Hallo!
Kann mir jemand verraten, wie das mit den Nutzungsrechten für physische
und logische Busse ist??? Wikipedia und dieses Forum haben mir schon
etwas geholfen, aber so ganz klar is mir die Sache noch nicht...
Ich stelle mal folgende Tabelle auf, und wer es besser weiß, korrigiert!
RS-232 - offener Standard, für alle privat und/oder gewerblich nutzbar
RS-485 - offener Standard, für alle privat und/oder gewerblich nutzbar
USB - offener Standard, für alle privat und/oder gewerblich nutzbar
CAN - offener Standard, für alle privat und/oder gewerblich nutzbar
1-Wire - proprietär (DALLAS/Maxim), gewerblich nur gegen Lizengebühr?
EIB/KNX - pseudo-offen, (KNX Association), Lizenzgebühr an KNX Asssoc.
Freebus - Bastellösung mit Verbot der gewerblichen Nutzung
Hintergrund: Ich suche gerade händeringend nach einem kostenfreien
Standard für ein Gerät, das optional auch an einen Hausbus gesteckt
werden kann. Der Hausbus sollte eine gewisse Verbreitung haben.
Scheinbar gibt es nur kostenpflichtige Standarde?!
Wenn ich auf das Gerät draufschreibe "kompatibel mit 1-Wire", kann ich
mit einer Abmahnung rechnen, oder?
1wire ist durch Patente geschützt. Dallas/Maxim hat die Implementierung
von 1w-Mastern für die Ansteuerung ihrer Bausteine freigegeben,
untersagt jedoch die Implementierung von 1w-Slaves.
Ein Patent ist ein gewerbliches Schutzrecht. Was Du privat machst,
interessiert nicht.
Dann gibt es noch die Geschichte mit Warenzeichen und
Gebrauchs-/Geschmacksmustern. Auch das ist nur im gewerblichen Verkehr
wichtig. I2C ist zB ein Warenzeichen von NXP. Atmel nennt das Zeugs
deswegen TWI.
Als Privatmann solltest Du konsequent alles vermeiden, was Dich in die
Nähe einer gewerblichen Nutzung bringt, zB Veröffentlichung im Internet
oder die Weitergabe Deiner Entwicklung, auch unentgeltlich.
Und nicht zuletzt: Frag einen Anwalt, der sich damit auskennt. Ich bin
nur juristischer Laie.
fchk
Danke Frank, jetzt bin ich schlauer! Und noch ein Zusatz: Das stimmt was
du schreibst, nur mit dem Patent müsste es nach meiner Recherche anders
sein: 1-wire von Dallas ist wohl ähnlich wie I2C von NXP/Phillips auch
im Sinne eines Warenzeichens geschützt. Im DB steht z.B.:
"1-Wire® is a registered trademark of Dallas Semiconductor"
Patente laufen ja nach spätestens 20 Jahren aus, da dürfte das
1-wire-Patent mausetot sein. Das mit Master erlaubt, Slave nicht, macht
dann immernoch Sinn, das Recht, das sich Maxim/Dallas herausnimmt, diese
Bestimmung zu machen geht dann vom Warenzeichen statt vom Patent aus.
Ich mach mal ne kleine Übersicht:
NormMarkennamenichtkomm_NameAutor_Patent
IEEE 802.11. "Wi-Fi" WLAN (NEC/IBM) abgelaufen
EN 50090 "EIB" "Freebus" (wie Norm) (Jung,Gira..) abgel.
ISO/IEC 14543-3 "KNX" (wie Norm) (..Siemens) evtl. ?
(kein EN/ISO) "I2C" "TWI" "IIC" (keiner) (Ph/NXP) abgelaufen
(kein EN/ISO) "1-wire" (keiner) (Dallas) abgelaufen
(kein EN/ISO) µWire (keiner) (NSC) abgelaufen
(kein EN/ISO) (keiner) SPI (Motorola) nie pat.
ISO 11898 (keiner) CAN (Bosch) abgelaufen
Ergo ich kann alles nutzen und gewerblich anbieten, solange es keinen
Patentschutz hat und von mir nicht mit einem fremden Markennamen
betitelt wird. Z.B. darf man dann EN50090 bauen und verkaufen, es aber
dann weder "EIB" noch "Freebus" nennen?!
Über Einspruch, Zustimmung und/oder Kommentare freu ich mich!
Grüße,
Christoph
Christoph M. schrieb:> USB - offener Standard, für alle privat und/oder gewerblich nutzbar
USB ist keineswegs offen, sondern mit Unmengen an gewerblichen
Schutzrechten des USB Implementers Forum Inc. sowie etlicher Hersteller
von USB-Komponenten belastet. Nur durch eine Mitgliedschaft im Forum ist
man dagegen rechtlich abgesichert, von anderen Mitglieder wegen der
Verwendung von USB verklagt zu werden.
In der Praxis sieht es aber so aus, dass die Halbleiterhersteller für
die USB-Blöcke in ihren Controllern schon die entsprechenden
Lizenzkosten an die Rechteinhaber abgedrückt haben. Schwieriger wird es,
einen eigenen USB-Block in ein FPGA/ASIC zu packen und das Gerät dann zu
verkaufen.
Neben den technischen Schutzrechten sind aber auch noch der Begriff USB,
das USB-Logo usw. als Gebrauchsmuster geschützt. Nutzungsrechte an
diesen Gebrauchsmusters erwirbt man auch durch die o.a. Mitgliedschaft.
Für private Basteleien ist das ganze ohnehin ziemlich irrelevant. Da
kann man USB nutzen wie man lustig ist. Nur wenn man bei selbst
vergebenen VendorID/ProductID eine Kollision mit etablierten Geräten
verursacht und deswegen das Betriebssystem des USB-Hosts die falschen
Treiber lädt, bekommt man technische Probleme.