Hallo,
was ich suche ist eine (Linux?) Live-CD, die ich booten kann um mails zu
ent- bzw. verschlüsseln. Thunderbird mit Enigmail benutze ich schon,
aber da liegt der private Schlüssel ja auf der Festplatte des Rechners
der auch im Internet hängt, und falls jemand einen Keylogger bzw. ein
Screenshot-Tool installiert hat ist sowieso essig weil ich die mail ja
auf dem Bildschirm "unverschlüsselt" vorliegt solange ich sie lese.
Also war die Idee eine Live-CD zu booten so dass für mail Kommunikation
ein ggf. gehacktes OS auf der Festplatte keine Rolle mehr spielt. Ein
booten von CD weil dann sicher gestellt ist dass der PC schon in
Echtzeit während der mail schreib- und leserei gehackt werden müsste.
Welche Distri benutzt man dafür am besten?
Für die Speicherung der mails, der Konfig und des Schlüssels würde man
wohl einen USB-Stick verwenden den man nur in den PC steckt wen die
Live-Cd gebootet ist, also sollte ein persistentes Volume vorhanden
sein.
Oder hat jemand bessere Ideen wie man die Sicherheit von verschlüsselter
mail ggü. dem lesen/schreiben auf dem "normalen" PC verbessern kann?
So ne CD benutzt du genau einmal, danach landet sie dort wo sie
hingehört: auf dem Müll. Wie alltagstauglich ist es bitte, für jede Mail
eine anderes OS von CD zu booten?
A. B. schrieb:> So ne CD benutzt du genau einmal, danach landet sie dort wo sie> hingehört: auf dem Müll. Wie alltagstauglich ist es bitte, für jede Mail> eine anderes OS von CD zu booten?
Zumal CD sehr träge beim lesen ist. Was spricht gegen einen USB-Stick
mit Schreibschutz? (Gibts damit eigentlich noch aktuelle?)
Du benötigst aber unbedingt noch ein Open Source Bios dessen Code du
auch nicht verstehen und nachvollziehen kannst! Sonst könnte man bereits
mit deinem BIOS den Bootvorgang so umlenken, dass trotzdem Hacking von
der NSA möglich ist !!!
> Du benötigst aber unbedingt noch ein Open Source Bios dessen Code du> auch nicht verstehen und nachvollziehen kannst!
Mir ist schon klar dass es immer noch genügend weitere Möglichkeiten
gibt. Aber mit einem extra Linux zum booten von einem Schreibgeschützen
Medium (deswegen weiß ich nicht ob ich USB-Sticks nehmen sollte) muss
ein Angriff schon direkt nach dem booten stattfinden oder das Bios wird
korrumpiert. Die typischen und weit verbreiteten Trojaner mit
Screenshot- und Keylogger-Funktion funktionieren nicht mehr, bzw. nur
wenn sie jedes mal kurz nach dem booten automatisch neu installiert
werden.
Ich brauche auch keinen Rechner der gegen einen Profi-Angriff gewappnet
ist, nur ein bisschen Privatheit gegen die üblichen Gurkentruppen wäre
ganz nett.
Deswegen nehme ich die Lücken beim Bios und möglicherweise beim
Software-Schreibschutz des USB-Sticks in kauf.
Extra booten ist ok weil das ein alter Laptop neben meinem normalen
Rechner tun kann und weil es ja nur im die verschlüsselten mails geht,
so viele schreibe und bekomme ich ja nicht, 1x am Tag (oder 1x pro
Woche) reicht also.
Vielen Dank für die Tipps, die werde ich mal ausprobieren.
Noch was: Kennt jemand eine Live-CD mit persistentem Dateisystem bzw.
persistenter Konfiguration bei der ich z.B. beim Thunderbird einmal das
Enigmail Add-On installiere und die persistente Konfiguration dann
einfriere.
So dass ich zwar meine Konfig habe wenn ich boote, wenn jemand es aber
schafft einen Keylogger zu installieren (per mail-Attachment o.ä.),
dieser einen Neustart nicht überleben würde? OK, zumindest so dass neu
installierte Sachen nicht automatisch im persistenten Dateisystem
landen, sondern nur nach manueller Aufforderung? (Dann müsste der
Keylogger schon auf genau dieses Szenario zugeschnitten sein)
Ich weiß, schwieriges Thema, denn das persistente Dateisystem ist ja
höchstens per Schalter am USB-Stick schreibgeschützt bei dem auch keiner
weiß ob das nicht nur per Software abgefragt wird.
asd schrieb:> Noch was: Kennt jemand eine Live-CD mit persistentem Dateisystem bzw.> persistenter Konfiguration bei der ich z.B. beim Thunderbird einmal das> Enigmail Add-On installiere und die persistente Konfiguration dann> einfriere.
c't Surfix / Bankix.
Allerdings soweit ich weiß mit nur einmal Konfigurieren, danach
read/only.
ich würde die Mail einfach gleich verschlüsselt eingeben und auch so
ablesen. Das Verschlüsseln und Entschlüsseln mit Papier und Stift
machen. Dann kann man jedes Betriebssystem nutzen, sogar im
Internetkaffee.
Alles andere ist nicht wirklich sicher. Zum rechnen auf keinen Fall eine
Taschenrechner verwenden, er könnte manipuliert sein.
Peter II schrieb:> Das Verschlüsseln und Entschlüsseln mit Papier und Stift> machen.
Würde ich so nicht unterschreiben.
Wenn der TO recht fit im Kopf ist würde ich die Verschlüsselung direkt
on-the-fly machen, ohne Umweg über Papiermedien.
Wenn das keine Option ist sollte zumindest sichergestellt werden dass
die Unterlagen danach zerstört werden, etwa durch Aufessen.
Gruß,
Michl
> c't Surfix / Bankix.> Allerdings soweit ich weiß mit nur einmal Konfigurieren, danach> read/only.
Scheint genau das zu sein was ich suche. Werde ich ausprobieren.
> ich würde die Mail einfach gleich verschlüsselt eingeben und auch so> ablesen. Das Verschlüsseln und Entschlüsseln mit Papier und Stift> machen.
Nur für den unwahrscheinlichen Fall dass das als Scherz gemeint war:
Ich habe in der Tat von einer Verschlüsselung gehört die man mit einem
Kartenspiel ausführen konnte (56 Karten wenn ich mich richtig erinnere.
Ist das Skat? In manchen Ländern also nichts auffälliges so ein
Kartenspiel zu haben). Der Schlüssel war die anfängliche Reihenfolge der
Karten. Mathematisch angeblich so sicher wie DES-56 (ok, das kann man
inzwischen brute-forcen). Für zwei Zeilen Text ver-/entschlüsseln wäre
man aber einen Abend lang beschäftigt gewesen. Dafür rein "analog",
keinerlei technische Hilfsmittel die manipuliert sein könnten. Oder die
bei einer Durchsuchung verdächtig wirken könnten, was sehr wichtig für
Spione ist (v.a. in der Zeit als Laptops nichts normales waren, das Buch
war schon älter).
Und älter ist es ein Buch als Index/Cypher zu verwenden.
Ev. auch zusammen mit einem Codeword aus der Überschrift/Aufmacher einer
Zeitung wenn der Code zeitlich begrenzt sein soll.
asd schrieb:> Nur für den unwahrscheinlichen Fall dass das als Scherz gemeint war:> Ich habe in der Tat von einer Verschlüsselung gehört die man mit einem> Kartenspiel ausführen konnte (56 Karten wenn ich mich richtig erinnere.> Ist das Skat?
Nein, Skat hat 32 Karten.