Hallo! Ich habe eine sehr ungewöhnliche Frage. Was passiert, wenn ich bei einem Logikgatter (z.B. CD4049 oder ähnliches) die Versorgungsspannung kappe? Wird der Ausgang dann auf Masse gezogen? Kann der Eingang den Ausgang noch beeinflussen? Entsteht ein stabiler Zustand? Ich habe ein paar Datenblätter gelesen, konnte aber keine Antwort darauf finden... Danke im Voraus! LG, Peter
Hi, gerade beim 4049 kann man das sehr gut aus der inneren Beschaltung ableiten: ein H-Pegel am Eingang steuert den N-Transistor auf und der Ausgang geht auf Low. Bei anderen Bausteinen kann man ähnliches versuchen.
Generell ist die Funktion ohne Versorgungsspannung undefiniert, nimm also das für deine Schaltung schlimmste Verhalten an. Du hast aber ein ganz anderes Problem als nur das funktionale... Bei CMOS (egal welchem) fliesst über die Schutzdioden mit High-Pegel am Eingang ein Strom auf VCC. Wenn da sonst nicht viel dranhängt, kann sich die Schaltung damit "parasitär" selbst am Leben halten. Ist die Belastung zu gross, geht das auf die Schutzdioden bis hin zur Überlastung. Wenn man Pech hat, bekommt man auch noch einen Latchup, was den Chip richtig runieren kann. Deswegen hiess es früher bei dem diversen PC-Kram, dass man nur im ausgeschalteten Zustand Kabel anstecken sollte. Wenn man das nicht garantieren kann, müssen Serienwiderstände in die Eingänge, um den Strom zu begrenzen.
Georg A. schrieb: > Bei CMOS (egal welchem) fliesst über die Schutzdioden mit High-Pegel am > Eingang ein Strom auf VCC. Das stimmt in den allermeisten Fällen (und aufgrund dieser parasitären Speisung durch die Eingänge kann es sogar manchmal so aussehen, als würde der Baustein auch ohne VCC noch halbwegs funktionieren). Das Beispiel CD4049 gehört hier zu den wenigen Ausnahmen, weil der keine ESD-Dioden vom Eingang auf VCC hat (weil er extra auch für Pegelanpassungen vorgesehen ist und Eingänge > VCC erlaubt).
Alles klar. Dann werde ich wohl eine andere Lösung für meine Schaltung finden müssen.. Dennoch vielen Dank für eure Hilfe! ;) LG, Peter
Peter N. schrieb: > die Versorgungsspannung kappe? Im dümmsten Fall fehlt die Masse und Deine Ausgäge/Eingänge ersetzten Masse durch weißen Rauch.
Peter N. schrieb: > Wird der Ausgang dann auf Masse gezogen? Kann der Eingang den Ausgang > noch beeinflussen? Wenn man von den 4049/4050 mit ihrer speziellen Eingangsschaltung absieht, dann sind bei CMOS meist alle Eingänge über Schutzdioden mit Vcc/GND verbunden. Ohne Versorgungsspannung zieht es die Eingänge auf nahe GND, oder es kann dazu führen, dass CMOS-Bausteine parasitär über diese Schutzdioden mit Strom versorgt werden. Bei TTL Bausteinen sieht das anders aus. Deren Eingänge lassen sich auch ohne Versorgungsspannung bis 5,5V ansteuern - natürlich ohne Funktion. M.N. schrieb: > gerade beim 4049 kann man das sehr gut aus der inneren Beschaltung > ableiten: Das betrifft nur die ungepufferte Version, also 4049UB, nicht die gepufferte Version 4049B. Es gibt in 74HC und CD4000 nur recht wenige Bausteine als UB Version.
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