Ich habe via Dienstleister schon etliche Vorstellungsgespräche
(freiberufler) geführt.
D.h. man sitzt neben der Person von Gulp/Hays/... und hat ggü den
"Kunden".
Die letzten Male wurden Visitenkarten ausgetauscht, d.h. ich bekam eine
vom "Kunden", hatte aber selbst keine dabei.
Ich darf sowieso keine Direkt-Aquisition mit dem Kunden machen (12
Monate gesperrt via "Vorvereinbarung") und damit bringen die Karten
nichts.
Allerdings könnte es ja sein, dass man bei der Firma einen guten
Eindruck macht, für das ausgeschriebenes Projekt zwar nicht genommen
wird, aber gerne meine Kontaktdaten aufbewahrt für die Zeit nach 12
Monaten.
Aber wie wirkt das auf den Dienstleister?
Würde der einschreiten, oder lieber schweigen und mir keine Projekte
mehr anbieten?
Der direkte Ausstausch der Visitenkarten heißt ja: man braucht den DL
nicht (mehr), wir können direkt verhandeln ...
> Wenn die Int. an dir hätten, würden die dich nehmen.
Schon klar.
Aber es geht ja auch um die Frage der Höflichkeit.
Wenn man eine Karte bekommt, gibt man ja eine zurück.
Ich habe das nicht gemacht, da ich mich loyal zum DL verhalten wollte.
Und diesen will ich nicht verärgern, da er mir Projekte zuspielt, die
nicht weder auf deren Internetseite stehen, noch auf der Firmenhomepage
des Kunden.
(Verdeckter Stellenmarkt)
Du bist Geschäftsmann, wenn du keine Visitenkarte vorweisen kannst, bist
du es nicht wehrt. Ob es dem DL gefällt oder nicht interessiert keinen.
Bist du gut organisiert? Dann hast es und ne Homepage. Beider
repräsentiert dich.
Ich hab mal mit einem DL versucht zu arbeiten. Ging nicht lange gut.
Seither nur noch direkt ohne diese Flaschen.
Ich frage mich nach dem Sinn von Visitenkarten: Das ist genauso wie die
Berge von Prospekten mit dem man tagtäglich zugemüllt wird.
Hebt irgendjemand diese Visitenkarten überhaupt auf?
Ich speichere Kontakte nur digital.
Die peinliche Situation obigen Interview war allerdings, dass ich die
Visitenkarte des Entwicklerchefs unabsichtlich liegengelassen habe.
Das hat er Begründung für die Absage u.a. angegegen, und der DL hat es
mir dann übermittelt.
Nürnberger schrieb:> Ich habe via Dienstleister schon etliche Vorstellungsgespräche> (freiberufler) geführt.> D.h. man sitzt neben der Person von Gulp/Hays/... und hat ggü den> "Kunden".> Die letzten Male wurden Visitenkarten ausgetauscht, d.h. ich bekam eine> vom "Kunden", hatte aber selbst keine dabei.> Ich darf sowieso keine Direkt-Aquisition mit dem Kunden machen (12> Monate gesperrt via "Vorvereinbarung") und damit bringen die Karten> nichts.
Hattest du einen Vertrag mit dem Dienstleister, also irgendein
unterschriebenes Dokument, was Dir verbietet dich in diesen von dem DL
vermittelten Gesprächen selbst zu vermitteln?
Wenn Ja, lass das mit der Visitenkarte
Wenn Nein, Deine Visitenkarte auf den Tisch legen.
Wie vermarktest Du Dich selbst?
XING, Linkedin, ...?
Welchen Vorteil bringt es Dir Dich über Hays, etc. vermarkten zulassen?
Die wollen ja auch Kohle sehen, und soweit ich mitbekommen haben, nicht
zu knapp.
Wenn man dich nach deiner Karte fragt oder wenn dir dein Gegenüber seine
Karte gibt, dann gebietet es die Höflichkeit und das professionelle
Auftreten, dass du ihm deine gibst.
Wenn dein Zuhälter sich darüber aufregt, dann mach ihm klar, dass er die
Fresse halten soll oder du suchst dir einen neuen Zuhälter.
> was Dir verbietet dich in diesen von dem DL> vermittelten Gesprächen selbst zu vermitteln?
Ja, die sogenannte "Vorvereinbarung" oder manchmal
"Kundenschutzvereireinbarung" genannt.
Aber das machten alle DL, mit denen ich bisher in Kontakt war.
... Der Auftragnehmer verpflichtet sich, für die Dauer von 12 Monaten
nach Unterzeichnung dieser
Vereinbarung kein Vertragsverhältnis (auf eigene Rechnung oder durch
Dritte) bei dem Kunden
einzugehen, welches die Übernahme des von XXXX vorgestellten
Projektes und daraus
resultierende Folgeprojekte zum Inhalt hat.
...
> Welchen Vorteil bringt es Dir Dich über Hays, etc. vermarkten zulassen?
Aquisition von Projekten bedeutet ja ziemlichen Zeitaufwand.
Dieser wird mir praktisch abgenommen.
Die DL treffen ja schon eine Vorauswahl und stellen nur Leute vor, mit
denen sie schon gute Erfahrungen gemacht haben. Das macht es für die
Firmen auch einfacher.
Auch haben DL mehr Projekt/Stellen-Angebote auf Lager.
Die Firmen geben die interessanten Stellen gar nicht mehr zum
öffentlichen Stellenmarkt.
(z.B. um gesetzliche Vorgaben, z.B. Antidiskriminierung, zu
unterwandern)
> Die wollen ja auch Kohle sehen, und soweit ich mitbekommen haben, nicht> zu knapp.
Ja, aber das zahle nicht ich, sondern die Firma.
Ich schreibe dem DL eine Rechnung über die geleisteten Stunden und dem
vereinbarten Stundensatz.
Daraus generieren die ihre Rechnung an die Firma und schlagen einen
Provisionsanteil von ca 10-20% drauf.
> und schlagen einen Provisionsanteil von ca 10-20% drauf.
das vergiss mal lieber schön, denn weder weist du es noch ahnst du es
für was du da verkauft wirst.
>> und schlagen einen Provisionsanteil von ca 10-20% drauf.> das vergiss mal lieber schön, denn weder weist du es noch ahnst du es
Doch. Einmal hat eine Angestellte vom "Einkauf" die Rechnung u.a. mir
zugeschickt (sie hat diese meinem Betreuer geschickt, damit er sie
"freigibt", ich war unter CC).
Das hätte sie natürlich nicht tun dürfen.
Es waren 15%, was der DL draufgeschlagen hat.
Ich habe auch von anderen Aufschlägen gehört (50-100%), aber das hängt
auch mit der Zeit des Einsatzes zusammen.
Wenn ein Projekt-Nehmer nur für ein paar Wochen verliehen wird, fällt
fast genauso viel Vermittlungs-Aufwand an, welcher umgerechnet werden
will.
> Wenn ein Projekt-Nehmer nur für ein paar Wochen verliehen wird,
dann hat er eigentl. schon mal sehr gut zu tun, über eine Weile....
> fällt fast genauso viel Vermittlungs-Aufwand an,
darüber sollte man sich als Leistungserbringer keine Gedanken machen,
außer man muß das selber erledigen...
> welcher umgerechnet werden will.
den "Aufwand", den du dort zu sehen denkst, kann eine Hilfskraft genauso
gut erledigen, wie du ja mit dem Bsp., der dir zufällig übermittelten
Infos, bemerkt hast.
Und ob das nicht vllt. Täuschung durch Absicht war, oder nur eine
Abschlagszahlung, weißt du auch nicht genau?
Deinen Wert an Leistung durch Quali und BE wirst du aber sicherlich
kennen?
Nürnberger schrieb:> Ich frage mich nach dem Sinn von Visitenkarten:
Nicht unbedingt. Die Tradition eine repräsntative Visistenkarte
weiter zu geben, zeugt von Professionalität, besonders bei
persönlichen Kontakten. Denn bei verbal oder handschriftliche
Kontaktdaten können sich immer Fehler einschleichen und dann
kann im Worst-Case-Fall die Nachhaltigkeit für diese Mühe
verloren gehen. Gerade heute, wo es immer weniger Festnetzanschlüsse
wegen Mobiltelefonen gibt und damit auch keinen Eintrag mehr in
Telefonbücher oder -datenbanken, sollte man sich der Zuverlässigkeit
der Visistenkarte für die persönliche Kontaktweitergabe bewusst sein
und das auch zu schätzen wissen.
Wenn es dafür allerdings ersatzweise ein App für das Smartphone gibt,
bzw. mal geben wird, so das man zum Adressaustausch nur noch mit
den Handys sich gegenseitig Daten per Geste einscannen kann
(quasi so simpel wie Lebensmittel im Supermarkt gescannt werden),
dürfte auch das veraltete Konzept der Visitenkarte irgend wann mal
aussterben.
> Die Tradition eine repräsntative Visistenkarte weiter zu geben, zeugt von> Professionalität, besonders bei persönlichen Kontakten.
Ich weiß. Aber ich habe da Schwierigkeiten.
Da ich keine separate Firmenadresse habe, und ich meine private
Wohnadresse nicht bekanntgeben will, sieht die Visitenkarte etwas
"nackt" aus.
E-mail und Mobilnummer macht eben nicht so viel her.
Dieses kurze Anschreiben fast den Vorteil von DL zusammen:
Sehr geehrter Herr XXXXX,
als Experte im Projekteinsatz möchten Sie sich auf Ihren Aufgaben beim
Kunden konzentrieren und
möglichst wenig mit administrativen Dingen zu tun haben.
Nutzen Sie daher unsere regelmäßige Abfrage zu Ihrer Verfügbarkeit und
teilen Sie uns mit einem
Klick mit, ab wann wir Sie für Folgeprojekte vorschlagen können. So
können Sie von
vielversprechenden Projekt- und Karrieremöglichkeiten profitieren!
Nürnberger schrieb:> als Experte im Projekteinsatz möchten Sie sich auf Ihren Aufgaben beim> Kunden konzentrieren und> möglichst wenig mit administrativen Dingen zu tun haben.
Nette Bevormundung.