Hallo, ich habe das Oszilloskop Hameg HMO1022. Im Handbuch auf den Seiten 23 bis 26 werden die unterschiedlichen Modi im Menu Erfassung (Button Acquire) Unterpunkt 'Wiederholrate' beschrieben. Das Handbuch ist im PDF-Format hier zu bekommen: http://www.hameg.com/manuals.0.html?&no_cache=1&L=1&tx_hmdownloads_pi1[mode]=download&tx_hmdownloads_pi1[uid]=5100 Im Handbuch ist das sehr kompliziert beschrieben. Kann mir mal bitte jemand in einfachen, verständlichen Worten erklären worin die Unterschiede zwischen den Einstellungen 'MAX. ABTASTR.' (also maximale Abtastrate) und 'MAX. WDH.-RATE' (also maximale Wiederholrate) (S. 24) sind? Am besten anhand eines Signals, dass ich einmal im Modus 'MAX. ABTASTE:' und einmal im Modus 'MAX. WDH.-RATE' betrachte. Im Text auf S.24 (MAX. WDH.-RATE) heißt es: ... Die angezeigte Datenanzahl beträgt pro Bildspalte im Kurvenfenster ein erfasstes Datum. ... Was ist mit Bildspalte gemeint? Eine Pixel-Spalte des Bildschirms? Was ist mit Datum gemeint? Ein Messwert? Auf S.25 (MAX. ABTASTE.) heißt es: ... Die angezeigte Datenanzahl pro Bildspalte im Kurvenfenster beträgt bis zu 40 erfasste Daten ... Wie kann man mit einer Pixelspalte (wenn Bildspalte Pixelspalte meint) 40 erfasste Daten darstellen? Außerdem verstehe ich 'Hochauflösend' (S.24) und Interlace-Betrieb (S.25) nicht. Vielen Dank schonmal!
Mr.Burns schrieb: > Unterschiede zwischen den Einstellungen 'MAX. ABTASTR.' (also maximale > Abtastrate) Sample so schnell wie Du kannst, aber lass Dir ruhig Zeit für ein Bildschirmupdate. Da braucht man, wenn man ein hochfrequentes Signal richtig sehen will. > und 'MAX. WDH.-RATE' (also maximale Wiederholrate) (S. 24) Nimm so viel auf, wie möglich (nicht unbedingt mit der höchsten Abtastrate). Das braucht man, wenn man z.B. ein 'seltenes' Ereignis sehen will. > Was ist mit Bildspalte gemeint? Eine Pixel-Spalte des Bildschirms? Würde ich so interpretieren. > Was ist mit Datum gemeint? Ein Messwert? Ja. > > Auf S.25 (MAX. ABTASTE.) heißt es: > > ... > Die angezeigte Datenanzahl pro Bildspalte im Kurvenfenster beträgt bis > zu 40 erfasste Daten > ... > > Wie kann man mit einer Pixelspalte (wenn Bildspalte Pixelspalte meint) > 40 erfasste Daten darstellen? Einfach übereinander schreiben. Im Idealfall fallen die 40 Messwerte auf ein Pixel. Im Extremfall würden pro Spalte 40 Pixel aktiviert. > Außerdem verstehe ich 'Hochauflösend' (S.24) Aus z.B. vier Messwerten wird ein Mittelwert gebildet. Das klappt natürlich nur, wenn man bis zu 1/4 der max. Abtastrate eingestellt hat. > und Interlace-Betrieb > (S.25) nicht. Man verzichtet auf zwei Kanäle und hat dafür die doppelte Abtastrate. Viele Grüße, Hans
Hallo Hans, danke für Deine Antwort, aber so ganz klar ist mir das noch immer nicht. Was macht das Oszi denn in den beiden Modi anders? Also in Max. Abtastrate werden soviele Messwerte wie möglich pro Sekunde gemessen, es entsteht somit ein genauerer Signalverlauf, das verstehe ich noch. Aber was passiert bei der Max. Wiederholrate? Was macht das Oszi da? Was wird da wiederholt? Danke nochmals!
Warum fragst Du nicht die Helden von Hameg selber? Oder gibt es keinen deutschen Support dafuer?
Mr.Burns schrieb: > Aber was passiert bei der Max. Wiederholrate? Was macht das Oszi da? > Was wird da wiederholt? Kennst du die Bildwiederholrate bei Bildschirmen? Genau das.
Mr.Burns schrieb: > Aber was passiert bei der Max. Wiederholrate? Was macht das Oszi da? wenn du möglichst viele Messpunkte nutzt (max. Abtastrate) muss das Oszi bei jeder Messung 1 Mio Datenpunkte aufnehmen, skalieren und in den Bildschirmspeicher schieben. Außerdem müssen vielleicht noch Auswertungen auf den Daten berechnet werden (Effektivwert oder was immer sonst noch aktiviert ist). Die Rechnerei dauert ihre Zeit, und dementsprechend wird die Zeit bis zur nächsten Messung länger. wenn du statt der 1Mio Punkte nur 1000 Datenpunkte aufnimmst, hast du immer noch eine schöne Kurve auf dem Bildschirm, das Oszi hat aber einen Faktor 1000 weniger Rechenarbeit. Es ist schneller wieder für eine neue Messung bereit und kann diese aufnehmen. So optimiert man die Wiederholrate. > Was wird da wiederholt? Die Triggerung bzw. die Aufnahme von neuen Messwerten.
Hallo Achim, danke, hat mir geholfen. Auch danke an alle anderen!
http://www.all-electronics.de/texte/anzeigen/43848/Oszilloskop-Signal-Erfassungsraten Die Hameg-Anleitung geht eher auf die Details des HMOs ein, als auf die Grundlagen. Vergleiche dein Scope mit einer Digitalkamera, die Bilder schiesst. a) Hohe Wiederholrate, niedrige Abtastrate = viele Bilder pro Sekunde mit weniger Details (=Samples) pro Bild. b) Niedrigere Wiederholrate, höhere Abtastrate = weniger Bilder pro Sekunde mit mehr Details (=Samples) pro Bild. Bei hoher Wiederholrate ist die Wahrscheinlichkeit größer ein seltenes Ereignis zu sehen, da die Totzeit zwischen zwei Bildern geringer ist. Bei hoher Abtastrate ist die Wahrscheinlichkeit größer, Details innerhalb eines Bildes besser oder überhaupt zu sehen, wobei die Totzeit zwischen je zwei Bildern größer ist. Ein Bild, das in die Totzeit fällt und einen seltenen Störer enthält, bleibt unsichtbar. Bei Scopes mit hoher wfm/s (Bildschirmaktualsierungsrate) und gleichzeitig hoher Abtastrate ist die Wahrscheinlichkeit größer einen seltenen Störer zu finden als bei solchen mit niedrigerer wfm/s. Ob man's braucht, ist ein ganz anderes Thema. Die HMOs sind für die meisten Anwendungen ausreichend. Gruß Gunb
>Bei hoher Wiederholrate ist die Wahrscheinlichkeit größer ein seltenes >Ereignis zu sehen, da die Totzeit zwischen zwei Bildern geringer ist. Allerdings sind die von Hameg da sehr schlecht! (gute Werte sind 500k..1M wfms/s)
MCUA schrieb: >>Bei hoher Wiederholrate ist die Wahrscheinlichkeit größer ein seltenes >>Ereignis zu sehen, da die Totzeit zwischen zwei Bildern geringer ist. > Allerdings sind die von Hameg da sehr schlecht! > (gute Werte sind 500k..1M wfms/s) Nee, die sind da nicht "sehr schlecht", sondern Mittelmaß. Es gibt Teks und Agilents der höheren Preisklasse, die auch nicht mehr machen. Besonders Agilent hat auch nicht bei allen 8k,-€ Geräten 1M wfm/s - kommt eben darauf an, wofür man es braucht. Sind eh nur "bis zu"-Werte, alles eben abhängig von der gewählten Zeitbasis. Steht im Datenblatt. Dieses ganze wfm/s-Gehabe wird eh überbewertet.
>Nee, die sind da nicht "sehr schlecht", sondern Mittelmaß. Grössenordnung von wenigen 1000 würd ich eher als (sehr) schlecht denn als Mittelmaß sehen. >Dieses ganze wfm/s-Gehabe wird eh überbewertet. Was heisst überbewertet. daran sieht man was die Hardware kann. Je weniger desto billiger die Hardware des Oscis. Mit wenigen 1000 bleibt nichts als Totzeit, und man wird Glitches so gut wie nie finden können (auch nicht mit "spez." trigger-Möglichkeiten, wie zT bei Hameg genannt). Analog-Oscis haben bis zu ca 3-400.000 wfm/s.
Hallo, MCUA schrieb: > Analog-Oscis haben bis zu ca 3-400.000 wfm/s. krass! Und der Bildschirm wird dann mit Hochgeschwindigkeitskameras abgefilmt oder wie sieht man die 3 µs Glitches? vlg Timm
Mit entspr. (Nachleucht)Bildröhre kann mans vermuten oder sehen. Jedenfalls geht es nicht völlig in der Totzeit unter, wie bei billigen DSOs.
Timm Reinisch schrieb: > krass! Und der Bildschirm wird dann mit Hochgeschwindigkeitskameras > abgefilmt oder wie sieht man die 3 µs Glitches? Wenn du mit Analogoszis die Helligkeit hochdrehst (zumindest mit Oszis, die 8kV und mehr Nqachbeschleunigung haben), dann kannst du bei einem periodischen Signal noch problemlos ein Glitch erkennen der nur ein mal von 100 mal vorkommt, oft sogar noch einer von 1000. Selbst ohne Nachleuchtröhre.
Hallo, Udo Schmitt schrieb: > Timm Reinisch schrieb: > Wenn du mit Analogoszis die Helligkeit hochdrehst (zumindest mit Oszis, > die 8kV und mehr Nqachbeschleunigung haben), dann kannst du bei einem > periodischen Signal noch problemlos ein Glitch erkennen der nur ein mal > von 100 mal vorkommt, oft sogar noch einer von 1000. > Selbst ohne Nachleuchtröhre. interessant aber nicht umplausibel. Aber einer von 300 000 ? Das ist ja wohl doch ein bisschen abgehoben! vlg Timm
MCUA schrieb: >>Dieses ganze wfm/s-Gehabe wird eh überbewertet. > Was heisst überbewertet. daran sieht man was die Hardware kann. > Je weniger desto billiger die Hardware des Oscis. > Mit wenigen 1000 bleibt nichts als Totzeit, und man wird Glitches so gut > wie nie finden können (auch nicht mit "spez." trigger-Möglichkeiten, wie > zT bei Hameg genannt). > Analog-Oscis haben bis zu ca 3-400.000 wfm/s. Wieder eine falsche Pauschalaussage: es kommt immer auf die pro Zeiteinheit auftretende Anzahl der Glitches an. So einfach. Analogscopes? Wer redet hier nun von Analogscopes? Hier ging es um den Unterschied zwischen den beiden o.g. Funktionen der HMOs des Threaderöffners. Von Triggermöglichkeiten hat hier niemand gesprochen. Bin selber HFler, lange genug, und kenne die Unterschiede - unnötig, diese zu erklären.
Timm Reinisch schrieb: > interessant aber nicht umplausibel. Aber einer von 300 000 ? Das ist ja > wohl doch ein bisschen abgehoben! Was ist daran bitte nicht plausibel oder gar abgehoben? Sorry, das ist 2. Semester Messtechnik, Grundlagen Analogscope. Das ist bei mir mal als 20 Jahre her, aber vom ersten Tag an plausibel. Schlimm, wenn die Leute heute keine Analogscopes mehr besitzen oder deren Funktion nicht verstanden haben, stattdessen die Digiscopes als Allheilmittel sehen.
>Analogscopes? Wer redet hier nun von Analogscopes?
Es ist schnuppe von was geredet wird.
Massgeblich ist das, was das Ding (OSCI) darstellen oder eben nicht
darstellen kann. wfm/s sind dafür auch masgebend, genauso wie Sample/s
oder MHz. (warum wohl verbergen viele Hersteller die wfm/s?)
MCUA schrieb: >>Analogscopes? Wer redet hier nun von Analogscopes? > Es ist schnuppe von was geredet wird. Nee, es geht um das Thema des Eröffners. Und nicht um eine weitere wfm/s-Diskussion. Oder Analog- gegen Digiscope. Mach doch einen eigenen Thread zum Thema auf. > Massgeblich ist das, was das Ding (OSCI) darstellen oder eben nicht > darstellen kann. wfm/s sind dafür auch masgebend, genauso wie Sample/s > oder MHz. (warum wohl verbergen viele Hersteller die wfm/s?) Hat ja auch niemand bestritten. Der Artikel sagt alles dazu Notwendige. Und wenn man nun noch in der Lage ist die Formel und ein wenig Wahrscheinlichkeitsrechnung zu beherrschen, dann kann man für jedes Scope leicht ausrechnen, bis zu wie vielen Glitches pro Zeiteinheit das Teil noch taugt oder eben nicht - FALLS man es überhaupt zu diesem Zwecke einsetzen möchte. So einfach.
MCUA schrieb: > (warum wohl verbergen viele Hersteller die wfm/s?) Weil man sie am Trigger-Out so leicht nachmessen kann? SCNR
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