Hallo, ich wuerde gerne mit dem vor kurzem veroeffentlichen Programm Jasper fuer den Raspberry Pi eine Sprachsteuerung fuer Musik realisieren. Ich hab mir ueberlegt das ausgehende Audio Signal aus dem eingehenden Signal des Mikros herauszufiltern, damit der Raspberry mich auch noch versteht wenn die Musik laut ist. Geht das einfach mit Hilfe einer OPV schaltung? Oder auf welche weise wuerdet ihr das realisieren? Ist das ueberhaupt realisierbar?
Ammp schrieb: > das ausgehende Audio Signal aus dem eingehenden Signal > des Mikros herauszufiltern, Du meinst sicher, das Sprachsignal rausfiltern. Nicht das Audiosignal. Und um die Sprache von der Musik zu trennen, brauchst du schon größere Geschütze als einen einfachen OPV. Beschäftige dich mal mit DSPs (digitalen Signalprozessoren), damit kannst du (in begrenztem Maße) solche Sachen machen. Schau dir mal den "Sprachextraktor" an. http://www.hoerfabric.de/4/Produkt+LINGUA/ Der ist hauptsächlich dafür geschaffen, aus einem Signalgemisch eines Empfängers (z.B. Kurzwelle) die Sprachinformationen rauszufiltern und Nebengeräusche möglichst gut zu unterdrücken. Ob das allerdings in deinem Falle (laute Hintergrundmusik) noch genügend gut funktioniert, wage ich zu bezweifeln.
Ammp schrieb: > ich wuerde gerne mit dem vor kurzem veroeffentlichen Programm Jasper > fuer den Raspberry Pi eine Sprachsteuerung fuer Musik realisieren. Ich > hab mir ueberlegt das ausgehende Audio Signal aus dem eingehenden Signal > des Mikros herauszufiltern, damit der Raspberry mich auch noch versteht > wenn die Musik laut ist. Das ist eine sehr, sehr schwierige Aufgabe. > Geht das einfach mit Hilfe einer OPV schaltung? Im Prinzip schon. Nur würden es sehr viel mehr als nur ein OPV werden müssen... > Oder auf welche weise wuerdet ihr das realisieren? Nur ein kräftiger DSP kann ein einigermaßen gutes Ergebnis erzielen. Und damit ist nicht etwa gemeint, daß es damit nahezu perfekt funktioniert, sondern vielmehr, daß sich damit zumindest eine deutliche Verbesserung der Situation ergeben kann. > Ist das ueberhaupt > realisierbar? Perfekt? Klares nein. Das Blöde an Musik ist, daß sie sehr viel Zeugs enthalten kann, der von Sprache kaum oder garnicht zu unterscheiden ist. Insbesondere natürlich auch wieder Sprache...
Wenn du das Signal an den Lautsprechen abgreifst weißt du ja wie die Musik ist. Dann müsste es doch irgendwie möglich sein die Musik einfache gesagt vom Signal des Mikrofons zu subtrahieren.
Max H. schrieb: > Wenn du das Signal an den Lautsprechen abgreifst weißt du ja wie die > Musik ist. Dann müsste es doch irgendwie möglich sein die Musik einfache > gesagt vom Signal des Mikrofons zu subtrahieren. Nö. Da sind Zeitverzögerungen, Reflektionen, Schwingungen von Gegenständen einschliesslich der Lautsprecher ... etc. Gruß Jobst
Im Prinzip geht das. Einfach das Ausgangssignal geeignet verzögert und abgeschwächt vom Mikrofoneingang abziehen. "geeignet" hängt dann hauptsächlich von der Raumakustik ab, muß man ausmessen. Das ganze gibt es auch als fertige Library, die sich Handyhersteller für teures Geld kaufen und in die Firmware linken. Da heißt es "echo cancellation" und wird auf die Gehäuse- statt Raumakustik abgeglichen (das Handygehäuse leitet Schall vom Lautsprecher zum Mikrofon. Wenn das bei beiden Gesprächspartnern passiert, gibt's 'ne Rückkopplung).
Nosnibor schrieb: > "geeignet" hängt dann > hauptsächlich von der Raumakustik ab, muß man ausmessen. Wie du schon sagst, das hängt von der Raumakustik ab. Wenn dann ein Stuhl an anderer Stelle steht oder die Gardinen offen sind (nur Beispiele), dann funktioniert es nicht mehr. Das Prinzip funktioniert nur theoretisch bzw. nur im schalltoten Raum. Also für praktische Raumverhältnisse eigentlich fast gar nicht.
vcd schrieb: > Wie du schon sagst, das hängt von der Raumakustik ab. Wenn dann ein > Stuhl an anderer Stelle steht oder die Gardinen offen sind (nur > Beispiele), dann funktioniert es nicht mehr. Das Prinzip funktioniert > nur theoretisch bzw. nur im schalltoten Raum. Also für praktische > Raumverhältnisse eigentlich fast gar nicht. Interessant. Das wollte ich nämlich auch schon immer mal ausprobieren. Ist das so komplett unbrauchbar oder würde man wenigstens ein deutliche Verminderung des Musikanteils erreichen können?
Ich habe noch einen Aspekt vergessen: Die Mehrfachreflexionen. Das heißt, mit einer einzigen Verzögerung kommst du sowieso nicht aus, weil jede einzelne Reflexion im Raum mit unterschiedlichem Pegel, unterschiedlicher Verzögerungszeit und unterschiedlicher Phasenlage jeweils gegenphasig wieder eingespeist werden müßte, um eine Auslöschung zu erzielen. Also nach dieser Methode Nosnibor schrieb: > Im Prinzip geht das. Einfach das Ausgangssignal geeignet verzögert und > abgeschwächt vom Mikrofoneingang abziehen. so gut wie aussichtslos. Und wenn dann, wie oben beschrieben, sich eine Kleinigkeit im Raum ändert, kannst du sämtliche Messwerte neu ermitteln, weil sie auch teilweise von einander abhängen. Innerhalb eines Handygehäuses ist das noch einigermaßen beherrschbar, aber nicht in einer offenen Umgebung.
Karl Heinz schrieb: > Interessant. Das wollte ich nämlich auch schon immer mal ausprobieren. > Ist das so komplett unbrauchbar oder würde man wenigstens ein deutliche > Verminderung des Musikanteils erreichen können? Es gibt ja Kopfhörer mit aktiver Störschallunterdrückung (M.W. ein Patent von Sennheiser). Damit kann man den Störschall zumindest um einige dB drücken. Gruss Harald
Karl Heinz schrieb: > Interessant. Das wollte ich nämlich auch schon immer mal ausprobieren. > Ist das so komplett unbrauchbar oder würde man wenigstens ein deutliche > Verminderung des Musikanteils erreichen können? Eine Dämpfung kann man schon erreichen, aber die Ergebnisse werden stark schwanken, weil du gar nicht alle Faktoren bestimmen kannst (siehe meinen Ergänzungs-Post). Das Prinzip wird ja bei Handys benutzt, oder bei Kopfhörern, um den Außenschall zu dämpfen. Und selbst da, wo man ja ziemlich definierte Bedingungen hat, gelingt das nicht sehr gut. Bei den Kopfhörern ist an der Außenseite ein Mikrofon angebracht, das den zu unterdrückenden Schall aufnimmt und gegenphasig ins Nutzsignal einspeist. Auch hier hat man sehr stark schwankende Ergebnisse. Es hängt auch extrem vom Charakter und spektralen Aufbau des Stör-Schalls ab.
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