.htm
R4 kann man an den Uin-Bereich anpassen, der wirklich vorkommt.
zur LED-Lichtempfindlichkeit:
Habe bei manchen LED-Typen bei 10000 Lux 3,5µA gemessen,
bei anderen praktisch nichts.
Mike schrieb:> Gerade gemessen: gelbe LED der 90er Jahre vor liefert locker 10µA> (direkt vor eine weiße 500mW LED gehalten.
Na ja, das war ja eigentlich schon weiter oben geklärt, daß unter
gleicher Raumbeleuchtung gearbeitet wird, die dann auch tausendfach
schwächer auf die LED wirkt.
Aber wenn schon Retro: Ich könnte noch eine rote LED von 1975
beisteuern. Damals aus dem Sack mit einigen Tausend Stück hab ich noch
eine Hand voll, das ist auch gut so. Allerdings wird das glaube ich
nichts: Diese Dinger hatten wirklich nur einen Quadratmillimeter
Kristallfläche, und sie waren nicht zur Ausleuchtung geeignet, nur für
eine einfache optische Anzeige.
Joachim schrieb:> Das dürfte am Emissionskoeffizienten in der> http://de.wikipedia.org/wiki/Shockley-Gleichung liegen.
Ist n der Index, der früher oft auch m genannt wurde? Es kann aber sein,
daß die Shockley-Gleichung auch noch eine etwas andere Darstellungsweise
hat. Ich fragte mal den Halbleiter-Prof., und der war früher wirklich
bei einem Halbleiterhersteller. Wir nahmen für m immer den Wert 1 in
Berechnungen an. Er sagte: Dieser Wert liegt in der Realität immer
zwischen 1 und 1,01 etwa, die geringe Abweichung wäre deswegen fast
bedeutungslos, und dafür nahmen wir 1 an. Genaueres gab es aber nicht,
müßte selbst mal weiter suchen. Am Rande bemerkt: Die anderen
Kommilitonen waren an sowas dermaßen desinteressiert, daß ich immer nur
der jenige war, der mal sowas fragte.
> [ Emissionskoeffizient ]
In meinem alten Tietze-Schenk wird er als Korrekturfaktor "m"
bezeichnet, der zwischen 1 .. 2 liegen. Also analog zur Wikipedia. Ich
meine irgendwo dort auch gelesen zu haben, dass er bei Transistoren
nahezu 1 ist, fand die Stelle aber auf die Schnelle nicht.
Gruß
RoJoe schrieb:> Frank schrieb:>> ist die LED-Variante vmtl. auch sehr Temperaturstabil.> und auch sehr spannungsstabil hinzukriegen>> siehe auch hier:> http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaere...>> R4 kann man an den Uin-Bereich anpassen, der wirklich vorkommt.>> zur LED-Lichtempfindlichkeit:> Habe bei manchen LED-Typen bei 10000 Lux 3,5µA gemessen,> bei anderen praktisch nichts.
Dann zählt meine zu der Sorte "praktisch nichts".
Zu den Simulationen: Darauf gebe ich nichts, die liegen hier total
daneben, wie wir schon festgestellt haben. Die Schaltung von Joachim ist
in der Praxis jedenfalls besser als beide Simulationsergebnisse.
Deine Schaltung verstehe ich auch nicht ganz. Wofür sollen die
Widerstände gut sein? Meiner Meinung nach erzeugen die zusätzlichen
Widerstände einen zusätzlichen Fehler.
Die Schaltungen hier:
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/curr2pol.htm
sind meiner Meinung nach schlechter als die von Joachim. Daß die
Schaltung in Bild 1 nicht funktioniert habe ich bereits nachgemessen.
Der Sinn von R3 erschließt sich mir nicht. Ich will ja gerade KEINE
Kopplung haben.
Im allerbesten Fall funktionieren die Schaltungen auf
http://www.elektronik-kompendium.de bei großen Strömen, aber auch das
wage ich zu bezweifeln. Man muß eine Schaltung immer in der Realität
überprüfen, reine Theorie ist nützlich für Hinweise, aber ohne realen
Check weiß man nichts. Deshalb sollte man auch sehr vorsichtig mit den
SPICE-Simulationen sein.
Auf die Schaltung Bild7/Bild1 bin ich auch gekommen, allein sie
funktioniert nicht. Dabei wüßte ich sogar wie man sie zum laufen
bekommt, aber dazu bräuchte man noch einen OPV.
Der Fehler der hier gemacht wird ist, daß man eine bereits vorgeregelte
Spannung mit der Kopplung auf Ub wieder entregelt.
Achso und Refout wird falsch abgegriffen. Die Referenzspannung nimmt man
natürlich von der LED und nicht vom 150 KOhm Widerstand.
RoJoe schrieb:> Noch ein einfacher U-Regler davor und R4 noch etwas getweakt...> Wäre mal interessant, wie groß der Tempco dieser Schaltung ist.
Das ist gut. Eine sehr exakte 6,2 Volt Zenerdiode als Spannungsbgrenzung
nach oben hin. Das gefällt mir. Eine gute Idee.
Frank schrieb:> Achso und Refout wird falsch abgegriffen. Die Referenzspannung nimmt man> natürlich von der LED und nicht vom 150 KOhm Widerstand.
Die LED hat aber doch ca. -2mV/°C ...
Bei einem Eingangsbereich von 4,5 Volt bis 6,2 Volt -0,7 Volt, also 4,5
Volt bis 5,5 Volt könnte ich die Referenz ganz weglassen. Dann hätte ich
einen Fehler in der Referenzspannung von +/- 11%, was noch akzeptabel
ist.
Allerdings würde die Schaltung bei niedrigen Spannungen wohl den Strom
abschnüren, das könnte problematisch sein.
RoJoe schrieb:> Frank schrieb:>> Achso und Refout wird falsch abgegriffen. Die Referenzspannung nimmt man>> natürlich von der LED und nicht vom 150 KOhm Widerstand.>> Die LED hat aber doch ca. -2mV/°C ...
Der Tc der LEDs wird ja durch die Transistoren kompensiert. Deswegen ist
ja die Schaltung mit zwei Transistoren aber ohne LEDs nicht
temperaturstabil. Bzw. deswegen war ja die Schaltung mit Transistoren
und LEDs nach Joachim so temperaturstabil.
Wenn man die Spannung am 150 KOhm-Widerstand abgreift macht ja die 2.
LED überhaupt keinen Sinn.
Ich habe die Schaltung mal gemessen. Dabei habe ich R6 weggelassen.
Gemessen an R5:
Ergebnis: Spannungsabhängigkeit: 0,1%
Temperaturdrift ca. 600 ppm/K
Gemessen an LED D2:
Ergebnis: Spannungsabhängigkeit: 0,008%
Temperaturdrift ca. 500 ppm/K
Hier geht die Spannungsänderung im Temperaturdrift unter.
RoJoe schrieb:> Die LED hat aber doch ca. -2mV/°C ...
Das hat etwa ein Universaltransistor wie der BC547, wenn man B und C
kurz schließt, über einen Vorwiderstand. Man nahm das so in den 1980-er
Jahren als Termometer.
Jetzt wird es interessant:
Mit R6=10 MOhm:
Gemessen an R5:
Ergebnis: Spannungsabhängigkeit: 0,4% (statt 0,1% ohne R6)
Gemessen an LED D2:
Ergebnis: Spannungsabhängigkeit: 0,4% (statt 0,008% ohne R6)
Ich sag ja R6 ist totaler Murks. http://www.elektronik-kompendium.de
macht die ganze Schaltung damit kaputt und "deaktiviert" damit die 2.
LED die damit völlig unwirksam wird.
Frank schrieb:
Vielleicht ist es ja http://www.elektronik-kompendium.de nicht
aufgefallen, weil bei 20 mA und ungenauen Meßgeräten mag es so aussehen,
als würde R6=10MOhm keine Verschlechterung bringen.
In einem haben sie Recht, R6 sollte so groß wie möglich sein, nämlich
unendlich.
R6 dient ja nur als Starthilfe. Bei Dir war sie wohl offensichtlich
nicht notwendig. In der schon diskutierten Version wäre R6 über der
C-E-Strecke des PNP.
Interessant ist aber auch, dass Du an der LED D2 weniger Temperaturdrift
hattest, als an R5.
Wie erfasst Du denn die Temperaturdrift?
Mich würde mal interessieren wie groß der TK einer LED alleine denn
tatsächlich ist.
Gruß
Frank schrieb:> Mach doch bitte mal die Simulation mit ohne R6 und gemessen an unterer> LED. Würde mich interessieren ob die Simulation dann besser passt.
Da brauch ich garnicht simulieren,
natürlich verschlechtert R6 die Sache.
R6 ist ein Feigenblatt-Widerstand für Leute, die behaupten,
die Schaltung würde sonst nicht anlaufen.
Offensichtlich läuft sie ja doch ohne ihn an, also lass ihn weg.
Den R4 kann man übrigens so justieren,
dass wahlweise die Spannung an der LED konstant bleibt
oder die Spannung an R5.
Joachim schrieb:> R6 dient ja nur als Starthilfe. Bei Dir war sie wohl> offensichtlich> nicht notwendig. In der schon diskutierten Version wäre R6 über der> C-E-Strecke des PNP.>> Interessant ist aber auch, dass Du an der LED D2 weniger Temperaturdrift> hattest, als an R5.
Das würde ich jetzt nicht so genau nehmen. Gehe mal davon aus, daß sie
gleich ist. Ich führe nur jeweils ähnliche Erwärmungen durch, die
Reproduzierbarkeit ist ganz sicher nicht so genau, ebensowenig wie der
absolute Wert. Deshalb auch das ca. davor.
> Wie erfasst Du denn die Temperaturdrift?
Nun das ist geschätzt. s.o.
> Mich würde mal interessieren wie groß der TK einer LED alleine denn> tatsächlich ist.
Kannst Du oben sehen, da habe ich eine Messung davon:
Diode 1N4448, LED und Z-Diode
jeweils rechts im Diagramm nach den Spannungstreppchen siehst Du die
Erwärmung mit folgender Abkühlung. Das war aber eine stärkere Erwärmung
von ca. 75 Kelvin.
Joachim schrieb:>> [ Emissionskoeffizient ]>> In meinem alten Tietze-Schenk wird er als Korrekturfaktor "m"> bezeichnet, der zwischen 1 .. 2 liegen. Also analog zur Wikipedia. Ich> meine irgendwo dort auch gelesen zu haben, dass er bei Transistoren> nahezu 1 ist, fand die Stelle aber auf die Schnelle nicht.>> Gruß
Genau so ist es.
Hier mal zwei Dioden die ich vor Jahren mal vermessen habe:
grüne LED 2,05V bei 20mA, rote LED 1,8V bei 20mA
.model LED_RED D(Is=2.4e-20 N=1.655 Rs=1.5 Eg=2.17)
.model LED_GREEN D(Is=8.2e-25 N=1.46 Rs=5.1 Eg=2.23)
Gruß
Helmut
Frank schrieb:> Joachim schrieb:>> Mich würde mal interessieren wie groß der TK einer LED alleine denn>> tatsächlich ist.> Kannst Du oben sehen, da habe ich eine Messung davon:> Diode 1N4448, LED und Z-Diode> jeweils rechts im Diagramm nach den Spannungstreppchen siehst Du die> Erwärmung mit folgender Abkühlung. Das war aber eine stärkere Erwärmung> von ca. 75 Kelvin.
Verstehe ich das richtig: Von 1,67 V auf 1,66 V bei einer Erwärmung von
ca. 75 K?
Also 10 mV / 75 K = 0,13 mV/K
Gruß
RoJoe schrieb:> Frank schrieb:>> Mach doch bitte mal die Simulation mit ohne R6 und gemessen an unterer>> LED. Würde mich interessieren ob die Simulation dann besser passt.>> Da brauch ich garnicht simulieren,> natürlich verschlechtert R6 die Sache.> R6 ist ein Feigenblatt-Widerstand für Leute, die behaupten,> die Schaltung würde sonst nicht anlaufen.> Offensichtlich läuft sie ja doch ohne ihn an, also lass ihn weg.> Den R4 kann man übrigens so justieren,> dass wahlweise die Spannung an der LED konstant bleibt> oder die Spannung an R5.
Wieso wollte man die Spannung an R5 konstant halten? Der Witz ist ja der
konstante Strom, der durch die LED fließt. Die LED kompensiert ja gerade
Stromänderungen auf die Spannung. Der eh schon recht konstante Strom von
0,1% wird dadurch in eine nochmal genauere Spannung von 0,008%
umgesetzt. Dies ist die Funktion der LED (aus einem ungenauem Strom eine
genaue Spannung zu erzeugen).
Würde man an R5 messen, dann geht ja dieser Effekt der LED verloren und
man wandelt den 0,1% Stromfehler lediglich in einen 0,1% Spannungsfehler
um. Die LED steuert dann lediglich noch Temperaturkompensation für den
2. Transistor bei.
> Verstehe ich das richtig: Von 1,67 V auf 1,66 V bei einer Erwärmung von> ca. 75 K?> Also 10 mV / 75 K = 0,13 mV/K
Ja. Erwärmung habe ich mit dem Lötkolben durchgeführt
(temperaturgeregelt). Ich habe dann mal einfach angenommen, daß durch
die Kolben/Luft/Bauelement-Strecke nur die Hälfte der Erwärmung ankommt.
Sehr grob eben.
Achso, falls das nicht klar ist, ich habe natürlich auch R4 weggelassen.
Die 0,008% Spannungsregelung ohne R4 und ohne R6. R4 bringt gar nichts,
weil die Spannungsregelung schon weit besser als der Drift bei
Raumtemperatur ist. Ich kann die Spannungskonstanz also gar nicht mehr
verbessern. Verbesserungswürdig wäre eher der Temperaturdrift.
So meine bestellten Teile sind gekommen. Dabei habe ich gleich mal mit
einer Bandlückenreferenz gemessen und zwar dem LM385Z-1,2.
Reaktion der Referenz auf den Spannungsbereich 4,5-15V war praktisch
unmessbar. Ich kann nur so viel sagen, daß sie deutlich unterhalb der
Temperaturdrift der Referenz liegt. Und die ist auch nicht sehr groß,
obwohl ich den schlechtesten (Z-) Typ habe.
Temperaturdrift ist laut Datenblatt +/-150 ppm. Meine "Schätzmessung"
der Temperaturdrift liegt etwas darunter (vmtl. +/- 40 ppm).
Okay habe mal versucht die Temperatur möglichst konstant zu halten,
dabei konnte ich doch was sehen und messen:
LM385Z-1,2
dVref (4,5-15 Volt) = +/- 0,00728% (+/-73 ppm)
Den größten Ausschlag bekomme ich, wenn ich mich an meinen Stuhl schnell
hinsetze. Ich vermute der dadurch entstehende Luftzug verursacht dies.
Mit dem LM385 hat man jedenfalls eine hochwertige Spannungsreferenz die
selbst bei 10 uA noch arbeitet.
Teststrom war bei mir durch den 470 KOhm-Widerstand: 7 Mikroampere bis
29 Mikroampere. Aha, das ist also der Grund für den hohen Ausschlag,
wenn ich von 4,5 Volt auf 5 und 6 Volt gehe.
Dann muß ich obiges Berichtigen, denn bei 7 Mikroampere unterschreite
ich den Mindeststrom.
LM385Z-1,2
dVref (7-10 uA) = +/- 0,007% (+/-70 ppm)
dVref (10-30 uA) = nicht meßbar (geht im T-Drift/Rauschen unter)
Man sollte mit dem LM385 also über 10 Mikroampere bleiben. Sie
funktioniert zwar darunter auch noch, verliert aber ein wenig an
Genauigkeit.
absolute Abweichung meines Exemplars vom Nennwert: -0,5%
Gut, daß eine Spannungsreferenz als Spannungsreferenz glänzt war
allerdings klar.
Gegenüber der Schaltung mit 2 LEDs und 2 Transistoren ist sie wohl in
allen Belangen überlegen, selbst im Preis ist der Abstand dann nicht
sehr groß.
Für meine einfache Anforderung reicht aber die 1
LED/1Transistorvariante.
Ich habe auch die genauere LM4040 u.a. bekommen, aber nach dem Ergebnis
erübrigt sich eigentlich eine Vermessung dieser, die ja ebenfalls
vorgeschlagen wurde. Die sind auch neben anderem für ein anderes
Projekt.
Jetzt habe ich doch noch die LM4040AIZ-2,5 vermessen. Das war doch
durchaus aufschlußreich.
Abweichung absolut: 0,08 %
Abweichung bei Stromänderung: 70 ppm (sprich Eingangsspannungsänderung)
Teststrom: 100 uA - 420 uA (30 KOhm Widerstand in Serie)
Ggü. der LM385 ist sie zwar absolut etwas genauer, aber man braucht
erheblich mehr Strom. Außerdem reagiert sie nicht so gutmütig wie die
LM385, denn bei zu wenig Strom bricht die Referenzspannung total ein
(0,65 Volt). Die LM385 hat mit einer leicht erhöhten Stromsensibilität
reagiert.
Die LM385 reagiert außerdem wesentlich weniger auf Stromänderungen
allgemein.
Darüber hinaus konnte ich bei der LM4040 ein paar eigenartige
Spannungseinbrüche beobachten in unregelmäßigen Abständen von mehreren
Minuten um ca. 0,588 Millivolt beobachten, das habe ich beim LM385 nicht
gesehen. Könnte aber theoretisch auch von extern kommen, der Aufbau ist
ja auf dem Steckbrett ohne Abschirmung und ich habe die Leuchtstoffröhre
an.
Temperaturdrift ist auf jeden Fall etwas besser als bei LM385. Da ich
die Temperaturdrift nicht so genau erfassen kann, mache ich mal keine
genaue Aussage, der typische Wert aus dem Datenblatt scheint jedenfalls
zuzutreffen.
So habe mal alle Leuchtstofflampen ausgemacht. Da hatte ich die
Einbrüche nicht mehr. Scheint wohl von den Leuchtstofflampen gekommen zu
sein.
Als Niedrigstromreferenz ist sie jedenfalls ungeeignet. Erstens braucht
sie viel mehr Strom und zweitens reagiert sie ungenauer auf
Spannungsänderungen als die LM385 und ist auch noch teurer (auch die
ungenauere mit 1% Initialgenauigkeit).
Mein Netzteil habe ich auch mal "roh" vermessen. Der Drift ist so
ungefähr im Bereich der Referenzen. Sprich von dem kommen keine
Störungen, was ja in einer Betriebsschaltung eher nicht der Fall ist,
weil da viele Verbraucher mit Laständerungen dranhängen, aber kann man
ja auch entkoppeln.
Tschuldigung für das Ausgraben eines alten Threads, habe aber damals
großes Verständnis über Zenerdioden gewonnen und möchte daher dieses
Datenblatt
http://rohmfs.rohm.com/en/products/databook/datasheet/discrete/diode/zener/edz3.6b.pdf
beisteuern, welches ein meiner Meinung nach äußerst aufschlussreiches
Strom/Spannungsdiagramm (bis 1µA) beinhalltet.
Für all die, die über google hierdrauf stoßen. ;)