Forum: Offtopic Internet der Dinge


von Stefan D. (reverse)


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Was ist eure Meinung zum Thema „Internet der Dinge“?
Glaubt ihr da kommt was Gutes dabei raus? Kann man damit Geld verdienen, 
ist es was für die Zukunft?

Will ich oder jemand wirklich mein ganzes Haus/ Geräte oder meine 
Klamotten mit Elektronik bestücken, um alles an irgendeinem „Netz“ zu 
verbinden?

Ich würde zwar gerne einiges mit einem Heimnetzwerk verbinden oder 
einige Sensoren mit einem Smartphone auslesen können, aber nicht weiter.
Ich möchte kein „Google Nest“,keine Kinect Spycam in meinem Haus haben 
oder einen Kühlschrank der mein Verhalten lernt.
Mein Bereich sollte ich überwachen können, aber mich kein anderer.

von Falk B. (falk)


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von Paul B. (paul_baumann)


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Stefan frog:
>Glaubt ihr da kommt was Gutes dabei raus?

...und beantwortete seine Frage gleich selbst:
>Will ich oder jemand wirklich mein ganzes Haus/ Geräte oder meine
>Klamotten mit Elektronik bestücken, um alles an irgendeinem „Netz“ zu
>verbinden?

Das weißt Du nur selbst.

>Ich möchte kein „Google Nest“,keine Kinect Spycam in meinem Haus haben
>oder einen Kühlschrank der mein Verhalten lernt.

Ich auch nicht.

MfG Paul

von Stefan D. (reverse)


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Ok, laut Falks Link zum Hype-Zyklus geht zwar die Kurve ins "Tal der 
Enttäuschung" doch danach geht es wieder nach oben.
Somit könnte ich daraus schließen, dass es dann in irgend einer Form 
wieder kehren wird.

@ Paul,
für mich habe ich das selber beantwortet, doch ich wollte auch weitere 
Meinungen hören :)

von Matthias L. (limbachnet)


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Stefan D. schrieb:
> Somit könnte ich daraus schließen, dass es dann in irgend einer Form
> wieder kehren wird.

Besen mit Internet-Anbindung?

;-)

von Paul B. (paul_baumann)


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Matthias vermutete:
>Besen mit Internet-Anbindung?

Selbst Goethe hatte schon Leute mit fernsteuerbaren Besen um sich:

Zitat Goethe:

»In die Ecke,
Besen! Besen!
Seid’s gewesen.
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister.«


;-)

MfG Paul

von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Stefan D. schrieb:
> Ok, laut Falks Link zum Hype-Zyklus geht zwar die Kurve ins "Tal der
> Enttäuschung" doch danach geht es wieder nach oben.

Nicht automatisch, sondern nur dann, "wenn die Vorteile allgemein 
anerkannt und akzeptiert werden."

> Somit könnte ich daraus schließen, dass es dann in irgend einer Form
> wieder kehren wird.

Nein.

von Icke ®. (49636b65)


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Richtig viel Geld kann man nur mit massenkompatiblen Dingen verdienen. 
Dazu muß man jedoch die Kunst massenkompatiblen Denkens beherrschen. Es 
ist nämlich gar nicht so einfach, sich in die primitive Hirnstruktur der 
massenkompatibel konsumierenden Userschaft hineinzuversetzen und sich 
vorzustellen, daß diese Schicht Unsummen an Geld für Trivialitäten 
auszugeben bereit ist, ob nun direkt oder indirekt. Wer hätte sich 
vorstellen können, daß eine schnöde App zum Verschicken von Text- und 
Bildnachrichten eines Tages Milliarden Dollar wert ist? Wer hätte 
gedacht, daß Leute sich danach reißen, Hunderte von Euro für 
Mobiltelefone auszugeben, die zwar ihre Hauptfunktion nur schlecht 
erfüllen, mit denen man aber außerdem Musik hören und fotografieren 
kann. Und wer hätte gedacht, daß ein von der Grundidee her alles andere 
als neues Spiel mit grauenvoller Klötzchen-Grafik und dennoch 
sportlichen Hardwareanforderungen dieser Tage nennenswerte Erfolge 
verbuchen kann? Trotzdem wurde Minecraft mittlerweile 33 Mio mal 
verkauft.
Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen: Tamagotchi, Facebook, Red 
Bull und alles, was mir jetzt nicht einfällt. Nicht das Produkt zählt 
primär, sondern einen Hype darum loszutreten. Steve Jobs war einer der 
Genies, die das erkannt haben. Hätte er den Bleistift patentieren 
können, würde den jetzt jedermann aus der Hemdtasche gucken lassen und 
ohne Nachdenken 50€ pro Stück hinlegen...

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Das Internet der Dinge war eher für Gewerbebetriebe gedacht: Bsp. Kunde 
bestellt Auto mit Ledersitzen. Autohersteller prüft Bestand an 
Ledersitzen und bestellt dementsprechend nach. Der LKW der gerade auf 
dem Weg zu einem anderen Kunden ist und Ledersitze liefern soll, fährt 
nun doch erst zu dem einen Kunden, weil er Expresslieferung gebucht hat.

Jeder Sitz hat eine eigene Seriennummer. Wenn nun doch etwas schief 
geht, kann man genau nachvollziehen, in welchem LKW er transportiert 
wurde, wann eingeladen, wann ausgeladen etc. und wo er nun sein sollte.

von Michael B. (alter_mann)


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Matthias L. schrieb:
> Besen mit Internet-Anbindung?

Coole Idee!
Da weis das Borstengerät sofort, daß nicht gefegt werden braucht.
Grund: Mülleimer hat schon overflow gemeldet.

Aber wenn manche Leute einen Flaschenöffner brauchen mit 
I-Net-Anbindung, um mit der Handy-App zu schauen ob die Pulle auf 
ist....DANN WIRD DER MIST ÜBER UNS KOMMEN!

von R. W. (Gast)


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Michael Bauer schrieb:
> Matthias L. schrieb:
>> Besen mit Internet-Anbindung?
>
> Coole Idee!
> Da weis das Borstengerät sofort, daß nicht gefegt werden braucht.
> Grund: Mülleimer hat schon overflow gemeldet.


falsch! das schaufal kommuniziert mit dem Mülleimer, und nur die bekommt 
einen overflow...

..der Besen kommuniziert mit den Bodensenoren ob was gemacht werden muss 
;-)

Du hast die protected Class nicht verstanden ;-) ;-) ;-)

setzen!

;-)

( Spass )


LG
Rudi
;-)

>
> Aber wenn manche Leute einen Flaschenöffner brauchen mit
> I-Net-Anbindung, um mit der Handy-App zu schauen ob die Pulle auf
> ist....DANN WIRD DER MIST ÜBER UNS KOMMEN!

..ok das hast wieder gut gemacht ;-)

( spass )

von Purzel H. (hacky)


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Natuerlich kann man damit Geld verdienen. Es ist nur nicht ganz so 
offensichtlich. Ein kuerzliches Beispiel.

Im Haus hat man verschiedene Verbraucher, die laufen vor sich hin und 
machen irgend was. zB eine Waermepumpe. Ob die Waermepumpe eine halbe 
Stunde oder eine ganze Stunde spater einschaltet ist eigentlich egal, 
solange die Temperatur etwa im Rahmen ist. Dem EW ist es aber nicht 
egal. Nun gibt es eine Firma, die verkabelt deine Waermepumpe mit dem 
Internet, mit deren Server. Gegeueber dem EW tritt diese Firma als 
Stomverkaeufer auf.
Leute, ich kann Euch 100MW ueber Mittag bereitstellen, indem diese 
Waermepumpen spater oder verteilter anspringen. Das EW muss so weniger 
Spitzenleistung bereitstellen, die Firma verdient, der Kunde spart am 
Tarif.

Wo liegt das Problem?

von Bernd F. (metallfunk)


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Siebzehn mal Fuenfzehn schrieb:
> Natuerlich kann man damit Geld verdienen. Es ist nur nicht ganz so
> offensichtlich. Ein kuerzliches Beispiel.
>
> Im Haus hat man verschiedene Verbraucher, die laufen vor sich hin und
> machen irgend was. zB eine Waermepumpe. Ob die Waermepumpe eine halbe
> Stunde oder eine ganze Stunde spater einschaltet ist eigentlich egal,
> solange die Temperatur etwa im Rahmen ist. Dem EW ist es aber nicht
> egal. Nun gibt es eine Firma, die verkabelt deine Waermepumpe mit dem
> Internet, mit deren Server. Gegeueber dem EW tritt diese Firma als
> Stomverkaeufer auf.
> Leute, ich kann Euch 100MW ueber Mittag bereitstellen, indem diese
> Waermepumpen spater oder verteilter anspringen. Das EW muss so weniger
> Spitzenleistung bereitstellen, die Firma verdient, der Kunde spart am
> Tarif.
>
> Wo liegt das Problem?

Das gehört aber zu den ganz wenigen sinnvollen Anwendungen.

Das meiste wird Müll sein, einige wenige Dinge werden uns mit ihrem
Erfolg überraschen.

Grüße Bernd

von Bernd F. (metallfunk)


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Irgendwann ist es soweit.


Du rufst deinen Bekannten an, keiner geht ran.

Kurze Zeit später wird dir ( durch eine angenehme Frauenstimme )
mitgeteilt, dass dein Bekannter gerade seine Haustür aufgesperrt hat.

Kurze Zeit später: Der ist auf dem Klo.

Kurze Zeit später: Spülung wurde betätigt, Wasserhahn läuft,
Verbindung wird hergestellt.

Schöne neue Welt.


Bernd

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Bernd Funk schrieb:
> Schöne neue Welt.

Deshalb ist eine Internetverbindung für alle "Dinge" immer Pflicht - die 
zu PRISM :-(

von Gerald B. (gerald_b)


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Siebzehn mal Fuenfzehn schrieb:
> Natuerlich kann man damit Geld verdienen. Es ist nur nicht ganz so
> offensichtlich. Ein kuerzliches Beispiel.
>
> Im Haus hat man verschiedene Verbraucher, die laufen vor sich hin und
> machen irgend was. zB eine Waermepumpe. Ob die Waermepumpe eine halbe
> Stunde oder eine ganze Stunde spater einschaltet ist eigentlich egal,
> solange die Temperatur etwa im Rahmen ist. Dem EW ist es aber nicht
> egal. Nun gibt es eine Firma, die verkabelt deine Waermepumpe mit dem
> Internet, mit deren Server. Gegeueber dem EW tritt diese Firma als
> Stomverkaeufer auf.
> Leute, ich kann Euch 100MW ueber Mittag bereitstellen, indem diese
> Waermepumpen spater oder verteilter anspringen. Das EW muss so weniger
> Spitzenleistung bereitstellen, die Firma verdient, der Kunde spart am
> Tarif.
>
> Wo liegt das Problem?


Das Problem liegt darin, wenn die bösen Buben das Protokoll hacken und 
im Sekundentakt unendlich hohen und keinen Energiebedarf melden und alle 
Verbraucher auf einmal anspringen, weil es gerade Strom im Überfluss 
geben soll...
Damit kollabiert jedes Energienetz!
Nächstes Beispiel:
Intelligente Autos bremsen bei Staus ab oder nehmen Entlastungsstrecken.
Wird das gehackt, kannst du den Verkehr zusammenbrechen lassen. Für ein 
5 Jahre altes Auto eines Importeurs, der sich aus dem Markt 
zurückgezogen hat, gibt es kein Softwareupdate mehr und die Karre läßt 
auch prima ohne Schlüssel von jedem starten...
Lieber behalte ich mein altes Zeug, was ohne Netzwerk auskommt :-)

von Manuel X. (Gast)


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Ich sehe ja das IoT eher als Gefahrenquelle und potenzielles Einfallstor 
in meine Hausautomation und damit direkt in meine Sicherheit...

Aber gut...

von Lasst mich A. (ich_bin_durch)


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Sehe das auch skeptisch. Wenn das alles so einfach ist wären die kleinen 
Teile die ersten die nie kaputt gehen. Für Technik und Elektronik gebe 
ich gerne Geld aus wenn sie mir hilft, und beim IoT Hype habe ich das 
Gefühl das ich nur der Zahlmeister bin.

von Purzel H. (hacky)


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Was soll's. Als wir uns anfangs 90 noch per 2400er Modem in BBS 
einwaehlten, konnten wir uns auch nicht vorstellen dauernd mit Facebook 
oder so verbunden zu sein. Oder dass wir gar nichts mehr wissen muessen, 
weil Gurgel resp Wikipedia uns das abnehmen.
Teilweise verschieben sich auch die Ansichten. Wenn ich mich erinnere, 
ein stueck vor 1984 gab's einen Horrorschmoecker mit selbigem Namen. Die 
totale Kontrolle. Heutzutage werfen wir FB noch einen Satz Selfies 
hinterher. Cool, jeder inszeniert sich. 1984 ist so fern... was 30 Jahre 
ausmachen.

von Le X. (lex_91)


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Die Gesellschaft ändert sich laufend, stetig, und das seit 5000 Jahren.
Vieles wird heißer gekocht als es gegessen wird.
Als die Elektrizität entdeckt wurde und die ersten Glühbirnen kamen 
hatten die Menschen bestimmt mehr Angst, denn was sie sahen konnten sie 
sich nicht erklären.
Selbiges gilt für Autos, Industriealisierung, etc. Alles fundamentale 
Wendepunkte in der Geschichte der Menschheit.
Im Nachhinein muss ich aber sagen, ich bin ganz froh nicht im 
Mittelalter leben zu müssen.

Aber wahrscheinlich neigt der Mensch dazu, die Probleme "seiner" 
Generation als größer und wichtiger zu erachten. Aber den den Effekt der 
Veränderung gab es schon immer und wird es immer geben.
Ein paar Opis lamentieren drüber, und zwanzig Jahre später hat sich ein 
neuer Status Quo etabliert.

Von "1984" sind wir noch weit entfernt, ich behaupte sogar wir entfernen 
uns eher von der Totalen Überwachung als das wir uns ihr annähern, trotz 
NSA-Affäre etc. pp. Im Kalten Krieg bspw. waren einem totalitären Regime 
Tür und Tor weiter geöffnet als heute.
Im Gegenteil, wir nähern uns eher der "Brave New World" an 
(Konsumgesellschaft), aber dass ist nicht Thema dieses Threads :-)

von Icke ®. (49636b65)


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le x. schrieb:
> Im Nachhinein muss ich aber sagen, ich bin ganz froh nicht im
> Mittelalter leben zu müssen.

Sicher. Nur hat eben jeder Fortschritt auch negative Seiten an sich. Die 
Industrialisierung/Technisierung erleichtert den Menschen ihr Daeein. 
Aber gleichzeitig zerstört sie unsere natürlichen Lebensgrundlagen, 
vergiftet die Umwelt und macht uns zunehmend abhängig vom Funktionieren 
des technischen und logistischen Gesamtsystems. Technik kann das Leben 
verbessern, aber auch wertvolle Lebenszeit stehlen. Verschafft die 
Technik dem Normalbürger mehr Freizeit? Nein. Die eingesparte 
Arbeitszeit wird zum Teil von der Notwendigkeit aufgefressen, sich mit 
der Einarbeitung und dem am Laufen halten der Technik zu befassen. Und 
der Rest wird mit zusätzlichen Aufgaben gefüllt. Technischer Fortschritt 
entlastet nicht die Arbeitswelt, er beschleunigt sie nur. Und einen Teil 
der Freizeit verplempern viele Leute dank neuer 
Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Austauschen von Bergen nutzloser 
Informationen, wir hatten das im Smartphone-Thread bereits durchgekaut.

> Von "1984" sind wir noch weit entfernt

Wir sind weit entfernt, ja. Allerdings in die andere Richtung, weiter 
als Orwell sich das jemals hätte vorstellen können. Die technologischen 
Grundlagen totaler Überwachung sind schon Realität. Die Menschen tragen 
sie mittlerweile stets bei sich und nutzen sie mit Begeisterung. Niemals 
zuvor war Überwachung so einfach und noch dazu unter freiwilliger 
Mitwirkung der Menschen möglich...

von Axel L. (axel_5)


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Icke ®. schrieb:
> le x. schrieb:
>> Im Nachhinein muss ich aber sagen, ich bin ganz froh nicht im
>> Mittelalter leben zu müssen.
>
> Sicher. Nur hat eben jeder Fortschritt auch negative Seiten an sich. Die
> Industrialisierung/Technisierung erleichtert den Menschen ihr Daeein.
Das ist aber sehr nett ausgedrückt. Stell dir einfach mal nur eine 
Zahnbehandlung im Mittelalter vor, dann hast Du mal ein ganz 
anschauliches Beispiel für das bischen Verbesserung.

> Aber gleichzeitig zerstört sie unsere natürlichen Lebensgrundlagen,
> vergiftet die Umwelt und macht uns zunehmend abhängig vom Funktionieren
> des technischen und logistischen Gesamtsystems.
Ja, natürlich, spätestens wenn man mal ins Krankenhaus muss, wird einem 
das schmerzhaft bewusst. Früher ist man als Held gestorben. Auch die 
Abhängigkeit vom elektrische Strom ist schlimm, wie schön war es doch, 
einfach mit der Sonne ins Bett zu gehen.

> Technik kann das Leben
> verbessern, aber auch wertvolle Lebenszeit stehlen. Verschafft die
> Technik dem Normalbürger mehr Freizeit? Nein.
> Die eingesparte  Arbeitszeit wird zum Teil von der Notwendigkeit
> aufgefressen, sich mit
> der Einarbeitung und dem am Laufen halten der Technik zu befassen. Und
> der Rest wird mit zusätzlichen Aufgaben gefüllt. Technischer Fortschritt
> entlastet nicht die Arbeitswelt, er beschleunigt sie nur.
Hmm, 35-40 Stunden Woche mit sechs Wochen Urlaub gegenüber 6 Tage Woche 
noch in den 50ern ist keine Entlastung der Arbeitswelt ?

> Und einen Teil
> der Freizeit verplempern viele Leute dank neuer
> Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Austauschen von Bergen nutzloser
> Informationen, wir hatten das im Smartphone-Thread bereits durchgekaut.
Was die für nutzlos halten, sollte man den Leuten vielleicht doch selbst 
überlassen. Aber der Erfolg der recht teuren SMS zeigt doch, dass den 
Leuten diese nutzllosen Informationen recht viel Geld wert sind.

Allles in allem romantischer Quatsch, den Du da schreibst.

Gruss
Axel

von San L. (zwillingsfreunde)


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Hallo Offtopic gemeinde! Zum ersten mal hier in dieser Forumkategorie 
unterwegs ;)

Ich würde dazu gerne meine Meinung abgeben. Ich habe absichtlich die 
Antworten die bereits hier stehen noch nicht gelesen, um möglichst meine 
eigene meinung beschreiben zu können, ohne durch irgendwelche 
vorgedanken beeinflusst worden zu sein.

Es ist nunmal eine Tatsache dass in der heutigen Zeit das Bedürfniss der 
dauerhaften Kommunikation steigt. Heutzutage beschrenkt sich diese 
meistens auf die Kommunikation mit Freunden oder die aktuellsten News. 
Ich denke aber, irgendwann werden wir auch mit unseren Küchengeräten 
kommunizieren können. Ob dies gut ist...?

Ich würde sagen, hier gibts es Pro und Kontra seiten. Einerseits finde 
ich dieses Internet der Dinge Zeug für Unternehmen sehr interessant. Ein 
Unternehmen will stets gewinn erziehlen und ich finde, wenn die Technik 
dabei helfen kann Effizienter zu arbeiten ist dies eine gute Sache.

Wo ich allerdings meine bedenken habe ist das private Umfeld eines 
Menschen. Bereits heute in einer Zeit von Social Media, Whatsapp und dem 
Schnik-Schnak wurde jeder bereits einmal Zeuge davon, wie Leute ihr 
Handy zücken, sobald sie in einem Restaurant sitzen. Egal ob auf der 
anderen Tischseite der beste Freund oder gar die eigene Familie sitzt, 
das Smartphone gehört für viele auf den Tisch. Genau da beginnt mein 
bedenken. Ich selber bin auch gerade nur 19 Jahre alt und als Whatsapp 
und der ganze Kram kam, war ich in einem Alter wo man sowas natürlich 
mitkriegt, da nunmal viele bereits ein Handy hatten.

Als ich im Sommer 2010 meine Berufslehre als Elektroniker begonnen habe, 
konnte ich mir mit meinem ersten Monatslohn ein iPhone kaufen. Whatsapp 
wurde da natürlich Pflicht. Am Anfang war das ganze cool, damals haben 
auch die wenigstens so damit übertrieben. Mittlerweile laufe ich zwar 
mit einem Sony Xperia Z1 in der gegend rum, habe aber weder Facebook 
noch Whatsapp installiert. Nicht, weil ich gegen die Kommunikation bin. 
Ich habe diese Apps lediglich gelöscht, weil es mich genervt hat wenn 
ich mit Freunden im Ausgang war. Ich war schon immer der Typ, der nie 
auf sein Handy geschaut hat wenn wir unterwegs waren. Viele Freunde von 
mir leider schon. Ich habe mir dann irgendwann vorgenommen, dass ich 
nicht so sein will und habe all dieses Zeug gelöscht.

Auch wenn ich so ein bisschen vom Thema abgeschweift bin, hängt doch 
alles zusammen. Schlussendlich will ich damit sagne, dass ich den 
Technischen Fortschritt stark bewundere und beeindruckt davon bin, was 
mit der technologie von heute alles möglich ist. Andererseits finde ich 
es sehr schade, wenn die Technologie unser privates Umfeld beeinflusst, 
was leider bereits durch simple dinge wie Whatsapp der Fall ist. Ich 
will ja nicht wissen, wie das aussehen wird, wenn das ganze sich weiter 
entwickelt und intelligente Gegenstände zum alltag werden (Nicht dass 
ein Handy nicht bereits intelligent ist, aber ich meine jetzt, wenn 
irgendwann alles miteinander vernetzt ist).

Ich hoffe schwer, dass die Menschen nicht vergessen sich von Zeit zu 
Zeit in die Augen zu schauen, trotz all den Displays rund um uns...

Freundliche Grüsse.

von Josef G. (bome) Benutzerseite


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Da gibt es die "Smart-Meter"-Stromzähler, die am Internet hängen. Am
Anfang hieß es, es gehe darum, den Leuten die Möglichkeit zu geben, am
Computer den eigenen aktuellen Stromverbrauch sehen zu können, damit sie
heimliche Stromfresser finden können. Stellt sich die Frage, warum man
dafür nicht eine lokale Lösung ohne Internet findet. Jetzt heisst es,
es gehe darum, den Verbrauch flexibel zu steuern und an das schwankende
Angebot regenerativer Energie anzupassen. Stellt sich die Frage, warum
man dazu den momentanen Verbrauch aufwendig an den Versorger übermitteln
muss und nicht stattdessen mit viel niedrigerer Datenrate einen Preis
aktuell vom Versorger zum Kunden übermittelt und dem Stromzähler die
Arbeit überlässt, Strom und Preis zu multiplizieren und das Ganze über
die Zeit aufzusummieren. Der Konsument würde dann aus eigenem Interesse
seinen Verbauch an das schwankende Angebot anpassen.

Die "Smart-Meter" sind ein Überwachungsinstrument. Die Leute
wollen sie nicht, also werden sie eben vorgeschrieben. Nach
meiner Erinnerung wurden die entsprechenden Vorschriften
de facto unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen.

Rauchmelder in den Wohnungen sind bereits vorgeschrieben.
http://www.rauchmelder-lebensretter.de/home/gesetzgebung/aus-den-bundeslaendern/
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Forderung aufkommen wird,
dass die Rauchmelder am Internet hängen müssen. Ist natürlich
alles nur um Menschenleben zu retten. Und wer weiss, was die
Rauchmelder ausser Rauch sonst noch melden.

Google kauft Rauchmelder-Hersteller
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-kauft-Heimvernetzer-Nest-fuer-3-2-Milliarden-Dollar-2084501.html

Das "Internet der Dinge" kommt. Und wenn die Leute die Geräte
nicht kaufen wollen, dann wird der Kauf halt vorgeschrieben.

von Dumdi D. (dumdidum)


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Es ist ja eigentlich so, dass die 'großen Zukunfstvisionen' häufig nicht 
klappen. Aber irgendetwas, was entwickelt wird, wird schlagartig so 
populär, dass alle es haben wollen. Das kann man aber noch nicht 
vorhersagen.
Z.B.internet, oder neuer: whatsapp
Große Ideen, die nie was werden werden: Industrie 4.0, Internet der 
Dinge

von Icke ®. (49636b65)


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Axel Laufenberg schrieb:
> Allles in allem romantischer Quatsch, den Du da schreibst.

Romantisch? Stell dir vor, es gäbe keine globale Erwärmung, keine 
Luftverschmutzung, keine wegen atomarer Verseuchung auf Jahrtausende 
unbewohnbaren Gebiete, keine Ölteppiche auf den Meeren, keine riesigen 
Müll-, Atomabfall- und Sondermüll-Deponien, kein permanenter Straßen- 
und Maschinenlärm, keine Anrufe oder Mails aus der Firma zum Feierabend 
oder im Urlaub sowie intakte, im Gleichgewicht befindliche Flora und 
Fauna statt Artenausrottung und rücksichtloser Rodung und und und ... 
das wäre romantisch.

Nein, ich bin nicht gegen Fortschritt. Aber er sollte schon im Einklang 
mit der Natur stehen und für entspannteres Leben sorgen, statt neuen 
Streß zu schaffen.

von Reinhard S. (rezz)


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Icke ®. schrieb:
> kein permanenter Straßen-
> und Maschinenlärm,

Ziehj doch aufs Land.

> keine Anrufe oder Mails aus der Firma zum Feierabend
> oder im Urlaub

Muss man ja nicht rangehen/antworten.

> Nein, ich bin nicht gegen Fortschritt. Aber er sollte schon im Einklang
> mit der Natur stehen und für entspannteres Leben sorgen, statt neuen
> Streß zu schaffen.

Permanenter Lärm und Missachtung von Urlaub/Feierabend gabs sicher auch 
schon im Mittelalter. Also schlechte Beispiele.

von Timm T. (Gast)


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Gerald B. schrieb:
> Das Problem liegt darin, wenn die bösen Buben das Protokoll hacken...
...
> Damit kollabiert jedes Energienetz!

Na, Blackout gelesen?

http://www.youtube.com/playlist?list=PLlb6jO_r08VbhmACtn-fk9M9lDe5Lzitl

Achtung. Seeehr lang. Und nicht immer technisch einwandfrei.

von Matthias L. (limbachnet)


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Es muss ja nicht gleich die Infrastruktur kollabieren. Es reicht mir als 
Problemszenario schon, dass meine Hausautomation (die ich momentan 
nahezu gar nicht habe) leicht gehackt und manipuliert werden kann - und 
das wird möglich sein, da bin ich sicher.

Und wenn das geht, dann werden das zumindest ein paar Spielkinder auch 
tun, nur weil es geht. Und der x-te Ableger des BKA-Trojaners befällt 
dann Hausautomations-Router und gibt gegen eine angemessene Spende 
vielleicht auch den Zugang zum eigenen Haus wieder frei. Oder schaltet 
die Heizung wieder an. Oder den Strom. Und es bricht sich auch leichter 
ein, wenn man als technikaffiner Einbrecher die Jalousie an der 
Terrassentür selbst hochfahren lassen kann u.s.w. - Missbrauchsszenarien 
sind viele vorstellbar.

Wenn dem Risiko ein größerer Nutzen gegenüberstehen würde, dann würde 
die Abwägung vielleicht ergeben, dass der Nutzen überwiegt und das 
Risiko dann eben akzeptiert werden muss. Diesen Nutzen kann ich aber 
momentan noch nicht erkennen, und deshalb bin ich noch arg skeptisch. 
Das mag sich in Zukunft vielleicht noch ändern, vielleicht aber auch 
nicht...

von Falk B. (falk)


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Wie man Probleme mit HighTec löst, die man ohne sie nie hätte.

von Bernd F. (metallfunk)


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Eins darf man ja auch nie vergessen:

" Alles was geht, geht auch kaputt "

Entweder ist es unerheblich, aber ärgerlich, oder es benötigt
eine schnelle ( teure ! ) Reparatur.


Bei der Heizung und Hausinstallation wird man auf teure Fachkräfte
angewiesen sein.

"Nein, das möchte ich nicht" ( H.P. Kerkeling )

Grüße Bernd

von Lukas K. (carrotindustries)


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Ein Problem beim 'Internet der Dinge' ist, dass Hersteller, die 
eigentlich Hardware herstellen, nun auch Software machen müssen, aber 
davon keine Erfahrung damit haben. Heraus kommen dann furchtbare 
Benutzererlebnisse wie z.B. das hier: 
https://www.youtube.com/watch?v=Zv-mnSPsKKY Viel schlimmer noch, dass 
die Hersteller von Sicherheit noch weniger Ahnung haben als von UIs. Es 
ist damit zu rechnen, dass trivial ausnutzbare Sicherheitslücken 
existieren. Siehe http://mjg59.dreamwidth.org/31178.html 
http://op-co.de/blog/posts/hacking_the_nx300/

von Axel L. (axel_5)


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Icke ®. schrieb:
> Axel Laufenberg schrieb:
>> Allles in allem romantischer Quatsch, den Du da schreibst.
>
> Romantisch? Stell dir vor, es gäbe keine globale Erwärmung, keine
> Luftverschmutzung, keine wegen atomarer Verseuchung auf Jahrtausende
> unbewohnbaren Gebiete, keine Ölteppiche auf den Meeren, keine riesigen
> Müll-, Atomabfall- und Sondermüll-Deponien, kein permanenter Straßen-
> und Maschinenlärm, keine Anrufe oder Mails aus der Firma zum Feierabend
> oder im Urlaub sowie intakte, im Gleichgewicht befindliche Flora und
> Fauna statt Artenausrottung und rücksichtloser Rodung und und und ...
> das wäre romantisch.
>
> Nein, ich bin nicht gegen Fortschritt. Aber er sollte schon im Einklang
> mit der Natur stehen und für entspannteres Leben sorgen, statt neuen
> Streß zu schaffen.

Was hast Du eigentlich für Vorstellungen, wie sauber es in einer Stadt 
im Mittelalter war ?

Das waren Dreckslöcher ohne Kanalisation. Verseuchte Abwässer von 
Gerbereien, Scheisse, etc. wurden einfach auf die Strasse gekippt. Die 
Kindersterblichkeit war vernichtend, weil die Kinder dem Dreck und den 
hygienischen Verhältnissen nicht gewachsen waren.

Und Sondermülldeponien gab es allenfalls deswegen keine, weil der Müll 
direkt vor die Stadt (wenn überhaupt) gekippt wurde.

Und aus dem Urlaub wurdest Du deswegen nicht zurückgerufen, weil es 
keinen Urlaub gab.

Der einzige Grund, warum es stellenweise erträglich war, ist der, dass 
es schlicht viel weniger Menschen gab, weil die durch irgenwelche durch 
den Dreck und die Ratten verursachten Krankheiten und Seuchen 
regelmässig alle verreckt sind.

Wir werden die Technologie brauchen, wenn wir so vielen Menschen wie 
derzeit ein halbwegs anständiges Leben ermöglichen wollen.

Gruss
Axel

von Axel L. (axel_5)


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Lukas K. schrieb:
> Ein Problem beim 'Internet der Dinge' ist, dass Hersteller, die
> eigentlich Hardware herstellen, nun auch Software machen müssen, aber
> davon keine Erfahrung damit haben.

Diese Dinge werden die auch lernen. Das Bewusstsein dafür erwacht ja 
erst.

Davon abgesehen haben wir hier ganz konkret das Problem, dass Einbrecher 
ganz altmodisch einbrechen und die Bude ausräumen. Wenn Technik mir 
dabei hilft, das zu verhindern, steht es sicherheitstechnisch schon mal 
1:0 für die Technik.

Gruss
Axel

von Matthias L. (limbachnet)


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Axel Laufenberg schrieb:
> Diese Dinge werden die auch lernen. Das Bewusstsein dafür erwacht ja
> erst.

Bei den Router-Herstellern ist das entsprechende Bewusstsein schon 
länger präsent, sicher gegen Angriffe sind sie trotzdem immer noch 
nicht.

Axel Laufenberg schrieb:
> Davon abgesehen haben wir hier ganz konkret das Problem, dass Einbrecher
> ganz altmodisch einbrechen und die Bude ausräumen. Wenn Technik mir
> dabei hilft, das zu verhindern, steht es sicherheitstechnisch schon mal
> 1:0 für die Technik.

Einverstanden, wenn die Technik dabei hilft. Tut sie es denn? Wie??


Übrigens laufen hier gerade zwei Diskussionen parallel - einmal über das 
Internet der Dinge, bei dem Dinge über das Internet kommunizieren und 
erreichbar sein werden, die aktuell noch offline funktionieren, und 
andererseits über Sinn und Unsinn technischen Fortschritts allgemein. 
Das sind zwei völlig verschiedene Themen!

von Michael B. (alter_mann)


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Axel Laufenberg schrieb:
> Wenn Technik mir
> dabei hilft, das zu verhindern, steht es sicherheitstechnisch schon mal
> 1:0 für die Technik.

Also, das halte ich für historisch ungenau.;)
Das  1:0 für die Technik war eventuell die Konstruktion eines Schlosses. 
Diese Führung wurde allerdings unmittelbar ausgeglichen mit der 
Erfindung des Dietrichs.
Der Anfang des Hase-und-Igel-Spiels war gelegt. Mit jeder Aufrüstung der 
"Verteidiger" folgte umgehend der Gegenzug der "Angreifer".
Bei Computern im Netz ist es heutzutage ja auch nicht anders.
Und auch die vernetzten Dinge bleiben davon mit Sicherheit nicht 
verschont.
Eine leichte Abwandlung von McMurphy: Was gehackt werden kann wird auch 
gehackt werden, früher oder später. Meistens früher!

von Icke ®. (49636b65)


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Axel Laufenberg schrieb:
> Was hast Du eigentlich für Vorstellungen, wie sauber es in einer Stadt
> im Mittelalter war ?

Ich habe nirgendwo behauptet, daß ich auf mittelalterliche Verhältnisse 
zurückfahren will.

> Wir werden die Technologie brauchen, wenn wir so vielen Menschen wie
> derzeit ein halbwegs anständiges Leben ermöglichen wollen.

Das ist kein technisches Problem, sondern ein gesellschaftliches. Ebenso 
wie der Mißbrauch der Technik und die Rücksichtslosigkeit gegenüber den 
natürlichen Ressourcen gesellschaftliche Probleme sind. Noch nie in der 
Geschichte wurden gesellschaftliche Probleme technisch gelöst, das 
funktioniert nur in SciFi-Romanen. Momentan dient technologischer 
Fortschritt primär der Gewinnoptimierung.
'tschuldigung für die unverklärte Betrachtungsweise.

von Falk B. (falk)


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@ Axel Laufenberg (axel_5)

>Wir werden die Technologie brauchen, wenn wir so vielen Menschen wie
>derzeit ein halbwegs anständiges Leben ermöglichen wollen.

Wollen wir das? Ist das sinnvoll?

von Axel L. (axel_5)


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Michael Bauer schrieb:
> Axel Laufenberg schrieb:
>> Wenn Technik mir
>> dabei hilft, das zu verhindern, steht es sicherheitstechnisch schon mal
>> 1:0 für die Technik.
>
> Also, das halte ich für historisch ungenau.;)
> Das  1:0 für die Technik war eventuell die Konstruktion eines Schlosses.
> Diese Führung wurde allerdings unmittelbar ausgeglichen mit der
> Erfindung des Dietrichs.
> Der Anfang des Hase-und-Igel-Spiels war gelegt. Mit jeder Aufrüstung der
> "Verteidiger" folgte umgehend der Gegenzug der "Angreifer".
> Bei Computern im Netz ist es heutzutage ja auch nicht anders.
> Und auch die vernetzten Dinge bleiben davon mit Sicherheit nicht
> verschont.
> Eine leichte Abwandlung von McMurphy: Was gehackt werden kann wird auch
> gehackt werden, früher oder später. Meistens früher!

Man muss ja gar nicht an Schlösser denken. Schon Rolladen, die bei 
Abwesenheit tagsüber oben und nachts unten sind oder Lampen, die 
entsprechend der Tageszeot geschlatet werden, simulieren die Anwesenheit 
der Besucher, was potentielle Einbrecher abschreckt. Dazu gehören dann 
auch Bewegungsmelder, die automatisch das Licht anschalten.

Gruss
Axel

von Axel L. (axel_5)


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Falk Brunner schrieb:
> @ Axel Laufenberg (axel_5)
>
>>Wir werden die Technologie brauchen, wenn wir so vielen Menschen wie
>>derzeit ein halbwegs anständiges Leben ermöglichen wollen.
>
> Wollen wir das? Ist das sinnvoll?


Wie willst Du denn die Auswahl treffen, welche Menschen ein anständiges 
Leben verdient haben und welche nicht ?

Gruss
Axel

von Axel L. (axel_5)


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Icke ®. schrieb:
> Axel Laufenberg schrieb:
>> Was hast Du eigentlich für Vorstellungen, wie sauber es in einer Stadt
>> im Mittelalter war ?
>
> Ich habe nirgendwo behauptet, daß ich auf mittelalterliche Verhältnisse
> zurückfahren will.
Ok, wohin denn dann ?

>
>> Wir werden die Technologie brauchen, wenn wir so vielen Menschen wie
>> derzeit ein halbwegs anständiges Leben ermöglichen wollen.
>
> Das ist kein technisches Problem, sondern ein gesellschaftliches. Ebenso
> wie der Mißbrauch der Technik und die Rücksichtslosigkeit gegenüber den
> natürlichen Ressourcen gesellschaftliche Probleme sind. Noch nie in der
> Geschichte wurden gesellschaftliche Probleme technisch gelöst, das
> funktioniert nur in SciFi-Romanen. Momentan dient technologischer
> Fortschritt primär der Gewinnoptimierung.
> 'tschuldigung für die unverklärte Betrachtungsweise.

Nun, die Versorgung von 70 Mio. Menschen in Deutschland ist nur dank der 
hohen Technisierung z. B. der Landwirtschaft überhaupt denkbar. Man mag 
jetzt bezweifeln, ob die Auswüchse bei der Fleischproduktion so sein 
müssen, aber mit der Technologie der 30er Jahre wäre es eben nicht 
möglich, so viele Menschen zu versorgen.

Und Hunger ist durchaus etwas, was zu Kriegen und gesellschaftlichen 
Problemen führt.

Gruß
Axel

von Falk B. (falk)


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@ Axel Laufenberg (axel_5)

>Wie willst Du denn die Auswahl treffen, welche Menschen ein anständiges
>Leben verdient haben und welche nicht ?

Das habe ich damit nicht andeuten wollen. Ich hinterfrage nur die 
allgemeine Meinung, man müsse immer mehr mehr mehr mehr machen. Mehr 
Megacities, mehr Produktion, mehr Menschen.
Schau dir doch einfach mal die Ballungszentren auf allen Kontinenten an, 
und da ist Europa noch harmlos. Sind das erstrebenswerte Zustände?
Wie wäre es mal mit Negativwachstum ?(was für ein Wort)
Klar, das ist das Schreckgespenst des Kapitalismus.

von Falk B. (falk)


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@ Axel Laufenberg (axel_5)

>Und Hunger ist durchaus etwas, was zu Kriegen und gesellschaftlichen
>Problemen führt.

Die Weltkriege des letzten Jahrhunderts hatten ihre Ursachen nicht in 
erster Linie in Hunger und Mangel, eher im Massen- und Größenwahn.

von Timm T. (Gast)


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Axel Laufenberg schrieb:
> aber mit der Technologie der 30er Jahre wäre es eben nicht
> möglich, so viele Menschen zu versorgen.

In Dt. aber locker.

Nur wären dann die Lebensmittelpreise höher, die Leute würden nicht so 
viel wegschmeissen.

Es würde nicht ein Landwirt eine Fläche bestellen, die damals für 6 Höfe 
gereicht hätte. Und trotzdem nur mit 30% Subventionen über die Runden 
kommen.

Wir könnten kein subventioniertes, also vom Steuerzahler bezahltes, 
Getreide nach Afrika "spenden", und die dortigen Bauern in den Ruin 
treiben.

In den Dörfern hätten einige Leute Arbeit, die jetzt nur rumsitzen.

Bodenerosion, Bodenverdichtung, Gewässerbelastung wären geringer.

Und unterschätze die Technologie der 30er nicht, da wurde schon viel 
maschinell gearbeitet.

von Icke ®. (49636b65)


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Axel Laufenberg schrieb:
> aber mit der Technologie der 30er Jahre wäre es eben nicht
> möglich, so viele Menschen zu versorgen.

Nun, wie haben 1930 die 65 Mio Deutschen überleben können?

von Purzel H. (hacky)


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>Smart Metering dient der Ueberwachung ...

Naja. eine Sichtweise. Ich denke FB ist darin besser, auch wenn's nicht 
so rueberkommt.

Bei Smart Metering geht es um anderes. Wegen der scheinbar zufaelligen 
Benutzung der elektrischen Energie muessen die Elektrizitaetwerke ein 
Mehrfaches der mittleren Leistung als Spitzenleistung zur Verfuegung 
stellen koennen. Dh Kraftwerke laufen zeitweise nicht, oder auf 
Teillast. Das ist Geld. Viel Geld. Ich weiss leider nicht, wie hoch die 
Ueberhoehung ist. Faktor Zehn?
Der bisherige Zweihaender Ansatz ist Hochtarif & Niedertarif. Der ist 
nicht wirklich passend. Die Preisgestaltung sollte flexibler sein. Dass 
die Mehrkosten der Spitzenleistung auch verrechnet werden koennen. Zum 
einen sind die Daten zu den Stromverbrauchern nicht vorhanden, zum 
Anderen fehlt diesbezueglich Infrastruktur. Das Bewusstsein des 
Konsumenten in dieser Richtung ist nicht ausgebildet, wurde bisher 
verhindert.
Es existieren nicht mal Daten zum Verbrauch der einzelnen Verbraucher.
Falls man die denn haette... koennte man Steckerleisten haben, die 
kommunizieren koennen. Denen wuerde der minuetlich aktualisierte Preis 
mitgeteilt, und die wuerden Verbraucher, die der Konsument als nicht so 
teuer berechtigt konfiguriert hat vom Netz nehmen. Dann wuerde mein 
Batterielader, oder meine Waschmaschine nur bei guenstigem Strom laufen.
Die Waschmaschine muesste das dann aber auch koennen. Auf Standby gehen 
und warten bis der Strom guenstiger wird. Nicht einfach abschalten und 
alles vergessen.

Alternativ. Ein Brachialansatz. Eine 10fach ausgelegte Infrastruktur 
kostet das 10 fache. Drueckt einfach mal das Zehnfache ab. Egal ob ihr's 
auch braucht.

Alternativ der Ansatz der Schwellenlaender : Wenn zuviel Strom gezogen 
wird fliegt das Kraftwerk wegen Ueberlastung vom Netz, Eine Stadt wird 
dunkel. Fuer 5, 10, 20, 30, 60 minuten. Wer weiss. Bis der Generatur 
wieder abgekuehlt ist. Du stehst also da im Schein einer Taschenlampe 
des Wachmannes an der Kasse des dunklen Supermarktes, und wartest bis 
der Strom wieder kommt, die Kasse wieder bootot und du bezahlen kannst. 
Oder die Kassiererin und der Wachmann die Geduld verlieren und dich 
rauskomplimentieren. Das kenn ich. Auch das ist lebbar. Wenn die 
Aus-Zeiten dann zu lange und zu unbequem werden, hat jeder im Hinterhof 
einen Diesel. Das kenn ich. Auch das ist lebbar.

von Matthias L. (limbachnet)


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Axel Laufenberg schrieb:
> Man muss ja gar nicht an Schlösser denken. Schon Rolladen, die bei
> Abwesenheit tagsüber oben und nachts unten sind oder Lampen, die
> entsprechend der Tageszeot geschlatet werden, simulieren die Anwesenheit
> der Besucher, was potentielle Einbrecher abschreckt. Dazu gehören dann
> auch Bewegungsmelder, die automatisch das Licht anschalten.

Natürlich hilft das bei der passiven Sicherheit gegen Einbrüche - aber 
dafür ist keine Internet-Anbindung nötig, das geht problemlos offline. 
Kein Argument für das Internet der Dinge.

von Daniel -. (root)


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offtopic zum eigentlichen Thema

vor kurzem lief eine Dokumentation im ZDF mit Überschrift
"Frohes Schaffen - Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral"

http://www.youtube.com/watch?v=cD7mwMHJ1gA

Trifft sehr gut die aktuelle Lage. In Stichwörtern zusammengefasst
- Irrglaube, dass Technik uns "Arbeit" erspart
- Die Wachstumsspirale des Kapitalsmus
- Arbeitslosigkeit, Arbeitsverlagerung, Arbeitszwang

... daher eigentlich auch nicht so sehr offtopic

von Lukas K. (carrotindustries)


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Ganz frisches Beispiel, weshalb das Internet der Dinge furchtbar werden 
wird: 
http://www.devttys0.com/2014/05/hacking-the-d-link-dsp-w215-smart-plug/

von G. K. (zumsel)


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Axel Laufenberg schrieb:

> aber mit der Technologie der 30er Jahre wäre es eben nicht
> möglich, so viele Menschen zu versorgen.

Die entsprechende Technologie der 30er Jahre nannte sich Untermenschen.

von Reinhard S. (rezz)


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G. K. schrieb:
> Axel Laufenberg schrieb:
>
>> aber mit der Technologie der 30er Jahre wäre es eben nicht
>> möglich, so viele Menschen zu versorgen.
>
> Die entsprechende Technologie der 30er Jahre nannte sich Untermenschen.

In den 30ern noch? Sicher? Okay, in den Konzentrationslagern...

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