Hallo Forum, Vorweg: Ich betreibe ein wenig Elektronik Bastelei als Hobby, bin aber nicht wirklich in dem Feld bewandert... Ich bin sehr günstig an ein HP 1672E geraten, um nicht zu sagen ich habe es vor dem Müll gerettet. Leider habe ich so gut wie keine Ahnung von dem Ding. Soweit ich erkennen kann ist nichts beschädigt, nach dem Anschalten bootet der LA und alle selftest werden mit 'pass' beendet. Leider waren keine Probes mit dabei (man kann ja nicht alles haben). Nach einigen recherchen habe ich herausgefunden, dass der LA seit 2005 'discontinued' ist, ansonsten liest man recht wenig über das Gerät. Ich weiss, das HP/Agilent generell gute Analysegeräte herstellt. Daher nun die Frage: Taugt das Gerät heutzutage noch etwas? Oder sind die soweit überholt, dass solche Geräte weggeworfen werden. Es gibt sicherlich weiterentwicklungen, aber für Hobbyprojekte kann ich mir vorstellen, dass es gut genug ist. Kann es bspw. Protokollauswertung von I2C, SPI, und UART? Und wie schwierig wäre es sich dort einzuarbeiten? Welche 'günstigen' Probes müsste ich mir kaufen um den LA weiter zu testen? Danke für die Hilfe, Christian
christian schrieb: > > Ich bin sehr günstig an ein HP 1672E geraten, um nicht zu sagen ich habe > es vor dem Müll gerettet. Leider habe ich so gut wie keine Ahnung von > dem Ding. > > > Nach einigen recherchen habe ich herausgefunden, dass der LA seit 2005 > 'discontinued' ist, ansonsten liest man recht wenig über das Gerät. > Nun, wenn Du 651 engbedruckte Seiten als "recht wenig" bezeichnest, dann: recht wenig. Ich denke du mußt dich da mal durcharbeiten: http://cp.literature.agilent.com/litweb/pdf/01660-97028.pdf
christian schrieb: > Taugt das Gerät heutzutage noch etwas? 1 MSamples und 68 Kanäle mit maximal 250 MHz habe ich auf die Schnelle als Grundparameter gefunden. Das ist auch heutzutage noch ganz respektabel. p.s.: Habe widersprüchliche Angaben gefunden, teilweise steht da auch was von 128 KSamples.
Der Vorteil an diesen alten Maschinen ist, das sie stand-alone zu bedienen sind und eine Menge coole Analysefunktionen bieten. Du kannst Dich z.B. auf den Bus eines Prozessors klemmen und den ausgeführten Assemblercode mitlesen. Der Nachteil ist, das die Dinger für heutige Verhältnisse sehr wenig Speicher haben. Damals waren 32k schon aufpreis-pflichtig, heute hat ein MiniLA für den USB-Port bereits 512k. Die Probes sind Komparatoren mit relativ hohem Eingangswiderstand und niedriger Kapazität. Da kann man meist die Komparatorschwelle einstellen, z.B. für CMOS, TTL, ECL, ... Für den Hausgebrauch kannst Du Dir 74LVT245 dranfummeln, die tun's für die heutige 3,3 und 5V-Logik. Für SPI, CAN et al. ist ein Protokollanalyzer die bessere Wahl. D.h. ein Salae Logic oder wenn es sein muss, einer dieser chinesischen Nachbauten.
soul eye schrieb: > Der Vorteil an diesen alten Maschinen ist, das sie stand-alone zu > bedienen sind und eine Menge coole Analysefunktionen bieten. Du kannst > Dich z.B. auf den Bus eines Prozessors klemmen und den ausgeführten > Assemblercode mitlesen. > Na toll .. Vielleicht für einen 8080 aber für aktuellen Prozessoren wirst du kein Update bekommen ;) > > Die Probes sind Komparatoren mit relativ hohem Eingangswiderstand und > niedriger Kapazität. Da kann man meist die Komparatorschwelle > einstellen, z.B. für CMOS, TTL, ECL, ... Für den Hausgebrauch kannst Du > Dir 74LVT245 dranfummeln, die tun's für die heutige 3,3 und 5V-Logik. > 74LVT245 wird nicht funktionieren ! Damalige Logiganalyzer haben ECL Eingänge.
Hi, So wie ich das rauslese wird der LA für mich als Hobbyisten noch genug zum spielen bieten. Ich versuche mich ein wenig in PIC progammierung (wenn ich denn mal dazu komme). Dafür sollte es hoffentlich noch reichen. Nur wo bekommt man günstig Probes her? Für den Preis: http://www.ebay.de/itm/HP-Agilent-Pod-3-Data-L-Clock-Logic-Analyzer-Probe-Grabbers-/291036541719?pt=LH_DefaultDomain_0&hash=item43c3213317 bekommt man ja auch schon ein USB-LA. Welches Geld ist da besser investiert (für Hobbyanwendungen)? Danke für die Entscheidungshilfe :)
soul eye schrieb: > Die Probes sind Komparatoren mit relativ hohem Eingangswiderstand und > niedriger Kapazität. Nö, die Probes sind frequenzkompensierte Spannungsteiler 10:1 mit 100 kΩ Eingangswiderstand. Schaltbild kann man irgndwo bei HP, ähem bei Agilent finden. Die Komparatoren befinden sich am Ende der Leitung im Gerät. Die wird er also hoffentlich mit bekommen haben. :-)
christian schrieb: > Nur wo bekommt man günstig Probes her? Für den Preis: Ebay-Artikel Nr. > 291036541719 bekommt man ja auch schon ein USB-LA. Welches Geld ist da > besser investiert (für Hobbyanwendungen)? Naja, einen USB-LA für 30 Dollar wirst du für kaum was Sinnvolles benutzen können. Für den Preis kannst du die Probes getrost kaufen, zumal man sie auch mit neuere Agilent-LAs noch weiternutzen kann, falls dir später mal günstig sowas übern Weg läuft. Original waren die Dinger sicher 10mal so teuer, das würde man heute nicht bezahlen wollen. Zu deinem LA wenigstens annähernd vergleichbare USB-LAs kosten auch schon mal dreistellige Beträge.
Also 34/68 Kanäle @ 125/250MHz mit 1/2MSamples Speicher sind sicher mal besser als 8 Kanäle @ 24MHz mit unendlich Speicher, wie es all die USB-Dinger haben. Zum lahme Protokolle decoden mags ganz nett sein, aber sobald es mal ums Timing geht, man mal mehr als 8 Kanäle braucht oder State Analysis macht um es später zu disassemblern, ist man mit den Dingern angeschissen und wünscht sich was richtiges. Probe-Kabel zu besorgen oder selber zu machen ist schwierig, da das Teil vermutlich so einen 1,27mm RM Stecker haben wird, so wie es die HP1655xx Karten haben. Falls man den Stecker hat, kann man vermutlich dünne Schaltlitze verflechten und die dranlöten, da die Originalkabel auch nichts anderes als verdrillte Lackdrahtlitze ist. Probes basteln ist einfach, im Anhang mal ein Bild einer offenen E5383A Kabelsalatprobe (nicht von mir, hab ich mal irgendwo gefunden). Typischer Tastkopfaufbau: 250 Ohm Widerstand mit 8,2 pF Kondensator für schnelle Anstiegszeit und 91KOhm parallel zum Kondensator als definierter DC-Eingangswiderstand. Dann noch meine Eigenbauprobe, mit ein bisschen Übung und sofern man die Teile hat, innert einer halben Stunde zusammengelötet. Die zu testende Pins in der Schaltung einfach mit Lackdraht an eine Steckerleiste löten und an die Probe ranstecken. Ist IMHO weniger frickelig und billiger als die teueren HP/Tek Logikgrabber. Zur Auswertung kann ich nur LA2VCD (0.02F funktioniert am besten) zusammen mit GTKWave auf einem Linux empfehlen. Einfach den LA als NSF mounten oder die Daten per FTP runterziehen und dann mit LA2VCD in eine GTKWave-kompatible Form bringen und mit GTKWave auswerten. Auf dem LA an sich machts keinen Spass, weil der 680xx der da drin ist, böse lahm ist.
BTW, der Kondi im Bild ist eher ein 0805, hab das Ding nur ausgemessen um zu schauen, was HP da verwendet hat
> Naja, einen USB-LA für 30 Dollar wirst du für kaum was Sinnvolles > benutzen können. In so eine alte Kiste wuerde ich keinen mueden Eu mehr investieren. Um an einem PIC serielle Protokolle zu dekodieren, ist der 7 Eu Nachbau vom S*l*e* vom Chinesen weitaus bequemer benutzbar. Wenn die 8 Kanaele und die 24 MHz nicht reichen ist der OLS (mit Erweiterung 32 Kanaele/200 Msps) oder ein Spartan 3 Evalboard (das mit dem SRAM onboard) allemal auch die bessere Wahl... P.S. So grosse Truemmer aus vergangenen Zeiten habe ich hier auch, aber das sind alles Teile fuer praezise HF-Messsungen. Da sind mir dann die 30 kg und 70 cm Tiefe egal...
Moin, waren die Probe-Cables dabei, also die Kabel, dicht die Grabber und PODs? Die HP Logic PODs sind ihr Geld eigentlich mehr als wert, so ab 16€ pro Stück tauchen die immer mal wieder auf der Bucht auf. Die Kabel kann man recht brauchbar aus LIYCY-(18|20)x2x0,14 herstellen (geschirmte Steuerleitung mit verdrillten Paaren), Das kommt den originären geflochtenen Flachkabeln recht nahe. Die Pinbelegung ist ohnehin so, dass sogar mit normalem Flachkabel immer eine Masseleitung zwischen zwei Signalen liegt. Die Stecker für die Seite an den PODs gibt es zB bei CSD: 019-CVBN220 Dazu gibts dann auch noch die passenden Kontakte und man braucht eine 15€-Crimpzange, die dann aber auch den ganzen kleinen Molex-Kram (Lüfterstecker & co) abdeckt. Der Analyzer ist ganz sicher kein Vergleich zu den USB-Gurken, ich hab schon mit beidem gearbeitet. Bei mir steht daher seit einiger Zeit nur noch der HP auf dem Tisch, den anderen müsste ich erstmal suchen. Das Gerät ist auch nicht sooo alt. Das dürften dann schon ein Megasample sein. Die Trigger sind da auch noch mal ne ganz andere Hausnummer, das schlägt das meiste an USB-Lösungen auch nochmal um Längen. Falls du ihn doch loswerden willst, nehm ich ihn gerne, falls wir uns über einen Preis einig werden. Grüße Andreas
Hallo, und danke für die vielen Antworten. Es ist schon mal gut zu wissen, das der LA nicht in den Müll gehörte. Ich werde mich noch mal umsehen ob ich ein paar Probes bekomme... interessieren würde es mich schon erst einmal. Aber ich habe so viele offene Projekte dass ich mir evtl. auch noch mal bei Dir (Andreas) melde. Christian
Jörg Wunsch schrieb: > Die Komparatoren befinden sich am Ende der Leitung im Gerät. Ich kenne es von HP-Logikanalysatoren verschiedener Gerätegenerationen, dass sich die Pods merklich erwärmen. Das deutet sehr deutlich darauf hin, dass sich die Komparatoren in den Pods befinden und nicht erst im Gerät selbst.
./. schrieb: > Wenn die 8 Kanaele und die 24 MHz nicht reichen ist der OLS > (mit Erweiterung 32 Kanaele/200 Msps) oder ein Spartan 3 Evalboard > (das mit dem SRAM onboard) allemal auch die bessere Wahl... Wenn du jetzt noch den Aufwand für die Eingangsschaltung mit einbeziehst (Trigger mit variablem Pegel), dann ist das gewiss kaum günstiger als der Trümmer hier, und von den Features her gerade mal en par. (Siehe oben, 1 Msamples, 68 Kanäle, 500 Msps.) Das Einzige, was bei den Bootsankern wirklich lästig ist, ist der Geräuschpegel. Die serielle Dekodierung kann man wiederum getrost auch außerhalb erledigen. Gerade bei SPI haben die meisten Dekoder, die mir bislang bei den preiswerten LAs untergekommen sind, sowieso nur einen Kanal, man braucht aber für viele Geräte sowohl MISO als auch MOSI im Kontext. Wenn man sich seinen eigenen Dekoder baut, dann kann man den gleich noch eine Etage höher ansetzen und ihn statt MISO/MOSI die tatsächlichen Kommandos und Daten seiner Zielhardware dekodieren lassen.
Andreas Schweigstill schrieb: >> Die Komparatoren befinden sich am Ende der Leitung im Gerät. > > Ich kenne es von HP-Logikanalysatoren verschiedener Gerätegenerationen, > dass sich die Pods merklich erwärmen. Das deutet sehr deutlich darauf > hin, dass sich die Komparatoren in den Pods befinden und nicht erst im > Gerät selbst. Ich kenne sie (bis Agilent 16900) nur so, wie sie oben auch in den Fotos zu sehen sind.
Andreas Schweigstill schrieb: >> Die Komparatoren befinden sich am Ende der Leitung im Gerät. > > Ich kenne es von HP-Logikanalysatoren verschiedener Gerätegenerationen, > dass sich die Pods merklich erwärmen. Das deutet sehr deutlich darauf > hin, dass sich die Komparatoren in den Pods befinden und nicht erst im > Gerät selbst. So kenne ich das auch. Wobei mein ehemaliger HP deutlich älter war als das hier diskutierte Gerät. Die Komparatoren saßen früher in zigarrettenschachtelgroßen Kästchen ca 20cm hinter den Abgreifklemmen, und die Referenzspannung kam aus dem Gerät.
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