Mein Microcontroller (STM32L1) läuft mit 2.5V und jetz will der Vertrieb
unbedingt eine blaue LED. Darf natürlich nichts kosten und keinen
zusätzlichen Platz verbrauchen, ist ja klar. Höhere Spannungen gibt es
auch nicht wirklich (Single Coin cell)
Die klassische Dickson charge pump funktioniert natürlich, aber damit
kann man die Helligkeit nur mit einem zusätzlichen Pin einstellen.
http://www.edn.com/design/integrated-circuit-design/4331356/Circuit-forms-single-pulse-voltage-multiplier
sieht auf den ersten Blcik gut aus, schafft aber nur sehr geringe
Ströme.
Gibt es noch andere Schaltungen die eine LED mit möglichst geringem
Aufwand mit einer höheren Spannung dimmbar ansteuern?
Muss die dauerhaft leuchten?
Wenn nein: Vorwiderstand gegen VCC(2.5V), Koppelkondensator zum Portpin,
Diode in Flussrichtung gegen GND. Koppel-c an Rv und LED.
Martin Hofer schrieb:> Die klassische Dickson charge pump funktioniert natürlich, aber damit> kann man die Helligkeit nur mit einem zusätzlichen Pin einstellen.
Den Strom kann man doch durch die Pulsweite einstellen?
>Darf natürlich nichts kosten und keinen zusätzlichen Platz verbrauchen, ist ja
klar.
Da bleibt nicht viel an Varianten und Alternativen übrig...
Man könnte den Vorwiderstand durch eine kleine Spule (470µH?) ersetzen.
Die Helligkeit über PWM regeln. Aufassen, das an nicht über die maximale
Strombelastbarkeit des Portpins hinausschiesst. Kann (man) aber einfach
über die Induktivität ausrechnen.
Oder du hast Glück und hast einen MAX232-Pegelwandler auf deiner
Schaltung. Dann kannst Du den anzapfen.
Dickson arbeitet aber mit Phasenverschiebung. Man benötigt also zwei
Leitungen um etwas gegeneinander verschieben zu können. Dies extern
diskret oder mittels weiterem IC zu erledigen harmoniert nicht mit "Darf
natürlich nichts kosten und keinen zusätzlichen Platz verbrauchen, ist
ja klar." Daher müßten die Leitungen vom µC kommen.
Mir fällt da als Alternative zu Ladungspumpen nur noch die induktive
Lösung ein. Die Kombination ist wohl wieder zu komplex und teuer.
LED mit Spule in Reihe. Die Spule müßte aber DCM (Discontinuous)
betrieben werden, weil man sonst wieder weitere Bauteile für die
Strombegrenzung bräuchte. Im DCM hängen Strom und duty-cycle noch
miteinander zusammen. Damit wären dann aber wieder keine 100% duty cycle
möglich, da wie beim Step-up wärend des Ladens der Spule am Ausgang kein
Strom fließt, es sei denn man baut wieder Kondensatoren, etc. ein (zu
groß, zu aufwändig, zu teuer) Und man könnte nur im Bereich zwischen 0%
und der berechneten Grenze zu CCM (critical mode) abzüglich
Sicherheitsreserve dimmen.
Welche Anforderungen gibt es denn an diesen LED-Treiber?
Stromstärke?
Kontinuierlich oder reicht schnell gepulst?
Will man nur irgendwe dimmen oder ist die Anforderung an Auflösung und
Genauigkeit irgendwie genauer beschrieben.
Carsten R. schrieb:> Dickson arbeitet aber mit Phasenverschiebung. Man benötigt also zwei> Leitungen um etwas gegeneinander verschieben zu können.
Wieviel willst du denn Pumpen?
Dickson ist ja nur eine Kaskadierungsart der einfachen Pumpe (*2) diese
sollte aber doch schon ausreichen für ne einzelne blaue LED -> 1
gepulster Pin.
Das bezog sich auf:
Alexander Schmidt schrieb:> Martin Hofer schrieb:>> Die klassische Dickson charge pump funktioniert natürlich, aber damit>> kann man die Helligkeit nur mit einem zusätzlichen Pin einstellen.>> Den Strom kann man doch durch die Pulsweite einstellen?
Es ging also darum, daß man mehr als einen Pin benötigt. Ein PWM-Pin
allein reicht nicht, zumindest nicht ohne zusätzliche Bauteile.
Phasenverschiebung mit nur einem Pin? Gegen was denn verschoben wenn da
kein zweites Signal ist?
Letzlich ist das mal wieder der typische Mist. Man will Extrawünsche,
aber es darf absolut nichts Kosten: kein Platz, kein Bauteil, ein
zusätzlicher PIN wäre auch schon zuviel...
Der Bedarf ist da. Könnte man ihn gratis bedienen, so gäbe es schon
solch Produkte in Massen. Folglich sind die aktuellen Lösungen schon die
Billigsten. Falls es noch billiger geht müßte man dies erst erfinden.
Und auch das gibt es nicht gratis ohne Entwicklungsaufwand. Zwar wäre
der Aufwand abschätzbar, denn die aktuellen Lösungen sind schon
bauteilarm und somit sind die Anzahl der noch einfacheren
Bauteilekombinationen abzählbar. Das begrenzt aber auch die
Möglichkeiten. ;-) Wenn man alle einfacheren Möglichkeiten durchgegangen
ist, dann war es das im Bereich "einfacher". Dann geht es erst wieder
weiter, wenn man neuartige Bauteile erfunden hat.
Carsten R. schrieb:> Alexander Schmidt schrieb:>> Martin Hofer schrieb:>>> Die klassische Dickson charge pump funktioniert natürlich, aber damit>>> kann man die Helligkeit nur mit einem zusätzlichen Pin einstellen.>> Den Strom kann man doch durch die Pulsweite einstellen?> Es ging also darum, daß man mehr als einen Pin benötigt. Ein PWM-Pin> allein reicht nicht, zumindest nicht ohne zusätzliche Bauteile.
Doch, ein Pin reicht aus, wie es schon Maxx ausgeführt hat.
Man erreicht damit nur eine Verdopplung (abzüglich der
Diodendurchflussspannungen), aber das reicht hier - ausgehend von 2,5
Volt - für eine blaue LED aus.
Praktisch sieht das dann so aus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Spannungsverdoppler#Greinacher-Schaltung
Der Ruhestromverbrauch wird hier allerdings zum Problem werden, denn es
wird dauerhaft ein kleiner Strom durch die LED fließen und die
Knopfzelle entladen.
Es gäbe sowas wie PR4101 (http://www.prema.com/pdf/pr4101.pdf) von
Prema.
"PR4101 is an LED driver for up to 40V input voltage, there by
compatible with many retrofit applications. Its output power is limited
by external components and can be 10W or more. The dimming input of
PR4101 can sense the status of the supply voltage and dim down the
brightness with PWM."
Kostet aber leider ein paar Cent und Platz auf der Platine.
Alexander Schmidt schrieb:> Doch, ein Pin reicht aus,
Nicht bei Dickson-Bauart. Es hat schon seinen Grund warum immer das Wort
Dickson im Satz verwendet wird.
Mir ist völlig klar, daß es mit einer Ladungspumpe im Allgemeinen geht.
Da es aber verschieden Bauarten gibt, geht es darum die passendste zu
finden. Martin Hofer hat daher diese Bauart schon aus genannten Gründen
ausgeschlossen und sucht nach weiteren Alternativen (Pinanzahl). Andere
Bauarten fallen aus anderen Gründen aus dem Raster (keine sinnvolle
Leistungsskalierbarkeit...)
Es gibt zahlreiche Ladungspumpenbauarten. Aber eventuell kommen auch
noch Alternativen zur Ladungspumpe in betracht.
Helge A. schrieb:> vermutlich kostengünstigste Lösung.
Warum willst du über 100 Ohm aufladen ?
Das ist doch langsam, der duty cycle entsprechend schlecht für die LED.
Udo Neist schrieb:> Es gäbe sowas wie PR4101
und benötigt mindestens 7 Volt die nicht zur Verfügung stehen.
Christoph Kessler (db1uq) schrieb:> Ein "Joule thief" ist schon zuviel Aufwand? Die Google-Bildersuche> liefert dazu dutzende Schaltpläne.
Ist in der Regel in der Grundversion nicht dimmbar. Muß also noch auf
dimmbar angepaßt werden, und das auch noch mit nur einem Steuerpin.
Möglich, aber vielleicht geht es auch noch einfacher.
Christoph Kessler (db1uq) schrieb:> Ein "Joule thief" ist schon zuviel Aufwand?
Ein Joule Thief ist völliger Blödsinn,
eine Amateru Resteschaltung die unzuverlässig funktioniert, grosser
Steuungen hat, und uneffektiv ist.
MaWin schrieb:> Warum willst du über 100 Ohm aufladen ?
good practice: Strom lieber unterhalb der Grenzwerte halten. Ich geh
also erstmal von einem Pin aus, der nur 4mA Dauer und 20mA Puls liefern
darf ;)
low current LED machen bei 1mA schon bissel blinki. Das reicht
vielleicht für den Vertriebler ;)
Möglichst billig geht nicht ohne Kompromisse.
Daher müssen für "möglichst billig in gegebener Schaltung" die
Anforderungen festgelegt werden, welche mindestens noch erfüllt werden
sollen.
"Darf natürlich nichts kosten und keinen zusätzlichen Platz verbrauchen"
war natürlich nicht wörtlich gemeint. Ein paar passive Bauteile,
bevorzugt was eh schon auf der Schaltung verbaut ist (BAT54 Dioden,
"Standard" R und Cs, Kleinsignaltransistoren) düfen da schon drauf, das
ist nicht das Problem. Aber keinen externen IC und halt nichts
spezielles. Soll halt anständig funktionieren, dann kann man da schon
argumentieren.
Anforderung ist halt, dass die LED (kurz) blinken kann und bevorzugt
sollte man auch die Helligkeit per Software einstellen können um sich an
den stromsparendsten aber trotzdem noch sichtbaren Modus anzunnähern.
Ein Umgebungslichtsensor ist für einen anderen Zweck verbaut.
Mikrocontrollerpins sind auch ein paar frei.
Martin Hofer schrieb:> Anforderung ist halt, dass die LED (kurz) blinken kann
Ist ein "Aufblitzen" auch ein "kurzes Blinken"?
Wie hell das Ganze wahrgenommen wird, hängt dann nur von der
Blitzdauer ab...
Ich hoffe man kann es erkennen. Die Bauteilewerte, Frequenz und
Dutycycle sind aufeinander abzustimmen. Wichtig ist, daß der Dutycycle
klein genug bleibt für DCM. Evetuell sind aus EMV-Gründen noch Bauteile
hinzuzufügen, da der Spulenstrom lückt. Ich hoffe ich hab nun nicht
gerade Bullshit gezeichnet. ;-)
Grob geschätzt wäre dann ungefähr bei 30-35 % Dutycycle der Übergang
zwischen DCM und CCM bei der Nominalspannung von 2,5 Volt. Allerdings
haben Batterien zu Beginn eine höhere Spannung. Dies wäre noch zu
berücksichtigen.
MaWin schrieb:> Christoph Kessler (db1uq) schrieb:>> Ein "Joule thief" ist schon zuviel Aufwand?>> Ein Joule Thief ist völliger Blödsinn,> eine Amateru Resteschaltung die unzuverlässig funktioniert, grosser> Steuungen hat, und uneffektiv ist.
Es spricht nichts dagegen, einen Aufwärtswandler dieser Bauart mit
Mathematik, ausgesuchtem Eisenstaub und handgerollter Kupferlitze zu
verbessern. Es muss ja kein rostiger Nagel mit Klingeldraht sein. Ein
selbstschwingender Sperrwandler widerspricht aber der Forderung, nichts
kosten zu dürfen und keinen Platz zu verbrauchen. Diese Anforderungen
erfüllt wohl nur die Vakuumenergie. Die LED als Schalter eines Wandlers
einzusetzen ist auch mutig. Das Sperrvermögen ist eher mäßig als mittel.
(Wenn es so einfach wäre, warum findet man solche Wundermodule nicht in
Kaugummiautomaten zu 50Cent das Stück?)
Boris Ohnsorg schrieb:> Die LED als Schalter eines Wandlers> einzusetzen ist auch mutig. Das Sperrvermögen ist eher mäßig als mittel.
Das stimme ich dir auch zu. Guter Hinweis. Aber wer hat hier so etwas
vorgeschlagen? Habe ich da etwas überlesen?
MaWin schrieb:> Christoph Kessler (db1uq) schrieb:>> Ein "Joule thief" ist schon zuviel Aufwand?>> Ein Joule Thief ist völliger Blödsinn,> eine Amateru Resteschaltung die unzuverlässig funktioniert, grosser> Steuungen hat, und uneffektiv ist.
Nicht unbedingt richtig.
Wechselspannung + TOKO Trnasformer. Der hat bei geeigneter Frequenz
genuegend Innenwiederstand.
Fuer eine 0805 LED ja siehr gut aus, oben auf dem Toko Transformer
anloeten, Isolierband + Kupferdraht...
Oder einen Jouletheif + 5mm LED innen einbauen (geht ohne weiteres mit
kleinem toroid)
noch ein Joultheif...
MCP1640 ist natuerlich besser, Batterie reicht laenger.
ein jouletheif kann ohne weiteres 30 volt, und Stromverbrauch von
einigen mA ist oft egal.
Leider gibt es die passenden Spulen mit zwei Windungen nicht von der
Stange. Bei Einzelstücken kann man selber wickeln und bei Massenware
entsprechend bestellen. Für einen breiten mittleren Bereich kann ich
verstehen daß sonderteile nicht sonderlich erwünscht sind.
Nebenbei:
Wie sieht es mit dem Ruhestrom aus? Das Ding soll mit einem Pin dimmbar
gesteuert werden und vermutlich möglichst keinen Strom in Bereitschaft
ziehen, da das Gerät mit einer Single Coin Cell betrieben wird.
Das gruene PCB verwendet 2 Induktoren, und keine Sonderbauteile.
TOKO filter sind u.U. auch recht teuer.
MCP1640 ist jedoch besser, weniger bauteile.
fuer nur eine LED:
470uH oder 1000uH, diese RF Induktoren haben einen recht hohen
Innenwiederstand, direkt am Ausgang betreiben.
Gibt es eine Schaltung von Roman Black:
http://www.romanblack.com/smps/pic-smps.htm
Das Problem ist hiermit wohl gut geloest.
Martin Hofer schrieb:> Mein Microcontroller (STM32L1) läuft mit 2.5V und jetz will der Vertrieb> unbedingt eine blaue LED. Darf natürlich nichts kosten und keinen> zusätzlichen Platz verbrauchen, ist ja klar.
Blaue LED? Die Mode ist doch längst passé, Tintenrot ist die Farbe der
Saison!